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    Sommerferien 0.5

    Summer moves on in Bavaria. Mit dieser Woche begeht Bayern seine letzte Woche der Corona-Sommerferien. Was waren das nur für Tage! Entgegen sämtlicher Prognosen hatte Oberbayern fulminantes Bombenwetter. Tagelange Schönwetterperioden, milde Nächte, ab und an ein erfrischendes Regengewitter. Freunde treffen, Grillen, Baden in Starnberg, Wörthsee, Pilsensee und der Isar. Dazu gutes Essen und stundenlanges Radeln durch die Münchner Innenstadt auf der Suche nach einem neuen, bis lang ungekannten Biergarten haben einen fast vergessen lassen, was das für ein abgefahrenes Schuljahr war.

    Bavarian Chilling am See

    Fast. Denn so richtig abschalten ging irgendwie nicht. Das ständige Ausfüllen von Registrierungen in den Lokalen wies immer wieder auf den Ausnahmezustand hin. Ebenso wie der ausgefallene Urlaub in Griechenland, oder der gehörige Sicherheitsabstand, mit dem die meisten diszipliniert an den Seen lagen. Ganz im Gegensatz dazu die ärgerlichen Versammlungen in der Münchner Innenstadt, wo sich allabendlich Tausende von Feierwütigen sammelten und auf dem winzigen Gärtnerplatz drängelten. Das Ergebnis waren erhöhte Infektionszahlen in der Weltstadt mit Herz, die als Konsequenz jetzt trocken gelegt wird. Ab letzter Woche ist der Alkoholausschank ab 21 Uhr verboten, damit die Leute nüchtern weniger leichtsinnig sind. Ob die Taktik erfolgreich ist, muss sich zeigen. Man muss ja nicht betrunken sein, um unvernünftig zu sein, wie wir gerade erst am Wochenende in Berlin gesehen haben.
    In der Woche, in der die bayerische Regierung nun eine Erklärung geben will, wie das nächste Schuljahr ablaufen wird, liest man derartige Negativschlagzeilen sehr ungern: Denn auch zehn Tage vor Beginn des neuen Schuljahres wissen die Schulen immer noch nicht, wie 2020/21 ablaufen wird. Eins aber ist klar: Je mehr die Zahlen nach oben schießen, desto realistischer werden Einschränkungen, die uns letztes Jahr so den Nerv geraubt haben. Als Schule haben wir versucht, uns in den Sommerferien für alle Eventualitäten zu wappnen: Microsoft Teams steht als Ersatzprodukt für Webex Teams in den Startlöchern. Leih-Tablets sind beschafft. Einen weiteren iPad-Koffer habe ich über die Ferien mit einer Kollegin zusammen mit zusätzlichen Geräten bestückt und vorkonfiguriert.

    Lektorieren – Yay!

    Für die Schüler*innen haben wir im Teamwork bei Mebis einen Minikurs erstellt, der die Schüler systematisch an die einzelnen Grundfunktionen heranführt und so auch die Mebis-Neulinge auf Spur bringt. Nebenbei sind die Kollegen angehalten, über die Sommerferien vom Online-Fortbildungsprogramm Gebrauch zu machen und sich zum Thema Digitaler Unterricht ein bisschen auf den neuesten Stadt zu bringen. Dazu habe ich mir auch noch die Mitarbeit an einem Schulbuch aufgehalst, die mich täglich doch einige Stunden gekostet haben.
    So führte das alles dazu, dass sich die Sommerferien 2020 genauso halbgar bei mir angefühlt haben wie es das Schuljahr hatte. Aber wir machen das Beste draus. Ich freu mich auf das Schuljahr – egal, wie es aussehen wird.

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  • Technik,  Unterricht

    Mebis-serl was geht immer: Folge 2: Das Mebis-Grid-Layout unter der Lupe

    Wer in den Sommerferien in Vorfreude aufs neue Schuljahr mal kurz in Mebis geblinzelt hat, dürfte etwas erstaunt gewesen sein. Für viele völlig unbemerkt, hat das Mebis-Team über die Sommerferien am 18. August ein großes Update eingespielt, das auf Moodle 3.9 basiert. Ein großes Update, das sich sehen lassen kann. Und das meine ich wörtlich. Das neue Layout ist eine Augenweide. Ich persönlich war ganz besonders darüber erstaunt, dass jetzt auch viele Optionen, die noch in der alten Version zwar anwählbar, aber oftmals ohne Funktion waren, nun endlich Verwendung finden. Nirgendwo habe ich das mehr gemerkt als im Gridlayout, mit dem man jeden Standardkurs optisch richtig auffrisieren kann.

