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    EZcast Update: Android 5-Debakel

    wpid-tempfileforshare.jpgSeit ein paar Monaten arbeite ich mit dem EZcast-Dongle, der von der Leistung mit dem Samsung Allshare Cast Dongle eigentlich gleich aufzieht und recht zuverlässig arbeitet. Das ist umso wichtiger geworden, seit ich mein Samsung S4 mini an einen ahnungslosen dankbaren eBay-er verkauft habe, um mir mit dem G4 von LG endlich mal wieder ein ordentliches Stück Technik zu holen. Nur konnte der Samsung Dongle mit derartiger Fremdhardware nichts anfangen. Mit dem EZcast haben hingegen weder mein Samsung Note noch mein LG4 Probleme. Bis jetzt. Denn seit dem neuesten G4-Update auf Android 5.1 bricht mir die Verbindung zum EZcast immer wieder ein oder verursacht Lags und Frameeinbrüche, die mich an Videoübertragung aus Modem-Zeiten erinnern. Die neueste Version der EZcast Software hat Support von Android 5.0 erst jetzt aufgenommen, von daher kann man davon ausgehen, dass die Unterstützung von Lollipop recht neu ist und über die nächsten Versionen zunehmen stabilisiert wird. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?

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    Schuljahresputz – Teil 3

    avat_freuSo, meine Damen und Herren. Das letzte Kapitel ist aufgeschlagen. Nach außen hin haben wir schon für entsprechend Ordnung gesorgt: Die Schultasche entrümpelt, das Arbeitszimmer und die Wohnung entschlackt… jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Posten: Der Unterricht selber. In den letzten Tagen vor Schulbeginn nehme ich mir immer ein paar Minuten um zu rekapitulieren, was im letzten Schuljahr nicht so geklappt hat. Das kann alles mögliche sein: Methoden, die nicht funktioniert haben, Phasen, die zu viel Zeit in Anspruch genommen haben, Organisatorisches, das einfach nicht klappt, Disziplingeschichten. Kann alles sein, egal: Einfach drauf damit auf eine Liste und dabei bloß kein Blatt vor den Mund nehmen. Letztendlich liest’s ja eh niemand außer man selbst. Wichtig! Beim Selbstgeißeln soll’s nicht bleiben! Lieber drüber nachdenken, wie man Abhilfe schaffen kann. Positiv denken, Konsequenzen draus ziehen!
    Hier mal ein Auszug aus meiner privaten Büßerkartei mit angehängten Gedanken zur Besserung:
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    Vielleicht habt ihr ja ähnliche Baustellen wie ich? Oder gänzlich andere, bei denen sich der eine oder andere Blick lohnen würde. Lasst es mich einfach in der Kommentarleiste wissen. Dann starte ich aufgeräumter ins Schuljahr denn je!

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    Schuljahrsputz – Teil 2

    avat_freuHier ist er nun: Teil 2 meines Ausmistrituals. Vieles davon ist eigentlich recht naheliegend, aber ich ertappe mich jedes Jahr aufs Neue dabei, dass ich gewisse Posten einfach auslasse. Von daher soll dieser Post mir auch über die Jahre als Mahnmal dienen, ja nichts auszulassen 🙂
    Wir bewegen uns in konzentrischen Kreisen weg vom Zentrum des Chaos – meiner Schultasche – hin zum nächsten Gewusel: Dem des Arbeitszimmers.

    Ordnung im Bücherregal
    Bücher, Ordner und Reader werden bei mir jeden September genau unter die Lupe genommen. Erstere werden, sofern aussortiert, erst noch einmal zur Seite gelegt. Vielleicht kann man dem einen oder anderen Kollegen eine Freude machen (nota bene: Altphilologen LIEBEN alte Bücher. Jede modriger, desto ui!). Ordner und Reader werden bei mir nicht so schonend behandelt und landen recht schnell beim Altpapier – vor allem, wenn es sich dabei um obsolete Studienunterlagen handelt (z. B. Erziehungswissenschaften *hust*).
    Auf diese Weise werde ich zu Beginn des Schuljahres schon immer eine Menge Papier los. In der Regel 2-3 Kilo. Das schafft schon mal ordentlich neuen Stauraum.

    Ordnung auf dem Konto
    Hier lohnt sich der Blick eigentlich regelmäßiger als einmal im Jahr. Aber so richtig zum Ausmisten komme ich hier immer nur in den Sommerferien: Welche Abos oder Versicherungen zwacken monatlich Geld ab, die ich eigentlich gar nicht (mehr) brauche? Da findet sich immer ein Posten, den man abstellen und kündigen kann. Dieses Jahr ist es z. B. ein Zeitschriften-Abo vom Magazin Schule, das ich über Jahre gelesen habe. Mittlerweile finde ich aber kaum noch Zeit dazu. Die Ausgaben stapeln sich unberührt im Schrank. Also weg damit.

    Ordnung im Technikpark
    Auch mein Gerätepark wird vor dem Schuljahr einer gewissen Revision unterzogen. Technikaffine Herr- und Frauschaften verlieren bei der Anzahl ihrer ganzen Gedgets gerne mal den Überblick. Da gehörte ich auch lange dazu, bis ich auch hier mit dem Aussortieren anfing. Es gibt immer Geräte, von denen ich mir persönlich mehr erhofft habe und die nun einfach selten oder gar nicht mehr benutzt werden. Weg damit und ab zu eBay oder den Wertstoffhof! In erstere Kategorie fällt bei mir dieses Jahr z. B. die Samsung Gear Fit, die erst vier Monate alt ist. Der tatsächliche Zusatznutzen dieser Fitness Watch ist bei mir minimal: Laufstrecken messen kann das Smartphone auch ohne Uhr, und um rauszufinden, dass mein Puls beim Joggen zu hoch ist, brauche ich keinen Pulsmesser am Handgelenk. Das verrät mir mein Körper irgendwann selbst. Nämlich dann, wenn ich mit der Zunge den Asphalt schrubbe.

