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    Sommerferien 0.5

    Summer moves on in Bavaria. Mit dieser Woche begeht Bayern seine letzte Woche der Corona-Sommerferien. Was waren das nur für Tage! Entgegen sämtlicher Prognosen hatte Oberbayern fulminantes Bombenwetter. Tagelange Schönwetterperioden, milde Nächte, ab und an ein erfrischendes Regengewitter. Freunde treffen, Grillen, Baden in Starnberg, Wörthsee, Pilsensee und der Isar. Dazu gutes Essen und stundenlanges Radeln durch die Münchner Innenstadt auf der Suche nach einem neuen, bis lang ungekannten Biergarten haben einen fast vergessen lassen, was das für ein abgefahrenes Schuljahr war.

    Bavarian Chilling am See

    Fast. Denn so richtig abschalten ging irgendwie nicht. Das ständige Ausfüllen von Registrierungen in den Lokalen wies immer wieder auf den Ausnahmezustand hin. Ebenso wie der ausgefallene Urlaub in Griechenland, oder der gehörige Sicherheitsabstand, mit dem die meisten diszipliniert an den Seen lagen. Ganz im Gegensatz dazu die ärgerlichen Versammlungen in der Münchner Innenstadt, wo sich allabendlich Tausende von Feierwütigen sammelten und auf dem winzigen Gärtnerplatz drängelten. Das Ergebnis waren erhöhte Infektionszahlen in der Weltstadt mit Herz, die als Konsequenz jetzt trocken gelegt wird. Ab letzter Woche ist der Alkoholausschank ab 21 Uhr verboten, damit die Leute nüchtern weniger leichtsinnig sind. Ob die Taktik erfolgreich ist, muss sich zeigen. Man muss ja nicht betrunken sein, um unvernünftig zu sein, wie wir gerade erst am Wochenende in Berlin gesehen haben.
    In der Woche, in der die bayerische Regierung nun eine Erklärung geben will, wie das nächste Schuljahr ablaufen wird, liest man derartige Negativschlagzeilen sehr ungern: Denn auch zehn Tage vor Beginn des neuen Schuljahres wissen die Schulen immer noch nicht, wie 2020/21 ablaufen wird. Eins aber ist klar: Je mehr die Zahlen nach oben schießen, desto realistischer werden Einschränkungen, die uns letztes Jahr so den Nerv geraubt haben. Als Schule haben wir versucht, uns in den Sommerferien für alle Eventualitäten zu wappnen: Microsoft Teams steht als Ersatzprodukt für Webex Teams in den Startlöchern. Leih-Tablets sind beschafft. Einen weiteren iPad-Koffer habe ich über die Ferien mit einer Kollegin zusammen mit zusätzlichen Geräten bestückt und vorkonfiguriert.

    Lektorieren – Yay!

    Für die Schüler*innen haben wir im Teamwork bei Mebis einen Minikurs erstellt, der die Schüler systematisch an die einzelnen Grundfunktionen heranführt und so auch die Mebis-Neulinge auf Spur bringt. Nebenbei sind die Kollegen angehalten, über die Sommerferien vom Online-Fortbildungsprogramm Gebrauch zu machen und sich zum Thema Digitaler Unterricht ein bisschen auf den neuesten Stadt zu bringen. Dazu habe ich mir auch noch die Mitarbeit an einem Schulbuch aufgehalst, die mich täglich doch einige Stunden gekostet haben.
    So führte das alles dazu, dass sich die Sommerferien 2020 genauso halbgar bei mir angefühlt haben wie es das Schuljahr hatte. Aber wir machen das Beste draus. Ich freu mich auf das Schuljahr – egal, wie es aussehen wird.

