• Allgemeines,  Uncategorized

    Osterferien 2021: Auferstehung

    Es gibt wohl keine Ferien, die ich jemals so herbeigesehnt habe, wie diese. Und ich bin nicht der einzige. Ins Twitterlehrerzimmer schleicht sich nach Wochen von grießgrämigen Emojis, erbosten Retweets und fassungslosen Replies auf unverständliche Regierungserklärungen endlich ein bisschen Ruhe. Die Fotorate von imposanten Eisbechern und Ausschnitten von blauem Himmel ist stetig wachsend, die Mundwinkel der Teilnehmer zunehmend nach oben gerichtet. Man atmet nach 11 Wochen Unstetigkeit im Schulgeschehen spürbar durch. Auch in der bunten Bloglandschaft.
    Herr Klinge sucht dieser Tage Oasen in allen Lebenslagen. Herr Rau backt und fotografiert. Ich tue es ihm nach und habe mir schon vor ein paar Wochen in einem Frustmoment eine neue, „richtige“ Kamera zugelegt, um mich auch mal wieder ein bisschen im Entschleunigen zu üben.

    Nicht alles muss ein Snapshot sein. Manchmal lohnt es sich auch ein bisschen zu warten, bis das Motiv stimmt. Innehalten zahlt sich aus. Das werde ich auch die nächsten Wochen beherzigen. Zeit nehmen. Durchschnaufen. Langsamkeit wiederentdecken. Einfach mal nichts tun. Die Frühlingsluft genießen. Ein gutes Buch lesen. Laufen gehen. Oder auch mal wieder sich um die alten Hobbies kümmern. Projekt Game Boy Synth zum Beispiel. Den kleinen Quäker als tatsächliches Musikinstrument zu begreifen, geht nicht einfach von heute auf morgen. Aber mit ein bisschen Nachhelfen und überlegtem Herumgeschraube geht es eigentlich ganz gut. Mittlerweile bin ich sogar soweit, das Ding mit regulären Synthesizern synchron laufen zu lassen, sodass alle Instrumente im Takt bleiben. Und das Beste: Wenn ich gar keine Lust mehr habe, lassen sich auf dem Game Boy Synthie einfach die alten Spiele zocken. Durchschnaufen.

    Im Einklang
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  • Allgemeines,  Pädagogik,  Unterricht

    Ein Käfig voller Narren

    Da hab ich nicht schlecht gestaunt, als ich am Faschingsdienstag in die Online-Lateinstunde meiner Klasse trat. Die Kinder hatten – anders als sonst – die Sitzung von sich aus gestartet und sämtliche Kameras eingeschaltet, um sich vor dem Bildschirm zu zeigen. Und jeder einzelne war verkleidet! Alle waren sie da: Die Prinzessin. Der Indianer. Der Punk. Ein Tina-Turner-Imitat mit explodierter Glitzer-Fönfrisur. Ein Papagei, eine Hexe, ein Einhorn. Selbst der Quoten-Proll war anwesend, mit Unterhose auf dem Kopf. Und alle waren sie bestens gelaunt und ohne Reue, dass am Faschingsdienstag dieses Jahr Unterricht stattfinden muss.
    Wir gehen es hochmotiviert an, üben ein bisschen, besprechen die Hausaufgabe – und nutzen die restliche Zeit, um einfach mal wieder Schmarrn zu machen. Wir spielen über den Bildschirm „Alles, was Flügel hat, fliegt“, versuchen uns im Galeriemodus an einem Klassen-Macarena und freuen uns, dass wir einfach mal wieder kurz durchatmen können – selbst wenn es uns offiziell verboten ist. Denn eine konkrete Ansage, wie die Faschingswoche angesichts der neuen Umstände nun konkret aussehen sollte und die ich am Freitag so erwartet hatte, kam erst in den Medien am Montag Nachmittag – und da hatten wir im Klassenteam und mit dem einhelligen Placet der Eltern schon alles beschlossen. Denn wir waren uns in einer Sache absolut einig:  Die Kinder brauchen die Pause. Und sei es nur, um einfach mal wieder ein bisschen rumzublödeln. Denn was in den Monaten eindeutig zu kurz kam, war die Beziehungspflege. Und die kann ein Videounterricht nur ansatzweise ersetzen. Zum Beispiel mit einem Gruppenmacarena 🙂

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  • Alltag,  Pädagogik,  Unterricht

    YO! Xmas-Raps!

    So, bevor es jetzt endgültig in die Weihnachts-Saison geht, wollte ich noch etwas loswerden; nämlich ein ganz herziges Gedicht meiner Unterstufe, das mir am letzten Schultag ins Fach in der Schule geflattert ist. Es enthält jede Menge guter Ratschläge, wie man als Lehrkraft die Ferienzeit sinnvoll nutzen soll (damit natürlich auch für die Allgemeinheit von großem Nutzen). So wie den unmissverständlichen Beweis, dass Latein der heiße Scheiß ist. Ihr glaubt mir das nicht? Hit it, MCs, straft sie Lügen!

