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    Vom alten Schlag

    In einem seiner aktuellen Posts beklagt Hokeys das Aussterben von Lehrerblogs. Der Trend gehe seit Langem schon klar in die Social Media-Richtung, wo mit ein paar Handgriffen deutlich mehr Klicks und Likes zu erhalten sind als in einem separaten Blog. Ich beobachte das Phänomen schon seit geraumer Zeit. Und bin streckenweise auch sehr am Hadern, weil alleine das Organisieren von Blogs und das Lesen der Artikel einfach deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein News Feed in einem sozialen Netzwerk, wo sich neue Postings von Kollegen mit anderen von meinen Followern nahtlos aneinanderreihen. Wozu sich also den Stress machen?

    • Das Schreiben ist für mich in Blogform deutlich angenehmer als in einem Netzwerk, wo ich mich oft so kurz fassen muss, dass der Spirit eines Artikels im Diktat der Zeichenbeschränkung und des Hashtag-Overkill einfach verloren geht. 280 Zeichen bei Twitter reichen höchstens für Anekdoten. Threads, die über mehrere Posts gehen, empfinde ich als sehr umständlich und meide sie als aktiver Leser, wo es geht. Instagram kapiere ich bis heute nicht so wirklich. Die Bildlastigkeit der Plattform macht es schwer, tatsächlich etwas Schriftlich zu hinterlassen, was Bedeutung hat. Da jeder Post ein Bild oder Video/Reel als Ausgangspunkt hat, wäre ich einen Großteil der Zeit damit beschäftigt, ein passendes Motiv für mein Geschreibsel zu finden, das dann traurig darunter in der Beschreibung eingepfercht darunter ein Schattendasein führt. Text ist hier einfach eine Fußnote. Und das lässt die Plattform einen permanent spüren.
    • Bloggen ist zeitraubend. Aber es entspannt mich ungemein. Es hilft mir beim Ordnen der Gedanken, bringt mich am Ende eines langen Tages runter. Und mit etwas Glück kommt ein Artikel raus, den ich und andere gut finden. Bei den sozialen Netzwerken fühlt sich das Posten hingegen ganz anders an. Viele Accounts setzen viel mehr auf den Spur-of-a-moment. Posten um gesehen zu werden. Denn Masse erhöht die Sichtbarkeit, generiert Follower, generiert Likes. Ich sehe dort endlos Leute, die gedankenverloren in einen imaginären Horizont blicken, sich von Filtern verbiegen lassen, brutzelnde Pfannen filmen oder random durch Bücher oder Comics blättern. Für solche Netzwerke Standard, fürs Bloggen aber zu seicht. Blogging bedeutet auch Selektion. Und konzentrieren auf das, was man als relevant erachtet.
    • Ein Blog ist noch deutlich mehr Handarbeit. Aber er bietet riesige Möglichkeiten zur Individualisierung: Vom Theme, zum Header, den Fonts, dem Layout der Beiträge, der Plugins, bis hin zur Gestaltung und Organisation der Menüs ist alles möglich. Diese gestalterische Freiheit habe ich noch nirgendwo anders gesehen.

    Das soll jetzt nicht ein Rant gegen soziale Netzwerke sein. Auch sie haben ihre Daseinsberechtigung und sind für viele Kolleg*innen unverzichtbar geworden. Aber ich nutze sie persönlich maximal als Inspirationsquelle beim Durchscrollen, aber auch nicht mehr. Wie eine Werbeanzeige, die man beim Einkaufen passiert. Registriert, vielleicht mal stehen geblieben, aber dann auch gleich weiter gegangen. Tiefgängigeres würde ich mir ungern in Form eines Posts auf Instagram anschauen. Das will ich in einer ruhigen Umgebung nachlesen. Frei von Posts aus einem Feed von anderen Nutzern. Nur der Text und ich. Und das klappte bei mir alten Mann schon immer am besten. 😎

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    Deckel drauf!