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    Buchtipp: Klassische Mythen in Bildern erzählt

    Für alle Ratlosen, die nicht wissen, was sie ihren Liebsten unter den Weihnachtsbaum legen sollen, hier vielleicht ein Last Minute Tipp, den ich als Buch empfehlen kann: Klassische Mythen in Bildern erzählt von Gérard Denizeau.
    Auf mehr als 220 Seiten präsentiert der Autor Gemälde bedeutender Maler wie Bruegel, Delacroix, Goya oder Waterhouse vor dem Hintergrund antiker Mythen und untersucht, inwiefern die alten Stoffe darin umgesetzt sind. Dafür nimmt sich Denizeau ausreichend Zeit: Jedes Gemälde ist auf vier bildfüllenden Seiten vorgestellt. Auf der ersten Doppelseite wird das Kunstwerk großformatig abgebildet, daneben erscheint eine kurze Zusammenfassung des dargestellten Mythos in den antiken Quellen, bevor auf der zweiten Doppelseite der Zauber beginnt: Wieder erscheint das Gemälde, dieses Mal aber hinter einer Maske, die im Bild offensichtliche und gerne auch einmal versteckte Details aufzeigt und dechiffriert: Was soll der tote Baumstumpf neben dem nemeischen Löwen, was die körperlosen Hände in der Höhle des Minotaurus, was das grinsende Hündchen zu Füßen von Tintorettos Danae? Aber auch Komposition, Figurenkonstellation, Kleidung, Haltung oder Mimik der Charaktere kommen nicht zu kurz und werden für den interessierten Leser nachvollziehbar interpretiert. Ganze 52 Gemälde werden so auf eindrucksvolle Weise Schritt für Schritt zugänglich gemacht. Insgesamt also eine tolle Entdeckungsreise für Kunstbegeisterte. Und für den Lateinlehrer ein prima Fundus für den Unterricht, der allerdings auch seinen Preis hat: Ganze 50 Euronen kostet das bildgewaltige Werk. Wer Mitglied bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft ist, bekommt es für einen knappen Zehner weniger.

    Blick ins Buch: Die Maske hebt oft Details in den Bildern hervor, die dem ungeschulten Auge verborgen bleiben. Quelle: https://www.wbg-wissenverbindet.de/13547/klassische-mythen-in-bildern-erzaehlt

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    Von Arbeitsblättern mit Format

    Wenn es auf diesem Blog einen Award für den oberflächlichsten Artikel überhaupt geben sollte, dann wäre dieser hier ein heißer Anwärter. Denn dieses Mal geht es ausschließlich ums Aussehen. Nämlich dem von Arbeitsblättern. Ich weiß, ich weiß, never judge a book by its cover, aber wie soll man ein Arbeitsblatt ernst nehmen, das vom Layout aussieht wie aus  Krusty’s Playhouse?
    Wenn man so all die Arbeitsblätter in der Schule vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, muss ich schon eingestehen, dass es doch einige Kreationen gab, mit denen das Lernen nicht wirklich leichter wurde bzw. völlig unmöglich war; zum Beispiel die guten alten Blaupausen, mit denen ich noch bis Mitte der 90er als Schüler gequält wurde. Die Dinger waren auf mausgraues, seltsam glatt-glibberiges Papier gefertigt, auf das die Schreibmaschinenseite in blauen Buchstaben aufgedruckt wurde. Und das in der Regel entweder schief oder so verrückt, dass Buchstaben, Sätze, ja teilweise ganze Absätze fehlten. Oder die orgiastischen Schriftart-Experimente, als die PCs auf Lehrerschreibtischen Einzug hielten. Jede Überschrift in einem neuen Font oder gar Wordart in Bögen, Schlangenlinien, mehrfarbig, gespiegelt, geschraubt und darunter am besten ein Fließtext in Comic Sans. Das Worst Case Scenario, das wir sogar von Dozenten im Studium noch so präsentiert bekommen haben.
    Zum Glück hatte ich im Referendariat einen ganz wunderbaren Seminarlehrer, der uns in dieser Hinsicht schnell den Kopf zurecht gerückt hat: Das Arbeitsblatt ist die Visitenkarte eines Lehrers. Das Layout sollte in sich stimmig, schlicht und erkennbar sein. Ein Blick darauf und es ist klar: Das ist von Herrn/Frau Sowieso. Und darauf habe ich spätestens ab dem Zweigschuleinsatz geachtet. Mein Layout für Arbeitsblätter ist seitdem immer dasselbe. Und das erleichtert auch das Erstellen von neuen Arbeitsblättern ungemein.