    Ordnung im Kleiderschrank
    Das kennen wir ja schon lange aus den Berichten im Frühstücksfernsehen, wenn der Frühling vor der Tür steht. Und sie haben Recht: Alles, was länger als ein Jahr nicht getragen wurde, kann eigentlich raus aus dem Kleiderschrank. Darunter fallen die Mottoshirts aus dem Grundstudium, die Skaterhosen aus den 90ern oder das Schul-T-Shirt – aus der Zeit, als man SELBER noch Schüler war…

    Ordnung überall!
    Natürlich geht so eine Reinemach-Aktion nicht von heute auf morgen. Bei mir dauert die Chose gerne mal zwei Tage, aber es lohnt sich. Vor allem wir als Lehrer laufen dank eines immer prall gefüllten Arbeitszimmers, das in die Wohnung integriert ist, immer ein bisschen Gefahr, von den eigenen Habseligkeiten erdrückt zu werden. So gewinnt man wieder gut die Oberhand über seinen Hausstand, lässt Altes im wahrsten Sinne des Wortes hinter sich – und bekommt Kopf und Umgebung frei für Neues.
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    Schuljahrsputz – Teil 1

    avat_freu

    Alles neu macht der… äh… September. Zumindest bei uns Lehrern in Bayern. Die Akkus sind dank der Sommerferien wieder voll aufgeladen, das Pädagogenvolk strotzt nur so vor Energie und will loslegen. Und das möglichst ohne Altlasten. Dazu gehört es auch, sich gewisser Dinge aus dem letzten Jahr zu entledigen. Ich komme zu so etwas erst gegen Ende der Sommerferien, wenn ich entsprechend Abstand gewonnen habe – und mache gerne ein großes Ritual daraus, an dem ich den geneigten Leser dieses Mal teilhaben lasse. Ich arbeite mich dabei eigentlich immer in konzentrischen Kreisen von innen nach außen und beginne immer im kompaktesten Chaos: Nämlich dem in meiner Schultasche…

    Das (Ein-)Ordnen der letzten Unterrichtsmaterialien
    Vor allem wenn’s um das übrig gebliebene Unterrichtsmaterial der letzten Schultage geht, wo die Motivation ja ohnehin langsam Richtung Untergeschoss tendiert, war das Procedere für mich früher eine zeitraubende Tortur: Alte Unterlagen wurden weggeworfen, die übrigen Arbeitsblätter in die entsprechenden Klarsichttüten eingeordnet und in Klassenordner eingeheftet, ein neuer Schwung Stifte und Kreide besorgt, dazu wieder mal eine Handvoll Folienstifte samt dazu gehöriger Folien… Es wollte einfach kein Ende nehmen. Heute geht zumindest dieser Punkt rasend schnell. Da ich die Unterrichtsvorbereitung mittlerweile komplett digital mache, wird das Notizbuch, in dem die letzten Stunden zu finden sind, in Evernote kurzerhand gelöscht. Das geht in 10 Sekunden vonstatten. Job done. Und das in ca. 20 Sekunden.

    Das Ausmisten der Schultasche
    Über das Jahr landen immer wieder Sachen in der Schultasche, die man über die Monate als unnötigen Ballast rumschleppt. Wenn man hier nicht regelmäßig nach dem Rechten schaut, hat man irgendwann unfreiwillig einen kompletten Hausstand dabei. Ich hab mal alles aus der Schultasche rausgeworfen, was nach dem Ausmisten von Schritt 1 übrig blieb. Seht es euch nur an, das nackte Elend:

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    The Horror! THE HORROR!

    Jedes Jahr aufs Neue fische ich Unmengen an Zeug aus meiner Tasche, das ich im Unterricht oder Lehrerzimmer unbewusst in irgendein Fach hineinpacke. Aus einem Zeug wird mehr Zeugs. Aus mehr Zeugs ein Zeugnis. Nämlich das meiner Unordnung. Dieses Jahr will ich aber nicht klagen, sondern mich quasi katharsisch geißeln. Jedes dieser Utensilien wird separat einer Untersuchung unterzogen und – sofern nicht gebraucht – entweder entsorgt oder an einem Ort deponiert, wo es einen Sinn hat. Ganz nach einem Mantra, das mich seit Simplify your Life von Küstenmacher/Seiwert begleitet:

    „Alles hat einen Platz. Alles hat seinen Platz.“

    Na dann mal los. Was ließ sich alles aus den Tiefen meiner Tasche fischen?listeDamit ist jetzt eigentlich alles rausgeworfen, was in meine Tasche nicht reinkommt. Übrig bleiben die absoluten Basics, die ich für den reibungslosen Unterrichtsverlauf auch tatsächlich benötige. Vorsatz für 2015/16: Nicht mehr in die Tasche als hier dargestellt.SDC14494
    Sieht ja ganz überschaubar aus, oder? Na fein, damit ist die Tasche aka die Wurzel allen Übels gesäubert. Dann widmen wir uns doch mal Teil 2 des Reinemachens. Seid ihr dabei?

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    Retrospektive 2014/2015

    avat_jubeSo, und wieder ein Jahr vorbei! Während die anderen Lehrer schon längst in vollständiger Tiefenentspannung verweilen, geht es mit den Ferien in Bayern jetzt erst los. Was für ein Schuljahr! Und wie immer steht am Ende bei mir kleine Retrospektive, um das alte Schuljahr Revue passieren zu lassen und auch gedanklich einfach abzuschließen. Natürlich auch mit dem Hintergedanken, die Dinge, die jetzt nicht so optimal liefen, im nächsten Jahr besser zu machen. Passiert ist viel.

    • Mein Setup  ist weiter optimiert worden. Der Samsung Dongle flog aufgrund des ständigen Kabelgewirrs raus und wurde durch den EZcast ersetzt, der mich für die Zukunft von der Hardware-Diktatur Samsungs befreit. Denn den Miracast-Standard, über den der EZcast sendet, beherrschen sämtliche Android-Geräte ab einer bestimmten Version. Sollte also das nächste Tablet (eher unwahrscheinlich) oder das nächste Smartphone (deutlich wahrscheinlicher) nicht von Samsung sein, lässt sich das neue Gerät problemlos ins aktuelle Setup einbauen.