    Nicht nur auf dieses Schuljahr. Sondern auf weiße Pappkartons. Hundertfach. Denn mit Ende diesen Schuljahres steht der Umzug in unser frisch renoviertes Gebäude an – zumindest teilrenoviert, denn gewisse Bereiche sind aus diversen Gründen noch Baustelle. Aber am alten Standort bleiben und auf Fertigstellung warten ist keine Option. Eine neue Schule wird in unserer Containeranlage Mitte September Zuflucht suchen – und da sind wir fehl am Platz. Wir MÜSSEN umziehen. Also haben wir in den letzten Schulwochen neben Zeugnissen, Konferenzen, Wandertagen, Museumstagen, Unterricht und Bücherausgaben auch noch unser gesamtes Inventar in Kisten verpackt. Deckel drauf im Minutentakt. Aktuell würde ich von knapp 600 Kisten ausgehen, die wir befüllt haben. Jetzt liegen die Räume öd und leer. Und von den letzten vier Jahren gut verlebt. Es ist gut was passiert, seit wir hier sind. In diesem Gebäude bin ich Systembetreuer geworden, bin befördert worden, habe meinen ersten eigenen PC-Raum ausgestattet, meine ersten Fortbildungen fürs Kollegium und später für die Medienwarte gehalten. Und natürlich ist Corona für immer mit diesem Ort verbunden. Und das ganze Chaos, das danach folgte. Ob selbiges im September weitergehen wird, wissen nur die Götter. Ein Blick in die Medien und die diversen Hilferufe von Lehrer- und Elternverbänden zu Lehrermangel, nicht existenten Sicherheitskonzepten für eine neue Coronawelle oder die Befüchtungen, Klassenzimmer wegen der Energiekrise nicht zu beheizen, lassen schon mal alles andere als Optimismus zu. Winter is coming. Daher zieht euch warm an. Und genießt die Sommerferien in ganzen Zügen. Ich denke, wir werden einen langen Atem brauchen…

     

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    Retrospektive 2021/22 – Teil 2

    So, jetzt wo wir mit Teil 1 mal das Emotionale beiseite geschafft haben, kann ich auch noch einmal etwas nüchterner auf meine Kernarbeit schauen: nämlich das Unterrichten. Denn eine kleine Retrospektive soll auch dieses Jahr mal nicht ausbleiben.

