• Allgemeines,  Technik

    Schönschrift in Lecture Notes

    Lecture Notes ist eine der Apps der ersten Stunde bei mir. Schon 2013, als mein erstes Tablet in den Unterricht rutschte, war das Programm von Acadoid Developer von Anfang an dabei. Im Vergleich zu allem, was damals auf dem Markt war (Test hier), bestach Lecture Notes durch seine riesige Fülle an Individualisierungsmöglichkeiten; durch Handhabung leider weniger, denn die Menge an zuschaltbaren Menüs und Optionen ging schon immer auf Kosten des Handling. So richtig intuitiv lief Lecture Notes bei mir nie. Aber man konnte es sich intuitiv einrichten. Mit ein bisschen Gefrickel.
    Ein paar der neueren Mitbewerber von Lecture Notes sind da im Jahre 2019 deutlich zugänglicher. Und nicht nur das. Viele Apps warten mit ein paar tollen Features auf, die ich bislang in Lectures Notes nie gesehen habe. Vor allem im Bereich authentischer Handschrift hat sich da einiges getan. Programme wie INKredible leisten in dieser Hinsicht wirklich eindrucksvolle Ergebnisse und können beim Beschriften mit einem druckempfindlichen SPen ein sehr realistisches Schriftbild liefern. Druckstufen werden ebenso registriert wie auch Schreibrichtung, sodass auch spontane Kritzeleien aussehen wie mit einem Mont Blanc-Füller kalligraphiert. Lässt sich sowas auch in Lecture Notes nachbauen?
    Die Antwort ist: JA! Das geht tatsächlich. Here’s how…

    Verschiedene Schriftarten mit angeschrägter Mine
  • Allgemeines,  blog,  Uncategorized

    Aus der Auszeit 2

    Es ist schon erstaunlich, wie sehr die Landschaft der Lehrerblogger und im Twitterlehrerzimmer ändert, wenn man erst einmal ein paar Monate draußen ist. Dank DSGVO hatte sich einiges geändert. Viele der bloggenden KollegInnen waren plötzlich verschwunden (RIP Frau Henner). Andere hatten ihre heiligen Hallen auf privat gestellt. Die, die geblieben waren, hatten ihren Blog oft zur Unkenntlichkeit verändert: Widgets waren verschwunden, Videos durch selbstgehostete Screenshots ersetzt, die Kommentarfunktion oftmals komplett entfernt. Vor allem Letzteres war für mich traurig zu sehen, da ich die Kommunikation zwischen Lesern und Autor immer als tolle Möglichkeit der Partzipation bewunderte, die Twitter nur in sehr komprimierter Form erlaubt (deswegen immer mein Zusatz bei Blog-Tweets Kommentare bitte im Blog zu posten und nicht bei Twitter, wo sie im Walhalla der Billionen Tweets irgendwann verloren gehen). Die ganz Radikalen hatten den alten Blog komplett gelöscht und durch einen neuen ersetzt, der komplett bei 0 anfing: Frei von Widgets, frei von alten Beiträgen, frei von Kommentaren, frei von Gravataren, Emojis, Embedded Content, Google Fonts – oft leider auf Kosten der Optik, but that’s the price to pay…
    Ich wollte keine dieser Möglichkeiten. Und entschied mich damit wohl für den schwersten Weg, das Alte zu einem Großteil zu bewahren und in den neuen Blog überzuführen. Schwer, weil man nicht nur sein bloggendes Ich der Zukunft künftig neubewertet, sondern auch das der Vergangenheit. Schwer aber auch, weil man sich erstmal wieder einfinden muss. Dass man nach eineinhalb Jahren so flockig weiter machen kann wie vor dem Cut, war ein Trugschluss. Auch in der Version 2.0 fängt man wieder mit einigem von vorne an. Zum Beispiel bei den Followern, die man wieder einfangen muss. Im Twitterlehrerzimmer, wo der Ton gerne mal etwas rauer geworden ist. Aber auch bei sich selber, da das selbstgehostete Heim viele Freiheiten bietet, in denen man sich gerne mal verliert. Es kann daher sein, dass der Blog in Details immer mal wieder etwas anders aussehen wird, weil ich etwas herumexperimentiere. Wird spannend. Ich hoffe, für beide Seiten.

  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    Von Stöberfreuden

    Nachdem unser PC-Raum letztes Jahr umgezogen ist, wurde mir als frisch gebackener Anwenderbetreuer die große Ehre zuteil, mich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, die in diversen Kisten ihr Dasein fristeten. Wie lange sie tatsächlich dort schliefen, konnte ich anfangs nur erahnen. Mittlerweile herrscht ein bisschen mehr Gewissheit; und jede Menge Nostalgie: Denn was dort zu Tage gefördert wurde, war enorm. Eine Schatz an Technik und Dokumenten aus längst vergangener Zeit, die teilweise fast genauso alt sind wie ich selbst. Für die einen nutzlos, für die anderen aber ein faszinierender Blick in eine Zeit, als PCs ihren Einzug in die Schule hielten. Dass das nicht erst seit der Digitalisierung passiert, haben wir hiermit schwarz auf weiß!