    Die Qual der Wahl

    Das Auffinden von geeigneten Schriftarten ist eine sehr individuelle Sache, in die man auch Unmenge an Zeit versenken kann. Es geht ja nicht nur darum, schöne Fonts zu finden, sondern auch um das Zusammenspiel. Bilden die Schriftarten im Layout eine Einheit oder nicht? Zum Glück gibt es mittlerweile eine große Menge an Seiten im Netz, die bei der Suche entweder wertvolle Tipps geben oder sogar in ihren Augen gelungene Font-Ensembles vorstellen, von denen man sich inspirieren und im besten Fall sogar klauen kann, um sie für sich zu nutzen. Ich persönlich kann die Ensembles von canva sehr empfehlen, mit dem ich schon seit langer Zeit arbeite, wenn es um das Gestalten von Plakaten oder Flyern geht. Unter Layout und Text findet man dort verschiedene Zusammenstellungen von Schriftarten, die gut zusammenpassen.

    canva.com hat ein gutes Auge für schöne Fonts

    Diese Schriftarten lassen sich in der Regel auch im Netz als Font-Datei finden, installieren und künftig auch in eigenen Schriftdokumenten verwenden. Dass diese Zusammenstellungen selten mehr als drei Fonts beinhalten, ist gewollt. Denn zu viele Schriftstile zerschlagen den optischen Eindruck in Windeseile. Ich persönlich habe mir angewöhnt, für meine Arbeitsblätter immer ein Ensemble aus drei Schriften zu nutzen. Für die Kopfzeile, für die Überschrift und schließlich für den Fließtext mit der eigentlichen Information.

    meine verwendeten Fonts in Arbeitsblättern

    Handarbeit mit Formatvorlagen

    Diese Schriftarten speichere ich mir als Formatvorlage in einem Template, die Grundlage eines jeden Arbeitsblattes ist. In einem Fenster (Standardmäßig an der rechten Seite des Bildschirms oder unter „Eigenschaften“ auf dem Icon oben rechts abrufbar) ist dort genau festgelegt, welche Schriftart, Größe, Farbe und Zeilenabstand genutzt werden soll, wenn ich im Dokument einen Text als Titel, als Fließtext oder Zwischenüberschrift definiere. Diese Vorlagen kann man sowohl bei Word als auch bei Open Office entweder neu definieren oder bestehende anpassen. Ich habe mich irgendwann für letzteres entschieden, damit die Anzahl der Formatvorlagen innerhalb eines Dokumentes übersichtlich bleibt.

    Über den markieren Button kann man sämtliche Parameter einer Vorlage neu definieren. Im Bild die Formatvorlage für Zitate in einem Dokument

    Formatvorlagen, die ich nicht benötige, wie zum Beispiel verschiedene Entwürfe für Überschriften (Open Office hat in der Standard-Vorlage bis zu zehn Formate für Überschriften) lösche ich oder verberge ich, soweit es die Textverarbeitung zulässt.

    Ungewollte Formatvorlagen kann man in der Regel mit einem Rechtsklick aus der Liste verschwinden lassen.

    Mein Template ist im Vergleich zu dem Standard-Template deutlich verschlankt und beinhaltet lediglich  Formatvorlagen für Kopfzeile, Fußzeile, Fußnote, Überschrift, Zwischenüberschrift und schließlich den Fließtext. Wer viel mit Abbildungen arbeitet, kann ebenso auch Vorlagen für Bildunterschriften hinzufügen. Ist man mit der fertigen Vorlage zufrieden, wird das Dokument einfach als Vorlage abgespeichert und ist ab jetzt jeder Zeit unter Vorlagen abrufbar (in Libre Office unter „Datei > Neu > Vorlage…“). Voilà!
    Wenn jemand hier noch ein paar nützliche Tipps zur Erstellung von Arbeitsblättern mit Hilfe von Formatvorlagen hat – seien es praktische Erfahrungen oder Literaturtipps in Form von Webseiten oder Büchern -, darf er/sie sich gerne in den Kommentaren verewigen.

