• Allgemeines,  Prüfungen

    Alles neu: Abitur 2026

    Tja, und da liegt es wieder. Ein schöner Stapel mit Abiturprüfungen. Das erste G9-Abi, das sich in Englisch beweisen muss. Das letzte Mal habe ich viel über die Korrekturen geschrieben und getrackt, was denn ein komplettes Abitur so an Zeit bedeutet. Das habe ich jetzt hinter mir und sehe deswegen auch keinen großen Sinn, darüber noch einmal zu schreiben.
    Viel interessanter fand ich in diesem Zusammenhang die neuen Regelungen  mit der Abschlussprüfung. Denn aufgrund des Themas KI und Handynutzung während Prüfungen wird dieses Mal ein ganz schöner Aufwand betrieben:. Schülern ist zum ersten Mal zur Prüfung ein gewisser Dresscode vorgeschrieben worden. Alles mit Knöpfen oder Kapuzen ist verboten. Stifte muss die Schule selbst stellen. Wenn die Schüler mit ihren eigenen Schreibgeräten schreiben wollen, weil es der Glücksfüller vom Lieblingsonkel ist, müssen die Stifte im Vorhinein abgegeben und inspiziert werden. Auch Radiergummis und Spitzer haben wir dieses Mal  zur Verfügung gestellt. An manchen Schulen ist auch die Rede davon gewesen, Frequenzscanner einzusetzen, die die Umgebung nach eventuellen Handystrahlen absuchen für den Fall, dass jemand am Klo ein Smartphone deponiert hat, um ins Internet zu gehen.
    Allein dieser vororganisatorische Aufwand ist immens und stellt uns in der Prüfungzeit gleich nochmal ein paar neue Hindernisse in den Weg. Die Abiturprüfung selbst ist auch gleich wieder so ein Din: Das Hörverstehen wird wie immer am Tag vor der eigentlichen Prüfung Probe gehört. Vor knapp 7-8 Jahren trudelten deswegen immer gepresste CDs vom Ministerium ein, die es dann abzuhören galt. Seit ein paar Jahren macht man das einfach per Download-Portal, das aber auch nicht so einfach ist: Die ZIP-Datei mit den enthaltenen Audiodateien kann man schon Tage vorher herunterladen. Das dazugehörige Passwort wird separat verschickt – und zwar am Tag vor der Abiturprüfung. Allerdings ist es jetzt nicht so, dass man einfach diese Datei auf einen Stick zieht und das war’s. Der Schulleiter muss die ZIP-Datei in ein extra zur Verfügung gestelltes Tool hochladen mit dem Passwort “füttern”, sodass die darin enthaltene MP3-Datei entschlüsselt wird. Diese wird dann auf USB-Sticks gezogen, die hinterher mit einem weiteren Passwort per BitLocker gesperrt sind. Was für ein Aufwand.
    Die Prüfung selbst ist, zumindest soweit wir sehen können, insgesamt ganz machbar. Allerdings ist uns nicht klar, warum gewisse Aufgaben, die seit zwei Jahren penibel mit Probeabituren und illustrierenden Prüfungsaufgaben eingeübt werden sollen, auf einmal in der eigentlichen Prüfung gar keine Rolle spielen. Die Cartoon-Based Composition, die uns ja als große Neuerung als Aufgabentyp angekündigt worden war, taucht in keiner der Textproduktionsaufgaben auf. Weder im grundlegenden noch im erhöhten Aufforderungsniveau. Das ist schon ein bisschen schräg.