    Aktivieren des Grid-Designs

    Aktivieren lässt es sich wie immer unter den Kurseinstellungen. Ein Klick und das war’s.

    Das Grid-Format lässt sich unten links auswählen. Alle weiteren Optionen zu den Kacheln finden sich unter „Kursformat“ oben rechts.

    Den Rest macht Mebis automatisch: Jeder der Themen-Abschnitte präsentiert ab jetzt als Kachel, die auf Mausklick alle darin vereinigten Aktivitäten freigibt. Aber es sind vor allem die Kacheln selbst, die sich mit zahllosen Optionen anpassen lassen. Nur sind das für den Anfänger vielleicht ein paar zu viele. Das habe auch ich beim erstmaligen Nutzen gemerkt und echt eine gewisse Zeit gebraucht, um die verschiedenen Optionen finden und verstehen zu können. Meine gesammelten Erkenntnisse hoffe ich euch heute mal ein bisschen zur Nachahmung an die Hand geben zu können. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen ja.

    Elemente einer Kachel

    Schauen wir uns dafür mal eine Kachel und die dazugehörigen Elemente einmal im Großformat an, die sich jeweils unter den Kurseinstellungen  Dazu habe ich in einer Kachel meines Oberstufenkurses mal sämtliche Elemente hinzugeschaltet. Mit einem Klick darauf lassen sich sämtliche Optionen mitsamt Erklärung einblenden, die Mebis für das jeweilige Element unter der Rubrik „Kursformat“ anbietet. Bitte nicht erschrecken. Die krasse Farbwahl ist nur gewählt, um die einzelnen Elemente voneinander abzuheben.

    Die Farben der einzelnen Elemente werden aus folgenden Farbdefinitionen unter „Kursformat“ gespeist:

    Ein paar ganz besondere Optionen bieten sich noch gegen Ende:

    • Bildmitteilung für neue Aktivität: Sollte im jeweiligen Themengebiet eine neue Aktivität eingestellt sein, lässtsich mit einem ja in dieser Option ein entsprechendes Label in Erscheinung bringen, das von neuen großartigen Dingen im Thema kündet.
    • Nicht Verfügbares ausgrauen: Ist ein Thema über die Einstellungen als unsichtbar markiert, kann es bleibt es
      Ein Schleier legt sich über ausgegraute Boxen

      den Schülern entweder komplett verborgen (hierbei bitte im Kursformat ganz oben unter Verborgene Abschnitte die Option vollständig unsichtbar auswählen) oder es kann ausgegraut angezeigt werden. In diesem Fall mit ja bestätigen und sich darauf freuen, der jeweiligen Klasse mit dieser Option ein paar Teaser vor die Füße zu werfen.

    Beispiele von Kacheln

    Mit diesen Optionen lässt sich einiges anstellen. Daher habe ich meiner Kachel exemplarisch mal ein paar verschiedene Designs verpasst, um davon einen Eindruck zu geben.

    Man sieht, die Anzahl der Optionen ist riesig. Aber wenn man weiß, welche Option wofür steht, lassen sich ein paar wirklich schicke Sachen verwirklichen. Für alles weitere in dieser Hinsicht empfehle ich auch noch einmal ganz ausdrücklich das tolle Mebis-Video von Marc A. Hennekes , das noch ein paar Bewegtbilder zu dem Thema kommentiert.

    Dieses Video ansehen auf YouTube.
    Die Verbindung zu YouTube wird erst bei einem Klick auf den Screenshot hergestellt.