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      Im Setup etwas ausgemistet. Und mir einen feschen Handbeamer in die Tasche geholt 🙂

      Der EZcast selber verrichtet nach wie vor seinen Dienst. Die ganzen Unkenrufe, die dieses chinesische Produkt gerne mal zu hören bekommt, kann ich derzeit nicht bestätigen. Gelegentliche Aussetzer gab es über das Schuljahr zwar schon, aber die waren beim Samsung Dongle auch das eine oder andere Mal zu spüren. Ganz interessant: An einem besonders heißen, schwülen Tag Anfang Juli hat der EZcast seinen Dienst hartnäckig verweigert. Weiß jetzt nicht, ob das Zufall ist, aber eventuell ist der Einfluss der Umgebungstemperatur tatsächlich ein Faktor, der den kleinen Streaming-Wicht stresst.

    • Der Bildungsauftrag entgleitet dem bayerischen Lehrer jedes Jahr aufs Neue, wenn alle Noten gemacht sind. Stattdessen darf man sich als Dompteur und Organisator beweisen, wenn es um die ganzen Zusatzaufgaben geht, die nach dem berühmten Notenschluss anfallen: Schülerbemerkungen fürs Zeugnis tippen, Noten nachrechnen, Noten eintragen, Zeugnisbemerkungen seiner eigenen Klasse verfassen, Bemerkungen und Noten ins System eingeben, Organisation eines Ziels für den Wandertag, Schreiben und Verteilen eines Elternbriefes zum Wandertag, Geld einsammeln für den Wandertag, Durchführung des Wandertages, Elternbrief für den Museumstag, Einsammeln von Geld für den Museumstag, Durchführung des Museumstages, nebenher Zeugnisentwürfe ausdrucken und Korrektur lesen, nochmaliges Ausdrucken der Zeugnisse und Korrekturlesen, Unterschreiben und Siegeln der Zeugnisse, beim Aufbau des Sommerfestes helfen, sich am Abiturscherz zum Affen machen, sich zum Abiball schick machen und dort erscheinen…
      Die Liste ließe sich wunderbar fortsetzen. Natürlich fällt zu den meisten dieser Veranstaltungen ordentlich Unterricht aus und lässt auch die häusliche Vorbereitung mächtig zusammenschrumpfen. Aber an den einen oder anderen Tagen hätte ich ernsthaft lieber gerne vier Stunden regulär Unterricht vorbereitet und durchgeführt anstatt mit 32 Fünftis von Pontius und Pilatus zu wuseln. Zum Glück mach ich das schon ein paar Jahre und kann daher den Junglehrern künden, dass man dieses Herumeiern zum Jahresende von Mal zu Mal lockerer hinnimmt – ganz egal, wie stressig sich das aktuell anfühlt. Mein Credo: Letztendlich ist’s halt „nur“ Schule…
    • Wo wir gerade bei Sachen sind, die stressen: Was ich wirklich bis heute einfach nur halbscharig hinbekomme, ist die rechtzeitige Abgabe von Schulaufgaben. Dieses Einsammeln und Hinterherrennen von Arbeiten, das alphabetische Ordnen und Versehen mit einem Erwartungshorizont… Ich find das alles ganz furchtbar. Dabei bemühe ich mich immer wieder aufs Neue, rechtzeitig alles einzureichen, aber vor allem zu Hochzeiten liegt das gerne mal länger auf Eis als es eigentlich sollte.
      Ein Hauptproblem ist, dass ich die Erwartungshorizonte immer handschriftlich mache, nach diesen korrigiere und diesen dann erst beim Einreichen der Schulaufgabe abtippe. Dabei könnte ich mir so viel an Zeit und Nerven sparen, wenn ich den Erwartungshorizont gleich beim Erstellen der Schulaufgabe mittippen würde – wozu ich mich nächstes Jahr wirklich mehr zwingen möchte. Ihr seht, Einsicht ist der erste Weg zur Besserung 😉
