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    Neujahrsputz

    Es gibt so ein paar Orte, in denen Ordnungen auf ewig festgefahren scheinen. In der katholischen Kirche zum Beispiel. Oder in meinem Arbeitszimmer. In diesem stapeln sich seit Jahren Leitz-Ordner, in denen mein gesamter Material-Fundus ruht. Fast 30 dieser Ordner habe ich in gerade mal 4 Jahren Lehrtätigkeit angehäuft. Geordnet nach Fach, geordnet nach Klasse, geordnet nach Außerunterrichtlichem, Außerschulischem: Englisch 6, Englisch 7, Englisch 8 usw. Latein 5, Latein 6, Latein 7 usw. Lateinschulaufgaben. Englischschulaufgaben. Uniunterlagen. Examensunterlagen. Referendariatsskripte. Skripte von Lehrgängen und Fortbildungen. Alles hat seinen Ordner bekommen. Und seinen Platz. Und davon nicht wenig. Ganze 4 Meter belegen diese Ungetüme in meinen Buchregalen. Und das, wo ich eigentlich alles seit Anbeginn meiner Lehrtätigkeit auch digital habe. Meine komplette Unterrichtsvorbereitung schläft zum Beispiel seit 2013 komplett in Evernote. Und zeitgleich auch in 19 Ordnern. Ordner, in die ich seit meinem Umzug auf Evernote nie wieder einen Blick geworfen habe (das war übrigens 2013!), Als jetzt dann irgendwann wieder der Platz im Arbeitszimmer unangenehm knapp wurde, war klar: Die Dinger fliegen jetzt raus!

    Eine typische alte Stunde von mir. In der Klarsichthülle befinden sich ganz vorne mein Konzeptpapier für die Stunde, dann ein Arbeitsblatt zum Kopieren, dann eine Kopie davon auf Folie.

    Aber wohin damit? Wir haben es hier nicht einfach nur mit Papiermüll zu tun, den man in die buchstäbliche Tonne kippen könnte. JEDE EINZELNE Unterrichtsstunde wurde bei mir (ebenso) buchstäblich eingetütet. In eine Klarsichthülle. Komplett mit Verlaufsplan und allen dazugehörigen Lernmaterialien, die ich in dieser Stunde unter das Volk bringen oder an die Wand projizieren wollte. Bestenfalls noch mit einem in die Jahre gekommenen CD-Rohling, auf dem sich irgendeine Listening Comprehension über George W. Bushs Rheorikkünste befindet, für die sich heute kein Mensch mehr interessiert. Kurzum: So kann ich das Zeug nicht wegwerfen. Man muss es trennen. Und das tat ich dann. Nämlich ungefähr sieben Zeitstunden lang.
    Es ging los mit vier Häufchen: abgelegtes Papier, Plastikhülle, abgelegte Folie. Aus Häufchen wurden Stapel, aus Stapeln Türme. Türme, die irgendwann so hoch wurden, dass sie in Kisten verpackt werden mussten. Schwere Kisten. Insgesamt 21,2 Kilo Papier brachte meine Unterrichtsvorbereitung am Ende auf die Waage. Dazu kamen noch 17 Kilo Folien und 2,5 Kilo Klarsichthüllen. Die bekommen jetzt die Damen im Sekretariat. Die Ordner bekommen die Refis. Und ich knapp vier Meter Länge in meinem Bücherregal. Ein guter Deal für alle!

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    Beitragsparade der #edupnx

    Die Bildungspunks haben mal wieder zu einer Beitragsparade aufgerufen. Und ich folge dem Aufruf gerne, weil ich mich mit der Themenstellung selber schon auseinander gesetzt habe. Das Thema Twitter hat mich in den letzten fünf Jahren weiter gebracht als jede andere Fortbildung, die ich in der Zeit besucht habe. Der Input, den ich über vernetzte Lehreraccounts reinbekomme ist enorm. So enorm, dass man beizeiten sehr überwältigt ist und überhaupt keine Ahnung hat, wie man die digitale Informationsflut bewältigen soll. Und schnell weicht der anfänglichen Euphorie ein Gefühl der Ohnmacht. Um aus der wieder herauszufinden und Herr über das Chaos der Bits und Bytes auf Twitter wird, habe ich mir zwei Verfahren zunutze gemacht:

    • Kurze Tweets, Bilder, Statistiken oder ähnliches Material bei Twitter, das ohne Verlinkung auskommt und in sich schon erwähnenswert ist, speichere ich kurzerhand als Screenshot, die auf dem Smartphone in einem Standardverzeichnis abgelegt werden (bei mir – oh Wunder – \Screenshots). Dieses Verzeichnis ist über Dropsync und Dropbox mit dem Dienst Zapier synchronisiert, das mir jeden Screenshot, der neu in dem Verzeichnis landet, in ein vordefiniertes Notizbuch in Evernote kopiert. Quasi als Best-of-Twitter Verzeichnis, auf das ich von überall her über Evernote Zugriff habe. Schematisch sieht das Vorgehen ungefähr so aus (mehr dazu, und warum ich für diese Automatisierung nicht IFTTT nehme, lest ihr hier).


    • Tweets, die Links zu größeren Artikeln oder Videos haben, finden über einen anderen Umweg ihren Platz in Evernote: Nämlich über den bekannten Webclipper: Dieser ist darauf programmiert, beim Speichern von Seiten und Artikeln einen Großteil des webtypischen Firlefanz wegzulassen, sodass am Ende eigentlich nur der Fließtext mitsamt Bildmaterial zum Lesen übrig bleibt. Sieht damit fast schon wie eine Zeitung aus. Auch dieses Verzeichnis ist über Evernote ständig bei mir, sodass ich darin schmökern kann, wann immer ich Zeit und Lust habe.
      der Web Clipper von Evernote ist immer noch ein kleines, aber super nützliches Tool

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    Von Arbeitsblättern mit Format

    Wenn es auf diesem Blog einen Award für den oberflächlichsten Artikel überhaupt geben sollte, dann wäre dieser hier ein heißer Anwärter. Denn dieses Mal geht es ausschließlich ums Aussehen. Nämlich dem von Arbeitsblättern. Ich weiß, ich weiß, never judge a book by its cover, aber wie soll man ein Arbeitsblatt ernst nehmen, das vom Layout aussieht wie aus  Krusty’s Playhouse?
    Wenn man so all die Arbeitsblätter in der Schule vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, muss ich schon eingestehen, dass es doch einige Kreationen gab, mit denen das Lernen nicht wirklich leichter wurde bzw. völlig unmöglich war; zum Beispiel die guten alten Blaupausen, mit denen ich noch bis Mitte der 90er als Schüler gequält wurde. Die Dinger waren auf mausgraues, seltsam glatt-glibberiges Papier gefertigt, auf das die Schreibmaschinenseite in blauen Buchstaben aufgedruckt wurde. Und das in der Regel entweder schief oder so verrückt, dass Buchstaben, Sätze, ja teilweise ganze Absätze fehlten. Oder die orgiastischen Schriftart-Experimente, als die PCs auf Lehrerschreibtischen Einzug hielten. Jede Überschrift in einem neuen Font oder gar Wordart in Bögen, Schlangenlinien, mehrfarbig, gespiegelt, geschraubt und darunter am besten ein Fließtext in Comic Sans. Das Worst Case Scenario, das wir sogar von Dozenten im Studium noch so präsentiert bekommen haben.
    Zum Glück hatte ich im Referendariat einen ganz wunderbaren Seminarlehrer, der uns in dieser Hinsicht schnell den Kopf zurecht gerückt hat: Das Arbeitsblatt ist die Visitenkarte eines Lehrers. Das Layout sollte in sich stimmig, schlicht und erkennbar sein. Ein Blick darauf und es ist klar: Das ist von Herrn/Frau Sowieso. Und darauf habe ich spätestens ab dem Zweigschuleinsatz geachtet. Mein Layout für Arbeitsblätter ist seitdem immer dasselbe. Und das erleichtert auch das Erstellen von neuen Arbeitsblättern ungemein.

    Die Qual der Wahl

    Das Auffinden von geeigneten Schriftarten ist eine sehr individuelle Sache, in die man auch Unmenge an Zeit versenken kann. Es geht ja nicht nur darum, schöne Fonts zu finden, sondern auch um das Zusammenspiel. Bilden die Schriftarten im Layout eine Einheit oder nicht? Zum Glück gibt es mittlerweile eine große Menge an Seiten im Netz, die bei der Suche entweder wertvolle Tipps geben oder sogar in ihren Augen gelungene Font-Ensembles vorstellen, von denen man sich inspirieren und im besten Fall sogar klauen kann, um sie für sich zu nutzen. Ich persönlich kann die Ensembles von canva sehr empfehlen, mit dem ich schon seit langer Zeit arbeite, wenn es um das Gestalten von Plakaten oder Flyern geht. Unter Layout und Text findet man dort verschiedene Zusammenstellungen von Schriftarten, die gut zusammenpassen.