     

    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    4.3
  • Alltag,  Unterricht

    Von Glaubenssätzen

    Wenn der Chef in der Pause anruft, steht etwas Akutes an. Und so ist es auch. “Kann ich nach der Pause in Ihren Englischunterricht kommen?” Der berühmte Unterrichtsbesuch steht an – ein essenzieller Baustein für die anstehende Beurteilung. Und auf einmal fühlt es sich wieder wie früher an: Der Seminarlehrer im Unterrichtsversuch, die Lehrprobe, die Besuche vor der Lebenszeitverbeamtung, vor den Beförderungen. Man ist sofort im alten Muster. Und der Körper ist es auch: Stress breitet sich aus. Adrenalin. Ein bisschen Panik. Denn meine Stunde in der Oberstufe so kurz vor dem Notenschluss ist jetzt nicht so der Brüller. Um genau zu sein besteht mein Konzeptpapier in Evernote für die Stunde aus exakt drei Wörtern: Wiederholung – Text interpretieren – Video. Ich setze mich sofort hektisch hin und versuche, das Konzept zu erweitern, für den Fall, dass mir in der Aufregung etwas durch die Lappen geht oder ich den Faden verliere… bis ich plötzlich innehalte. Aus dem Nichts schält sich auf einmal ein Gedanke aus dem Panikwust. Ein bislang ungekannter, den ich in solchen Situationen noch nie hatte: Was soll dir denn passieren?

    Ich bin Studiendirektor, ich bin Systembetreuer, ich habe mittlerweile über 15 Jahre Unterrichtserfahrung. Sofern ich niemanden aus dem Fenster werfe, wird mir nichts passieren.
    Und wie aus dem Nichts geht mein Puls sofort runter. Das Adrenalin versiegt. Ich atme durch. Und mach mich auf in die Stunde.
    Und sie lief.
    Warum auch nicht? Shakespeare ist Selbstläufer. Aber ich bin das auch. Aus dem Stegreif fallen mir Kniffe ein, um die Stunde aufzulockern, zu öffnen, kollaborativer zu gestalten. Für die Textanalyse schicke ich den Kurs in Dreiergruppen nach draußen, um die Szene zu dritt zu spielen und vorzusprechen und hinterher mit den Ergebnissen reinzukommen. Irgendwann stehe ich mit dem Chef im leeren Klassenzimmer und müssen beide kichern. Um in einen leeren Klassenraum zu starren – dafür ist er nicht vorbeigekommen. Aber alles klappt besser als erwartet. Auch das Zeitmanagement. Ich ende mit dem Gong. Ohne ein einziges Mal auf die Uhr zu schauen. Man fühlt irgendwann, wenn sich die Stunde dem Ende zuneigt. Mittlerweile hat man ja schon tausende gehalten.
    Aber spannend ist das schon, wie eingefahren man ist. Dass Trigger von damals auch die Verhaltensweisen von damals aufrufen. Klar, der Trigger ist derselbe. Die Situation ist es nicht. Der Kopf weiß das. Das Nervensystem aber nicht.