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    Buchtipp: Kritzel dich durch die Geschichte

    Zur Abwechslung hab ich auch mal einen kleinen Literaturtipp für euch: Ein Schatzkästchen für die Unterstufe in Buchform. Antiquarisch und in Topzustand. Und viel zu schade, um das gute Stück unerwähnt in die Wellen der Vergessenheit abtreiben zu lassen. Andrew Pinders Kritzel dich durch die Geschichte ist für die kreative Vertiefung des Sachwissens für die kleinen Lateinschützen ideal.  Das Buch stellt chonologisch wichtige Episoden der Weltgeschichte dar und bietet ab 200.000 v. Chr. bis in die früheste Zeitgeschichte verschiedene angefangene Szenarien in Bildform, die der Besitzer vervollständigen muss. Pyramidenschmuck, viktorianische Haartracht, die chinesische Mauer oder der Sturm auf die Bastille – jedes der Szenarien ist mit einem kurzen Infotext versehen und einer kleinen Anweisung, die dem Maler erklärt, was zu tun ist. Das ist mal bezaubernd, öfter makaber (abgeschlagene Köpfe auf Speere malen; genau das Richtige für Jungs), aber immer unterhaltsam.
    Für die Altphilologen unter uns finden sich knapp 15 nette Anlässe, in denen die Schülerinnen und Schüler Sachwissen und Kreativität zusammenbringen können. Die sieben antiken Weltwunder sind hierbei ebenso Kritzelanlass wie der trojanische Krieg, antike Mythologie, Römerfeinde oder römisches Leben. Mal muss man das trojanische Pferd erschaffen, mal Soldaten einkleiden, dann römische Wandmalereien weiterführen, Hannibals Elefanterie (pun intended) auffüllen, Kerberus furchteinflößender machen oder ein Gladiatorenszenario vervollständigen. Ein sehr putzige Abwechslung, mit der man die berüchtigten Unterrichtsstunden nach Schulaufgaben oder vor Ferien nutzen kann.

     
     
     
     
     
     
     
    Erschienen ist Andrew Pinders „Kritzel dich durch die Geschichte“ im Knesebeck Verlag. Das allerdings schon 2011. Deswegen wird man das eine oder andere Antiquariat bedienen müssen. Vielleicht ist das altbekannte zvab.com eine erste Anlaufstelle, wo man fündig werden könnte…

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    Lehrer aller Länder – Entschleunigt Euch!