    canva.com hat ein gutes Auge für schöne Fonts

    Diese Schriftarten lassen sich in der Regel auch im Netz als Font-Datei finden, installieren und künftig auch in eigenen Schriftdokumenten verwenden. Dass diese Zusammenstellungen selten mehr als drei Fonts beinhalten, ist gewollt. Denn zu viele Schriftstile zerschlagen den optischen Eindruck in Windeseile. Ich persönlich habe mir angewöhnt, für meine Arbeitsblätter immer ein Ensemble aus drei Schriften zu nutzen. Für die Kopfzeile, für die Überschrift und schließlich für den Fließtext mit der eigentlichen Information.

    meine verwendeten Fonts in Arbeitsblättern

    Handarbeit mit Formatvorlagen

    Diese Schriftarten speichere ich mir als Formatvorlage in einem Template, die Grundlage eines jeden Arbeitsblattes ist. In einem Fenster (Standardmäßig an der rechten Seite des Bildschirms oder unter „Eigenschaften“ auf dem Icon oben rechts abrufbar) ist dort genau festgelegt, welche Schriftart, Größe, Farbe und Zeilenabstand genutzt werden soll, wenn ich im Dokument einen Text als Titel, als Fließtext oder Zwischenüberschrift definiere. Diese Vorlagen kann man sowohl bei Word als auch bei Open Office entweder neu definieren oder bestehende anpassen. Ich habe mich irgendwann für letzteres entschieden, damit die Anzahl der Formatvorlagen innerhalb eines Dokumentes übersichtlich bleibt.

    Über den markieren Button kann man sämtliche Parameter einer Vorlage neu definieren. Im Bild die Formatvorlage für Zitate in einem Dokument

    Formatvorlagen, die ich nicht benötige, wie zum Beispiel verschiedene Entwürfe für Überschriften (Open Office hat in der Standard-Vorlage bis zu zehn Formate für Überschriften) lösche ich oder verberge ich, soweit es die Textverarbeitung zulässt.

    Ungewollte Formatvorlagen kann man in der Regel mit einem Rechtsklick aus der Liste verschwinden lassen.

    Mein Template ist im Vergleich zu dem Standard-Template deutlich verschlankt und beinhaltet lediglich  Formatvorlagen für Kopfzeile, Fußzeile, Fußnote, Überschrift, Zwischenüberschrift und schließlich den Fließtext. Wer viel mit Abbildungen arbeitet, kann ebenso auch Vorlagen für Bildunterschriften hinzufügen. Ist man mit der fertigen Vorlage zufrieden, wird das Dokument einfach als Vorlage abgespeichert und ist ab jetzt jeder Zeit unter Vorlagen abrufbar (in Libre Office unter „Datei > Neu > Vorlage…“). Voilà!
    Wenn jemand hier noch ein paar nützliche Tipps zur Erstellung von Arbeitsblättern mit Hilfe von Formatvorlagen hat – seien es praktische Erfahrungen oder Literaturtipps in Form von Webseiten oder Büchern -, darf er/sie sich gerne in den Kommentaren verewigen.

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    Spiel und Spaß mit Kindle-Zitaten und Evernote

