Wenn der Chef in der Pause anruft, steht etwas Akutes an. Und so ist es auch. “Kann ich nach der Pause in Ihren Englischunterricht kommen?” Der berühmte Unterrichtsbesuch steht an – ein essenzieller Baustein für die anstehende Beurteilung. Und auf einmal fühlt es sich wieder wie früher an: Der Seminarlehrer im Unterrichtsversuch, die Lehrprobe, die Besuche vor der Lebenszeitverbeamtung, vor den Beförderungen. Man ist sofort im alten Muster. Und der Körper ist es auch: Stress breitet sich aus. Adrenalin. Ein bisschen Panik. Denn meine Stunde in der Oberstufe so kurz vor dem Notenschluss ist jetzt nicht so der Brüller. Um genau zu sein besteht mein Konzeptpapier in Evernote für die Stunde aus exakt drei Wörtern: Wiederholung – Text interpretieren – Video. Ich setze mich sofort hektisch hin und versuche, das Konzept zu erweitern, für den Fall, dass mir in der Aufregung etwas durch die Lappen geht oder ich den Faden verliere… bis ich plötzlich innehalte. Aus dem Nichts schält sich auf einmal ein Gedanke aus dem Panikwust. Ein bislang ungekannter, den ich in solchen Situationen noch nie hatte: Was soll dir denn passieren?
Ich bin Studiendirektor, ich bin Systembetreuer, ich habe mittlerweile über 15 Jahre Unterrichtserfahrung. Sofern ich niemanden aus dem Fenster werfe, wird mir nichts passieren.
Und wie aus dem Nichts geht mein Puls sofort runter. Das Adrenalin versiegt. Ich atme durch. Und mach mich auf in die Stunde.
Und sie lief.
Warum auch nicht? Shakespeare ist Selbstläufer. Aber ich bin das auch. Aus dem Stegreif fallen mir Kniffe ein, um die Stunde aufzulockern, zu öffnen, kollaborativer zu gestalten. Für die Textanalyse schicke ich den Kurs in Dreiergruppen nach draußen, um die Szene zu dritt zu spielen und vorzusprechen und hinterher mit den Ergebnissen reinzukommen. Irgendwann stehe ich mit dem Chef im leeren Klassenzimmer und müssen beide kichern. Um in einen leeren Klassenraum zu starren – dafür ist er nicht vorbeigekommen. Aber alles klappt besser als erwartet. Auch das Zeitmanagement. Ich ende mit dem Gong. Ohne ein einziges Mal auf die Uhr zu schauen. Man fühlt irgendwann, wenn sich die Stunde dem Ende zuneigt. Mittlerweile hat man ja schon tausende gehalten.
Aber spannend ist das schon, wie eingefahren man ist. Dass Trigger von damals auch die Verhaltensweisen von damals aufrufen. Klar, der Trigger ist derselbe. Die Situation ist es nicht. Der Kopf weiß das. Das Nervensystem aber nicht.

Das Thema KI ist bei mir tatsächlich immer noch ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Wenn ich immer sehe, was die jungen Referendarinnen und Referendare damit alles so anstellen, wird mir immer ganz schwindelig. Das ist schon insgesamt eine ziemlich geile Technologie. Aber wenn einem einfach die Vorstellungskraft fehlt, was sich damit alles anstellen lässt, steht man oft einfach schulterzuckend daneben. Nichtsdestotrotz komme auch ich immer wieder zu netten kleinen Twists mit KI, die mir richtig viel Zeit ersparen. So auch für den Tag der offenen Tür.

Es ist mal wieder soweit. Das alljährliche Treffen für Systembetreuungen in München Stadt fand Stadt… äh… statt. Wo wir letztes Jahr in einem Schulgebäude vom Allerfeinsten untergebracht waren, empfängt uns dieses Mal das komplette Gegenteil. Im Münchner Osten wartet auf uns ein Betonklotz aus dem 70er Jahren mit vollgeschmierten Toiletten, grusligen Kindermalereien an den Wänden und eine Aula, wie man sie in einer der reichsten Städte Deutschland nicht vermuten würde: Die Decken sind mit Metallstreben abgestützt, ein Großteil der Fenster mit Gaffertape gesichert. Streckenweise sind sie komplett zugeklebt. Dass man in so einem Ambiente nichts Gutes zu erwarten hat, ist von Anfang an zu spüren. Tja und so kommt es dann auch.
“Guten Morgen, München! Die Frühling ist da!”, ruft die italienische Bedienung quer über den Weißenburger Platz an diesem sonnigen Samstag. Und er hat recht. Die Luft ist kühl, aber erfrischend, die Sonne strahlt von einem tiefblauen Märzhimmel, kein Wölkchen trübt den Horizont. Die Cafés füllen sich schon um neun Uhr morgens mit den ersten Gästen – die meisten mit einem Cappuccino vor sich, die ganz besonders Kühnen sogar mit einem Aperol. Die Stimmung ist gelöst, ent- und vor allem GEspannt auf alles, was das Jahr bringt. Der Winter war lange und trüb. Jetzt steht alles auf Neuanfang.
So, das Halbjahr geht los, und damit ist bei uns der Startschuss zur 1:1-Ausstattung in den zehnten Klassen gegeben. Es wird ernst.


Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Fasching. Auch wenn ich ein Geburtstagskind bin, dessen Wiegenfest in die jecke Zeit fällt (Wassermänner vor!), gibt es wohl kein Fest, mit dem ich so wenig anfangen kann wie die das künstliche Spaß-haben auf Knopfdruck in billigen Kostümen.

Das Thema H5P und seine diversen Formate sind auf dem Blog hier schon seit geraumer Zeit immer wieder Thema. Und mittlerweile sind wir auch schon bei Folge… öhm… 24 (😲) angekommen. Heute schauen wir uns mal Image Sequencing an, und was sich damit so machen lässt.

Und da war es schon: Filmprojekt Nummer 2. Über den Arbeitskreis am ISB wurden wir in der Gruppe angefragt, ob wir nicht bei einer kleinen Testimonial-Kampagne dabei sein wollten, in der wir der Lehrerschaft vor laufender Kamera ein bisschen etwas über die Art unserer digitalen Arbeit erzählen wollten. Naja, wollen stimmte nicht so ganz. In dem Moment, wo man nicht vehement abgelehnt hatte, war man mehr oder weniger verpflichtet.