  • Allgemeines,  Alltag,  Technik,  Unterricht

    3.11, 95, 98, 2000, 7, 10

    Um eine Sache beneide ich meine Kolleginnen und Kollegen auf dem Land immer. Naja, eigentlich sind’s zwei: Einmal die günstigeren Mieten, zum anderen die technische Ausstattung an den Schulen. Letzteres in ganz besonderen Maße. Jede einzelne der Landkreisschulen, die ich über die Jahre im Zuge von Fortbildungen und Tagungen besuchen durfte, trieb mir vor Neid die Tränen in die Augen, wenn es um IT-Ausstattung ging. Verständlich, wenn man über Jahre an Schulen im Stadtgebiet gearbeitet hat, in denen ein Overheadprojektor das Höchste aller Dinge darstellte. Ein PC versteckte sich, wenn vorhanden, verschämt in der hinteren Ecke des Klassenzimmers. Die Kollegen, die in dem Stadtgebiet München arbeiten, wissen wovon ich rede. Zu einem gewissen Teil ist das ja auch verständlich: Es sind einfach zu viele Schulen, die es auszustatten gilt. Derzeit angeblich knapp 350, um genau zu sein. Da gibt es einiges zu tun. Und es hatte sich über die Zeit auch tatsächlich einiges sehr gebessert. Zumindest auf dem Papier. Irgendwann waren die Klassenzimmer alle mit Beamern, Doku-Kameras und Laptops ausgestattet, aber die Übertragungsgeschwindigkeiten und Anmelderoutinen von Windows 7 im pädagogischen Netz haben es oft unmöglich gemacht, damit zu arbeiten. Rechner, die fast 20 Minuten brauchten, um hochzufahren, waren und sind an vielen Schulen bis heute bestimmt keine Seltenheit. Auch bei uns war das lange so: Die Rechner waren faktisch vorhanden, für den Regelbetrieb im Unterricht aber schlichtweg unbrauchbar. Wollte man zu Beginn einer Stunde ein Bild oder gar Video über den Computer zeigen, war das schlichtweg nicht möglich, weil erstmal Updates geladen und installiert werden mussten, für die die Maschine mehrmals runter- und hochgefahren werden musste. Daher verstaubten die Rechner irgendwann ungenutzt am Lehrerpult. Und die paar tapferen Kollegen, die sich tatsächlich zum Hochfahren durchrangen, bereuten das in der Regel gleich wieder und nutzten frustriert die Geräte nie wieder. In einer Zeit, wo man von Schulen Medienkonzepte erarbeitet haben will, aber dann von der Hardware auf eine derartige Art ausgebremst wird, eine Farce. Wir sprechen immerhin vom Jahr 2019.
    Zum Glück hat sich bei der Stadt München gerade ein bisschen was getan, da ein neuer Dienstleister im Spiel ist, der seine Sache bzw. die des Vorgängers besser machen möchte. Deswegen hatten sie kurz vor den Sommerferien ein offenes Ohr für unser, moderates Anliegen: Wir wollen nicht nur PCs, wir wollen sie auch tatsächlich für unser Alltagsgeschäft nutzen können. Gesagt, getan. Die Leute berieten nicht nur am Telefon, sie kamen sogar persönlich vorbei, um sich vor Ort zu überzeugen und boten uns an, vier unserer Rechner probeweise auf Windows 10 umzustellen und auf mögliche Probleme durchzutesten. Das lief eigentlich schon mal ganz gut. Und so entschieden wir uns in Absprache, nach den Sommerferien die komplette Schule umzustellen. Natürlich nicht ohne eine gewisse Grundskepsis. Und das lag nicht allein an Freitag dem 13., an dem das Upgrade stattfinden sollte. Wir hatten einfach zu viele Jahre mit diesem komischen Schwebezustand zwischen Bangen und Hoffen verbracht. Sollte dieses Mal alles glatt gehen? Keine Angst, das hier ist endlich mal eine Folge von Freitag, der 13., die gut geht. Kein Gemetzel.
    Nach ein paar Probeläufen war es dann soweit. Das Kollegium wurde in den Anfangsgottesdienst geschickt, um bei der heiligen Clara für das Gelingen der Windows 10-Umstellung zu beten (und nebenher die PCs in Ruhe zu lassen, damit die in Ruhe installieren konnten). Im Schulhaus vor Ort blieb lediglich ich, um die Rechner notfalls manuell hochzufahren, falls sie nicht durch den Wakeon-Befehl starten sollten. Bei 180 Rechnern würde das im schlimmsten Fall ein ganz schönes Gerenne durch die Klassenzimmer und Fachräume werden. Daher wurde ich kurz vor Zwölf auch ein bisschen nervös. Wie reibungslos würde die Umstellung klappen?
    In einem Wort: prima. Wie von Geisterhand starteten fast alle Rechner von ganz von alleine und luden sich die Windows 10-Pakete auf die Festplatte.