    • Die Einstellungssituation von Junglehrern am Gymnasium ist leider nach wie vor traurig, da bei den aktuellen Staatsnoten kaum Planstellen rausspringen – trotz großspuriger Schlagzeilen, die leider nur die anderen Schularten betreffen. Das hat spürbare Konsequenzen auf das Arbeitsverhalten der Referendare im Kollegium, das sich tatsächlich zu wandeln beginnt. War in den letzten Jahren aufgrund der angespannten Einstellungssituation noch entsprechender Kampfgeist in Aktivitäten und Engagement zu spüren, mischt sich mittlerweile eine gehörige Portion von Resignation dazu. Viele Junglehrer gehen schon gar nicht mehr davon aus, überhaupt noch im System unterzukommen und arbeiten daher oft nur noch vor sich hin, ohne einen Sinn in ihrem Tun zu sehen. Absolut traurig, wenn ich sehe, was für Damen und Herren noch vor sechs Jahren alleine in Latein mit Planstellen gesegnet wurden – Leute, die mit 3,4 gerade so durchs erste Staatsexamen gerutscht sind. Und die sitzen nun fest im Sattel, während Leute mit aktuellen Schnitten von 1,4 auf der Straße stehen. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – kann das wirklich die Devise für die Versorgung von Lehrern sein?
    • Dieses Jahr habe ich wieder eine Menge neuer Sachen kennengelernt, die ich unbedingt für meinen Unterricht nutzbar machen möchte. Sehr vielversprechend erscheinen mir für gewisse Zwecke Sketchnotes, allerdings hindert mich mein Perfektionismus daran, meine Kunstwerke in der eigentlich veranschlagten Zeit fertigzustellen. Ich sitze stundenlang an meinen Entwürfen und verliere mich darin. Das ist einerseits wahnsinnig entspannend, aber sehr zeitraubend. Ich hoffe, dass es durchs Üben besser wird.
    • Fürs nächste Jahr werde ich mal ein bisschen in das Flipped-Classroom-Prinzip schnuppern und mich auch um entsprechendes Material bemühen – für mich wieder eine Gelegenheit, gefährlich viel Geld für Equipment auszugeben…
    • An keinem Jahr wie diesem merke ich, wie wichtig für das berufliche Seelenleben ein funktionierendes menschliches Miteinander ist: Ein Kollegium, das sich toll miteinander versteht, ohne dass sich Grüppchen separieren, ein Chef, der zu seinen Leuten volles Vertrauen hat und ihnen den Rücken stärkt, eine gut gehende, freundliche Kommunikation zwischen den Lagern – all das prägt den Schulalltag überall, und wenn’s irgendwo zwickt, hat das unmittelbare Auswirkungen auf den Schulkörper, um mal bei Livius‘ Magenparabel zu bleiben. Zum Glück sind meine Kolleginnen und Kollegen ausnahmslos toll, und der Chef ein herzlicher Papa, mit vollstem Vertrauen in seine Kinder. Ich kann mich glücklich schätzen, in einer Schule zu arbeiten, in der die Chemie einfach stimmt. Man geht einfach gerne zur Arbeit!
    • Im Vergleich zum letzten Jahr ging mein Videospiel-Konsum noch ein gutes Stück zurück und tendiert aktuell fast gegen Null. Ich hänge irgendwo bei Assassin’s Creed 3 fest. Viel Lust weiterzumachen habe ich irgendwie nicht. Das Spiel hat deutliche Längen, die wirklich nerven. Ob mir 2015/16 ne neue Konsole ins Haus kommt, ist noch sehr unsicher. Da stehen ganz andere Sachen auf der Priority List.
    • Die Arbeit mit Schülern macht von Jahr zu Jahr mehr Spaß, wenn das Fachliche nicht mehr wie im Referendariat alles andere überstrahlt, wo man zu Beginn vorrangig damit beschäftigt ist, seinen Unterricht auf die Reihe zu bekommen. Je mehr dieser Teil zum Tagesgeschäft wird, bietet sich immer mehr Raum, mit den Großen und Kleinen auch persönlicher zu werden. Vor allem in diesem Jahr hatte ich viele tolle Begegnungen mit Schülern, die mich nachhaltig bewegt haben. Es sind diese Momente, die einem Lehrer zeigen, dass man im Leben seiner Schützlinge nach wie vor wichtig ist und seinen Job irgendwo richtig macht.
    • Trotz allem merke ich auch dieses Jahr, dass Bildung immer noch an soziale Stellung geknüpft ist. Schüler, in deren Familie kein Wort Deutsch gesprochen wird, können sich bei uns an der Schule nur für ein paar Jahre halten, ehe sie in eine andere Schulart wechseln müssen. Deutsch ist nach wie vor ein Hindernis, das es zu meistern gilt. Und ohne zusätzliche finanzielle Anstrengung durch die Familien, die oftmals das Geld dazu nicht haben, ist das in der Regel kaum zu schaffen…