     

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  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 7: Fill in the Blanks

    Es wird mal wieder Zeit für ein bisschen H5P-Zauberei. Und in Folge 7 des kleinen Lernkurses wollen wir jetzt auch mal wieder ein paar interaktive Elemente ausprobieren, die ein kleines bisschen mehr abverlangen als schnödes Anklicken. Den Anfang macht die Aktivität Fill in the Blanks, eine Aktivität, die ich persönlich vor allem im Lateinunterricht sehr häufig nutze. Ich finde die Aktivität schon ein bisschen fordernder als Drag the Words, weil hier nicht nur gezogen und geschoben werden muss – was ja auch durchaus die Möglichkeit bietet, einen Zufallstreffer zu landen – sondern explizit geschrieben. Und da merkt man recht schnell, wer was kann und wer nicht.

    Aber jetzt mal los.

    Wie geht’s?

    Ein Anfang ist schnell gemacht: Unter Titel wird der Aktivität einfach ein sinnstiftender Name gegeben, damit man ihn auch besser in seinem Wust an H5P-Aktivitäten findet. Unter Aufgabenbeschreibung wird eine kurze Erklärung des Arbeitsauftrages hinterlegt. Und dann geht’s auch schon ans Eingemachte:

    Die Optionen bei Fill in the Blanks

    Im Textfeld von Textblöcke wird nun der zu behandelnde Stoff eingetippt – inklusive Lösungswörter. Jedes Wort, das eingetippt werden soll, wird hierbei mit * markiert, damit H5P Bescheid weiß und hinterher für den User an dieser Stelle eine Lücke lässt.  Sind mehrere Lösungen zu einer Lücke möglich, werden die alternativen Antworten innerhalb von * mit einem Schrägstrich / definiert. Ein : innerhalb der Sternchen eröffnet die Möglichkeit, einen kleinen Hinweis auf die Lösung zu hinterlegen. Das war es aber auch schon. Hier mal der Quelltext meiner kleinen Übung (wenn man mein dilettantisches Geschreibsel überhaupt als Quelltext bezeichnen kann…

    … und anschließend der Test in Reinform (man beachte: der gegebene Tipp versteckt sich inter einem blauen i)

    Da es sich hier um eine kleine Testaktivität handelt, lassen sich bei Fill in the Blanks natürlich auch Feedback-Optionen einstellen. Wie das funktioniert, habe ich schon in Folge 1 bei der Aktivität Drag the Words besprochen. Allerdings gibt es hier noch ein paar zusätzliche Optionen, die aber völlig selbsterklärend sind. So lässt sich einstellen, wie pingelig H5P bei Rechtschreibfehlern oder Groß-Kleinschreibung sein soll oder lässt die Möglichkeit zu, den Test ein zweites Mal zu machen. Im Beispiel bei mir ist das selbstverständlich ausgeschaltet. Ihr sollt ja was lernen bei mir. Ätsch!

    Wenn ihr weitere sinnvolle Einsätze auf Lager habt, sagt Bescheid! Am besten in den Kommentaren!

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 6: Image Slider

    Wenn es um die reine Darstellung von Bildern geht, hat H5P einige Aktivitäten mit an Bord, um schnell und einfach zu vorzeigbaren Ergebnissen zukommen. Image Slider ist unter ihnen vermutlich die einfachste. Vielleicht sogar eine Funktion, die vielerorts als ein bisschen zu poplig angesehen wird, als dass sie es wert ist, in einem eigenen Beitrag behandelt zu werden. Aber was soll’s. Ich nutze den Image Slider gerne, da er eine komfortable Möglichkeit darstellt, eine Klasse schnell und einfach eine Bilderfolge sehen zu lassen, ohne dass man sich irgendwo einloggen oder Bildmaterial herunterladen muss. Einfach QR Code mit dem mobilen Gerät abscannen und es kann losgehen. Kein LogIn, kein Download, keine Zusatzprogramme. Es läuft einfach. Und geht in einem Minimum an Zeitaufwand.

    Wie geht’s?

    Simpelst. Bild hochladen, Alternativtext eingeben für den Fall, das das Bild nicht geladen werden kann und damit hat es sich auch schon. Wie schon in den letzten Aktivitäten besteht die Möglichkeit einen Hover-Text zu kreieren. Dieser wird eingeblendet, sobald man für eine bestimmte Zeit mit dem Mauszeiger über dem entsprechenden Bild bleibt. Nett, aber nicht zwingend nötig.

