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    H5P Olé – Teil 5: Image Juxtaposition

    Unter den Aktivitäten, die mit H5P für Zuschauer am eindrucksvollsten sind, gehört definitiv die Aktivität Image Juxtaposition – eindrucksvoll deshalb, weil man sie in der Regel vor allem von professionellen Nachrichtenseiten kennt. Über einen Schieberegler kann man stufenlos zwischen zwei Bildern hin- und herschalten, sodass Gemeinsamkeiten und Unterschiede im direkten Vergleich zutage treten – perfekt für kontrastive Vorher-Nachher-Aufnahmen von Satelliten, Statistiken oder Kunstwerken, die sich so im Unterricht in Windeseile integrieren können.

    Wie geht’s?

    Alles, was man dazu braucht, sind zwei Bilder, die in die H5P-Maske geladen werden. Die einstellbaren Parameter beschränken sich hierbei auf ein Minimum und sind größtenteils optional:

    Die Optionen zu H5Ps Image Juxtaposition halten sich in angenehmen Grenzen
    • Titel ist buchstäblich namengebend und kann genutzt werden, um einen Arbeitsauftrag festzuhalten.
    • Das Feld Alternativtext muss mit einer Nachricht befüllt werden, für den Fall, dass das Bild nicht geladen werden kann.
    • Hovertext (optional) zeigt Text an, sobald man mit dem Mauszeiger über längere Zeit über dem Bild unbewegt bleibt. Das kann z. B. eine Kurzbeschreibung eines der beiden Bilder sein oder ein versteckter Hinweis.
    • Beschriftung des ersten/zweiten Bildes (optional): Das ist ein Titel, der jeweils über den Bildern angezeigt wird. Dieser ist im Gegensatz zum Hovertext immer sichtbar.

    Das war’s an sich aber auch schon mit der Arbeit. Wer will, kann im darunter liegenden Menü Verhaltenseinstellungen noch die Startposition des Schiebereglers sowie dessen Schieberichtung und Farbe definieren. Muss aber nicht. Den Rest übernimmt die Software. Das fertige Produkt kann zum Beispiel so aussehen:

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

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    Was zu tun

    Wie war das noch mal mit dem Glashaus? Noch vor ein paar Tagen habe ich etwas enttäuscht festgestellt, dass in den Lehrerblogs derzeit etwas Flaute herrscht – nur um hinterher zu erkennen, dass es bei mir derzeit ganz genauso ist.
    Es wäre falsch, das damit zu begründen, dass es nichts zu berichten gäbe. Denn das stimmt nicht. So kurz um die Zeugnis-Zeit fällt erfahrungsgemäß immer viel Arbeit an. Da brauche nicht mal meine Erinnerungen zu bemühen, um herauszufinden, dass das schon immer so war. Ich habe ja einen Blog dafür. Und der bestätigt: Das Thema Arbeit und Arbeitsbelastung sowie die Möglichkeiten diese im Zuge der Lehrergesundheit ein bisschen einzudämmen zieht sich durch meine 6 Jahre Blogerfahrung wie ein roter Faden. Zu Hochzeiten habe ich mir immer regelmäßig Luft verschafft und gewettert, über die Leiden des jungen M. Zum Beispiel hier. Oder hier. Oder aber auch hier.
    Auch nach 10 Jahren kann ich nicht sagen, dass das anders ist. Klar, die meisten dieser digitalen Klagegesänge sind allesamt mehr mindestens von 2014, aber Arbeit gibt es nach wie vor viel. Sie hat sich nur verändert: Noch vor ein paar Jahren lag der Fokus deutlich auf der Unterrichtsvorbereitung, den neuen Methoden und dem Erstellen von Material, mit dem man die Klassen ärgert beglückt. Das hat sich vor allem in den letzten zwei Jahren ganz deutlich verändert. Dank meiner digitalen Unterrichtsvorbereitung in Evernote und der zunehmenden Routine nimmt der zeitliche Rahmen zur Unterrichtsvorbereitung ein absolutes Minimum ein. Spätestens nach zwei vollen Zeitstunden steht alles. Arbeitsblätter müssen in der Regel nicht neu konzipiert, sondern lediglich ein bisschen angepasst werden. Lediglich die Oberstufe in Englisch erfordert eine regelmäßige Anpassung, da selbst nach zwei Jahren vieles einfach in die Jahre gekommen ist. Dass man aber mit zwei Zeitstunden einen kompletten Schultag führen kann, hätte ich mir vor knapp zehn Jahren im Referendariat niemals zu träumen gewagt. Wenn ich da noch an meine ersten Unterrichtsversuche im Referendariat denke, wo ich für eine reguläre Schulstunde drei Zeitstunden investieren musste (ich kann mich noch dran erinnern als ob es gestern war: Einführung zu Rosa Parks)… Aber es ist so.
    Was stattdessen mehr Zeit erfordert, ist die Organisation der Systembetreuung, die ich seit einem Jahr habe. Das ist ein riesiger Batzen Arbeit, der mir – man höre und staune – viel Spaß macht. Ebenso wie auch das Reinfrickeln in die Arbeit mit Mebis und H5P, was mir mehr und mehr perfide Freude bereitet – für einen Großteil meines Kollegiums ein absolutes Rätsel, aber verständlich, da durch die bei uns noch vor kurzem kaum vorhandene und defizitäre Technik bei vielen einfach das Vertrauen in digitale Konzepte verloren gegangen ist (wenn es bei uns überhaupt jemals bestand). Aber bei uns tut sich was. Langsam und in Babyschritten. Und ich werde davon berichten. Es gibt was zu tun!