    In gerade mal fünf Fällen musste ich nachhelfen und konnte anschließend zusehen, wie das Betriebssystem den Rest erledigte. Bis 15 Uhr war die Installation erledigt, bis 17 Uhr die Datenpakete der Stadt München aufgespielt. Um nicht ganz umsonst fünf Stunden in der Schule verbracht zu haben, lief ich anschließend durch die Schule, um sämtliche PCs händisch herunter zu fahren. Damit war meine Arbeit vorerst getan. Alles andere würde die Praxis in den nächsten 10 Tagen zeigen. Und das würde wohl der interessanteste Part werden. Denn in diesem Punkt herrschte bei allen Beteiligten Skepsis – auch bei mir…
    Aber wider Erwarten lief alles problemlos. Als das Team der Stadt München am Montag eintrudelte, um sich um die IT-Probleme zu kümmern, die erwartungsgemäß bei so einem Unterfangen auftreten, gab es für sie kaum etwas zu tun. Keine wütenden Kollegen, keine streikenden Rechner. Alles lief ordnungsgemäß. Die Drucker ließen sich problemlos an die PCs zuweisen, die alten Dateien auf den Ordnern landeten ohne irgendwelche Verluste auf den Rechnern der Kollegen, und die Ladezeiten – unser Hauptmanko – waren mit einem Mal a thing of the past. Maximal 2 Minuten brauchten selbst die betagtesten Maschinen, um einsatzbereit zu sein. Updates werden im laufenden Betrieb im Hintergrund geladen, sodass man unbeirrt seinen Unterricht halten kann. Damit lassen sich die PCs nun endlich auch tatsächlich im Unterricht auch als Unterrichtswerkzeug nutzen – und nicht nur als dekorative, übergroße Briefbeschwerer. Läuft.

  • Allgemeines

    Back again!

    Willkommen zurück in meinen bescheidenen, neuen Hallen! Ich hoffe, man nimmt mir meine eineinhalbjährige Karenzzeit nicht allzu übel, aber ich habe schon ein paar Monate gebraucht, um mir Gedanken zu machen, wie es mit dem Blog weitergehen soll. Über fünf Jahre hatte ich bis Mai 2018 schon gebloggt und viele tolle Netzwerke kennengelernt, von denen ich dank Blog und Twitter bis heute wahnsinnig profitiere. Umso schmerzhafter war es dann für mich, Ende Mai den Stecker zu ziehen, weil die DSGVO plötzlich vor der Tür stand, die meinen WordPress-Blog, so wie er bestand, quasi nicht mehr möglich gemacht hätte. Das lag einmal an der Plattform wordpress.com selber, die viele Optionen, die für eine entsprechende Anpassung nötig wären einfach nicht zulässt, zum anderen auch an der Anonymität, in die ich mich bis dato immer zurückziehen konnte. Und so habe ich schweren Herzens erstmal die Reißleine gezogen…

    … und ein bisschen gelitten. Ich habe nämlich dann doch recht schnell gemerkt, wie wenig man auf einmal in seiner Community selber beiträgt, wenn man sich selber sein größtes Standbein abhackt. Auf Twitter habe ich kaum noch etwas zu schreiben gehabt. Nur noch gelesen und gelegentlich einen Retweet in die Welt gesetzt. So ein bisschen hatte ich mich selber rauskatapultiert. Und das führte wiederum dazu, dass ich mehr und mehr an das bis dahin Undenkbare gedacht habe: Den Blog selber zu hosten und auf eine eigene Domain zu migrieren. Mehrere Male habe ich mich dabei ertappt, die DSGVO-Bestimmungen zu lesen, was erlaubt ist, was nicht, was unbedingt rein muss, was bleiben kann… tja, und irgendwann siegte dann doch die Neugier und ich habe mich für etwas Neues registriert. Eigener Blog, eigenes Hosting, eigener Name. In diesem Sinne: Hallo, ich bin der Matthias.
    Wer den alten Blog noch kennt, wird ein paar Veränderungen erkannt haben. Das Offensichtlichste ist wohl das Theme, für das ich ein bisschen suchen musste, da das ursprüngliche ganz putzig aussah, aber alles in allem mir ein kleines bisschen ZU verspielt rüberkam. Für das hier hab ich dem Autor sogar eine Pro-Variante abgekauft. An Weihnachten. Nächstenliebe und so…
    Eine weitere Änderung ist das Archiv des Blogs: Eine Beiträge habe ich zur Redaktion erstmal rausgenommen, weil bei der Migration des Blogs ein paar Formatierungen kreuz und quer gegangen sind und sie deshalb ganz komisch aussehen. Da sich aber fast 300 Artikel in den 5 Jahren aufgehäuft haben, kann das natürlich ein bisschen dauern (Vielen lieben Dank in diesem Zusammenhang an meine freiwilligen Korrekturleser, ihr bekommt beizeiten mal einen eigenen Post gewidmet). Aber keine Angst, langsam aber sicher kommen die wieder nach. Und ab und an landet hier ja auch wieder neuer Content. Ist ja auch dieses Schuljahr wieder gut was los. 
    In diesem Sinne,
    bis zum nächsten Artikel!