    Man sieht, es gibt auch im nächsten Jahr Raum für weitere Optimierung: Am Unterricht, am Setup, an sich gibt’s immer was zu tun. Für jetzt ist das Kapitel 14/15 aber geschlossen. Jetzt bleibt nur noch, die Wohnung von dem Mief der letzten stressigen Wochen zu befreien – und dann die Akkus wieder aufzuladen.
    Erholt euch gut!
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    Retrospektive 2013/2014

    avat_jubeWährend sich ein Großteil Deutschlands vermutlich schon wieder im letzten Drittel der wohlverdienten Sommerferien wähnt, geht’s in Bayern erst dieser Tage so richtig los. Sie sind wie immer heiß ersehnt – in diesem Jahr ganz besonders. Deswegen will ich auch dieses Jahr ganz kurz innehalten, um über das letzte Schuljahr zu reflektieren. Da das erst meine zweite Retrospektive in Blogform ist, hoffe ich, dass sich die Wiederholungen in Grenzen halten. Wer das selber nachprüfen möchte, möge sich die Retrospektive des Vorjahres durchlesen

    • Ich darf dieses Jahr stolz verkünden, keinen Tag krankheitsbedingt gefehlt zu haben. Wo bleibt der Schampus? Wo bleibt die Tanzeinlage? Wo die herzliche Umarmung des Kultusministers? Oh…
    • Meinen Vorsatz, es in diesem Schuljahr etwas langsamer anzugehen, durfte ich angesichts der diesjährigen Arbeitsbelastung auf Eis legen. Vielleicht war es naiv, anzunehmen, bei einem Stundendeputat, das zu 70% Oberstufenunterricht mit Fokussierung auf das Abitur beinhaltet, den Stress einfach mit einer Hand von der Schulter wischen zu können. Well, you live and learn… Wen übrigens die Arbeitsbelastung interessiert, kann gerne im Archiv und beim Lehrerfreund nachlesen, der die Aufstellung thematisiert und damit eine gewaltige Diskussion vom Zaun gebrochen hat.
    • Wieder mal war das Schuljahr geprägt von den immer noch anhaltenden Querelen. G8 in Bayern ist immer noch ein Streitpunkt, zu dem jeder Bürger eine Meinung haben möchte. So scheint es zumindest. Denn bietet man Möglichkeiten an, aus den acht Jahren neun zu machen, nimmt sie keiner in Anspruch. So zum Beispiel das Flexijahr, das die Stundenplaner der Schulen in den Wahnsinn treibt. Das Konzept, einzelnen Schülern in Problemfächern das halbe Lerntempo in individuellen Stunden zu ermöglichen, ohne sie dabei aus der Klassengemeinschaft herauszureißen, ist nur mit viel organisatorischem Aufwand möglich – und wird von so gut wie keinem an unserer Schule genutzt (aktuell: 2 Schüler). Ähnliches Bild beim Volksbegehren der freien Wähler Anfang Juli, in dem die Bürger wählen konnten, ob Schulen künftig G8, G9 oder gar beides anbieten sollen. Die Beteiligung war bis zum Ende lächerlich niedrig (gerade mal 3%). Offensichtlich ist das Thema doch nicht so eklatant wichtig, wie’s in den Medien immer gekocht wird…
      Da stellen wir uns als Lehrer die Frage: Wieso wird in den Medien so viel über unser angeblich defizitäres gymnasiales Schulsystem gelästert, wenn sich dann wieder keiner beteiligt, sobald es eine ECHTE Möglichkeit der Veränderung gibt? Die Chance ist jetzt vertan. Deswegen lasst uns jetzt endlich mit den ständigen Querelen in Ruhe und unsere Arbeit tun.
    • Abiturprüfungen ohne Verschnaufpause in ein paar Wochen zu packen, ist eine Zumutung – für alle Seiten. Mit den Augenringen, die ich in dieser Zeit zu sehen bekommen habe, könnte man stundenlang Hoola-Hoop spielen. Aber wer will das schon?
    • Meine Videospiel-History ist auch in diesem Jahr sehr überschaubar. Von den großen Blockbustern rotierte lediglich das mächtige Batman: Arkham Asylum im Laufwerk. Ansonsten waren es eher kleine Häppchen aus dem Download-Bereich. Ron Gilberts The Cave war eine wunderbare Reminiszenz an vergangene Adventure-Tage. Völlig überrascht hat mich die Reihe zu The Walking Dead. Was Telltale Games mit der Zombie-Saga an Emotionen an mir herausholt, ist phänomenal. Selten wurde ich vorher vor derartige Dilemmata in einem Spiel gestellt. Und jede Entscheidung tut auf irgendeine Weise weh, weil sie damit das Schicksal eines anderen Charakters besiegelt. Unbedingt mal ausprobieren!
    • Das im November abgehaltene Probe-Abi war gut gemeint, geriet aber wegen der durchwachsenen Ergebnisse zur Farce. Mit der offiziellen Lösung war keiner so wirklich zufrieden. Viel Arbeitsaufwand und am Ende größtenteils umsonst. Für Schüler wie auch Lehrer.
    • Viele Schülerschicksale sind nach wie vor niederschmetternd. Auch dieses Jahr gab es wieder eine ganze Reihe von Kindern, denen man als Verbindungslehrer nicht mehr bieten kann als ein Ohr. Sozialpädagogen, die sowohl die nötige Ausbildung als auch die nötige Zeit mit sich bringen könnten, um sich mit diesen Schülern in angemessener Weise zu beschäftigen, sind auf den Gymnasien leider nach wie vor sehr rar. Dabei haben wir die einen oder anderen Brandherde mittlerweile genauso wie an jeder anderen Schule.
    • Insgesamt merke ich zum ersten Mal dieses Jahr, wie wichtig es ist, mit seinen Kräften hauszuhalten. Wenn selbst Lehrer wie Nicholas Provenzano, einer der progressivsten Vollblutlehrer, die ich kenne, auf einmal von Depressionen geplagt wird, ist es Zeit umzudenken. Schule darf nicht alles werden.
    • Die digitale Umstellung macht mir nach wie vor viel Spaß. Ich lerne täglich dazu und komme teilweise auf ganz neue Möglichkeiten. Wenn man die ausgetretenen Pfade mal verlassen hat, kommen diese Ideen von ganz allein.
    • … und was mir nicht einfällt, das lehrt mich der Edchat im Handumdrehen. Das Format, das Thorsten und André Anfang September nach Deutschland gebracht haben, ist ein rasantes Chatformat, in dem man einmal die Woche in 60 Minuten zu einem vorher festgelegten Thema in sechs Kernfragen plaudert. Großartig!
    • Mit Moodle kann ich mich langsam, aber sicher anfreunden. Als Plattform finde ich das Ding etwas sperrig. Man muss schon einiges an Zeit investieren, um zu verstehen, was alles möglich ist. Aber hat man es erstmal soweit, ist es ein durchaus nützliches Tool.
    • Das liegt vor allem auch an dem neuen Hardware-Gespann, mit dem ich meinen Unterricht gestalte. Nachdem ich mein HTC Flyer mit Hass und Häme aus meinem Setup verbannt habe, kam mir ein Samsung Note 8.0 ins Haus bzw. in die Tasche. Nebst wLan-Dongle, der 1A-Screening vollführt. Komplett ohne lästige Kabel!
    • Die Anzahl an neuen und nützlichen Tools ist schwindelerregend. Zum Glück kann ich durch meine Twitter-Kollegen den Überblick behalten…
    • Insgesamt hat sich im letzten Jahr mein Ton in den Beiträgen etwas verändert. Ich hab das Gefühl, in den letzten 10 Monaten überwiegend nachdenkliche bis kritische Artikel verfasst zu haben. Das gibt mir insgesamt einen guten Eindruck, dass dieses Schuljahr doch recht anstrengend war. Ich hoffe, das ist kein Abwärtstrend, sodass ich mich jedes Jahr im Schwarzmalen aufs Neue übertreffe…