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    Saxa Monacensia: Grabinschrift auf dem Waldfriedhof

    Der Lokalpatriotismus der Bayern ist für Leute jenseits des Weißwurstäquators bestimmt immer schwer zu ertragen. Dass derartige Heimatgefühle sogar bis über den Tod hinausgehen, beweist ein Herr, der sich auf dem Münchner Waldfriedhof im Süden Münchens zur letzten Ruhe hat betten lassen. Dieser hat seine letzten Worte nicht etwa sich oder seinen Liebsten gewidmet – sondern kurzerhand seiner bayerischen Heimat:

    Extra Bavariam non est vita.

    Übersetzung:
    Außerhalb von Bayern gibt es kein Leben.

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    H5P Olé – Teil 4: Find the Hotspot

    Wer schon in Teil 3 meines kleinen H5P-Kurses in das Erstellen von Hotspots geschnuppert hat, wird mit der Aktivität find the hotspot überhaupt keine Probleme haben. Er ist nämlich der anderen sehr ähnlich. Der Name ist hierbei Programm: Auf einem vorgegebenen Bild soll ein gewisses Objekt gefunden werden.

    Wie geht’s?

    Die Erstellung von Hotspots ist der aus Teil 3 identisch. Auch hier lassen sich verschiedene Areale als richtig bzw. falsch definieren und auf dem Bild verteilen – Nur mit dem Unterschied, dass hier keine feste Anzahl an richtig zu erratenden Hotspots festgelegt wird. In der Aktivität geht es um reines Suchen und Finden. Kein Ausgeben von Noten.

    Für jeden Hotspot lässt sich definieren, ob er zur Lösung der Aufgabe richtig ist oder nicht.

    Für jeden Hotspot, den man als richtig oder falsch definiert – in letzterem Fall lässt man das Häkchen unter „korrekt“ einfach leer – lassen sich unter der Option „Rückmeldung“ (siehe Bild) Feedback-Statements definieren, die eingeblendet werden, sobald an diese Stelle geklickt wird. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler selbst dann etwas lernen, wenn sie auf dem Weg zur richtigen Lösung falsch liegen. Wie hier Beispiel weitere Bauwerke auf dem Forum Romanum als das tatsächlich gesuchte:

    Finde im folgenden Bild des Forum Romanum die Basilica Iulia:

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

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    Saxa Monacensia: Der Marstall