    Die typische Maske für Image Slider in H5P

    Möchte man weitere Bilder nutzen, wird über Add Item dieselbe Maske für das nächste Bild geöffnet und das Beschriften geht von Neuem los. Diese Schritte wiederholt man, bis man seine Schönheitengalerie zusammen hat.
    Der Rest ist eigentlich Kosmetik, den H5P eigentlich für den Nutzer selbständig erledigt. Wer aber das Szepter nicht aus der Hand geben möchte, hat unter den hochgeladenen Bildern am Ende ein kleines Menü, mit dem die Darstellungsoptionen noch einmal spezifiziert werden können.

    Über Aspect Ratio kann man festlegen, ob sich der Rahmen an das Format der Bilder anpasst (Automatic) oder sich das Format der Bilder den Rahmen beeinflusst (Not fixed). In erstem Fall bleibt der Rahmen damit konstant, sodass beim Wechsel von Bildern im Hoch- und Querformat z. B. Bilder im Querformat in den Rahmen eines Hochformates gequetscht werden müssen und so in der Regel verkleinert werden, damit alles rein passt. Im letzteren Fall wird für jedes neue Bild der Rahmen angepasst. Das bedeutet, dass der Rahmen zwischen Hoch- und Querformat hin- und herspringen kann, was mitunter für etwas Unruhe sorgen kann.
    Wer die maximale Kontrolle haben will, wählt die Option Custom. Unter ihr kann man ein festes Verhältnis zwischen Länge und Höhe des Rahmens festlegen (Aspect Ratio), dem sich alle Bilder unterordnen müssen.
    Den Unterschied erkennt man in beiden Beispielen
    Hier eine kleine Präsentation im fixed mode:

    Und hier eine not fixed…

    … der wir mit Hilfe der custom Option etwas Einhalt geboten haben (Aspect Ratio 5:3).

    Die Image Slider nutze ich gerne im Englischunterricht, um in der Klasse Sprechanlässe zu schaffen. Perfekt für die Vorbereitung auf eine mündliche Schulaufgabe, in der sie spontan auf Bildimpulse reagieren müssen. Die Schüler bekommen die Vorgabe, über jeden Bildimpuls ca. eine Minute zu sprechen. Nach Ablauf der Zeit für das erste Bild wird das zweite eingeblendet und der nächste in der Klasse muss eine Brücke zum vorigen Bild schlagen und gleichzeitig mit dem seinigen die Handlungskette für eine weitere Minute weiterführen. So geht es weiter, bis man mit dem Image Slider wieder an den Anfang der Geschichte kommt.

    Am kreativsten werden die Klassen natürlich mit ihrem eigenen Bildmaterial, das man im Vorhinein von den Schülern zu einem gewissen Thema fotografieren und an einen gemeinsamen Ort hochladen (Mebis, Dropbox, One Drive etc.) lässt und per Zufallsprinzip in einem Image Slider landet. Einfach mal ausprobieren!

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier .

    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 7.

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  • Alltag,  Technik,  Unterricht

    Apps im Unterricht: Lernvideos erstellen mit Lecture Videos

    Es gibt wenige Apps, die mich in meiner Android-Karriere so lange begleiten wie Lecture Notes. Schon anno 2013 war ich von dem schieren Umfang dieser Anwendung fasziniert wie auch verstört. Und auch sieben Jahre später fallen mir immer wieder neue Features in die Hände, die ich bislang ignoriert hatte. Zum Beispiel die Add-ons zu dem Programm. Genauer gesagt: LectureVideos. Mit diesem Add-on sind in Windeseile Lernvideos erstellt, die flüssig laufen und trotzdem insgesamt recht datensparsam daherkommen. Eine Seltenheit, wenn man sich die zahlreichen Apps ansieht, die Screen Recording bieten. Das war oft entweder rucklig. Oder verschoben im Format. Oder gewaltig in der Datengröße. Oder alles zusammen.

    Mit LectureVideos geht das wunderbar: Notizbuch öffnen, Material importieren, Aufnahmebutton drücken und los geht’s. So fix geht das noch nicht mal bei Explain Everything.

