Allgemeines

Jahresausklang

In unserer Hausgemeinschaft hat sich über die Jahre ein kleiner Brauch eingeschlichen, den ich mehr und mehr liebgewonnen habe: Wir heinzelmännchen: Für kleine Gefälligkeiten bedankt man sich nicht nur persönlich von Angesicht zu Angesicht. Zusätzlich stellt man dem entsprechenden Nachbar heimlich kleine Aufmerksamkeiten mit einer Dankeskarte vor die Wohnungstür.

Jedes dort deponierte Präsent erzählt seine Geschichte: Die Flasche Prosecco gab’s fürs Gießen der Blumen, den Sekt fürs Tragen und Aufbauen des sperrigen Möbelstücks. Zwei Flaschen Rotwein brachte der peinlich berührte Nachbar mit dem schlechten Gewissen, der mir beim Abbiegen ins Auto gedonnert war. Ein Marzipan-Survival-Paket stellte die 89-jährige Dame aus dem ersten Stock bei mir ab, um mir in der Lockdown-Zeit eine kleine Freude zu machen. Ich liebe diesen Mini-Brauch. Und ich wünschte ich könnte ihn auf andere Gemeinschaften ausdehnen, die nicht mit mir unter einem Dach leben.

Ich hätte eine Menge an Präsenten zu vergeben: Für das Teilen von Freud und Leid im Schulalltag, für das Mitgestalten von Unterricht, fürs Fortbilden, für den Einsatz für die Gemeinschaft, für das Ertragen der zahlreichen Einschränkung in einer Pandemie, fürs Entgegenhalten, für den Austausch, fürs Anpacken, fürs Zuhören, für gute Gespräche, fürs Dasein. Ohne persönliche Interaktion wäre 2021 ein absolutes Desaster gewesen. So sieht man aber, worauf es in einer so verrückten Zeit ankommt um sie gesund zu überstehen: Auf uns.

Auf in ein gutes neues 2022!

 

🥳

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