    ❤❤❤

    Was für einen tollen Beruf ich habe!

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    4.5
  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Herbstferien

    Mann, werden das Ferien werden! Ich hab mir nämlich nichts vorgenommen. Rein gar nichts. Hier liegen zwei Schulaufgaben, die korrigiert werden müssen, ein Blog, der endlich mal wieder ein bisschen Futter braucht. Aber mehr wird in diesen Ferien nicht passieren. Dank einer Inzidenz von mittlerweile über 130 bleiben ab Montag auch Möglichkeiten zur Zerstreuung außerhalb der heimischen vier Wände begrenzt: Lokale machen wieder zu, Fitnessstudios ebenfalls.

    Daten von muenchen.de
    Ob die Taktik zum Erfolg führen wird, ist fraglich, weil sich die Leute dann einfach woanders treffen. Abends geht es in den öffentlichen Anlagen in München zu wie im Taubenschlag. Englischer Garten, Hofgarten, Königsplatz, Friedensengel. Überall stehen Horden von Leuten beieinander mit Feierabendbier und Prosecco-Fläschchen in der Hand und einem „Was kümmert’s mich?“ im Gesicht. Dass ich für bzw. wegen solcher Herr- und Frauschaften zu Hause bleiben soll, ist streckenweise schwer zu ertragen. Aber Hauptsache heulen, wenn Weihnachten dieses Jahr getrennt stattfinden muss und Christkindlmärkte geschlossen bleiben. Dass manche Leute echt keine 2 Meter weiter denken können…

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  • Allgemeines,  Buch,  Pädagogik,  Technik,  Unterricht

    Sommerferien 0.5

    Summer moves on in Bavaria. Mit dieser Woche begeht Bayern seine letzte Woche der Corona-Sommerferien. Was waren das nur für Tage! Entgegen sämtlicher Prognosen hatte Oberbayern fulminantes Bombenwetter. Tagelange Schönwetterperioden, milde Nächte, ab und an ein erfrischendes Regengewitter. Freunde treffen, Grillen, Baden in Starnberg, Wörthsee, Pilsensee und der Isar. Dazu gutes Essen und stundenlanges Radeln durch die Münchner Innenstadt auf der Suche nach einem neuen, bis lang ungekannten Biergarten haben einen fast vergessen lassen, was das für ein abgefahrenes Schuljahr war.

    Bavarian Chilling am See

    Fast. Denn so richtig abschalten ging irgendwie nicht. Das ständige Ausfüllen von Registrierungen in den Lokalen wies immer wieder auf den Ausnahmezustand hin. Ebenso wie der ausgefallene Urlaub in Griechenland, oder der gehörige Sicherheitsabstand, mit dem die meisten diszipliniert an den Seen lagen. Ganz im Gegensatz dazu die ärgerlichen Versammlungen in der Münchner Innenstadt, wo sich allabendlich Tausende von Feierwütigen sammelten und auf dem winzigen Gärtnerplatz drängelten. Das Ergebnis waren erhöhte Infektionszahlen in der Weltstadt mit Herz, die als Konsequenz jetzt trocken gelegt wird. Ab letzter Woche ist der Alkoholausschank ab 21 Uhr verboten, damit die Leute nüchtern weniger leichtsinnig sind. Ob die Taktik erfolgreich ist, muss sich zeigen. Man muss ja nicht betrunken sein, um unvernünftig zu sein, wie wir gerade erst am Wochenende in Berlin gesehen haben.
    In der Woche, in der die bayerische Regierung nun eine Erklärung geben will, wie das nächste Schuljahr ablaufen wird, liest man derartige Negativschlagzeilen sehr ungern: Denn auch zehn Tage vor Beginn des neuen Schuljahres wissen die Schulen immer noch nicht, wie 2020/21 ablaufen wird. Eins aber ist klar: Je mehr die Zahlen nach oben schießen, desto realistischer werden Einschränkungen, die uns letztes Jahr so den Nerv geraubt haben. Als Schule haben wir versucht, uns in den Sommerferien für alle Eventualitäten zu wappnen: Microsoft Teams steht als Ersatzprodukt für Webex Teams in den Startlöchern. Leih-Tablets sind beschafft. Einen weiteren iPad-Koffer habe ich über die Ferien mit einer Kollegin zusammen mit zusätzlichen Geräten bestückt und vorkonfiguriert.

    Lektorieren – Yay!