  • Allgemeines,  Uncategorized

    Am Scheideweg: DSGVO

    Das kam ja gerade zur rechten Zeit. Knapp fünf Jahre nach meiner Blog Premiere tun sich erstmals Wolken auf. Das Thema #DSGVO schwirrt durch die Lande, und so langsam merkt man, was uns für ein tiefgreifender Wechsel bevorsteht. Nicht nur den großen Datenkraken. Eigentlich auch uns kleinen Bloggern.  Und das habe ich persönlich echt gründlich unterschätzt. Wer einen Blog ernsthaft und weiterhin richtlinienkonform betreiben will, kommt um große Nachbesserungen nicht herum. Gewisse Funktionen wie das Kommentieren von Beiträgen oder das Nutzen von Widgets, die auch meinen Blog zieren, sind künftig gar nicht mehr oder nur mit großen Einschränkungen möglich (die komplette Liste der zu erledigenden Aufgaben findet ihr hier). Und das bringt mich dann schon in eine gewisse Misslage.
    Der Blog hier ist seit nun mehr fünf Jahren Dreh- und Angelpunkt meines digitalen Lehrerschaffens. Hier fing  2013 alles an, hier habe ich berichtet, diskutiert, präsentiert, mich vernetzt mit all den tollen Leuten, die durch Deutschlands digitale Lande lehren. Das hat immer unglaublich großen Spaß gemacht. Mit den neuen Auflagen wird der allerdings ganz schön gedämpft. Nicht nur, dass durch die neuen Vorgaben der Austausch mit anderen auch über Plattformen wie Twitter, Instagram und ähnliche soziale Netzwerke empfindlich eingedost wird. Einige Vorgaben sind – nach dem aktuellen Stand – in der geforderten Form auf meinem wordpress.com-Blog gar nicht machbar. So wirklich wasserdicht wäre alles erst, wenn ich den Blog selbst hosten würde und damit volle Kontrolle über sämtliche Plug-Ins oder Widgets hätte. Aber lohnt sich das für mich überhaupt?
    Ich bin nicht (mehr) genau das, was man einen echten Power User nennt. Über die Jahre ist schon einiges an Content zusammengekommen. Aber ich poste lange nicht mehr so häufig wie früher – wenn es hinkommt, zwei Mal im Monat. Und wenn ich die ganzen Beiträge, die bis dahin angefallen sind, entsprechend an die neuen Vorgaben anpassen will, geht da bei fast 250 Beiträgen schon sehr viel Zeit drauf, die ich aktuell nicht habe bzw. nicht investieren möchte. Noch dazu müsste ich wohl einiges an Material aussortieren, da mit eigener Domain die Anonymität, mit der ich mir frisch alles von der Leber schreiben konnte, eigentlich komplett dahin ist. Was von meinen Artikeln letztlich übrig bliebe, wären nur die, in denen keinerlei Schulanekdoten zur Sprache kommen. Und damit bleiben praktisch nur noch die Technik-Beiträge übrig. Reicht das euch? Reicht das Herrn Mess?
    Ich bin aktuell total unsicher und habe derzeit keine Ahnung, wie ich Ende Mai weiter machen werde, wenn die DSGVO verbindlich in Kraft tritt. Vielleicht mache ich hier erst mal eine Pause und den Blog dicht. Oder ich wage einen Neustart und kloppe mein altes Ich ins Datennirwana. Oder vielleicht bin ich sogar komplett raus. Wäre zwar schade, aber bevor ich Gefahr laufe, von Anwälten oder sonstwem abgemahnt zu werden, weil ich als Laie irgendeine Lücke übersehen habe und unwissentlich Benutzerdaten übermittle, lasse ich lieber Finger von einem heißen Eisen, von dem ich als Hobby-Blogger einfach zu wenig verstehe.
    Wie macht ihr es denn, liebe Bloggerlehrer?