    avatarEiner der großen Vorteile eines eReaders ist die schnelle Nutzbarmachung von Passagen für den Unterricht. Fand man vor 20 Jahren in seiner Lektüre eine im wahrsten Sinne des Wortes (be-)merkenswerte Passage, war das Vorgehen klar: Abtippen. Und das dauerte lange. Vor 10 Jahren ging das mit Scanner und OCR-Software wie dem Abbyy Finereader schon um einiges schneller. Aber auch hier war desöfteren händische Kosmetik gefragt, wenn Buchstaben oder ganze Wörter nicht erkannt wurden. Dass das Buch beim Auflegen auf den Scanner mehrmals gut durchgedrückt und verrenkt wurde, ist dem Gebrauchsleser egal. Dem Bibliophilen schossen aber ob einer solchen Vergewaltigung der beliebten Wälzer sofort Tränen in die Augen. 2015 habe ich nun auf Anregung eines älteren Artikels von Herbert Hertramph eine angepasste Version seiner Methode übernommen und ausgebaut, die blitzschnell funktioniert.
    Ein eReader wie Kindle speichert sämtliche Highlights und Kommentare, die man bei seiner Lektüre in einer Cloud, sodass man sie bei Bedarf wieder finden kann. Über die Seite kindle.amazon.com sind sämtliche Titel mit den darin getätigten Markierungen gespeichert und können auf Knopfdruck angezeigt werden.
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    Ein weiterer Klick öffnet die Seite zu den Zitaten im jeweiligen Werk in einem zusätzlichen Fenster.
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    Aktiviert man jetzt die Evernote Side Bar mit der Option „Artikel ohne Formatierung“ werden sämtliche Zitate aus diesem einen Werk in einer Notiz in einem Evernote-Notebook gespeichert: Autor, Werk sowie numerisches Ordnen der Zitate und Verschlagwortung nimmt Evernote von alleine vor.
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    So habe ich über Monate eine richtige Zitatenbibliothek in Evernote, die ich bei Bedarf durchsuchen kann – Worterkennung sei dank.

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    Meine Zitat-Bibliothek in Evernote
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    Schöner arbeiten

    avatarDer heimische Arbeitsplatz ist für uns Lehrer ja ein ganz besonderesr Fluch: Paradies: Hier köcheln die kreativen Säfte, hier werden neueste Konzepte ausgetüftelt, Tests erstellt, korrigiert, Präsentationen erschaffen, Noten eingetragen, eingescannt, recherchiert, diskutiert, explodiert. Kurzum: Hier laufen die Fäden unserer täglichen Arbeit zusammen. Und so sieht’s leider oft auch aus. Zu Hochzeiten gleicht der Arbeitsplatz einer papiergestaltigen Manhattan Skyline: Stapel über Stapel türmen sich munter neben-, über- und durcheinander, dazwischen tummeln sich Stifte jedweder Art, ein paar Büroklammern, Post-Its oder die hübschen Mantelbögen in Mintgrün. Es ist ein Chaos, in dem alles herrscht, nur nicht Ordnung. So war es auch über Jahre bei mir. Bis ich meinen Arbeitsplatz entschlankt und von allem Unnötigen befreit habe. Nach einem philologischen Studium und einem Referendariat, in dem man zwecks Geldnot alles für den heimischen Schreibtisch einsackt, was nicht niet- und nagelfest ist, eine ganz schöne Umstellung. Aber sie hat sich gelohnt. Und das Gefühl, langsam aber sicher von altem Kram Abschied zu nehmen und letztlich auch nehmen zu können, hat gut getan. Und der Arbeitsplatz blieb über lange Zeit bei mir erfreulich leer. Zu leer. Viel zu leer. Fast etwas trist 🙁
    Daher wollte ich in diesem Jahr mein Schreibtischlein mit ein bisschen Exklusivität aufhübschen. Wenn ich schon mehrere Stunden täglich in Monitor, Bücher oder Arbeiten starre, um meine Augen zu ruinieren, dann doch bitte mit Stil. Und so stieß ich eines Tages auf das Schreibtischmobiliar der Pfeiffer Collection, die seit ein paar Monaten exklusiv von Evernote vertrieben wird. Das schlichte Design, gepaart mit ein paar pfiffigen Features für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch, fand ich wirklich reizvoll… bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Zeugs bestellen wollte. Die Preise für die Komponenten an sich waren zwar nicht gerade billig, aber angesichts der gebotenen Qualität echt in Ordnung. Umgehauen hat es mich dann eher bei den Shipping Kosten. Für meine Lieferung von knapp 120€ wären fast 200€ zusätzlich angefallen! Allein für Verpackung und Zoll! Keine Chance, Monsieurs, da knausert der Schwabe in mir dann doch etwas zu sehr.
    Und so begrub ich die Hoffnung auf ein bisschen Wow im Arbeitszimmer und arbeitete weiter an meinem unschmucken Tischlein in den neuen vier Wänden vor mich hin. Nur durch Zufall stieß ich ein paar Wochen später auf eine Collection, die zumindest in eine ähnliche Richtung wie die Pfeiffer Collection ging, preislich aber deutlich attraktiver war – vor allem wegen minimaler Versandkosten. Der asiatische Hersteller Samdi fertigt aus Bambusholz schöne funktionale Schreibtischapplikationen, die sich mit ihren geschwungenen Formen sehen lassen können. Nicht ganz so pfiffig wie die Evernote-Möbel, aber was hermachen tun die Dinger allemal. Allein schon der Monitorständer ist eine Wucht. Aus geleimten Bambus gefertigt ist er robust genug, um einen regulären Monitor auszuhalten und den Bildschirm so auszurichten, dass man beim Arbeiten gerade drauf schauen kann. Die Wirbelsäule wird’s freuen 😉
    PHOTO_20151216_181920Der Freiraum, der durch die Erhöhung entsteht, lässt sich prima nutzen, um zum Beispiel die Tastatur nach getaner Arbeit darin verschwinden zu lassen. Bei PCs sollte dafür allerdings eine Slim Tastatur am Tower hängen wie z. B. die von Gmyle, die ich mir extra dafür gekauft habe. Eine reguläre Tastatur passt mit ihren üblichen Ausnahmen um ein paar Millimeter nicht unter den Monitorständer. Das ist kein Fabrikationsfehler, sondern gewollt. Denn dieser Ständer ist ursprünglich für Macs gefertigt. Als ob PC-Recken nicht auch ein bisschen Style verdient hätten…
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    Schuljahresputz – Teil 3