    Für die Schüler*innen haben wir im Teamwork bei Mebis einen Minikurs erstellt, der die Schüler systematisch an die einzelnen Grundfunktionen heranführt und so auch die Mebis-Neulinge auf Spur bringt. Nebenbei sind die Kollegen angehalten, über die Sommerferien vom Online-Fortbildungsprogramm Gebrauch zu machen und sich zum Thema Digitaler Unterricht ein bisschen auf den neuesten Stadt zu bringen. Dazu habe ich mir auch noch die Mitarbeit an einem Schulbuch aufgehalst, die mich täglich doch einige Stunden gekostet haben.
    So führte das alles dazu, dass sich die Sommerferien 2020 genauso halbgar bei mir angefühlt haben wie es das Schuljahr hatte. Aber wir machen das Beste draus. Ich freu mich auf das Schuljahr – egal, wie es aussehen wird.

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  • Allgemeines,  Alltag

    Note to myself: Osterferien 2020

    Hinter uns liegen ein paar ganz komische Tage. Nicht weniger als die seltsamsten Ferien, die ich bisher erlebt habe. Alles, einfach alles, war anders: Es gab zwischen Schulzeit und Ferien keine wirklich fühlbare Zäsur für mich: Die Tage vor den Ferien fühlten sich genauso an wie die in den Ferien selbst. Jeder Tag hatte denselben Ablauf: Aufstehen, Schreibtischarbeit, die aufgrund der Situation weit in die Ferien hineinreichte (Einrichten eines Video Conferencing Systems für die Schule, ungelenke Tablet-Korrekturen von zugemailten Materialien), Mittagessen, eine Runde durch den Westpark laufen, duschen, einkaufen, Abend essen, Schlafen. Jeden Tag. Jeden der 14 sonnigen Tage. Ground Hog Day. Keine Abwechslung. Kein Treffen von Freunden. Keine Cafés. Keine Ausflüge. Nichts. Man sitzt ein bisschen wie in einem goldenen Käfig: Man hat eigentlich alles, was man braucht, und doch fehlt es an Essentiellem.

    Man merkt in diesen Tagen erst, wie selbstverständlich man viele Sachen genommen hat. Vor allem Dinge, die aktuell einfach nicht mehr möglich sind. Und so komisch sich diese Tage auch anfühlen mögen, sollten wir sie doch vielleicht ganz bewusst wahrnehmen. Damit wir all das wieder umso mehr schätzen können, wenn es endlich wieder möglich ist. Und je aufmerksamer wir dabei aufeinander sind, desto näher rücken wir wieder in Richtung Normalität.

    Mit Grüßen aus dem Westpark
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  • Prüfungen