  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    Webtipp: Break your own news dot com

    In meiner Oberstufe sind in Englisch News of the Week üblich. Jede Woche muss ein Schüler entweder aus den UK oder den USA ein Minimum an drei Nachrichten an den Kurs weitergeben, die in den vergangenen sieben Tagen passiert sind. Wie sie das tun, ist ihnen überlassen: Manche behelfen sich mit OHP-Folien, andere machen eine ganze Power Point Präsentation. Wieder andere beten minutenlang ihr Skript runter, ohne Augenkontakt zur Klasse zu halten. Furchtbar. Um die News of the Week aus diesem Grund ein bisschen mehr wie Nachrichten und nicht wie der Lokalsender von nebenan wirken zu lassen, bin ich ein bisschen auf die Suche gegangen und dabei auf breakyourownnews.com  gestoßen.

    News selbstgemacht

    Das Prinzip ist schnell erklärt: Auf der Seite lädt man ein aussagekräftiges Bild hoch, das man für die Präsentation mit einer Headline (hier grau unterlegt) und einem Ticket (gelb) unterlegen kann, und schwupps – hat man schon einen Eye Catcher im CNN-Look. Die Spielerei hat durchaus auch Sinn, weil die Schüler für die Be- und Untertitelung gezwungen sind, die vorliegende Nachricht in nur ein paar Zeichen auf ihren Kern zu reduzieren. Gar nicht so einfach. Und deshalb lohnenswert!
    Wenn ihr ähnliche Seiten gefunden habt, würde ich mich über eure Tipps in den Kommentaren freuen!