    • Meine technische Ausstattung für den Unterricht ist leicht aufgebohrt. Mein Tablet ist nun ein Tab S7 von Samsung, mit dem ich insgesamt recht zufrieden bin. Der große Innovationssprung mit genialen neuen Features ist es nicht, aber in dieser Hinsicht herrscht auf dem Tabletmarkt ja schon seit geraumer Zeit weite Ödnis. Richtig nerven tut allerdings der Wegfall einer echten Klinkenbuchse, was es leider völlig unmöglich macht, “mal eben was” auf den Boxen im Klassenzimmer abzuspielen. Dafür muss ich nun immer extra umständlich das Whiteboard hochfahren, meinen Streaming Stick mit dem Tablet verbinden und dann per Hotspot ins Netz. Bequem ist das nicht.
    Das Samsung Tab S7 und der Microsoft Wireless Adapter
    • A propos Streaming Stick: Das Ding von Microsoft ist auch nach vier Jahren immer noch meine go-to-Lösung für das kabellose Präsentieren im Klassenzimmer. Ich hatte schon einige: EZCast, EZCast Pro, Samsung Wireless Adapter. Aber das Ding von Microsoft ist mit Abstand am verlässlichsten. Auch wenn es dieses Jahr zwei Vorfälle gab, an denen das Tablet nicht gefunden wurde – verglichen mit den misslungenen Dockingversuchen bei den Vorgängern ist das echt Heulen auf hohem Niveau.
    • Der Unterricht – ganz egal, in welcher Form er dieses Jahr stattfand – war und ist für mich immer noch eine Wohltat. In einem Schuljahr, wo permanent Änderungen im Procedere anfielen, war mein Kerngeschäft der rettende Hafen. Endlich mal 45 Minuten fokussiert an etwas arbeiten. Und Spaß haben. Vor allem ich. Ich habe dieses Jahr deutlich mehr Quatsch in meinen Stunden gemacht, mit denen ich mir sehenden Auges die eine oder andere Stunde zerlegt habe. Aber das war es jedes Mal wert.
    • Dieses ganze bürokratische Drumherum mit dem Kontrollieren von Absenzen in potenzierter Form, dem inflationären Erstellen von Nachholprüfungen und Erwartungshorizonten und dem permanenten Einsammeln von Verständniserklärungen zu Datenschutz, Testregimen oder Informationsbögen empfand ich dieses Jahr als den gefühlten Hauptfokus meiner Arbeitsstunden. Der eigentliche Unterricht verkam zu einer Fußnote in dem ständigen Erstellen, Führen und Abhaken von Listen. Entsprechend froh war ich daher um die kleine, aber feine Mitarbeit in einem Arbeitskreis am ISB. Hier werkelt eine Handvoll hochmotivierter Leute frei von Bürokratie auf ein vordefiniertes Ziel hin; noch dazu unter einer Führung, die uns immer wieder dazu ermahnt, aus Idealismus nicht die Arbeitszeiten zu vergessen und auch mal auf die Uhr zu sehen. Die Arbeit macht sehr viel Spaß – und zwar so viel, dass ich nächstes Jahr aufstocken werde. Damit entkomme ich vielleicht wieder ein Stückchen den nimmersatten Pranken des gierigen Papiertigers in der Schule.
    • Das Bloggen ist bei mir wie man merkt und sieht, immer noch Thema bei mir. Aber es hat dieses Jahr etwas an Relevanz verloren. Oft fehlte die Zeit sich hinzusetzen, öfters noch die Kraft. Aber Spaß macht es natürlich immer noch. Und es hält immer noch Überraschungen in petto. Der letzte Artikel ging von Besucherzahlen auf einmal durch die Decke, wie ich es in den fast zehn Jahren Bloggen noch nie erlebt habe. Und ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, das Bloggen komplett aufzugeben…
    • Um die Systembetreuung mal auf ein paar Schultern mehr zu verteilen, habe ich dieses Jahr meine erste Generation an Medienwarten ausgebildet. Pro Klasse sitzen nun zwei clevere Lehrlinge, die den Lehrkräften bei technischen Problemen mit Rat und vor allem Tat zur Seite stehen. Nach ersten Startschwierigkeiten (über welche Plattform kommunizieren wir miteinander? Wie häufig treffen wir uns? Und wann? Während oder nach dem Unterricht?) lief die Sache richtig rund. Das hat man jetzt erst bei den ersten Umzugsaktionen gemerkt, die Ende diesen Jahres anstanden: Wie selbstverständlich haben die Medienwarte in sämtlichen Klassenzimmern die Technik abgebaut, gestapelt, verräumt, geordnet und in Kisten verpackt. Innerhalb einer Stunde war alles vorbei. Im Alleingang hätte ich für die 40 Räume locker eine Woche benötigt. Ich war echt erstaunt, wie toll das lief. So toll, dass ich dem Thema Medienwarte vielleicht mal einen Blogeintrag widmen kann.

    Man sieht, zusammen mit Teil 1 war schon gut was los in diesem Schuljahr. Von daher bin ich jetzt echt froh über die Zäsur im August. Und ihr vermutlich auch. Erholt euch gut!

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    Auszug – Umzug

    Als Topping zu diesem ohnehin schon wirren Schuljahr gibt’s zum Ende noch ein ganz besonderes Sahnehäubchen: Nach vier Jahren Umbau ziehen wir Anfang September in unser rundum erneuertes Schulgebäude zurück: Neue Fassade, neue Räume und vor allem neue Technik sollen dort auf uns warten. Für mich als Systembetreuer ist vor allem Letzteres bemerkenswert, weil wir in den letzten Monaten in stundenlangen Onlinekonferenzen mit den Verantwortlichen bei der Stadt unsere geplante Ausstattung besprochen haben. Und die ist beachtlich. Die Stadt München verspricht uns nicht mehr als eine wirklich vollwertige, digitale Ausstattung:

    Interactive Whiteboards in jedem Zimmer, Dokumentenkameras überall, Beamer mit integriertem Miracast. HDMI-Weichen zum Anschluss externer Geräte, um den Kabelraubbau einzudämmen, der unsere Schule seit Jahren quält. Einen ganz besonderen Kniff haben wir mit den Laptops in den Klassenzimmern ausgeklügelt. Statt jeden Raum mit einem separaten Klassenlaptop auszustatten, geben wir einfach jeder Lehrkraft eins zum Arbeiten in die Hand. Als verkapptes Lehrerdienstgerät sozusagen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

    • Da unser Kollegium relativ überschaubar ist, ist die Ausstattung pro Lehrkraft per se günstiger als die Ausstattung pro Zimmer.
    • Vandalismus an den Geräten, die unbeaufsichtigt im Klassenzimmer zu Unfug einladen, ist (hoffentlich) ausgeschlossen.
    • Kollegen gehen mit der Technik sorgsamer um, weil das Gerät ihnen gehört.
    • Die langen Anmeldezeiten beim Login sind passé, da jeder mit seinem eigenen Gerät in der Gegend herumläuft, in das er sich zu Schulbeginn einloggt. Zum Stundenwechsel wird das Gerät einfach abgesteckt und im nächsten Klassenzimmer ans Netz gehängt. Einfach Passwort eingeben und das Gerät ist wieder online.

    Sounds perfect on paper, right?

    Schauen wir mal, wie es im September in der Praxis aussieht.

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    Team Evernote: Neue Widgets hat das Land

    Evernote benutze ich nun seit neun Jahren für den Unterricht. Als ich 2013 damit begann, öffnete sich damit für mich eine ganz neue Art Unterricht abzuhalten. Für mich war Evernote der erste und wichtigste Schritt hin zum papierlosen Büro. Mittlerweile ist es aus keinem meiner Lebensbereiche wegzudenken. Ich organisiere alles damit: Steuer, Kassenzettel, Unterrichtsvorbereitung, Reisevorbereitungen, Abspeichern von Anleitungen oder Webartikel. Umso besorgter war ich, als Evernote mehr sein wollte als nur pfiffiger Notizenverwalter. Es folgte ein komplettes Redesign der Oberfläche, neue Tarife, ein Tod vieler liebgewonnener Nebenapps (Goodbye Evernote Recipes und Sketch) sowie eine neues System der Datenbank. Und da waren sie schon, die Probleme:

    Neue, kratzige Kleider

    Die Datenbanken mussten umständlich eingelesen werden und reagierten mit ärgerlichen Wartezeiten. Auch die neue Oberfläche der Webversion benötigte in der Schule fast drei Minuten, bis alles geladen war, und trieb mir in der Eifer des Unterrichtsgefechtes regelmäßig den Puls nach oben. Als dann auch noch ein Startbildschirm mit konfigurierbaren Widgets aufschlug, wurde ich zunehmend unsicher, ob ich die Zukunft mit Evernote tatsächlich weiter gehen wollte. Das war VOR dem Update. Mittlerweile möchte ich dieses Feature überhaupt nicht mehr missen. Das liegt vor allem an zwei zur Verfügung stehenden Widgets, die für mich essenziell geworden sind:

    Mit dem Startbildschirm wird Evernote zu einer echten Multitasking-Schaltzentrale

    Aufgaben-Widget

    Die Möglichkeit Aufgaben zu erstellen war in einer der letzten Evernote-Versionen für zahlende Kunden bereits als Beta-Feature zum Testen verfügbar. Letztendlich sind sie eine pfiffige Weiterentwicklung der Checkliste, die in Evernote schon seit Jahren existiert. Der Unterschied? Checklisten sind jeweils immer in einer Notiz abgelegt. Wenn ich für die Systembetreuung an meine Checkliste möchte, muss ich dazu die entsprechende Notiz aus meinen Notizbüchern fischen, was angesichts der dort vorhandenen Menge schon ein bisschen dauern kann. Sind diese Checklisten hingegen als Aufgaben definiert, geht das deutlich schneller: Denn Evernote filtert aus allen Notizen die darin abgelegten Aufgaben und präsentiert sie in einem Widget auf dem Startbildschirm in einer hübschen Gesamtansicht. Auf Wunsch sogar chronologisch geordnet. Das Herumfummeln in Unterordnern entfällt damit völlig.