    Von einem Weihnachtswunder

    avatar In diesen Wochen kommt nicht nur für die Schüler alles zusammen. Auch wir Lehrer sind gut am Rödeln. Neben dem Unterricht sind wir mit Konferenzen beschäftigt, in denen wir über die Fälle diskutieren, die auf Probe vorgerückt sind. Mehrere AKs wollen kurz vor den Ferien zu ein paar neuen Impulsen rufen. Nebenher geht der Nikolaus um, das Weihnachtskonzert wird nicht nur besucht, sondern auch geprobt. Die Sprechstunden sind dick gefüllt, weil die Eltern den Kindern ein paar gute Vorsätze ins Jahr 2017 mitgeben wollen. Die Kinder werden ausgelassener, je näher der 23.12. rückt. Und mittendrin: Korrekturen. Stapelweise Korrekturen von Exen, Schulaufgaben, Klausuren, Mini-Tests. Der Schreibtisch quillt über vor Papier – in diesem Jahr mein Fluch.
    Es ist Freitag. Vor mir schreibt gerade die zwölfte Klasse in einem engen, ungemütlichen Raum ihre Klausur. Auf dem Tisch vor mir ein Haufen Papiere, den ich schon den ganzen Tag mit mir herumtrage: Zusätzliches Papier für die Oberstüfler, übrig gebliebene Klausurenangaben, ein Stapel Klausuren aus der Elften, die ich in der Freistunde durcharbeiten möchte, meine Schulaufgabe der sechsten Klasse, die ich abgeben muss, und eine Nachholschulaufgabe, die ich gerade in der Pause zwischen Tür und Pausenkaffee durchprügeln konnte. Die Note des kleinen Tobi ist nicht wirklich überragend. Ich möchte ihm aber das Wochenende nicht mit der Zensur versauen und habe mich in der Frühe entschlossen, ihm sein magnum opus erst am Montag rauszugeben, damit er von dem 2. Advent etwas hat.
    Eine einsam herumfliegende Schulaufgabe ist eine heikle Geschichte. Wie schnell ist sie in einem solchen Blätterwust verloren und auf ewig verschollen. Zum Glück hab ich für diesen Zweck einen eigenen Ordner, in dem ich Schulaufgaben und Angaben sammle. Also rein damit und das Ende der Oberstufenklausur abgewartet. Nach 90 Minuten ist der Spuk vorbei. Die Arbeiten werden eingesammelt und in den berühmten grünen Mantelbogen gelegt. Darauf meine Prüfungen der sechsten Klasse und die Elfklassklausuren – mein Wochenende ist gerettet. Endlich keine Langeweile mehr. Die übrig gebliebenen Klausurenangaben lagere ich in eine blaue Stofftüte aus und verstaue sie im Auto, da ich sie nicht so schnell brauchen werde, und brause nach Hause in ein arbeitsreiches Wochenende.
    Fast Forward Sonntag Abend. Ich bin mit allem fertig, packe gerade meine Sachen für den Montag zusammen. Achja, noch schnell die Schulaufgabe vom kleinen Tobi raussuchen, die ich ihm ja erst nach dem Wochenende rausgeben wollte. Also Ordner rausgeholt, Register für abgegebene Schulaufgaben und Exen aufgemacht, die Schulaufgabe gesucht – und ich stutze: Die Arbeit ist nicht da. Ich denke mir erst nichts und gehe den Stapel an deponierten Prüfungen noch einmal durch. Wieder nichts. Etwas unruhig schaue ich die restlichen Register des Ordners durch und stoße auf dieselbe gähnende Leere. Tobis Schulaufgabe ist weg. Kein Problem, denke ich mir. Du hast sie bestimmt in der Schule auf deinem Platz zusammen mit den zwei durchkorrigierten Schulaufgabenstapeln abgelegt, die du nicht mehr nach Hause nehmen wolltest. Also gehe ich mit der Gewissheit zu Bett, dass sich das gute Stück am nächsten Tag vor meiner Nase im Lehrerzimmer auftauchen wird. Licht aus.
    Montag. Sie fehlt. Tobis Schulaufgabe findet sich weder im Prüfungsstapel der sechsten, noch der fünften Klasse. Ich schaue den restlichen Stapel an Papieren auf meinem Arbeitsplatz im Lehrerzimmer durch. Dienstanweisungen, Folien, Elternbriefe, Entschuldigungen von Eltern, Arbeitsblätter der Q11, ein Referat aus der Q12, eine Klassenliste meiner Schützlinge. Aber keine Schulaufgabe von Tobi. Nirgendwo. Ich kratze mir verwundert meinen Kopf. Vielleicht hab ich sie nach der Klausur am Freitag in mein Fach reingelegt? Nachprüfen kann ich das allerdings erst in der Pause, denn die erste Stunde beginnt. Die fünfte Klasse. Tobi wartet bestimmt schon auf seine Schulaufgabe. Ich werde ihn vorerst vertrösten müssen.