    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Allgemeines,  Alltag

    Osterferien

    Die Osterferien beginnen, wie es sich für einen ordentlichen Beamten gehört: Nämlich krank. Wie aus dem Nichts kommt eine Fetzenerkältung ums Eck und setzt mich für Tage außer Gefecht. Ist nicht weiter wild, die Ferien waren ohnehin auf ereignislos geplant gewesen. Nerven tut es trotzdem. Naja, zumindest kann man im Krankenstand die nächsten Schulwochen planen. Dem Hirn ist die Schnupfennase ja herzlich egal.
    Worum sich jetzt vorrangig erstmal alles in der Oberstufe dreht, ist ohnehin klar: Das erste G9-Abitur rollt an. Und es wird groß. Nicht nur, dass die Termine für die Prüfungen der einzelnen Fächer sich auf einmal vervielfacht haben. Auch die Anzahl der Prüflinge ist gut angestiegen. Zumindest bei uns. Neben unseren eigenen Leuten kommt jetzt auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl an externen Abiturienten dazu, die wir mehr oder weniger zum Nulltarif mitprüfen dürfen. Halt, man darf das ja abrechnen. Für 2,20 Euro pro Zeitstunde. Und 2,80 bei zwei. Danke fürs Gespräch.
    Vor den Ferien ging es traditionsgemäß mit den Kolloquiumskandidaten in ein erstes Grundgespräch, da sich diese möglichst bald für ein Spezialthema festlegen sollten. Für mich völlig ungewohnt war dieses Jahr grundsätzlich die häufigste Frage: Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen? Und genau so häufig wie auch einhellig war jeweils die Reaktion auf meine Antwort “Wähle einfach das Thema, das dir am meisten zusagt”. Nämlich ungläubige Blicke.
    Eins kann man dem Lehrplan in Englisch in der Oberstufe nämlich nicht ankreiden: Nämlich, dass er uninteressant ist. Vor allem in diesen unruhigen Zeiten ist da so viel dabei, was am Puls der Zeit ist und bei jungen Leuten so viel wachrütteln sollte: Social media, fake news, globalisation, media literacy, the American Dream, generational gaps. Da ist so viel für einen selbst drin. Und letztlich sehe ich dann die Leute sich für die Themen entscheiden, die am wenigsten Unterrichtszeit in Anspruch genommen haben – vermutlich in der Hoffnung, dass der Lernstoff dann möglichst überschaubar bleibt. Das ist schon ein bisschen traurig.
    Egal, schaut mal: Frühlingsboten!
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    0
  • Allgemeines,  Alltag,  Technik

    Von Sparmaßnahmen

    Es ist mal wieder soweit. Das alljährliche Treffen für Systembetreuungen in München Stadt fand Stadt… äh… statt. Wo wir letztes Jahr in einem Schulgebäude vom Allerfeinsten untergebracht waren, empfängt uns dieses Mal das komplette Gegenteil. Im Münchner Osten wartet auf uns ein Betonklotz aus dem 70er Jahren mit vollgeschmierten Toiletten, grusligen Kindermalereien an den Wänden und eine Aula, wie man sie in einer der reichsten Städte Deutschland nicht vermuten würde: Die Decken sind mit Metallstreben abgestützt, ein Großteil der Fenster mit Gaffertape gesichert. Streckenweise sind sie komplett zugeklebt. Dass man in so einem Ambiente nichts Gutes zu erwarten hat, ist von Anfang an zu spüren. Tja und so kommt es dann auch.
    Die Stadt hat – oh Wunder – kein Geld. Entsprechend werden im IT-Bereich für Schulen auch ordentlich Mittel gekürzt. Kompensationsstrategie ist immer dieselbe: Man schraubt alles herunter. Die Anwesenheit der Servicetechniker, die in den Schulen nach dem Rechten sehen*, die Anzahl an Rechnern, das Budget für die Ausstattung in den Klassenzimmern, was oftmals natürlich auch eine Verschlechterung des Equipments bedeutet. So verspricht man künftig in den Klassenzimmern keine IWBs mehr, sondern digitale Displays, die komplett kabellos funktionieren. So weit, so gut, nur fällt bei der Übertragung von Video die Bildwiederholungsrate auf 5 bis 10 Frames pro Sekunde herunter. Damit sind die Dinger für viele Unterrichtsszenarien einfach unbenutzbar. Der Mangel ist bekannt. Man setzt die Installation aber gnadenlos durch. Die Modelle sind einfach billiger.
    Was man hingegen hochschraubt, ist das Thema Sicherheit. Und zwar so hoch, dass wir AWBs zu einem großen Teil unsere Rechte im System verlieren werden. Ebenso verlieren wir unseren externen Partner für die Verwaltung der iPads. Das MDM wird in diesem Zusammenhang auch eingezogen und durch ein neues ersetzt. Im Feldversuch hat dieses erstmal einen Großteil der angeschlossenen Geräte unaufgefordert gelöscht.
    Läuft also.
    * Wir AWBs dürfen eigentlich dieses Fehlen auch nicht mehr kompensieren wie früher, weil wir eigentlich kein einziges Kabel mehr anfassen dürfen – aus Versicherungsgründen 🙄
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Frühlingsgefühle