    avat_freuSo, meine Damen und Herren. Das letzte Kapitel ist aufgeschlagen. Nach außen hin haben wir schon für entsprechend Ordnung gesorgt: Die Schultasche entrümpelt, das Arbeitszimmer und die Wohnung entschlackt… jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Posten: Der Unterricht selber. In den letzten Tagen vor Schulbeginn nehme ich mir immer ein paar Minuten um zu rekapitulieren, was im letzten Schuljahr nicht so geklappt hat. Das kann alles mögliche sein: Methoden, die nicht funktioniert haben, Phasen, die zu viel Zeit in Anspruch genommen haben, Organisatorisches, das einfach nicht klappt, Disziplingeschichten. Kann alles sein, egal: Einfach drauf damit auf eine Liste und dabei bloß kein Blatt vor den Mund nehmen. Letztendlich liest’s ja eh niemand außer man selbst. Wichtig! Beim Selbstgeißeln soll’s nicht bleiben! Lieber drüber nachdenken, wie man Abhilfe schaffen kann. Positiv denken, Konsequenzen draus ziehen!
    Hier mal ein Auszug aus meiner privaten Büßerkartei mit angehängten Gedanken zur Besserung:
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    Vielleicht habt ihr ja ähnliche Baustellen wie ich? Oder gänzlich andere, bei denen sich der eine oder andere Blick lohnen würde. Lasst es mich einfach in der Kommentarleiste wissen. Dann starte ich aufgeräumter ins Schuljahr denn je!

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    Schuljahrsputz – Teil 2

    avat_freuHier ist er nun: Teil 2 meines Ausmistrituals. Vieles davon ist eigentlich recht naheliegend, aber ich ertappe mich jedes Jahr aufs Neue dabei, dass ich gewisse Posten einfach auslasse. Von daher soll dieser Post mir auch über die Jahre als Mahnmal dienen, ja nichts auszulassen 🙂
    Wir bewegen uns in konzentrischen Kreisen weg vom Zentrum des Chaos – meiner Schultasche – hin zum nächsten Gewusel: Dem des Arbeitszimmers.

    Ordnung im Bücherregal
    Bücher, Ordner und Reader werden bei mir jeden September genau unter die Lupe genommen. Erstere werden, sofern aussortiert, erst noch einmal zur Seite gelegt. Vielleicht kann man dem einen oder anderen Kollegen eine Freude machen (nota bene: Altphilologen LIEBEN alte Bücher. Jede modriger, desto ui!). Ordner und Reader werden bei mir nicht so schonend behandelt und landen recht schnell beim Altpapier – vor allem, wenn es sich dabei um obsolete Studienunterlagen handelt (z. B. Erziehungswissenschaften *hust*).
    Auf diese Weise werde ich zu Beginn des Schuljahres schon immer eine Menge Papier los. In der Regel 2-3 Kilo. Das schafft schon mal ordentlich neuen Stauraum.