    Deutlich beunruhigt stürze ich in der Pause an mein Fach – nur um wieder enttäuscht zu werden. Das Ding ist nicht da. Verflucht! Ein paar Kollegen von mir bemerken meine Unruhe und fragen nach, was los sei. Sie beruhigen mich. Sowas sei jedem in seinen zig Dienstjahren einmal passiert, und jedes Mal habe sich die verlegte Prüfung dann gefunden, wenn man eigentlich schon aufgeben wollte. Ich nicke etwas erleichtert und denke sofort wieder an meinen Ordner, in dem ich die Schulaufgabe von Tobi am Freitag während der Oberstufenschulaufgabe abgelegt hatte. Ein erneutes Durchsuchen wird das gute Stück bestimmt wieder zutage fördern. Denke ich. Noch.
    Aber Fehlanzeige. Sie bleibt verloren. Ich gehe zum Radikalprogramm über und ziehe jeden Korrekturstapel aus meinem Spind, den ich seit diesem Jahr schon fertiggestellt und archiviert habe: Jahrgangsstufentests, Stegreifaufgaben, Grammatiktests, Wortschatzprüfungen, Schulaufgaben alles. 25 (!!!) Klassensätze habe ich seit September korrigiert. Und jeden einzelnen – insgesamt knapp 750 Arbeiten – gehe ich gesondert durch. Falte mehrseitige Angaben und Schülerbögen auseinander, nur um die Schulaufgabe des kleinen Tobi zu finden. Ich verliere dadurch fast 2,5 Zeitstunden, literweise Stresshormone und bestimmt auch den einen oder anderen Nerv. Vor allem als klar wird, dass auch die letzte Schülerarbeit nicht das bereithält, was ich suche. Alles ist korrekt einsortiert und abgeheftet. Nur diese Schulaufgabe fehlt.
    Am Abend gehe ich nochmal sämtliche Schubladen meines Arbeitszimmers durch, die mit einem derartigen Dokument in Berührung gekommen sein sollten. Meine Kollegen, die in der Nähe meines Arbeitsplatzes  im Lehrerzimmer sitzen, habe ich telefonisch informiert, ihre Unterlagen nach Tobis Schulaufgabe zu durchforsten, vielleicht haben sie das Ding ja versehentlich eingesteckt. Mir selber gehen langsam die Ideen nach weiteren Verstecken aus. In meiner Verzweiflung leere ich sogar meinen Papierkorb im Arbeitszimmer aus. Schätzungsweise 70 Zettel, Fetzen, Post-Its und Briefumschläge flattern in alle Himmelsrichtungen über den Boden. Hektisch durchwühle ich das Chaos nach allem, was nach Korrekturen aussieht. Aber nichts. Überhaupt nichts. Nirgendwo. Tobis Schulaufgabe. Sie ist weg. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ganz offensichtlich eine Schulaufgabe verloren.
    Was blüht mir jetzt?
    Ich werde zum Chef gehen und beichten müssen. Ich werde der Fachschaftsleitung Bescheid geben müssen. Ich werde bei Tobis Eltern anrufen und ihnen den Fall schildern müssen. Wie absolut peinlich. Der Anruf wird mein erstes berufliches Schuldeingeständnis. Eine Bankrotterklärung an mein Ordnungssystem, das seit Jahren so wunderbar funktioniert hat und jetzt in Scherben liegt. Und ich muss dem kleinen Tobi erklären, dass er vor Weihnachten nochmal eine Schulaufgabe schreiben muss. Als ob er unmittelbar vor den Ferien nicht schon genug Stress hätte. Aber es muss wohl sein. Ich habe an allen Stellen gesucht, an die ich denken konnte. Ich bin verzweifelt. Und gestehe die Niederlage ein. Merda.
    Ich werde heute sehr schlecht schlafen. Meine gesamten Gedanken werden um diese vermaledeite Schulaufgabe kreisen. Ich weiß es. So bin ich einfach.
    Kurz vor dem Zubettgehen gehe ich nochmal zur Wohnungstür um zu sehen, ob sie auch verschlossen ist (was wäre der Lehrer ohne seine Spleens). Beim Herübertrotten zum Schloss fallen meine Augen rein zufällig über die Schlüsselschale, in denen alle Schloss- und Schließmöglichkeiten meiner Habseligkeiten zu finden sind – und bleiben am Autoschlüssel hängen. War ich nicht vor einer knappen Woche mit dem Auto in die Schule gefahren? Eventuell sogar letzten Freitag, als ich Tobis Schulaufgabe zum letzten Mal gesehen hatte? Hatte ich schon dort nachgesehen? Ich reiße die Tür auf und jage im Schlafdress und mit klopfenden Herzen die Treppe zur Tiefgarage hinunter. Es ist fast Mitternacht, im Treppenhaus herrscht Eiseskälte, aber das ist mir egal. Ich bin getrieben von banger Hoffnung, hier auf der letzten heißen Spur zu sein, die mir noch bleibt. Ich reiße die Hecktür meines Autos auf. Im fahlen Licht der jetzt erst anflackernden Neonröhren erkenne ich sie – eine blaue Stofftüte, in die die Angaben der Oberstufenklausur gestopft waren. Und ganz oben auf dem Stapel: Tobis Schulaufgabe. Ich will vor Erleichterung heulen, bin aber einfach zu fertig mit den Nerven, um auch nur eine Träne hervorzubringen.
    Heute Nacht werde ich wie ein Baby schlafen.