    „Du musst mal wieder raus unter Leute!“ So hieß es an einem schönen Samstag Nachmittag. Und das hab ich dann auch getan. Frischluft genossen, Beine vertreten, Kopf freipusten lassen… Bis sich mir wieder Latein in den Weg stellte. Und zwar wortwörtlich. Denn die Sprache ist in München allgegenwärtig – wenn man nur die Augen offenhält. Sinnsprüche finden sich an Brunnen, auf Grabsteinen, auf Inschriften, an Dachgiebeln – Und sogar auf dem einen oder anderen Kneipenklo (und bevor ihr fragt: ich war’s nicht!). Grund genug, mal genauer hinzuschauen und die Umwelt daran teilhaben zu lassen. Denn für den einen oder anderen Lateinlehrer ist unter den zahllosen Sprüchen bestimmt auch der eine oder andere dabei, den man mal im Unterricht durchnehmen kann. Und sei es nur wegen der Jahreszahlen, mit denen die Kinder bis heute so ihre lieben Probleme haben.
    Auftakt bildet eine Inschrift, die mir ganz besonders gefällt. Sie prangt nicht nur an einem der für mich schönsten Gebäude der Stadt, sondern präsentiert sich auch noch in Hexametern (wenn auch leicht holprigen welchen). Die Rede ist von der Inschrift über dem Eingangsportal des Marstalls. Heute ein Theater, einen Steinwurf von Staatsoper und Residenztheater entfernt, war das Gebäude im 19. Jahrhundert von DEM Münchner Stadtarchitekten Leo von Klenze errichtet worden, der uns mit Gebäuden wie dem Siegestor, dem Königsplatz oder dem Monopteros im Englischen Garten Bauten von zeitloser Schönheit hinterlassen hat. Ursprünglich diente es – wie der Name schon erahnen lässt – als Reitschule am Hof der Wittelsbacher, die in der nahegelegenen Residenz ihren Herrschaftssitz errichtet hatten. Davon künden nicht nur die acht Bronzereliefs mit Abbildungen von Pferden, sondern auch die lateinische Inschrift, die von Castor und Pollux gesäumt ist.

    Die Inschrift in groß:

    Regius hic equiti munitur circus equoque,
    ut recte ille iubere, hic iussa capessere discat
    MDCCCXXII
    Übersetzung:
    Diese königliche Rennbahn wird für den Reiter und sein Pferd errichtet,
    damit jeder (der Reiter) lernt, richtig Befehle zu geben (und) jenes (das Pferd) das Befohlene zu verstehen.
    1822

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    Neujahrsputz

    Es gibt so ein paar Orte, in denen Ordnungen auf ewig festgefahren scheinen. In der katholischen Kirche zum Beispiel. Oder in meinem Arbeitszimmer. In diesem stapeln sich seit Jahren Leitz-Ordner, in denen mein gesamter Material-Fundus ruht. Fast 30 dieser Ordner habe ich in gerade mal 4 Jahren Lehrtätigkeit angehäuft. Geordnet nach Fach, geordnet nach Klasse, geordnet nach Außerunterrichtlichem, Außerschulischem: Englisch 6, Englisch 7, Englisch 8 usw. Latein 5, Latein 6, Latein 7 usw. Lateinschulaufgaben. Englischschulaufgaben. Uniunterlagen. Examensunterlagen. Referendariatsskripte. Skripte von Lehrgängen und Fortbildungen. Alles hat seinen Ordner bekommen. Und seinen Platz. Und davon nicht wenig. Ganze 4 Meter belegen diese Ungetüme in meinen Buchregalen. Und das, wo ich eigentlich alles seit Anbeginn meiner Lehrtätigkeit auch digital habe. Meine komplette Unterrichtsvorbereitung schläft zum Beispiel seit 2013 komplett in Evernote. Und zeitgleich auch in 19 Ordnern. Ordner, in die ich seit meinem Umzug auf Evernote nie wieder einen Blick geworfen habe (das war übrigens 2013!), Als jetzt dann irgendwann wieder der Platz im Arbeitszimmer unangenehm knapp wurde, war klar: Die Dinger fliegen jetzt raus!

    Eine typische alte Stunde von mir. In der Klarsichthülle befinden sich ganz vorne mein Konzeptpapier für die Stunde, dann ein Arbeitsblatt zum Kopieren, dann eine Kopie davon auf Folie.