    Ordnung auf dem Konto
    Hier lohnt sich der Blick eigentlich regelmäßiger als einmal im Jahr. Aber so richtig zum Ausmisten komme ich hier immer nur in den Sommerferien: Welche Abos oder Versicherungen zwacken monatlich Geld ab, die ich eigentlich gar nicht (mehr) brauche? Da findet sich immer ein Posten, den man abstellen und kündigen kann. Dieses Jahr ist es z. B. ein Zeitschriften-Abo vom Magazin Schule, das ich über Jahre gelesen habe. Mittlerweile finde ich aber kaum noch Zeit dazu. Die Ausgaben stapeln sich unberührt im Schrank. Also weg damit.

    Ordnung im Technikpark
    Auch mein Gerätepark wird vor dem Schuljahr einer gewissen Revision unterzogen. Technikaffine Herr- und Frauschaften verlieren bei der Anzahl ihrer ganzen Gedgets gerne mal den Überblick. Da gehörte ich auch lange dazu, bis ich auch hier mit dem Aussortieren anfing. Es gibt immer Geräte, von denen ich mir persönlich mehr erhofft habe und die nun einfach selten oder gar nicht mehr benutzt werden. Weg damit und ab zu eBay oder den Wertstoffhof! In erstere Kategorie fällt bei mir dieses Jahr z. B. die Samsung Gear Fit, die erst vier Monate alt ist. Der tatsächliche Zusatznutzen dieser Fitness Watch ist bei mir minimal: Laufstrecken messen kann das Smartphone auch ohne Uhr, und um rauszufinden, dass mein Puls beim Joggen zu hoch ist, brauche ich keinen Pulsmesser am Handgelenk. Das verrät mir mein Körper irgendwann selbst. Nämlich dann, wenn ich mit der Zunge den Asphalt schrubbe.

    Ordnung im Kleiderschrank
    Das kennen wir ja schon lange aus den Berichten im Frühstücksfernsehen, wenn der Frühling vor der Tür steht. Und sie haben Recht: Alles, was länger als ein Jahr nicht getragen wurde, kann eigentlich raus aus dem Kleiderschrank. Darunter fallen die Mottoshirts aus dem Grundstudium, die Skaterhosen aus den 90ern oder das Schul-T-Shirt – aus der Zeit, als man SELBER noch Schüler war…

    Ordnung überall!
    Natürlich geht so eine Reinemach-Aktion nicht von heute auf morgen. Bei mir dauert die Chose gerne mal zwei Tage, aber es lohnt sich. Vor allem wir als Lehrer laufen dank eines immer prall gefüllten Arbeitszimmers, das in die Wohnung integriert ist, immer ein bisschen Gefahr, von den eigenen Habseligkeiten erdrückt zu werden. So gewinnt man wieder gut die Oberhand über seinen Hausstand, lässt Altes im wahrsten Sinne des Wortes hinter sich – und bekommt Kopf und Umgebung frei für Neues.
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    Schuljahrsputz – Teil 1

    avat_freu

    Alles neu macht der… äh… September. Zumindest bei uns Lehrern in Bayern. Die Akkus sind dank der Sommerferien wieder voll aufgeladen, das Pädagogenvolk strotzt nur so vor Energie und will loslegen. Und das möglichst ohne Altlasten. Dazu gehört es auch, sich gewisser Dinge aus dem letzten Jahr zu entledigen. Ich komme zu so etwas erst gegen Ende der Sommerferien, wenn ich entsprechend Abstand gewonnen habe – und mache gerne ein großes Ritual daraus, an dem ich den geneigten Leser dieses Mal teilhaben lasse. Ich arbeite mich dabei eigentlich immer in konzentrischen Kreisen von innen nach außen und beginne immer im kompaktesten Chaos: Nämlich dem in meiner Schultasche…

    Das (Ein-)Ordnen der letzten Unterrichtsmaterialien
    Vor allem wenn’s um das übrig gebliebene Unterrichtsmaterial der letzten Schultage geht, wo die Motivation ja ohnehin langsam Richtung Untergeschoss tendiert, war das Procedere für mich früher eine zeitraubende Tortur: Alte Unterlagen wurden weggeworfen, die übrigen Arbeitsblätter in die entsprechenden Klarsichttüten eingeordnet und in Klassenordner eingeheftet, ein neuer Schwung Stifte und Kreide besorgt, dazu wieder mal eine Handvoll Folienstifte samt dazu gehöriger Folien… Es wollte einfach kein Ende nehmen. Heute geht zumindest dieser Punkt rasend schnell. Da ich die Unterrichtsvorbereitung mittlerweile komplett digital mache, wird das Notizbuch, in dem die letzten Stunden zu finden sind, in Evernote kurzerhand gelöscht. Das geht in 10 Sekunden vonstatten. Job done. Und das in ca. 20 Sekunden.