    Sämtliche Aufgaben, die in Tausenden von Notizen zu finden sind, fischt das Aufgaben-Widget übersichtlich auf einen Blick zusammen

    Kalender-Widget

    Die Idee dahinter ist alt: Das Widget zapft, wie der Name schon erahnen lässt, ein Google Konto an, den man vorher mit seinem Evernote Konto verknüpft hat, und präsentiert alle darin enthaltenen Kalender direkt auf dem Startbildschirm. Daten, die man entweder über Smartphone oder über Programme wie Thunderbird über ein Add-On wie “Provider for Google Kalender“, eingibt, landen beim nächsten Hochfahren im Evernote Widget: Geburtstage, Termine von Schulaufgaben, Fortbildungen. Alles. Damit nicht genug: Zu jedem dort abgelegten Ereignis kann ich bei Bedarf eine Notiz in Evernote erzeugen lassen, die mit dem Datum verknüpft ist. Fällt z.B. ein Termin in einer Lehrerkonferenz an, kann ich im Vorhinein in einer Notiz eine Checkliste mit Aspekten erstellen, die ich in meiner Ansprache nutzen möchte. Wenn der Termin ansteht, wird mir zusätzlich zu einer Erinnerung im Kalender die dazugehörige Notiz präsentiert. Das ist wirklich clever gelöst. Und damit ab jetzt Teil meines digitalen Lebens 😊

    Zu den synchronisierten Events im Google-Kalender lassen sich automatisch dazugehörige Notizen erzeugen.
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    Sommer in der Stadt

    Der Sommer ist in Bayern ausgebrochen, und mit ihm kommen nun immer schönere Tage ins Land. In München sind wir bislang von den verheerenden Wettern, wie sie in den nördlicheren Teilen Deutschlands wüteten, verschont geblieben. Stattdessen gibt es Sonne satt. Und wir mittendrin. Daher gab es heute mal zur Abwechslung erst das Vergnügen und dann die Arbeit. Also Radl aufgesattelt und mit Freunden zum Frühstücken gefahren. Anschließend sind wir ein bisschen in der Umgebung spazieren gegangen. Unweit von Neuhausen liegt das Schloss Nymphenburg – eine wunderschöne Parkanlage mitten in der Stadt, die ich seit Kindertagen kenne und als barocke Ruheoase wertschätze.

    Schloss Nymphenburg bei schönstem Maiwetter.

    Weiter ging’s in den Hirschgarten – einen der größten Biergärten Münchens, wo es immer brummt, aber immer ein Platzerl zu bekommen ist. Es folgte Radler Numero 1.

    Von dort ging es ins Laimers – ein kleines Lokal im Westen Münchens mit einem schattigen Außenbereich. Dort fanden Radler Numero 2 und ein bayerischer Wurstsalat statt.

    Die Schreibtischarbeit folgt nach dieser Exkursion erst jetzt, wo es langsam am Himmel zuzieht. Drückende Schwüle und dunkle Wolken hängen über der Stadt. Passend zum Wochenbeginn in der Arbeit. Denn ein bisschen Gewitter kündigt sich an… In der Schule hat Corona noch einmal gut zugeschlagen. Nicht bei den Kindern, sondern im Kollegium. Mehr als ein halbes Dutzend liegt deswegen aktuell flach und fällt für mindestens zwei Wochen aus. Darunter Leute, die die Abizweitkorrektur zuhause liegen haben oder gar kommende Woche Abiturprüfungen abhalten müssen. Als Systembetreuer werde ich nächste Woche wohl als technischer Assistent bei der ersten Video-Abiprüfung meiner Karriere dabei sein, bevor ich mich zwei Stunden später in meine eigenen Kolloquien begeben darf – diese allerdings voll analog. Es sei denn, mich erwischt es auch noch. *knockonwood*

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    Wie hältst du’s mit den Blogs?