    “Guten Morgen, München! Die Frühling ist da!”, ruft die italienische Bedienung quer über den Weißenburger Platz an diesem sonnigen Samstag. Und er hat recht. Die Luft ist kühl, aber erfrischend, die Sonne strahlt von einem tiefblauen Märzhimmel, kein Wölkchen trübt den Horizont. Die Cafés füllen sich schon um neun Uhr morgens mit den ersten Gästen – die meisten mit einem Cappuccino vor sich, die ganz besonders Kühnen sogar mit einem Aperol. Die Stimmung ist gelöst, ent- und vor allem GEspannt auf alles, was das Jahr bringt. Der Winter war lange und trüb. Jetzt steht alles auf Neuanfang.
    Es geht wieder los.
    Bei uns an der Schule ist es genauso. Man befreit sich kollektiv aus dem Winterblues. Die Leute haben einfach wieder Lust. Ein neues Seminar ist bei uns eingetroffen und sehr vergnügt, ich arbeite sehr gerne an den Nachmittagen mit ihnen zusammen, um ihnen ein bisschen Handwerkzeug auf den Weg zu geben. Die Hardware dazu bringen sie selbst mit. Keiner der Teilnehmenden will eines dieser ollen Ausbildungsgeräte, die mir seit drei Jahren regelmäßig stimmungsmäßig den März verhageln. Das gab es noch nie.
    Auch eine Premiere: die 1:1-Ausstattung. Die ging jetzt in der ersten Märzwoche los und als Team sind wir sehr auf die Rückmeldungen gespannt, wie es läuft. Denn der Start war ein bisschen mau. Gerade mal 60% der Unterschriften hatten wir zum vor drei Wochen veranschlagten Stichtag zusammen. Als Konsequenz haben wir die entsprechenden Eltern angeschrieben und deren Kindern vorerst die Geräte verboten. Als Konsequenz trudelten fast alle fehlenden Unterschriften innerhalb von 12 Stunden ein. Teilweise um drei Uhr in der Früh wurde alles hochgeladen. Die Lernplattform zeichnet sowas gnadenlos auf. In dieser Hinsicht werden wir also unseren modus operandi etwas anpassen müssen. An die Selbständigkeit von zehnten Klassen zu appellieren funktioniert nur so semigut.
    Auch mein Blog läuft wieder an und war ein bisschen im Winterschlaf. Sorry about that. Es war ein bisschen was los bei mir, was hier nicht in den Blog gehört. Meine Liebsten wissen ja ohnehin Bescheid. Aber sagen wir es so: 2026 wird vielleicht das Jahr der Neuanfänge. Und der Plural ist mit Absicht gewählt.
    Spannend.
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Alltag,  Technik

    Schnauze(r)!

    Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Fasching. Auch wenn ich ein Geburtstagskind bin, dessen Wiegenfest in die jecke Zeit fällt (Wassermänner vor!), gibt es wohl kein Fest, mit dem ich so wenig anfangen kann wie die das künstliche Spaß-haben auf Knopfdruck in billigen Kostümen.
    Umso mehr Überwindung hat es mich gekostet, an der Schule zu einer kollegeninternen Motto-Party zu erscheinen. Aber ich kam da nicht aus. Immerhin war ich einer der Gastgeber. Und ich hab mich dafür in ungewohnter Weise eingebracht. Nicht nur, dass ich mir eine komplette Kluft von Super Mario gekauft habe. Ich trennte mich für meinen Look sogar von meinem Vollbart, den ich seit bestimmt gut  zehn Jahren getragen hatte. Das Ergebnis überraschte mich… und zwar positiv.

    Ganz genau wie die Oberstufe, die hatte ich über ein Feedback in der Lernplattform um eine ehrliche (anonyme) Meinung zu meiner neuen Bartfrisur gebeten. Und das Ergebnis fand ich tatsächlich so süß, dass ich es gerne zeigen möchte. Streckenweise passen die Antworten nicht wirklich zur These, aber was soll’s.