    Das Ausmisten der Schultasche
    Über das Jahr landen immer wieder Sachen in der Schultasche, die man über die Monate als unnötigen Ballast rumschleppt. Wenn man hier nicht regelmäßig nach dem Rechten schaut, hat man irgendwann unfreiwillig einen kompletten Hausstand dabei. Ich hab mal alles aus der Schultasche rausgeworfen, was nach dem Ausmisten von Schritt 1 übrig blieb. Seht es euch nur an, das nackte Elend:

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    The Horror! THE HORROR!

    Jedes Jahr aufs Neue fische ich Unmengen an Zeug aus meiner Tasche, das ich im Unterricht oder Lehrerzimmer unbewusst in irgendein Fach hineinpacke. Aus einem Zeug wird mehr Zeugs. Aus mehr Zeugs ein Zeugnis. Nämlich das meiner Unordnung. Dieses Jahr will ich aber nicht klagen, sondern mich quasi katharsisch geißeln. Jedes dieser Utensilien wird separat einer Untersuchung unterzogen und – sofern nicht gebraucht – entweder entsorgt oder an einem Ort deponiert, wo es einen Sinn hat. Ganz nach einem Mantra, das mich seit Simplify your Life von Küstenmacher/Seiwert begleitet:

    „Alles hat einen Platz. Alles hat seinen Platz.“

    Na dann mal los. Was ließ sich alles aus den Tiefen meiner Tasche fischen?listeDamit ist jetzt eigentlich alles rausgeworfen, was in meine Tasche nicht reinkommt. Übrig bleiben die absoluten Basics, die ich für den reibungslosen Unterrichtsverlauf auch tatsächlich benötige. Vorsatz für 2015/16: Nicht mehr in die Tasche als hier dargestellt.SDC14494
    Sieht ja ganz überschaubar aus, oder? Na fein, damit ist die Tasche aka die Wurzel allen Übels gesäubert. Dann widmen wir uns doch mal Teil 2 des Reinemachens. Seid ihr dabei?

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    Bei Euch alles in Ordnung?

    Also bei mir nicht. Zumindest nicht in meiner Lehrertasche. Jenem riesigen, unergründlichen Utensil, mit dem ich seit dem Referendariat meinen Unterricht bestreite. Zu Zeiten der Lehrprobe hatte ich in diesem Ding mehr oder weniger meinen gesamten Hausstand: Ordner, Laptop, Folien, Bücher, Lineale, Unmengen von Stiften, Notenbuch, Telefonlisten, Handy, Ladekabel, CDs für den Unterricht, Arbeitsblätter, Folien – hätte noch ein Kissen zum Schlafen darin Platz gehabt, hätte ich autark in der Wildnis leben können; nur aus dieser meinen Tasche. Dann hab ich begonnen, meinen Unterricht systematisch zu ent-papieren – und die Tasche wurde spürbar leichter. Dachte ich zumindest. Gestern, als ich mich nach einer Stunde im Erdgeschoss in den dritten Stock hochschleppen musste und mir beim Hochhieven der Tasche fast einen Bruch hob, war ich’s leid. Wieso war dieses Mistding immer noch so schwer? So begann ich nach dem Ende der Stunde der Sache bzw. der Tasche buchstäblich auf den Grund zu gehen und alles rauszuwerfen, was nicht 100%-ig notwendig war. Das Ergebnis sehr ihr hier.

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    Ich war und bin entsetzt. Wie kann sich nur so viel Krimskrams – in Bayern sagen wir dazu übrigens „Gruscht“ – ansammeln? Unzählige CDs, Vokabelhefte von Schülern, verloren gegangene Arbeitsblätter, ja selbst eine 3???-Kassette fand ich am Boden meiner Tasche. Von letzterer habe ich überhaupt keine Ahnung, wie die sich da rein verirrt hat. Ich will gar nicht abschätzen, wieviel Kilo dieses ganze Zeug wiegt, das tagtäglich von mir und meinem Rücken durch die Lande befördert wurde. Aber damit ist jetzt Schluss. Ich hab alles, so wie es ist, in den Paperkorb befördert. Nur die 3???-Kassette hab ich behalten. Mal schauen, wie sich Justus, Peter und Bob seit meinen Kindertagen verändert haben…