    >Naja, jetzt wird erstmal ausgespannt. Deswegen verzieht sich der Herr Mess jetzt erstmal für zwei Wochen in den wohlverdienten Ausspannurlaub, der digital sehr entschleunigt vonstatten gehen dürfte. Neue Artikel gibt’s daher wohl auch erst wieder hinterher. Aber ich habt ja hoffentlich jetzt auch Besseres zu tun, als den lieben langen Tag was über Schule zu lesen. Geht raus! Genießt die Sonne, solange sie sich noch zeigt!
    Valete!
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    All work and no play

    avat_traurigKurz vor den Ferien zieht der Schulkosmos nochmal alle Register, um seinen Beteiligten das Fürchten zu lehren. Vor allem die Oberstufe ächzt gerade über den engen Terminplan: Vor den Osterferien müssen alle Klausuren geschrieben, von uns korrigiert und herausgegeben sein. Dann kommen die Osterferien und schließlich das für die Schüler sagenumwobene Finale, auf das sie seit nun mehr 12 Jahren hinarbeiten: Das Abitur.
    Während für die Leute in der Zwölften diese Zeit durchaus etwas Tragisch-Magisches hat – immerhin befinden sie sich auf der Zielgeraden und genießen es trotz des Stresses, in der Schülernahrungskette mittlerweile ganz oben angelangt zu sein – ist das für uns Lehrer mittlerweile Alltag. Und der muss auch fernab von Q12 weitergehen. In Zeiten von gesteigertem Korrekturaufwand direkt vor dem Abitur eine durchaus stressige Zeit. Aber wie stressig? Ist der Stress systemisch oder selbst auferlegt? Um das zu überprüfen, hab ich mir eine der letzten Wochen mal herausgepickt und so gut es ging protokolliert. Das Ergebnis stelle ich hiermit mal öffentlich, damit auch Fachkollegen den einen oder anderen Tipp haben, wie ich eventuell effizienter arbeiten kann. Zum anderen bietet das auch mal wieder Gelegenheit, um mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen (oder um sie zu zementieren). Klar werden davon auch eingefleischte Kritiker nicht überzeugt sein und fleißig Häme versprühen. Aber die ließen sich auch nicht umstimmen, wenn man mit einer Videokamera bewaffnet die folgenden Tage abgeschrieben wäre. Sei’s drum, los geht’s:
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    • Regulärer Unterricht von 8.00 bis 13.00. Dazwischen:
    • Freistunde 10.45-11.30: Schulaufgaben geordnet, Oberstufennoten eingetragen, im P-Seminar nach Bewertung gefragt. Erwartungshorizont für Q12 Latein ausgedruckt, Klausur Q12 Englisch alphabetisch geordnet und mit Erwartungshorizont an die Fachleitung übergeben
    • Präsenzstunde: Präsenzstunde, in der ich eine Nachholschulaufgabe für die fünfte Klasse erstellt habe.
    • 13.15-14.00: eigentlich frei, aber Gespräch in der Funktion als Verbindungslehrer mit einer Schülerin in der Mittelstufe, die sich nach Angaben ihrer Freundinnen etwas antun will. Unangenehmes Thema, das einen auch lange nach Schulschluss begleitet.
    • 14.00-14.45: nachgeholte Lateinschulaufgabe geschrieben.

    Aufbruch nach Hause.

    • Ankunft gegen 15.15
    • Kaffee: 15.30
    • Vorbereitung 15.40 -17.00 (heute recht kurz)
    • 17.00-17.30: Korrektur der Latein SA 

    17.30-18.45 Einkaufen und Abendessen, Kaffee und los geht’s

    • 19.10 Bewertung der Portfolios des P-Seminars – 21.57

    11h 10min

    friday

    • 8.00-11.30: Unterricht
    • 16.30-18.10: Erste Unterrichtsvorbereitungen für Montag
    • 21.20-22.52: Weitere Bewertung des P-Seminars

    6h 40 min

    Saturday2

    • 10.05-11.21: Korrektur der Lateinschulaufgabe
    • 11.30-11.40: Exkursion fertigmachen
    • P-Seminare: Wertungsbögen finalisieren
    • 13.45.16.12:  Unterrichtsvorbereitung
    • 16.53-17.17: P-Seminarbewertungen

    4h 17min

    sunday2

    • 10.40-13.38: Unterrichtsvorbereitung
    • 13.53-14.10: Ordnen der Unterlagen
    • 14.30-15.26: Korrektur der Schulaufgabe meines Referendars

    4h 13min

    monday2

    • Vorbereitung: 16.00-19.10

    10h 10min

    tuesday2

    • 8.00-16.00: Unterricht mit einer Freistunde, die für eine Vertretung draufging
    • 16.00-17.45: Schreiben der Zertifikate für das P-Seminar
    • 18.16-20.00: Unterrichtsvorbereitung
    • 20.00-21.00: EdChatDE (Fortbildungsveranstaltung 🙂

    12h 29 min

    Wednesday2

    • 8.00-13.00: Schule
    • 13.15-14.00: Lerncoaching als Verbindungslehrer für einen Schüler, der sich beim Lernen zunehmend schwer tut
    • 14.00-16.15: Fertigstellung der P-Seminarzertifikate

    Ankunft zuhause 17.00

    • 17.20-19.30: Unterrichtsvorbereitung (nach Kaffee) 

    9h 50min

    Am Ende 58h 42 min

    Das Ergebnis hat mich gelinde gesagt überrascht. Ich wusste schon, denn ich wohl mehr mache als der klischeebeladene Schwellenpädagoge, aber fast 60 Stunden? Respekt. Zum Glück läuft nicht jede Woche so, aber zu gewissen Hochzeiten wird mit entsprechenden Arbeitszeiten öfters mal zu rechnen sein (Zeugnis, Abitur, Notenschluss, Maiwarnungen).

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    Gut gebrüllt, Löwe: Wörterlernen mit Leo

    Alte Besen kehren ja besonders gut. Vor allem, wenn man viel zu spät merkt, dass der Besen in Wirklichkeit ein Schweizer Taschenmesser ist. So ist es mir jüngst geschehen mit einer Seite, die vermutlich jeder Fremdsprachenlehrer als Student oder Lehrer schon einmal bemüht hat: Leo.
    Ich selber bin in meinem Studium nur sehr beiläufig mit Leo in Berührung gekommen. Bis zum Hauptstudium waren es hauptsächlich Lexika und Lernwortschätze, mit denen ich meine Vocab-Fähigkeiten erweitert habe. Naja, das und Vokabelkärtchen. Ich selber bin ein großer Fan davon. Über das Studium habe ich bestimmt eine ungelogen fünfstellige Anzahl an diesen kleinen Helferlein angefertigt (mit dem Ergebnis, dass ich eine gewisse Menge bis heute an den unmöglichsten Stellen finde). Denn sie vereinen gleich mehrere Vorteile in sich:

    • Änderung der Abfolge der Vokabeln ist jederzeit möglich.
    • Aufteilung von gewussten und ungewussten Vokabeln ist machbar, um sich in einem zweiten Anlauf ausschließlich den nicht-gewussten Wörtern zu stellen.
    • Man kann eine gewisse Menge zum häppchenweisen Lernen einfach und jederzeit herausnehmen.
    • Wenn nötig, lassen sich auf den Karten Kommentare, Merkhilfen oder Zeichnungen unterbringen.
    • Die motorische Repräsentation durch das Verschriftlichen hilft beim Lernen.
    • Man kann in beide Richtungen abfragen.