    Aber wohin damit? Wir haben es hier nicht einfach nur mit Papiermüll zu tun, den man in die buchstäbliche Tonne kippen könnte. JEDE EINZELNE Unterrichtsstunde wurde bei mir (ebenso) buchstäblich eingetütet. In eine Klarsichthülle. Komplett mit Verlaufsplan und allen dazugehörigen Lernmaterialien, die ich in dieser Stunde unter das Volk bringen oder an die Wand projizieren wollte. Bestenfalls noch mit einem in die Jahre gekommenen CD-Rohling, auf dem sich irgendeine Listening Comprehension über George W. Bushs Rheorikkünste befindet, für die sich heute kein Mensch mehr interessiert. Kurzum: So kann ich das Zeug nicht wegwerfen. Man muss es trennen. Und das tat ich dann. Nämlich ungefähr sieben Zeitstunden lang.
    Es ging los mit vier Häufchen: abgelegtes Papier, Plastikhülle, abgelegte Folie. Aus Häufchen wurden Stapel, aus Stapeln Türme. Türme, die irgendwann so hoch wurden, dass sie in Kisten verpackt werden mussten. Schwere Kisten. Insgesamt 21,2 Kilo Papier brachte meine Unterrichtsvorbereitung am Ende auf die Waage. Dazu kamen noch 17 Kilo Folien und 2,5 Kilo Klarsichthüllen. Die bekommen jetzt die Damen im Sekretariat. Die Ordner bekommen die Refis. Und ich knapp vier Meter Länge in meinem Bücherregal. Ein guter Deal für alle!

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    H5P Olé – Teil 3: Find multiple hotspots

    Nachdem wir in Teil 2 auf 1 einem Bild Zusatzinformationen angebracht haben, geht diese Aktivität den exakt umgekehrten: die Schüler sollen aus einem vordefinierten Bild-Informationen heraussuchen. Und das wortwörtlich. Letztendlich also so ein bisschen wie beim guten alten Wimmelbild. Nur dass wir nicht mehr notgedrungen Waldo suchen müssen. Sondern vielleicht die richtigen Bauwerke auf einem Stadtplan. Oder die richtigen Verbformen zu einem gewissen Grammatikphänomen. Oder Vokabeln, die einem gewissen Wortfeld angehören und unter falschen Lösungen herausgesucht werden müssen. Oder wie hier im Beispiel die richtigen Charakterköpfe unter einem Haufen von Denkerstirnen.


    Die Aktivität ist dabei ganz ähnlich erstellt wie die mit den Image Hotspots. Zuallererst wird ein Hintergrundbild erstellt, auf dem die Bildinformation unter vielen anderen zu finden ist (im Beispiel sind das hier Portraits von berühmten Römern). Nachdem das Bild hochgeladen ist, wird mithilfe von Rahmen jeweils die Stelle im Bild markiert, die es zu suchen gilt. Das kann ein Ort auf dem Bild sein, oder aber auch mehrere, wofür sich weitere Optionen ergeben (für nähere Erklärung jeweils die Fragezeichen anklicken):

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Bildnachweise, sofern die Abbildungen nicht aus dem privaten Fundus stammen:

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    H5P Olé – Teil 2: Image Hotspots

    Image Hotspots sind bei H5P in Windeseile erstellt. Mit  Hilfe der Aktivität werden zu seinem zuvor hochgeladenen Hintergrundbild Informationen eingeblendet, sobald einer der darauf verteilten Hotspots geklickt wird.

    Wie geht’s?

    Dreh- und Angelpunkt der Aktivität ist ein hochauflösendes Bild, das zuallererst hochgeladen werden muss (unten zu sehen unter Background Image). Das kann eine Zeichnung sein, eine Landkarte, auf der später zu bestimmten Gegenden Zusatzinformationen aufklappen, oder aber auch ein Gemälde, in dem man auf gewisse Details aufmerksam machen möchte. Wie dieses „Aufmerksam machen“ aussieht, lässt sich zu Beginn festlegen:

    Derzeitige Auswahl aus Icons für die Image Hotspots

    Unter Predefined Icon lassen sich vordefinierte Symbole festlegen, die hinterher auf dem Hintergrundbild verteilt sind und auf die Zusatzinformationen aufmerksam machen sollen. Unter den verschiedenen Optionen ist im Bild aktuell ein Plus-Zeichen ausgewählt, das unter Hotspot color noch seinen entsprechenden Anstrich erhält (hier purpur). Wem diese Optionen nicht ausreichen, wählt unter Hotspot Icon kurzerhand die Option upload image auswählen und freut sich auf klickbare Athen-Eulen, Hello-Kitty-Kätzchen oder das Konterfei von Napoleon. Und das war’s eigentlich auch schon mit dem Vorgeplänkel. Es kann losgehen.