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  • Allgemeines,  Latein

    Weihnachtsgeschichte nach Lk 2, 1-19

    avatarxmasHo ho ho! Auch zu diesem Feste im Jahre 2015 möchte ich etwas Besinnliches beitragen. Nämlich – wie sollte es anders sein – Latein. Wie schon zu Ostern hab ich ein bisschen Vulgata gewälzt, um die Originalstellen zur Weihnachtsgeschichte herauszusuchen und für Schüler im G8 nutzbar zu machen. Deswegen sind die folgenden Zeilen aus dem Lukas-Evangelium von mir editiert worden und mit zusätzlichen Wortschatzangaben versehen worden. Auf dass es Lateinlehrer der künftigen Generationen nutzen können und in der letzten Stunde mehr machen als einfach nur einen Film zu zeigen…
    (1) Factum est autem in diebus illis exiit edictum (edictum, -i: Edikt) a Caesare Augusto, ut describeretur universus orbis. (2) Haec descriptio prima facta est praeside (praeses, -idis m.: Statthalter) Syriae Cyrino. (3) Et ibant omnes, ut profiterentur (profiteri hier: sich offiziell melden) singuli in suam civitatem. (4) Ascendit autem et Ioseph a Galilaea de civitate Nazareth in Iudaeam civitatem David, quae vocatur Bethleem, eo quod esset de domo et familia David, (5) ut profiteretur cum Maria desponsata (desponsare: verheiraten) sibi uxore praegnate (praegnans, -antis: schwanger). (6) Factum est autem, cum essent ibi impleti sunt dies, ut pareret, (7) et peperit filium suum primogenitum (primogenitus, -a, -um: erstgeboren) et pannis (panna, -ae f.: Tuch) eum involvit (involvere, involvo, involvi, involutum: einwickeln) et reclinavit (reclinare: hineinlegen) eum in praesepio (praesepium, -i n.: Krippe), quia non erat eis locus in diversorio (diversorium, -i n.: Herberge). (8) Et pastores erant in regione eadem vigilantes (vigilare: wachen) et custodientes vigilias noctis supra gregem (grex, gregis m.: Herde) suum, (9) et ecce angelus Domini stetit iuxta illos et claritas Dei circumfulsit (circumfulgere, circumfulgeo, circumfulsi: umstrahlen) illos et timuerunt timore magno. (10) Et dixit illis angelus: „Nolite timere; ecce enim evangelizo (evangelizare: künden) vobis gaudium magnum, quod erit omni populo, (11) Quia (=Nam) natus est vobis hodie salvator, qui est Christus Dominus, in civitate David. (12) Et hoc vobis signum invenietis: infantem pannis involutum et positum in praesepio.“ (13) Et subito facta est cum angelo multitudo militiae caelestis (militia caelestis: himmlische Heerschar)  laudantium Deum et dicentium: (14) „Gloria in altissimis Deo et in terra pax in hominibus bonae voluntatis!“ (15) Et factum est, ut (hier: ‚dass‘ ohne Konjunktiv) discesserunt ab eis angeli in caelum, pastores loquebantur ad invicem (invicem: wechselweise, untereinander): „Transeamus usque <ad> Bethleem et videamus hoc verbum, quod factum est, quod fecit Dominus et ostendit nobis.“ (16) Et venerunt festinantes (festinare: eilen), et invenerunt Mariam et Ioseph et infantem positum in praesepio. (17) Videntes autem cognoverunt de verbo, quod dictum erat illis de puero hoc, (18) et omnes, qui audi<v>erunt, mirati sunt et de his, quae dicta erant a pastoribus ad ipsos. (19) Maria autem conservabat omnia verba haec conferens in corde suo.

    from Bavaria
    Feiert schön!
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  • Allgemeines,  Unterricht

    Boo!

    avatarLatein in der 5D. Ich stehe vor 33 kichernden Hexen, Harlequins und Mini-Ninjas. In Vorfreude auf die anstehende Unterstufen-Halloween-Party sind sämtliche Fünftis heute in Kostümierung erschienen. Haben sich von den Eltern kunstvoll zu Miniatur-Monstern gestalten lassen. Mit aufgemalten Spinnweben, Narben und Hexenhüten sitzen sie vor ihren Büchern und sind schon ganz in Feierlaune. Aber von Unruhe keine Spur, insgesamt sind die Putzis noch sehr auf den Ablativ konzentriert. Insgesamt eine erfreulich disziplinierte Klasse.
    Ich liebe solche Zeiten, in denen für die Kinder wieder diese besondere Zeit anbricht. Sei es Halloween (das vor 30 Jahren schlichtweg nicht in Deutschland existierte), Ostern oder – mein Favorit – Weihnachten. Ich lasse mich gerne von der Vorfreude von den Klassen anstecken. Immer wieder. Jedes Jahr aufs Neue. Man vergisst viel zu schnell, wie aufgeregt man selber als kleiner Steppke in der Adventszeit war, wenn das erste Türchen am Adventskalender geöffnet wurde. Wie die erste Kerze am Adventskranz leuchtete. Oder wenn die Wohnung nach den ersten Plätzchen, dem ersten Tannengrün roch. Die Kinder rufen uns die Besonderheit dieser Jahreszeiten immer wieder zurück ins Gedächtnis. So gesehen ist dieser Job also der perfekte Jungbrunnen.


    Boo!

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  • Allgemeines,  Alltag,  Pädagogik,  Prüfungen,  Technik,  Unterricht

    Retrospektive 2014/2015

    avat_jubeSo, und wieder ein Jahr vorbei! Während die anderen Lehrer schon längst in vollständiger Tiefenentspannung verweilen, geht es mit den Ferien in Bayern jetzt erst los. Was für ein Schuljahr! Und wie immer steht am Ende bei mir kleine Retrospektive, um das alte Schuljahr Revue passieren zu lassen und auch gedanklich einfach abzuschließen. Natürlich auch mit dem Hintergedanken, die Dinge, die jetzt nicht so optimal liefen, im nächsten Jahr besser zu machen. Passiert ist viel.