    Und all das bietet auch Leo.  Dafür muss man sich allerdings erst einmal registrieren. Hat man dann eine ungewusste Vokabel nachgeschlagen, bietet Leo per Mausklick die Möglichkeit, die Vokabel in einer individuellen Liste abzuspeichern. So entsteht über Tage, Wochen, Monate, Jahre ein kleines eigenes Vokabelheft.
    Leo-abspeichern
    Damit nicht genug: Es werden auch mehrere Möglichkeiten geboten, über den sog. Trainer diese Wörter einzulernen und zu üben.
    Trainer
    Nach Auswahl eines entsprechenden Wortschatzes, der aus den abgespeicherten Vokabeln besteht, werden verschiedene Methoden zur Auswahl geboten, mit der sich die Vokabeln präsentieren und abfragen lassen.
    Üben
    Natürlich ist das Lernen vor einem Bildschirm am heimischen Computer gerne etwas umständlich. Wie praktisch, dass es von Leo auch eine App gibt, die auf dem Smartphone installiert und mit den abgespeicherten Wortschatzlisten kommunizieren kann.
    In den Optionen lassen sich Abfragemenge, Abfragerichtung (Englisch – Deutsch oder umgekehrt) und Art der Vokabeln auswählen (die neuesten Vokabeln, die älteren, die härtesten Nüsse etc.), und schon kann man loslegen.

    Screenshot_2014-03-22-17-58-07

    Bei Bedarf werden die Vokabeln noch einmal vorgelesen. Auch sehr clever: Wer statt Einzelvokabeln die Wörter lieber in einem Satzzusammenhang lernen möchte (hilft mir persönlich ganz besonders beim Lernen), hat die Möglichkeit, Merkhilfen als individuelle Kommentare zu den entsprechenden Vokabeln abzulegen. Bei der Abfrage kann man mit einem Fingertipp auf selbige zurückgreifen. Alles sehr komfortabel. Am Ende informiert Leo den Benutzer über seinen Lern(miss-)erfolg und gibt ein kurzes Feedback ab.
    Eine wirklich clever gemachte Lösung, die so manches kommerzielle Produkt alt aussehen lässt. Nur schade, dass es das nicht für Latein gibt..

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    Lehrerblogs 2014

    avat_freuWas ein Theodor Fontane kann, kann Fontanefan schon lange: Er dichtet, und alle hören zu. Wie vor ein paar Tagen, als er zu einem Projekt aufrief, um die unterschiedlichen Lehrerblogs, die in diesem Jahr betrieben werden, vorzustellen und zu nominieren. Dem Ruf sind viele gefolgt, wobei Herr Rau den wohl mit Abstand zauberhaftesten Einfall hatte. Der hat nämlich seine Auswahl kurzerhand in ein selbst erstelltes Sammelquartett gepackt, von dem ich auch Teil sein darf – was mich überaus stolz macht.

    Zu so viel Kreativität bin ich dieser Tage leider nicht fähig. Die letzten acht Wochen, die bei uns zwischen Weihnachten und den jetzigen Ferien lagen, waren ganz schön hart, sodass ich mich dieser Tage in einem Zustand des otium befinde, für den mich jeder Epikureer beneiden, und ein Stoiker verprügeln würde. Diese geruhsame Lethargie kann allerdings nicht ewig andauern. Sie muss aufhören. Und zwar jetzt. Deswegen präsentiere ich anbei ein paar zusätzliche Blogs, bei denen ich regelmäßig vorbeisehe:

    • Frau Henners Grüße aus der Provinz: Bei Frau Henner auf dem Lande ist die Welt noch in Ordnung – möchte man meinen. Wer Genaueres herausfinden will, muss bei ihr vorbeischauen und einiges an Zeit mitbringen. Denn Frau Henner blogt regelmäßig und so liebevoll, dass man Stunden mit dem Lesen beschäftigt ist – so geht’s mir zumindest. Nur schade, dass die blogpost-Plattform beim Kommentieren etwas zickig ist. Dieses ständige Eingeben von Sicherheitscodes nervt. Vielleicht können wir sie gemeinsam zum Umzug „motivieren“ 🙂
    • Lehrer aus Leidenschaft: Erst seit ein paar Wochen auf Sendung, aber jetzt schon ungemein süffig zu lesen. Und das nicht nur wegen meines Abend-Ramazotti, der gerade neben mir auf dem Tisch steht.
    • Educating Emma beschreibt den Wahnsinn des Referendariats in ungeschönter Brutalität. Teilweise macht mich das Gelesene so sprachlos, dass ich gar nichts darauf antworten kann. Leider hat sich die Autorin aus der Lehrerblog-Auswahl zurückgezogen – nichtsdestotrotz möchte ich ihren Blog vorgestellt haben, denn er zeigt in ungekünstelter Weise auf, was für einem Druck der Lehrernachwuchs oft ausgesetzt ist in einem System, das keinen Widerspruch oder gar Scheitern duldet.
    • Erst seit Kurzem sehr rege besucht, ist Bob Blume und sein Blog, der weit über die Themen eines üblichen Lehrerblogs hinausgeht. Die für uns praeceptores relevanten Artikel findet man wohl am ehesten hier. Die Artikel sind sehr intelligent geschrieben und überaus kritisch, wie z. B. die Blogparade zum ZDF-Bericht der Versager im Staatsdienst sehr deutlich macht.
    • Frau Hilde und ihr Blog bräuchte eigentlich keine Werbung. An den zahlreichen Kommentaren gezählt, dürfte Madame schon eine entsprechend große Fanbasis aufweisen. Wer sie allerdings noch nicht kennt, dem sei hiermit ein Vorbeischauen angeraten: Egal ob es über verkorkste Geschichtsstunden, Tafelbilder mit Phalli oder der kaputten Heizung in den heimischen vier Wänden geht. Die Ups and Downs sind wunderbar charmant geschrieben, sodass man den Blog immer mit einem Lächeln auf den Lippen verlässt. Wollen wir wetten?