    Jetzt mal Butter bei die Fische (und wenn der Bayer beginnt, norddeutsche Wendungen zu nutzen, wird’s ernst): Bezüglich Blogs habe ich echt ein Zeitproblem. Den meinigen befülle ich auch nach Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit Beiträgen. Aber beim Nachlesen bei meinen Blogkollegen komme ich irgendwie gar nicht hinterher. Ich finde weder Zeit noch Ort, im Tagesablauf mal über den digitalen Tellerrand zu schauen, um zu erfahren, was denn die anderen im digitalen Kollegium so treiben. Und das ist sehr schade. Von daher wäre ich um ein paar konkrete Tipps dankbar:

    • Wie organisiert ihr eure Bloglisten?
    • Wann lest ihr?
    • Wo lest ihr?
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    From Dillingen with Love

    Tief im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben schlummert die kleine Stadt Dillingen. Direkt an der Donau gelegen, erhebt sich die pittoreske Altstadt mit ihren historischen Gebäude. Und mittendrin: die berühmte Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, die jedem Lehrenden in Bayern ein Begriff sein dürfte. Besucht haben sie aber die wenigsten – zumindest in den letzten Monaten wegen Corona. Seit kurzem hat sie wieder ihre Pforten für Lehrkräfte geöffnet. Unter anderem auch für mich.

     

    The Hogwarts of Teaching: Die Akademie in Dillingen

    Ende April führte mich mein Weg für ein paar Tage im Zuge eines ISB-Arbeitskreises zum ersten Mal an die Akademie. Sie wirkt fast wie ein kleines Mini-Hogwarts mit ihren historischen Hallen, die ursprünglich einer Jesuiten-Universität angehörten, und den liebevoll gepflegten Innenhof anlagen, in denen Ende April überall Narzissen blühen. Im Inneren erheben sich meterhohe Hallen, die Interessierten den Weg in die entlegensten Ecken führen. Völlig unvermittelt steht man plötzlich in einer wunderschönen Kapelle oder steckt seinen Kopf in einen barocken Bibliothekssaal. Über die Gänge huschen immer wieder berühmte Gesichter aus dem Twitterlehrerzimmer über den Weg, die hier ihren Sitz haben. Da kommt Mrs Green aus der Tür, Christian Mayr erscheint, um uns zu begrüßen – und draußen im Garten flaniert Sebastian Schmidt auf dem Weg zum nächsten Workshop. Das alles fühlt sich wohlig warm und vertraut an – und inspirierend.

    Die Arbeitsphasen hier sind sehr intensiv, aber unglaublich bereichernd. Hier arbeiten Leute zusammen, die einfach Bock haben etwas auf die Beine zu stellen und die Dinge voranzutreiben. Und so wird in den nächsten Tagen so einiges geleistet: Man berät, konferiert, kreiert, kollaboriert, gibt Feedback, arbeitet kollaborativ an Verbesserungen; teilweise auch in Hybridsitzungen, in denen man abwesende Mitglieder einfach per Vis-a-vid zuschaltet – und abends haut man sich die Wampe in einem hervorragenden indischen Restaurant direkt gegenüber voll  😎 Klingt toll? Ist es auch!

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    Osterferien – Frühjahresputz

    Die Osterferien gehen zu Ende – und mit ihnen eine mehr als zweijährige (!) Zeit in der Schule, die äußerlich von Corona geprägt ist: Nachdem vor den Ferien die Maskenpflicht großflächig aufgehoben wurde, endet nach der nächsten Woche nun als Nächstes die reguläre Testpflicht im Unterricht. Wer dann infiziert im Klassenzimmer sitzt, lässt sich nicht mehr feststellen. Ob das eine gute Entscheidung war, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Aber in den verschiedenen Kollegien geht man in die nächste Phase der vorgegaukelten Realität mit einem gewissen Magengrummeln. Man erwartet Chaos. Beziehungsweise ich.