  • Allgemeines,  Prüfungen,  Unterricht

    Von blankem Horror

    Es dürfte irgendwann um 1997 gewesen sein. So richtig kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich dürfte damals in der Oberstufe gewesen sein.  Ich spazierte damals vergnügt zur dritten Stunde in die Schule. Die ersten beiden Stunden waren ausgefallen, und mein Schultag würde so mit dem Leistungskurs Latein beginnen. Als ich den Raum betrete, scheint alles wie immer. Ich sehe die ganzen Leute vor mir, in eben der Sitzordnung, wie sie für unseren Kurs üblich war. Alle waren schon eingetrudelt und in aufgeregte Gespräche verwickelt. Mein bester Freund redete mit hochrotem Kopf auf seinen Vordermann ein, griff sich regelmäßig in die Haare, kritzelte auf einem Blatt Papier herum, radierte, murmelte. Ich nehme rechts von ihm Platz und entziffere aus dem Gekritzel mathematische Formeln, allem Anschein nach etwas zum Thema Kurvendiskussion. Zu Beginn kann ich mir einen amüsierten Kommentar nicht verkneifen. Ich ernte aber nur entgeisterte Blicke. „Unsere Matheklausur gerade war dermaßen schwer, ich kann da von Glück reden, wenn es noch vier Punkte werden“, zischt mir mein Freund entgegen, bevor er sich wieder seinem Vordermann zuwendet und hektisch Ergebnisse vergleicht. Im ersten Moment registriere ich das noch gelassen, bis ich von meinem Freund zugeraunt bekomme „Ich hoffe, eure Klausur war einfacher.“
    Unsere Klausur? Ich stutze. Ich habe heute keine Matheklausur geschrieben. Ich bin ja gerade erst in die Schule gekommen. Zur dritten Stunde. Die ersten beiden Stunden waren doch ausgefallen… oder? Ich werde etwas unruhig und schaue mich im Klassenraum nach Leuten um, die in meinem Mathekurs sitzen, um mich dessen zu vergewissern. Aber ich bin hier der einzige. Die nächsten 45 Minuten der Lateinstunde nehme ich nur physisch wahr. Im Kopf drehen sich Fragen über Fragen. Oder eher gesagt nur eine einzige: Habe ich etwa gerade eine Matheklausur verschlafen? Nein, das kann nicht sein, sowas passiert mir nicht. Die Termine sind Wochen vorher bekannt gegeben worden. Ich hätte mich hundertprozentig darauf vorbereitet. Andererseits ist es bei uns in der Oberstufe üblich, dass die Mathekurse am selben Tag parallel ihre Klausuren schreiben. Und neben mir wird gerade heftigst über eine eben geschriebene Mathearbeit diskutiert. Ich werde zunehmend unruhiger, rutsche auf meinem Stuhl hin und her und starre mit leerem Blick auf die Uhr, auf dass sie die 45 Minuten schneller vergehen lasse. Ich muss jemanden aus meinem Mathekurs finden und mir Klarheit verschaffen.
    Als der Gong ertönt, bin ich der erste, der wie von der Tarantel gestochen aufspringt und zur Klassenzimmertür hechtet. Im Gang schieben sich bereits Massen von Leuten durch die Schule. Unterstüfler, Mittelstüfler, ein paar Lehrer – und irgendwo mittendrin Manfred. Wir nannten ihn aufgrund seiner körperlichen Statur schlicht und ergreifend „Bäpf“. Er sitzt in meinem Mathekurs  zwei Reihen hinter mir und ist für die nächsten Sekunden der Mann, der diesen Tag in eine Katastrophe oder riesige Erleichterung verwandeln kann. „Bitte sag mir nicht, dass wir heute eine Matheklausur geschrieben haben“, keuche ich ihm entgegen, als ich mich durch die Schülermassen gewühlt habe und endlich bei ihm ankomme. Seinem Gesichtsausdruck kann ich die Antwort schon ablesen. „Sag mal, wo bist du denn gewesen? Wir haben alle auf dich gewartet! Hast du die Verlegung des Termins nicht mitbekommen“ fragt Bäpf ungläubig. „Das wissen wir doch schon seit der ersten Woche des Schuljahres!“
    Und da merke ich, wie es mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Da haben wir den Salat. Ich habe wirklich eine Klausur verpennt. Ich bin in der Kollegstufe eines Gymnasiums und habe eine der wichtigsten Prüfungen auf dem Weg zum Abitur schlichtweg vergessen. Unentschuldigt gefehlt am Tag einer angekündigten Prüfung bedeutet bei uns in Bayern automatisch 0 Punkte. Note 6. Damit setze ich meinen guten Abischnitt aufs Spiel. Nein. Falsch. Damit IST der gute Abischnitt aufs Spiel gesetzt. Die Sechs habe ich sicher. Mit pochendem Herzen und dem wohl tomatigsten Gesichtsrot, das es jemals an meiner Schule gegeben hat, begebe ich mich in das nächste Klassenzimmer, gehe im Kopf durch, wie ich das meinem Mathelehrer erklären soll, der ja ohnehin als ein harter Hund gilt. Oder meinen Eltern. Und vor allem mir selbst. So eine Kopflosigkeit kenne ich von mir überhaupt nicht. Wie konnte das passieren, dass mir diese Terminverlegung durch die Lappen gegangen ist? Ich bin so in Gedanken verloren, dass ich gar nicht registriere, in was für einem Unterricht ich überhaupt sitze. Ich suche im Raum nach dem Lehrer des Kurses, um zu sehen, ob ich nicht schon wieder etwas verschusselt habe und blicke Richtung des Lehrerpultes. Dort sitzt aber nicht einer meiner Lehrer. Dort sitzt einer meiner jetzigen Kollegen.
    Und dann wache ich auf. Jedes Mal. An genau dieser Stelle. Alle drei bis vier Monate kommt dieser Traum. Ich durchlebe jedes Mal die gesamte Achterbahn der Gefühle. Die Panik, als ich merke, was passiert ist, die Unruhe, meine Selbstgeißelungen. Und letztlich die endlose Erleichterung, wenn ich merke, dass ich im Jetzt des Jahres 2017 aufgewacht bin – mit einem Abi und zwei Staatsexamina in der Tasche. Warum es jedes Mal die Mathematik ist, die mir diesen Horror einbringt, kann ich nicht sagen. Ich war in Mathe immer solide. Nicht brilliant, aber passabel. Und trotzdem hat sich da bei mir irgendwie ein kleines Trauma festgesetzt, das mich viermal im Jahr um den Schlaf bringt.
    Verrückt, wie sich Schule auch noch nach Jahren bei uns festsetzen und wüten kann. Ich hoffe, dass keiner meiner Schüler wegen mir so etwas durchleben muss…