    Alle Videos, die innerhalb eines Notizbuches gemacht werden, sind in der Notizbuchvideowiedergabe vorgespeichert. Für den Export als Mp4-Datei wählt man einfach das entsprechende Video an et voilà: Habemus Lernvideo.

    Ta-Dah!

    Jetzt muss ich nur noch den Anflug von Lampenfieber überwinden, der sich immer kurz vor der Aufnahme beschleicht.

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  • Technik,  Unterricht

    Mebis-serl was geht immer: Folge 1: Kurskosmetik

    Zu Beginn befassen wir uns mit etwas recht Lapidaren: Dem schnöden Äußeren von Mebis. Denn so vielfältig die Möglichkeiten der Plattform auch sein mögen, vermisst man zu Beginn vielleicht ein bisschen einen Leitfaden, der etwas Ordnung in das Durcheinander bringt: Aktivitäten hier, Themen da, Kursformate da drüben. Das ist zu Beginn für den Einsteiger doch ein bisschen viel. Hier sind daher ein paar Kostbarkeiten, die ich für die Ordnung innerhalb eines Mebis-Kurses wahnsinnig hilfreich fand und erst seit Kurzem so zu schätzen weiß:

    Aktivität Textfeld

    Unter den zahlreichen Aktivitäten in Mebis, die jeweils mit schickem Symbol versehen waren, habe ich lange eine Kleinigkeit schmerzlich vermisst, die mir fast als peinliche Lappalie vorkam: Wohin soll ich denn die Arbeitsanweisungen schreiben. Etwa unter der Beschreibung der jeweiligen Aktivität, die man dann auf der Hauptseite einblenden lässt? Oder gibt es nicht einfach eine Möglichkeit auf der Hauptseite einfach Fließtext einzufügen? Ohne flashy Aktivitätsicon. Einfach Text, der sagt, was zu tun ist? Überraschung. Die Option gibt es. Sie heißt Textfeld. Und der Name ist Programm. Damit lassen sich Überschriften erstellen, Arbeitsaufträge formulieren oder kleine Aufmunterungen unter die Vielzahl von Arbeitsaufträgen unterbringen.

    Ein ganz unscheinbares Textfeld mit ein paar einleitenden Worten zum nächsten Thema


    Themen hervorheben

    In einem Oberstufenkurs, der zwei Schuljahre dauert, kommt einiges an Themen zusammen. Allein in Englisch werden es, wenn man sich brav an den Lehrplan hält, 16 Themen, was in einem Mebiskurs mal schnell unübersichtlich wird. Wie gut, dass es dort die „Hervorheben“-Funktion gibt – im Bild auf Englisch -, die das aktuelle Thema auf Knopfdruck für jedermann und -frau sichtbar macht. Aktiviert wird die putzige Funktion im Menü „Bearbeiten“ des jeweiligen Themas. Und schon ist das aktuelle Thema bei jedem Log-In farblich hervorgehoben.

    Ist ein Thema hervorgehoben, wird es in der jeweiligen Ansicht farblich herausgestellt; zum Beispiel hier im Grid-Format


    Aktivitäten einrücken

    Direkt im Menü „Bearbeiten“ zu jeder Aktivität findet sich die Funktion „Einrücken“. Der Name ist Programm und eigentlich völlig unscheinbar. Ich musste aber sechs Jahre mit der Plattform arbeiten, um sie im Zusammenhang mit einem der aktuelleren Blogartikel ganz nebenbei in einem Kommentar von Birgit Vogler kennenzulernen. Ähnnlich wie in der Textverarbeitung werden innerhalb eines Themas mit dieser Funktion ausgewählte Aktionen eingerückt. Perfekt, um innerhalb eines größeren Themas Unterstrukturen zu schaffen und so Orientierung zu geben.