    • Mein Setup  ist weiter optimiert worden. Der Samsung Dongle flog aufgrund des ständigen Kabelgewirrs raus und wurde durch den EZcast ersetzt, der mich für die Zukunft von der Hardware-Diktatur Samsungs befreit. Denn den Miracast-Standard, über den der EZcast sendet, beherrschen sämtliche Android-Geräte ab einer bestimmten Version. Sollte also das nächste Tablet (eher unwahrscheinlich) oder das nächste Smartphone (deutlich wahrscheinlicher) nicht von Samsung sein, lässt sich das neue Gerät problemlos ins aktuelle Setup einbauen.

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      Im Setup etwas ausgemistet. Und mir einen feschen Handbeamer in die Tasche geholt 🙂

      Der EZcast selber verrichtet nach wie vor seinen Dienst. Die ganzen Unkenrufe, die dieses chinesische Produkt gerne mal zu hören bekommt, kann ich derzeit nicht bestätigen. Gelegentliche Aussetzer gab es über das Schuljahr zwar schon, aber die waren beim Samsung Dongle auch das eine oder andere Mal zu spüren. Ganz interessant: An einem besonders heißen, schwülen Tag Anfang Juli hat der EZcast seinen Dienst hartnäckig verweigert. Weiß jetzt nicht, ob das Zufall ist, aber eventuell ist der Einfluss der Umgebungstemperatur tatsächlich ein Faktor, der den kleinen Streaming-Wicht stresst.