  • Allgemeines,  Alltag,  Buch,  Prüfungen,  Technik,  Unterricht

    Von Arbeitsblättern mit Format

    Wenn es auf diesem Blog einen Award für den oberflächlichsten Artikel überhaupt geben sollte, dann wäre dieser hier ein heißer Anwärter. Denn dieses Mal geht es ausschließlich ums Aussehen. Nämlich dem von Arbeitsblättern. Ich weiß, ich weiß, never judge a book by its cover, aber wie soll man ein Arbeitsblatt ernst nehmen, das vom Layout aussieht wie aus  Krusty’s Playhouse?
    Wenn man so all die Arbeitsblätter in der Schule vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, muss ich schon eingestehen, dass es doch einige Kreationen gab, mit denen das Lernen nicht wirklich leichter wurde bzw. völlig unmöglich war; zum Beispiel die guten alten Blaupausen, mit denen ich noch bis Mitte der 90er als Schüler gequält wurde. Die Dinger waren auf mausgraues, seltsam glatt-glibberiges Papier gefertigt, auf das die Schreibmaschinenseite in blauen Buchstaben aufgedruckt wurde. Und das in der Regel entweder schief oder so verrückt, dass Buchstaben, Sätze, ja teilweise ganze Absätze fehlten. Oder die orgiastischen Schriftart-Experimente, als die PCs auf Lehrerschreibtischen Einzug hielten. Jede Überschrift in einem neuen Font oder gar Wordart in Bögen, Schlangenlinien, mehrfarbig, gespiegelt, geschraubt und darunter am besten ein Fließtext in Comic Sans. Das Worst Case Scenario, das wir sogar von Dozenten im Studium noch so präsentiert bekommen haben.
    Zum Glück hatte ich im Referendariat einen ganz wunderbaren Seminarlehrer, der uns in dieser Hinsicht schnell den Kopf zurecht gerückt hat: Das Arbeitsblatt ist die Visitenkarte eines Lehrers. Das Layout sollte in sich stimmig, schlicht und erkennbar sein. Ein Blick darauf und es ist klar: Das ist von Herrn/Frau Sowieso. Und darauf habe ich spätestens ab dem Zweigschuleinsatz geachtet. Mein Layout für Arbeitsblätter ist seitdem immer dasselbe. Und das erleichtert auch das Erstellen von neuen Arbeitsblättern ungemein.

    Die Qual der Wahl

    Das Auffinden von geeigneten Schriftarten ist eine sehr individuelle Sache, in die man auch Unmenge an Zeit versenken kann. Es geht ja nicht nur darum, schöne Fonts zu finden, sondern auch um das Zusammenspiel. Bilden die Schriftarten im Layout eine Einheit oder nicht? Zum Glück gibt es mittlerweile eine große Menge an Seiten im Netz, die bei der Suche entweder wertvolle Tipps geben oder sogar in ihren Augen gelungene Font-Ensembles vorstellen, von denen man sich inspirieren und im besten Fall sogar klauen kann, um sie für sich zu nutzen. Ich persönlich kann die Ensembles von canva sehr empfehlen, mit dem ich schon seit langer Zeit arbeite, wenn es um das Gestalten von Plakaten oder Flyern geht. Unter Layout und Text findet man dort verschiedene Zusammenstellungen von Schriftarten, die gut zusammenpassen.

    canva.com hat ein gutes Auge für schöne Fonts

    Diese Schriftarten lassen sich in der Regel auch im Netz als Font-Datei finden, installieren und künftig auch in eigenen Schriftdokumenten verwenden. Dass diese Zusammenstellungen selten mehr als drei Fonts beinhalten, ist gewollt. Denn zu viele Schriftstile zerschlagen den optischen Eindruck in Windeseile. Ich persönlich habe mir angewöhnt, für meine Arbeitsblätter immer ein Ensemble aus drei Schriften zu nutzen. Für die Kopfzeile, für die Überschrift und schließlich für den Fließtext mit der eigentlichen Information.

    meine verwendeten Fonts in Arbeitsblättern

    Handarbeit mit Formatvorlagen

    Diese Schriftarten speichere ich mir als Formatvorlage in einem Template, die Grundlage eines jeden Arbeitsblattes ist. In einem Fenster (Standardmäßig an der rechten Seite des Bildschirms oder unter „Eigenschaften“ auf dem Icon oben rechts abrufbar) ist dort genau festgelegt, welche Schriftart, Größe, Farbe und Zeilenabstand genutzt werden soll, wenn ich im Dokument einen Text als Titel, als Fließtext oder Zwischenüberschrift definiere. Diese Vorlagen kann man sowohl bei Word als auch bei Open Office entweder neu definieren oder bestehende anpassen. Ich habe mich irgendwann für letzteres entschieden, damit die Anzahl der Formatvorlagen innerhalb eines Dokumentes übersichtlich bleibt.

    Über den markieren Button kann man sämtliche Parameter einer Vorlage neu definieren. Im Bild die Formatvorlage für Zitate in einem Dokument

    Formatvorlagen, die ich nicht benötige, wie zum Beispiel verschiedene Entwürfe für Überschriften (Open Office hat in der Standard-Vorlage bis zu zehn Formate für Überschriften) lösche ich oder verberge ich, soweit es die Textverarbeitung zulässt.

    Ungewollte Formatvorlagen kann man in der Regel mit einem Rechtsklick aus der Liste verschwinden lassen.