    Auf dem Hintergrundbild lassen sich nun unter Hotspot position verschiedene Hotspots anbringen, die man mit einem grünen Punkt markiert. Dieses Areal wird später mit dem vorhin definierten Icon versehen (also bei uns aktuell das alliterarische Purpur-Plus), auf das für weitere Informationen zu klicken ist.

    Welche Informationen eingeblendet werden sollen, wird in den Kategorien Header und Popup content festgelegt. Ersteres beihaltet die Möglichkeit einer Überschrift für das klickbare Fenster, zweiteres das tatsächliche Zusatzmaterial, das geöffnet wird. Das kann entweder ein Text, ein Video oder ein Bild sein. Tja, und damit hat sich’s eigentlich auch schon. Wenn es nicht bei einem Image Hotspot bleiben soll, klickt man einfach auf Add Item und wiederholt die Erstellungsschritte von vorne. Kurz und schmerzlos!

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

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    H5P Olé – Ein Prolog

    Willkommen im wunderbaren H5P-Universum, das wir gemeinsam erforschen werden! Stück für Stück und in handlichen Kapiteln, die sich explizit immer nur einer der derzeit 41 erhältlichen Aktivitäten widmen (Stand Dezember 2019). Gewisse Handgriffe beim Erstellen und Veröffentlichen von H5P-Aktivitäten sind dabei routinemäßig immer dieselben. Um daher Redundanzen zu verhindern, möchte ich vor die einzelnen Beiträge zu H5P gerne diesen vorschalten – als Grundsatztutorial sozusagen. Zeit ist ja bekanntlich Geld. Und beides tendenziell zu knapp…

    Wo finde ich H5P?

    Grundsätzlich steht die H5P-Software auf der Seite des Herstellers h5p.org für jeden zur Verfügung, der sich einen Account dort erstellt, um die Software nach Lust und Laune auszuprobieren. Allerdings ist Homepage derzeit im Umbau, sodass es gerne mal zu längeren Wartezeiten auf der Seite kommen kann, wenn Zusatztraffic anfällt. Am schnellsten würde es daher gehen, wenn man die Software auf selbstgehosteten Seiten über WordPress laufen ließe. Bevor jetzt aber jeder panisch Webspace kapert und jährlich einen Obolus entrichtet, schaut lieber mal bei https://h5p.zum.de/ vorbei, die eine eigene Plattform hosten, auf der User ihre erstellten H5P-Aktivitäten zur freien Verfügung stellen. Und nicht nur das: Ähnlich wie bei LearningApps.org kann man auf der Seite verschiedene Filter einstellen, um schnell genau die Aktivität zu seinem Fach zu finden, die man gerade benötigt. So viel Eigeninitiative verdient es gehört zu werden!
    In Bayern findet sich H5P zusätzlich auch als Aktivität in der Lernplattform Mebis. Dazu später mehr.

    Wie kommen die Apps aber nun in den Unterricht?

    Grundsätzlich sollen die Apps schnellstmöglich aus dem virtuellen Äther ins Klassenzimmer gelangen. Am besten eignet sich hierzu ein QR-Code-Reader, der die Internetadresse der H5P-Aktivität beinhaltet, wie sie im Browser in der Adresszeile dargestellt ist. Internetdienste, die einen derartigen Service anbieten, gibt’s wie Sand am Meer. Am überzeugendsten, da ohne irgendwelchen Werbeschnickschnack, ist aktuell http://goqr.me . Hier wird die Adresse der H5P-Aktivität einfach in ein Textfeld eingefügt und der erzeugte QR-Code kann mit Rechtsklick kopiert werden. Kein Download nötig, kein Klicken von Werbebannern oder Wartezeiten.