    • Der Bildungsauftrag entgleitet dem bayerischen Lehrer jedes Jahr aufs Neue, wenn alle Noten gemacht sind. Stattdessen darf man sich als Dompteur und Organisator beweisen, wenn es um die ganzen Zusatzaufgaben geht, die nach dem berühmten Notenschluss anfallen: Schülerbemerkungen fürs Zeugnis tippen, Noten nachrechnen, Noten eintragen, Zeugnisbemerkungen seiner eigenen Klasse verfassen, Bemerkungen und Noten ins System eingeben, Organisation eines Ziels für den Wandertag, Schreiben und Verteilen eines Elternbriefes zum Wandertag, Geld einsammeln für den Wandertag, Durchführung des Wandertages, Elternbrief für den Museumstag, Einsammeln von Geld für den Museumstag, Durchführung des Museumstages, nebenher Zeugnisentwürfe ausdrucken und Korrektur lesen, nochmaliges Ausdrucken der Zeugnisse und Korrekturlesen, Unterschreiben und Siegeln der Zeugnisse, beim Aufbau des Sommerfestes helfen, sich am Abiturscherz zum Affen machen, sich zum Abiball schick machen und dort erscheinen…
      Die Liste ließe sich wunderbar fortsetzen. Natürlich fällt zu den meisten dieser Veranstaltungen ordentlich Unterricht aus und lässt auch die häusliche Vorbereitung mächtig zusammenschrumpfen. Aber an den einen oder anderen Tagen hätte ich ernsthaft lieber gerne vier Stunden regulär Unterricht vorbereitet und durchgeführt anstatt mit 32 Fünftis von Pontius und Pilatus zu wuseln. Zum Glück mach ich das schon ein paar Jahre und kann daher den Junglehrern künden, dass man dieses Herumeiern zum Jahresende von Mal zu Mal lockerer hinnimmt – ganz egal, wie stressig sich das aktuell anfühlt. Mein Credo: Letztendlich ist’s halt „nur“ Schule…
    • Wo wir gerade bei Sachen sind, die stressen: Was ich wirklich bis heute einfach nur halbscharig hinbekomme, ist die rechtzeitige Abgabe von Schulaufgaben. Dieses Einsammeln und Hinterherrennen von Arbeiten, das alphabetische Ordnen und Versehen mit einem Erwartungshorizont… Ich find das alles ganz furchtbar. Dabei bemühe ich mich immer wieder aufs Neue, rechtzeitig alles einzureichen, aber vor allem zu Hochzeiten liegt das gerne mal länger auf Eis als es eigentlich sollte.
      Ein Hauptproblem ist, dass ich die Erwartungshorizonte immer handschriftlich mache, nach diesen korrigiere und diesen dann erst beim Einreichen der Schulaufgabe abtippe. Dabei könnte ich mir so viel an Zeit und Nerven sparen, wenn ich den Erwartungshorizont gleich beim Erstellen der Schulaufgabe mittippen würde – wozu ich mich nächstes Jahr wirklich mehr zwingen möchte. Ihr seht, Einsicht ist der erste Weg zur Besserung 😉
    • Die Einstellungssituation von Junglehrern am Gymnasium ist leider nach wie vor traurig, da bei den aktuellen Staatsnoten kaum Planstellen rausspringen – trotz großspuriger Schlagzeilen, die leider nur die anderen Schularten betreffen. Das hat spürbare Konsequenzen auf das Arbeitsverhalten der Referendare im Kollegium, das sich tatsächlich zu wandeln beginnt. War in den letzten Jahren aufgrund der angespannten Einstellungssituation noch entsprechender Kampfgeist in Aktivitäten und Engagement zu spüren, mischt sich mittlerweile eine gehörige Portion von Resignation dazu. Viele Junglehrer gehen schon gar nicht mehr davon aus, überhaupt noch im System unterzukommen und arbeiten daher oft nur noch vor sich hin, ohne einen Sinn in ihrem Tun zu sehen. Absolut traurig, wenn ich sehe, was für Damen und Herren noch vor sechs Jahren alleine in Latein mit Planstellen gesegnet wurden – Leute, die mit 3,4 gerade so durchs erste Staatsexamen gerutscht sind. Und die sitzen nun fest im Sattel, während Leute mit aktuellen Schnitten von 1,4 auf der Straße stehen. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – kann das wirklich die Devise für die Versorgung von Lehrern sein?
    • Dieses Jahr habe ich wieder eine Menge neuer Sachen kennengelernt, die ich unbedingt für meinen Unterricht nutzbar machen möchte. Sehr vielversprechend erscheinen mir für gewisse Zwecke Sketchnotes, allerdings hindert mich mein Perfektionismus daran, meine Kunstwerke in der eigentlich veranschlagten Zeit fertigzustellen. Ich sitze stundenlang an meinen Entwürfen und verliere mich darin. Das ist einerseits wahnsinnig entspannend, aber sehr zeitraubend. Ich hoffe, dass es durchs Üben besser wird.
    • Fürs nächste Jahr werde ich mal ein bisschen in das Flipped-Classroom-Prinzip schnuppern und mich auch um entsprechendes Material bemühen – für mich wieder eine Gelegenheit, gefährlich viel Geld für Equipment auszugeben…
    • An keinem Jahr wie diesem merke ich, wie wichtig für das berufliche Seelenleben ein funktionierendes menschliches Miteinander ist: Ein Kollegium, das sich toll miteinander versteht, ohne dass sich Grüppchen separieren, ein Chef, der zu seinen Leuten volles Vertrauen hat und ihnen den Rücken stärkt, eine gut gehende, freundliche Kommunikation zwischen den Lagern – all das prägt den Schulalltag überall, und wenn’s irgendwo zwickt, hat das unmittelbare Auswirkungen auf den Schulkörper, um mal bei Livius‘ Magenparabel zu bleiben. Zum Glück sind meine Kolleginnen und Kollegen ausnahmslos toll, und der Chef ein herzlicher Papa, mit vollstem Vertrauen in seine Kinder. Ich kann mich glücklich schätzen, in einer Schule zu arbeiten, in der die Chemie einfach stimmt. Man geht einfach gerne zur Arbeit!
    • Im Vergleich zum letzten Jahr ging mein Videospiel-Konsum noch ein gutes Stück zurück und tendiert aktuell fast gegen Null. Ich hänge irgendwo bei Assassin’s Creed 3 fest. Viel Lust weiterzumachen habe ich irgendwie nicht. Das Spiel hat deutliche Längen, die wirklich nerven. Ob mir 2015/16 ne neue Konsole ins Haus kommt, ist noch sehr unsicher. Da stehen ganz andere Sachen auf der Priority List.
    • Die Arbeit mit Schülern macht von Jahr zu Jahr mehr Spaß, wenn das Fachliche nicht mehr wie im Referendariat alles andere überstrahlt, wo man zu Beginn vorrangig damit beschäftigt ist, seinen Unterricht auf die Reihe zu bekommen. Je mehr dieser Teil zum Tagesgeschäft wird, bietet sich immer mehr Raum, mit den Großen und Kleinen auch persönlicher zu werden. Vor allem in diesem Jahr hatte ich viele tolle Begegnungen mit Schülern, die mich nachhaltig bewegt haben. Es sind diese Momente, die einem Lehrer zeigen, dass man im Leben seiner Schützlinge nach wie vor wichtig ist und seinen Job irgendwo richtig macht.
    • Trotz allem merke ich auch dieses Jahr, dass Bildung immer noch an soziale Stellung geknüpft ist. Schüler, in deren Familie kein Wort Deutsch gesprochen wird, können sich bei uns an der Schule nur für ein paar Jahre halten, ehe sie in eine andere Schulart wechseln müssen. Deutsch ist nach wie vor ein Hindernis, das es zu meistern gilt. Und ohne zusätzliche finanzielle Anstrengung durch die Familien, die oftmals das Geld dazu nicht haben, ist das in der Regel kaum zu schaffen…

    Man sieht, es gibt auch im nächsten Jahr Raum für weitere Optimierung: Am Unterricht, am Setup, an sich gibt’s immer was zu tun. Für jetzt ist das Kapitel 14/15 aber geschlossen. Jetzt bleibt nur noch, die Wohnung von dem Mief der letzten stressigen Wochen zu befreien – und dann die Akkus wieder aufzuladen.
    Erholt euch gut!
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