    Frage lautet: Should Mr Mess keep his moustache?


    Auch für so einen herzerwärmenden Schmarrn kann die Lernplattform wunderbar nutzen.

    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Allgemeines,  Technik

    Klappe!

    Und da war es schon: Filmprojekt Nummer 2. Über den Arbeitskreis am ISB wurden wir in der Gruppe angefragt, ob wir nicht bei einer kleinen Testimonial-Kampagne dabei sein wollten, in der wir der Lehrerschaft vor laufender Kamera ein bisschen etwas über die Art unserer digitalen Arbeit erzählen wollten. Naja, wollen stimmte nicht so ganz. In dem Moment, wo man nicht vehement abgelehnt hatte, war man mehr oder weniger verpflichtet.
    Und so rückten wir Ende Januar in Dillingen an, um unser Filmdebut zu geben. Vor laufender Kamera. Sehr beeindruckend: Das Filmstudio der ALP ist in eine alte Kapelle gebaut. Wie die Kaaba steht ein hölzener Kubus in der (entweihten) Kultstätte und beherbergt ein komplett ausgestattetes Studio mit Regiekabine, Scheinwerfern, Mikrofonen jeglicher Art und einem riesigen LED-Screen, auf den sich Hintergründe jeglicher Art projizieren lassen.
    Das Filmstudio – von außen

    Und genau dorthin wurden wir einer nach dem anderen hereingebeten und vor laufender Kamera ein bisschen was zu erzählen. Die Interviews gingen mitunter sehr in die Tiefe. Und das Gefühl, knapp 45 Minuten in eine Kamera reden zu müssen, ist zu Beginn schon sehr beunruhigend. Man starrt in die Dunkelheit eines Raumes, wo auf Brusthöhe ein riesiges Objektiv wie eine Waffe auf einen gerichtet ist. Und dann geht’s los. Man hat gar keine Ahnung, wie man vor der Kamera wirkt, ob es passt, ob man zu sehr fuchtelt (meine Achilles-Ferse), wie ein Besenstil da steht…

    Zum Glück war das Team sehr zuvorkommend und lieb. Die Kollegen ohnehin – immerhin kennen wir uns nun schon das fünfte Jahr. Da sind mittlerweile richtige Freundschaften hervorgegangen. Der Umgang ist aufrichtig, herzlich, und bei einem Feierabendbier (oder in meinem Falle -wein) im Akademiekeller der ALP werden schon längst nicht nur fachliche Themen besprochen. Es ist tatsächlich eine neue kleine Wohlfühlfamilie geworden.

    Und dafür bin ich unendlich dankbar ♥
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Medienrummel

    Ende Oktober stand irgendwann ein Filmteam erst vor, dann in der Schule. Hintergrund war so einfach wie unglaublich: Die Stadt München ist tatsächlich ein bisschen pleite, aber sehr auf Publicity bedacht. Deswegen hatte sie eine Crew losgeschickt, um an unserer Schule ein bisschen Filmmaterial einzufangen, um zu zeigen, dass der Stadt das Thema Bildung und Bildungsstätte trotz zugedrehter Geldhähne wichtig ist. Denn bei unserem Gebäude wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Es ist denkmalgeschützt, daher musste bei der Renovierung und Generalinstandsetzung sehr behutsam vorgegangen werden. Und für das entsprechende Baumaterial kann man nicht einfach zum Baumarkt ums Eck.