    avat_traurig„Die Kinder von heute haben eine kaum vorhandene Aufmerksamkeitsspanne!“, lese ich in einem Online-Pamphlet, wie es wöchentlich durch das Netz geistert. Eigentlich nichts Weltbewegendes. Man kennt die Masche: Beim Thema ¨Bildung¨ und ¨Lernen¨ werden die einzelnen Parteien in regelmäßigem Turnus abgewatscht. Mal sind’s die Lehrer, mal die Eltern, mal die Schulen, mal die Methoden. Und dieses Mal der Nachwuchs selbst. ¨Bildung¨ ist bei uns mittlerweile ein Stammtisch-Thema geworden, zu dem jeder eine Meinung hat bzw. zu haben glaubt. Immerhin saß jeder Mal in einem Klassenzimmer, was ihn ja zu einem Experten schlechthin macht. Deswegen sehe ich mich auch in der Position, den Ärzten in ihren Beruf reinzureden, immerhin lasse ich einmal im Jahr vor dem meinigen die Hüllen fallen und weiß daher ganz genau, wie der Beruf so funktioniert (irony intended).
    Aber irgendwo ist an dem Vorwurf  was dran. Wie sehr wurde uns im Referendariat gepredigt, in einer Stunde möglichst viele Methodenwechsel und Veränderungen in den Arbeitsformen durchzuführen, um die Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu verlieren. S-L-Gespräch, Schülervortrag, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, LdL, um nur ein paar zu nennen. Was haben wir damals gewitzelt, wie die Schüler einmal leiden würden, wenn sie erst einmal an der Uni sind, an denen den meisten Dozenten dieser Methodenzirkus völlig egal ist. Die auch einmal 90 Minuten ungebremst über die südhumbrische Verdumpfung parlieren – ganz ohne Einstieg, Rollenspiel oder die berüchtigten Handpuppen. Jaha, gewitzelt haben wir, ohne zu merken, dass wir mittlerweile genauso geworden sind wie unsere Schützlinge. Mit Schrecken hab ich gemerkt, dass sich durch den Umgang mit neuen Medien und dem Web 2.0 viele Abläufe meines Tages grundlegend verändert haben. Vorgänge, die von mir absolute Passivität erfordern, sind mir mittlerweile wirklich ein Graus und werden nach spätestens drei Minuten durch irgendeine Nebentätigkeit „sinnvoll“ ergänzt. 90 Minuten Fernsehen? Keine Chance, nach spätestens drei Minuten hab ich das Tablet vor mir und schau bei Twitter vorbei. Ganz bewusst Musik hören? Ne, nach zwei Minuten lege ich nebenher Wäsche zusammen. Einfach mal auf den Bus warten und dabei die Sonnenstrahlen genießen? Klar kann ich, aber erst, nachdem ich nebenher auf dem Smartphone die Nachrichten gecheckt hab. Vielleicht ist ja seit den Minuten, die ich das letzte Mal drauf geschaut habe, was Neues passiert.
    Sowas schockiert mich. Ich bin es nicht mehr gewohnt, einfach mal alles sein zu lassen. Den Augenblick um seiner selbst Willen zu genießen. Ob das an dem Beruf liegt, der von einem permanentes Multitasking erfordert, oder den ungekannten Möglichkeiten der ständigen Vernetzung und Erreichbarkeit, kann ich nicht sagen. Aber dieser permanente Drang, sich mit etwas aktiv zu beschäftigen, muss auch mal Pause machen. ICH muss auch mal Pause machen. Daher hab ich mir letzte Woche, als es am Wochenende mal wieder richtig kalt war, einfach mal eins gemacht: Nichts. Kein PC, kein Tablet, kein Smartphone. Stattdessen völlig old school: Eine Kanne Tee, ein gutes Buch und eine schöne Decke  zum Einmummeln. Es war fantastisch! Und auch wieder bestürzend, dass ich Dinge wie Muße tatsächlich wieder erlernen muss. Die Langsamkeit neu entdecken. Und ich bin hier bestimmt nicht der einzige, dem es so ergeht. Denkt mal drüber nach. Vielleicht in den Weihnachtsferien, die uns hoffentlich allen den Akku neu aufladen.

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    Ein kleines Stückchen Glück
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    Buch-Tipp: The Complete Guide to Evernote in Education

    Evernote ist mittlerweile für mich DAS Tool für die Unterrichtsvorbereitung geworden. Daran hätte ich vor ein paar Monaten noch gar nicht gedacht. Aber die Art und Weise, wie Evernote mich beim Vorbereiten der Stunden diszipliniert, hat nicht nur auf mich einen sehr positiven Effekt, sondern auch auf meinen Unterricht, der durch den klaren Aufbau (Vorarbeit durch Evernote sei Dank!) strukturierter ist denn je. Wer sich als Lehrer noch weitere berufsspezifische Tipps abholen möchte als mein technikaffines Geschwafel, dem sei The Complete Guide to Evernote in Education von Nicholas Provenzano ans Herz gelegt. Den Autor kennt man in Blogkreisen wohl besser unter seinem Pseudonym The Nerdy Teacher, der mit Unmengen an technischen Equipment in seinem Unterricht wahre Zauberdinge vollbringt. Und in seinem Essay lässt er uns an der Magie teilhaben. Angefangen von geteilten Notebooks, in denen die Schüler immer die aktuellen Assignments und Unterlagen finden, hinzu interaktiven Portfolios und einer umfassenden Erklärung von Evernote-Addita wie Clearly oder Penultimate bis hin zu Hardware-Empfehlungen, wie den mir bis dato völlig unbekannten IPEVO-Kameras und Scannern, die automatisch in Evernote hochladen, findet man in dem Büchlein alles, was das Techie-Herz begehrt. Man sieht, der Titel geht weit über Evernote hinaus, sondern gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik, und wie sich die Gadgets sinnvoll in den Unterricht einbauen lassen – sehr empfehlenswert, auch wenn man dem Herren mal gut auf die Zehen treten sollte, weil er Lateinlehrer in seiner Einleitung so darstellt, als seien wir vom hinterletzten Exotikbaum gefallen:

    „You teach Latin? Really, Latin? Ok, any foreign language can use Evernote…“

    How dare you!?