    QR-Codes kinderleicht erstellt

    Die Kinder müssen den Code lediglich per Smartphone abfotografieren (die neueren Modelle bieten eine automatische QR-Funktion über die Kamera-App, ansonsten im PlayStore bzw. AppleStore einfach einen kostenlosen QR-Scanner runterladen. Die gibt’s wie Sand am Meer).

    Wie kommen die Apps in Mebis?

    Wer in den bayerischen Gefilden wandelt, kann H5P auch einfach in Mebis nutzen, ohne einen externen Service beanspruchen zu müssen. Die reguläre Mebis-Kennung reicht aus. Alles, was nötig ist, ist ein eigener Kurs, in dem man eine neue Aktivität anlegt. Von hier aus kann man loslegen…

    H5P findet sich bei Mebis auch einfach als Aktivität

    Wer bei H5P.org oder https://h5p.zum.de/ schon Inhalte abgelegt hat oder die von anderen Autoren in seinem Mebis-Kurs nutzen möchte: auch kein Problem. Über den Reuse-Button am unteren linken Rand besteht bei jeder H5P-Aktivität die Möglichkeit, den Inhalt als Datei herunterzuladen und zu bearbeiten (es sei denn, der Autor hat die Option deaktiviert). Auch in Mebis.

    H5P in Mebis zu importieren geht kinderleicht.

    Von dort kann man mit einem Klick auf Benutzen den Inhalt sofort für seinen Kurs nutzen… oder vorher noch ein paar Änderungen vornehmen, um ihn für die Anforderungen an die Lerngruppe anzupassen. Das war’s aber auch schon.

    Lust bekommen loszulegen? Dann fangen wir doch gleich mit der ersten Aktivität an: Drag Text

    P. S.: Die Abbbildungen sind aus einer Powerpoint-Präsentation, die ich dieses Jahr in Ingolstadt gehalten habe. Wer ein bisschen weiter schnupper möchte, kann sie sich hier herunterladen.

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    Buchtipp: Klassische Mythen in Bildern erzählt

    Für alle Ratlosen, die nicht wissen, was sie ihren Liebsten unter den Weihnachtsbaum legen sollen, hier vielleicht ein Last Minute Tipp, den ich als Buch empfehlen kann: Klassische Mythen in Bildern erzählt von Gérard Denizeau.
    Auf mehr als 220 Seiten präsentiert der Autor Gemälde bedeutender Maler wie Bruegel, Delacroix, Goya oder Waterhouse vor dem Hintergrund antiker Mythen und untersucht, inwiefern die alten Stoffe darin umgesetzt sind. Dafür nimmt sich Denizeau ausreichend Zeit: Jedes Gemälde ist auf vier bildfüllenden Seiten vorgestellt. Auf der ersten Doppelseite wird das Kunstwerk großformatig abgebildet, daneben erscheint eine kurze Zusammenfassung des dargestellten Mythos in den antiken Quellen, bevor auf der zweiten Doppelseite der Zauber beginnt: Wieder erscheint das Gemälde, dieses Mal aber hinter einer Maske, die im Bild offensichtliche und gerne auch einmal versteckte Details aufzeigt und dechiffriert: Was soll der tote Baumstumpf neben dem nemeischen Löwen, was die körperlosen Hände in der Höhle des Minotaurus, was das grinsende Hündchen zu Füßen von Tintorettos Danae? Aber auch Komposition, Figurenkonstellation, Kleidung, Haltung oder Mimik der Charaktere kommen nicht zu kurz und werden für den interessierten Leser nachvollziehbar interpretiert. Ganze 52 Gemälde werden so auf eindrucksvolle Weise Schritt für Schritt zugänglich gemacht. Insgesamt also eine tolle Entdeckungsreise für Kunstbegeisterte. Und für den Lateinlehrer ein prima Fundus für den Unterricht, der allerdings auch seinen Preis hat: Ganze 50 Euronen kostet das bildgewaltige Werk. Wer Mitglied bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft ist, bekommt es für einen knappen Zehner weniger.

    Blick ins Buch: Die Maske hebt oft Details in den Bildern hervor, die dem ungeschulten Auge verborgen bleiben. Quelle: https://www.wbg-wissenverbindet.de/13547/klassische-mythen-in-bildern-erzaehlt