    Deswegen gingen für die vier Jahre, in der unser Schulgebäude kernsaniert wurde, Millionen von Euro drauf. Eine dreistellige Millionensumme, um genau zu sein. Und um das zu demonstrieren, standen ein paar Herren und Damen vor der Tür, die gerne alles davon filmisch einfangen wollten. Und da Schule ohne Menschen langweilig ist, standen sie plötzlich auch in meinem Unterricht. Für meine fünfte Klasse eine große Sache – und auch ich war zu Beginn schon ein bisschen genervt, dass ich wieder nicht rechtzeitig “nein” gesagt habe (das Thema ist ja nicht neu bei mir 😎). Denn natürlich blieb es nicht nur bei ein paar Snippets aus dem Lateinunterricht. Auf einmal wurde man auch zu Interviews geladen. Reicht man den Leuten auch nur den kleinen Finger…

    Aber das Ergebnis ist ganz gut geworden. So gut, dass ich hier einfach mal den Link zum Endergebnis da lasse.

    Das Verrückteste? Das waren nicht die letzten Filmaufnahmen von mir 🙈

     

    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5
  • Allgemeines,  Alltag

    Eine Bucketlist

    “Eine Bucketlist? Sowas brauche ich nicht”, sagte mir dieser Tage eine liebe Kollegin in Dillingen rechtzeitig zum Jahreswechsel. “Wenn ich auf etwas Lust habe, mache ich es gleich.” Ich mag diesen Ansatz. Aber man wird ja noch träumen dürfen. Und ihr auch.
    Deshalb: Was wollt ihr unbedingt noch so mit eurem Leben anfangen? Gerne in die Kommentare schreiben. Frisch von der Leber. Kein Rechtfertigen. Einfach drauf los! 🙂
    Ich fang mal an:
    • Meine sieben Sprachen soweit perfektionieren, dass ich mich verständigen kann.
    • New York sehen
    • Rezept für Mutterns Prager Knödel erlernen
    • Eigentum erwerben – wie klein es auch sei
    • endlich ein Instrument SINNVOLL erlernen
    • Finger Drumming erlernen
    • Umgang mit Verlusten verbessern.
    • Glücklich werden
    So groß ist sie tatsächlich nicht geworden. Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Und ihr so?
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    4.2
  • Allgemeines,  blog,  Technik

    Back to the digital roots?

    In den sozialen Medien merke ich unter den Leuten, die ungefähr in meinem Alter sind, eine zunehmende Ermüdung, wenn es um Social Media geht. An vielen Stellen hat man das Gefühl, die Luft ist einfach raus. Diskussionen kommen nicht zustande oder versanden im Nichts. Andere Accounts sind einfach nur die ganze Zeit beschäftigt mit Selbstdarstellung. Es kann natürlich auch sein, dass ich bzw. wir auch einfach in den falschen Netzwerken unterwegs bin/sind. Aber das Thema TikTok oder Instagram hat sich für mich als Plattform zum Vernetzen ein bisschen erledigt. Das, was ich vor ein paar Monaten dort gesehen habe, ist streckenweise echt für mich schwer zu ertragen. Viel Selbstdarstellung, viel Overacting, das nützt mir einfach überhaupt nichts.
    Entsprechend ziehen sich viele Leute wieder auf den Blog zurück und versuchen dort wieder produktiver zu sein. Ich versuche das auch. Allerdings findet man oft auch im Moment schlecht die Zeit dazu, alles aufzuschreiben, was man möchte. Eine kleine Möglichkeit habe ich mir mittlerweile für lange Autofahrten beigebracht. Ich diktiere Themen oder Texte, die ich im Blog benutzen will, einfach als Audionotiz in Evernote und lasse hinterher alles von der KI in Text umwandeln. Das spart einerseits mächtig Zeit, zeigt mir andererseits aber auch, wie sehr ich tatsächlich ein Mann der Schrift bin. Wenn ich Texte erstelle, ist das Flow-Gefühl beim Schreiben viel schneller da als beim Sprechen. Dort halte ich regelmäßig inne, muss mich verbessern, oder tue mir mit dem Formulieren deutlich schwerer, als wenn ich an der Tastatur oder mit einem Stift in der Hand am Schreibtisch sitze.
    Ich schätze das merkt man auch an diesem Text, der sprechenderweise entstand…
    Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung.
    5