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  • Buch,  Technik

    Buchtipp: Teach like a techie

    Wenn’s um die Weiterbildung in Sachen Medien im Unterricht geht, bin ich eigentlich immer offen für Neues.  Nur leider finde ich selten tatsächlich hilfreiche Literatur, die da neue Impulse gibt. Teach like a techie ist in der Hinsicht erfrischend anders. Auf knapp 200 Seiten werden zahlreiche Tools vorgestellt und durchgesprochen, die im Unterricht für frischen Wind sorgen können. Das reicht von webbasierten Tools wie Animoto hinzu Hardware -Tipps (schlimmste iPad-Werbung inklusive) bis zu einer kleinen Übersicht von Lern-Plattformen und nützlichen Blogs. Auch wenn man einige Sachen gerne überspringt – einiges ist halt mittlerweile einfach hinlänglich bekannt („Was ist dieses youtube?“) – habe ich doch einige Sachen kennengelernt, von denen ich noch nie gehört hatte.  Tagxedo, Live Binders oder Wallwisher sind nur einige Schlagworte, mit denen ich nichts anfangen konnte. Bis jetzt  😀

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    Mihi odio es!

    Dank kindle store kommt man für recht moderate 15€ an eine digitale Kopie des Buches. Mehr dürfte der Verlag dafür auch nicht verlangen, denn das Layout ist absolut panne. Sätze enden irgendwo im Nirgendwo, die Fontgröße ändert sich ganz nach Lust und Laune, und dieser grenzdebile Roboter, der alle 10 Seiten zu Kapitelbeginn auftaucht, um gute Laune zu verbreiten, macht mich rasend.
    Hat jemand sonst noch gute Lektüre zu dem Thema auf Lager? Am besten ohne Tollwut verursachenden Robotnik?

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  • Buch,  Technik,  Unterricht

    Prezi

    avat_schielen_technikVon all den Präsentationssoftwares, die ich mir über die Jahre angeschaut, sticht für mich bis heute Prezi am allermeisten hervor. Das Prinzip und Programm ist den meisten garantiert bekannt: Anstatt dem Publikum eine Folie nach dem anderen um die Ohren zu pfeffern, geht Prezi einen anderen Weg. Alle Elemente der Präsentation sind wie auf einem riesigen Reißbrett kunterbunt angeordnet. Auf den ersten Blick völlig überladen und chaotisch, aber mit System. Denn mit jedem Click fokussiert der Bildschirm einen anderen Ausschnitt, auf den man sich detailliert konzentrieren kann. Soll ein neuer Aspekt sichtbar werden, wird mit einem erneuten Click aus dem aktuellen Ausschnitt weg- und auf den neuen hingezoomt – als ob man mit dem Vergrößerungsglas auf einer Landkarte herumsucht. Was im ersten Moment nur wie ein cooles Gimmick wirkt, hat System. Durch das ständige Herumfahren wird man wie auf einem roten Faden durch die Präsentation gelenkt und kann Hierarchien in einem Thema optisch perfekt darstellen. 
    Wie fundamental anders eine derartige Art der Präsentation empfunden wird, habe ich erst kürzlich festgestellt, als ich mit meiner Sechsten Tempelarchitektur durchgenommen hab. Statt mit irgendeiner Kopievorlage anzukommen (was bei mir im Jahr vielleicht einmal passiert), kam ich mit einem eigenen Arbeitsblatt, samt Prezi-Präsentation. So viele „Ahhh“-s und „Oohh“-s habe ich lange nicht mehr gehört.
    Gegen entsprechenden Nachweis bekommen Lehrer kostenlos knapp 500 MB an Cloud-Speicherplatz zur Verfügung. Damit lässt sich schon allerhand anrichten 🙂 Sollte im Klassenzimmer kein Internetzugriff bestehen, lassen sich die Präsentationen kurzerhand auf Festplatte speichern und auf dem Laptop (oder iPad) mitnehmen. Für eine entsprechende Android-App setzen sich Millionen von Usern schon seit geraumer Zeit ein. Mal abwarten…
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