    Umso wichtiger daher zumindest im heimischen Arbeitszimmer für die nächste Runde für etwas Ruhe zu sorgen. Ein Frühjahrsputz stand auf dem Programm und förderte lang geglaubte Schätze Plunder ans Tageslicht: Dutzende von gebrannten CDs, Uniunterlagen von längst vergessenen Seminaren, Hunderte von Lernkärtchen aus dem Referendariat, alte Ordner, Bewerbungsmappen, Stifteboxen, Zettelkästen, Overheadfolien. Und Bücher, Bücher, Bücher.

    Goodbye, Lernkärtchen aus dem Referendariat

    Schnell war klar: Das Zeug muss raus. Daher alles rabiat weggeworfen, was veraltet ist. Bücher zu Momox oder – wenn kein Ankauf möglich – zu ebay oder den Kleinanzeigen (bei momox gehen gefühlt aktuelle Lehrwerke ganz gut. Ausrangierte ältere Materialien bringen bei eBay was ein, wo Momox gar nicht erst ankauft). Analoge Büroartikel werden ans Kollegium und Sekretariat verschenkt, Elektronik ab auf den Wertstoffhof oder auf Kleinanzeigen. Das Ergebnis ist bereits nach drei Tagen bemerkenswert. Mein Bücherregal ist knapp 9 Kilo leichter (!!!) und von ca 3 Metern alter Literatur befreit, der Schreibtisch kommt ohne einen tatsächlichen Stift aus. Mein altes Tablet verrichtet nun brav in Freising seinen Dienst. Und Momox bietet mir für meinen ausrangierten Lesepark knapp 60€. Ganz ordentlich. Also buchstäblich 😎

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    Ups and Downs

    Die letzte Woche vor den Ferien startete mit einer altbekannten Neuerung, die schon in der Vergangenheit immer wieder rückgängig gemacht wurde: Erneut war es den Klassen gestattet, die Maske im Unterricht abzunehmen. Eine Woche vor den Osterferien. Inmitten von Regionen, in denen die Inzidenz bei knapp 2000 liegt. Bei befreundeten Kollegen in Rosenheim kommt da sogar eine Tausenderschippe drauf. Wie sich das rächen wird, werden wir erst nach den Ferien erfahren. Aber ein Blick nach Österreich offenbart uns ein mögliches Szenario.

    Die Anzahl an Kindern, die ihre Masken dennoch oben lassen, ist bei uns an der Schule erfreulich hoch. Ab der Mittelstufe ist fast ausnahmslos jeder mit einem modischen Mund-Nasenschutz bekleidet. Anders als in den örtlichen Fitnessstudios, wo man nun FFP2-unbekleidet schwitzt und ächzt. So kurz vor den Ferien definitiv ein Grund, zum Sporteln vielleicht doch wieder nach draußen zu gehen.

    Passt ja ganz gut, immerhin steht der Frühling ja erneut vor der Tür. Am besten nochmal Sonne und Energie tanken, bevor es anschließend ins Schuljahresfinale und das Abitor geht. Dann auch komplett ohne Testungen. Was mit den ganzen Test-Kits passiert, die bei uns zu tausenden in Kisten verpackt sind, oder mit den Pool-Tests, für die angeblich bindende Verträge mit den Laboren abgeschlossen wurden, schauen wir mal. Es bleibt spannend. Aber jetzt erstmal entspannen. Osterferien sind. Und die werde ich sicher brauchen.

    Zum Beispiel zum Nachlesen in den Blogs und von den neuesten Zerwürfnissen im Twitterlehrerzimmer, die an mir mal wieder komplett vorübergezogen sind. Dass es dort immer wieder zu Grabenkämpfen derartiger Schärfe kommt, finde ich schade. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir als Lehrkräfte eigentlich mit dem De-Eskalieren von Konflikten schon eine entsprechende Erfahrung haben sollten. Für einige ist die digitale Präsenz doch dann schon ein Stück Egotour. Schade.

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