    Natürlich gäb’s noch eine Reihe anderer Blogs. Aber wie auch Herr Rau will ich mich vorerst auf die Vorauswahl beschränken. Nur so viel sei gesagt: Auch jenseits unserer teutonischen Gefilde künden ein paar hervorragenden Pägagogen in ihren Blogs über ihre Erfahrungen. Sowohl auf Englisch als auch  – mirabile dictu – auf Latein (!)
    Ebenso fallen ein paar Webpräsenzen etwas zu sehr aus dem Rahmen, um als Blog durchzugehen. Immer sehr rege von mir besucht ist der EdChat, der aber hauptsächlich auf Twitter stattfindet, aber durchaus einen Ehrenpreis verdient hätte…
    Achja, entsprechend von Herrn Raus Vorlage will ich das Quartett mit meinen Vorschlägen erweitern und damit ihren Besitzern eine ähnliche Freude machen 🙂
    hilde  henner lal bob

  • Allgemeines,  Buch

    Lehrer aller Länder – Entschleunigt Euch!

    avat_traurig„Die Kinder von heute haben eine kaum vorhandene Aufmerksamkeitsspanne!“, lese ich in einem Online-Pamphlet, wie es wöchentlich durch das Netz geistert. Eigentlich nichts Weltbewegendes. Man kennt die Masche: Beim Thema ¨Bildung¨ und ¨Lernen¨ werden die einzelnen Parteien in regelmäßigem Turnus abgewatscht. Mal sind’s die Lehrer, mal die Eltern, mal die Schulen, mal die Methoden. Und dieses Mal der Nachwuchs selbst. ¨Bildung¨ ist bei uns mittlerweile ein Stammtisch-Thema geworden, zu dem jeder eine Meinung hat bzw. zu haben glaubt. Immerhin saß jeder Mal in einem Klassenzimmer, was ihn ja zu einem Experten schlechthin macht. Deswegen sehe ich mich auch in der Position, den Ärzten in ihren Beruf reinzureden, immerhin lasse ich einmal im Jahr vor dem meinigen die Hüllen fallen und weiß daher ganz genau, wie der Beruf so funktioniert (irony intended).
    Aber irgendwo ist an dem Vorwurf  was dran. Wie sehr wurde uns im Referendariat gepredigt, in einer Stunde möglichst viele Methodenwechsel und Veränderungen in den Arbeitsformen durchzuführen, um die Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu verlieren. S-L-Gespräch, Schülervortrag, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, LdL, um nur ein paar zu nennen. Was haben wir damals gewitzelt, wie die Schüler einmal leiden würden, wenn sie erst einmal an der Uni sind, an denen den meisten Dozenten dieser Methodenzirkus völlig egal ist. Die auch einmal 90 Minuten ungebremst über die südhumbrische Verdumpfung parlieren – ganz ohne Einstieg, Rollenspiel oder die berüchtigten Handpuppen. Jaha, gewitzelt haben wir, ohne zu merken, dass wir mittlerweile genauso geworden sind wie unsere Schützlinge. Mit Schrecken hab ich gemerkt, dass sich durch den Umgang mit neuen Medien und dem Web 2.0 viele Abläufe meines Tages grundlegend verändert haben. Vorgänge, die von mir absolute Passivität erfordern, sind mir mittlerweile wirklich ein Graus und werden nach spätestens drei Minuten durch irgendeine Nebentätigkeit „sinnvoll“ ergänzt. 90 Minuten Fernsehen? Keine Chance, nach spätestens drei Minuten hab ich das Tablet vor mir und schau bei Twitter vorbei. Ganz bewusst Musik hören? Ne, nach zwei Minuten lege ich nebenher Wäsche zusammen. Einfach mal auf den Bus warten und dabei die Sonnenstrahlen genießen? Klar kann ich, aber erst, nachdem ich nebenher auf dem Smartphone die Nachrichten gecheckt hab. Vielleicht ist ja seit den Minuten, die ich das letzte Mal drauf geschaut habe, was Neues passiert.
    Sowas schockiert mich. Ich bin es nicht mehr gewohnt, einfach mal alles sein zu lassen. Den Augenblick um seiner selbst Willen zu genießen. Ob das an dem Beruf liegt, der von einem permanentes Multitasking erfordert, oder den ungekannten Möglichkeiten der ständigen Vernetzung und Erreichbarkeit, kann ich nicht sagen. Aber dieser permanente Drang, sich mit etwas aktiv zu beschäftigen, muss auch mal Pause machen. ICH muss auch mal Pause machen. Daher hab ich mir letzte Woche, als es am Wochenende mal wieder richtig kalt war, einfach mal eins gemacht: Nichts. Kein PC, kein Tablet, kein Smartphone. Stattdessen völlig old school: Eine Kanne Tee, ein gutes Buch und eine schöne Decke  zum Einmummeln. Es war fantastisch! Und auch wieder bestürzend, dass ich Dinge wie Muße tatsächlich wieder erlernen muss. Die Langsamkeit neu entdecken. Und ich bin hier bestimmt nicht der einzige, dem es so ergeht. Denkt mal drüber nach. Vielleicht in den Weihnachtsferien, die uns hoffentlich allen den Akku neu aufladen.

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    Ein kleines Stückchen Glück