    Mein Template ist im Vergleich zu dem Standard-Template deutlich verschlankt und beinhaltet lediglich  Formatvorlagen für Kopfzeile, Fußzeile, Fußnote, Überschrift, Zwischenüberschrift und schließlich den Fließtext. Wer viel mit Abbildungen arbeitet, kann ebenso auch Vorlagen für Bildunterschriften hinzufügen. Ist man mit der fertigen Vorlage zufrieden, wird das Dokument einfach als Vorlage abgespeichert und ist ab jetzt jeder Zeit unter Vorlagen abrufbar (in Libre Office unter „Datei > Neu > Vorlage…“). Voilà!
    Wenn jemand hier noch ein paar nützliche Tipps zur Erstellung von Arbeitsblättern mit Hilfe von Formatvorlagen hat – seien es praktische Erfahrungen oder Literaturtipps in Form von Webseiten oder Büchern -, darf er/sie sich gerne in den Kommentaren verewigen.

  • Allgemeines

    DIY: Eine Zitatwand zum Selberbasteln – Teil 1

    Ein paar schöne Tage in der deutschen Hauptstadt gehen für mich zu Ende, und ich muss zugeben, dass ich die Andersartigkeit Berlins sehr genossen habe. Alles summt und brummt. Die Stadt ist so absolut anders als München, voll von neuen Eindrücken, Gerüchen, Kultur. Und sie weckt auch wieder ein bisschen die kreativen Säfte, die in letzter Zeit etwas bei mir geruht haben. Zum Beispiel regten sie sich beim Anblick dieser Schönheit: die berühmte Zitatlampe von Ingo Maurer, die man mit individuellen Zitaten bestücken kann und jedes Zimmer durch das vorgesteckte Papier in ein schönes gedämpftes Licht taucht. 

    Bild von http://www.tollabea.de/tolla-erleuchtung/

    Für mein Arbeitszimmer ist dieses Kunstwerk zu groß – und ehrlich gesagt auch ein bisschen zu teuer. Aber selbst ist der Lateinlehrer, und so bin ich auf einen schönen neuen Gedanken gekommen, wie ich eine ähnliche Idee für mein Arbeitszimmer fruchtbar machen könnte:
    Mein Büro befindet sich in einem Raum mit Dachschräge, die aufgrund ihres fiesen Winkels sehr heikel zu verschönern ist. Lampen hängen zu tief, Bilder krachen herunter, wenn man sie nicht mit hässlichen Haken an Ober- und Unterseite sichert. Aber eine Zitatwand auf dieser Fläche von 3×2 Metern – das hätte wirklich etwas. Und sogar noch viel mehr, wenn die Zitate nicht nur von mir stammen würden. Deswegen würde ich an dieser Stelle im Blog einen kleinen Aufruf starten. Ich würde meine Zitatwand gerne nicht nur mit meinen Lieblingszitaten schmücken, sondern auch mit denen meiner Mitmenschen, mit denen ich täglich im realen Leben wie auch digital zu tun habe. Auf diese Weise rückt meine menschliche Umwelt auf eine ganz bezaubernde Weise zusammen. Deswegen, wenn ihr interessiert seid, lasst es mich wissen und zeigt mir die Zitate, die eure Lebenswelt mitprägen bzw. mitgeprägt haben.
    Die Vorgaben dafür sind eigentlich recht schnell gegeben: 

    • Das Papier, auf dem das Zitat geschrieben sein soll, soll die Ausmaße von ca. Din/A6 haben. Welche Art von Papier ihr nutzt, ist völlig egal. Weiß, marmoriert, mit Wasserzeichen, angegilbt, verfärbt, angekokelt. Je einzigartiger, desto besser.
    • Euer Zitat kann aus einem Buch, einem Song oder einem Gedicht stammen. Gerne auch in der Originalsprache, der Sprachenlehrer will ja was zum Knobeln und Inspirieren haben.
    • Die Art der Darstellung des Zitates entspricht voll und ganz eurem Geschmack. Egal ob mit Tinte, Brushlettering oder Edding. Ihr habt das völlig in der Hand.
    • Schön wäre, wenn ihr zum Zitat auch in Klammern den Autor hinzufügen könntet, damit ich weiß, welchem Geist die weisen Worte entsprungen sind.
    • Euer fertiges Werk könnt ihr per eMail einsenden oder – mir sogar viel lieber, da persönlicher und ganz und gar analog – postalisch.

    Sobald ich die ersten Zitate beieinander habe, werde ich ans Werk gehen und mir Gedanken machen, wie ich eure Beiträge zusammen mit meinen am sinnvollsten in der Dachschräge arrangiere. Das Ergebnis wird selbstverständlich hier dokumentiert und zur Schau gestellt. Daher:
    Wer Interesse hat, möge sich bei mir per DM bei Twitter oder per eMail melden. Würde mich sehr freuen, von euch zu lesen 🙂
    Und nun Retweet, retweet, retweet!