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  • Allgemeines,  Alltag,  Pädagogik,  Technik,  Unterricht

    Software im Unterricht: Jitsi

    Woche drei ist angebrochen. Drei Wochen seit dem Corona Lockdown. In diesen komischen Zustand schleicht sich so langsam Routine hinein. Der komische Zustand ist Routine geworden. Dieses seltsame Gefühl, weiterhin seinen Job zu machen und dann auch wieder irgendwie nicht richtig: Übungen zu erstellen für eine Klasse, die man nicht sieht. Unterricht vorzubereiten, den man nicht hält. Mit Kollegen über Dienstliches zu kommunizieren, die man seit fast drei Wochen nicht mehr gesehen hat. Die soziale Isolation im Arbeitsleben wiegt zunehmend schwerer. Man vermisst die Kinder. Man vermisst die Kollegen. Und die Kollegen vermissen zurück. Nach den ersten Wochen, in denen man in der Whatsapp-Lehrergruppe noch Memes und flotte Einzeiler in die Chats abließ, wird der Ton anders. Es wird persönlicher: Die Leute verschicken Videos. Von sich. Kleine Redebeiträge, kleine Sport-Übungen, um am Arbeitsplatz ein bisschen Bewegung zu bekommen. Indoor-Boulder-Exercises. Oder aber auch TikTok-würdige Minisketche. Allein deswegen merkt man so langsam, dass sich ein Lagerkoller breit macht. Man muss sich einfach wieder sehen. Auch die Klassen. Anfragen wegen eines Videochat Systems machen sich seit letzter Woche zunehmend breit. Und man geht auf die Suche nach möglichen Formaten. Dank Twitterlehrerzimmer schwirren die Namen der big players umher: Skype, Zoom, MS Teams, Twitch, Discord – zusammen mit den damit verbundenen Risiken des Datenschutzes, die laut KMS in den Corona-Zeiten gelockert, aber nicht vergessen sein mögen. Nach ein paar Nachfragen und ein bisschen Einlesen versuche ich mich an ein paar Testläufen und schau mal in Jitsi rein. Das geht wirklich erstaunlich schnell: Kanal öffnen, Link dazu kopieren. Schluss. Nach einem kurzen Twitter-Testlauf und einem zünftigen Meet and Greet mit Herr Rau, Georg Schlamp und Frimelotta als Versuchskaninchen entscheide ich mich probeweise für eine Session mit einer meiner Klassen. Kurze Anleitung verfasst und ab die Post.
    Entgegen aller Befürchtungen läuft Jitsi von Anfang an sehr stabil. Das liegt vorrangig an den 25 Mithörenden, die alle brav die Kamera ausgestellt haben, um Traffic einzusparen. Der Smalltalk ist schnell abgehandelt. Die Herren und Damen an den Rechnern klingen eigentlich ganz gechillt und tragen den Unterrichtsausfall mit der gebotenen Fassung. Es wird ein bisschen gefeixt, geblödelt, beruhigt (die ausfallende Schulaufgabe ist DAS beherrschende Thema) und zum Schluss dürfen alle mal die Kamera einstellen um Jitsi auf eine Probe zu stellen, und in die Kamera winken. Und ich sehe sie: 25 glücklich drein blickende Kinder. Hat gut getan. Uns allen.
    Nächste Woche mal gleich wieder!

    Guerilla-Shot 😉
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  • Alltag,  Prüfungen,  Technik,  Unterricht

    (Wieder) Demut lernen

    Ich kann mich noch erinnern, wie ich im Studium erstmals vom Ausdruck des Fachidiotismus gehört habe. Diesen wenig schmeichelhaft klingenden Ausdruck zum Beschreiben eines Zustandes, dem man nach mehreren Jahren in seinem Metier erliegt, kannte ich theoretisch, aber wirklich vorstellen konnte ich mir das damals nicht. Frisch aus dem Abi war ich nämlich eigentlich ganz gut aufgestellt, was das Allgemeinwissen betraf: Kurvendiskussionen, Vektorenrechnung, das Verständnis von dominant-rezessiven Erbkrankheiten, die unterschiedlichen Evolutionstheorien, Atommodelle. War alles damals kein Problem für mich.
    Das hat sich mittlerweile geändert. Nach 10 Jahren im Dienst geschieht es immer mehr, dass ich Klassenzimmer betrete und Tafelanschriebe meiner Vorgänger vorfinde, die für mich nur böhmische Dörfer darstellen. Das ist aber nicht nur in Fremdfächern so, sondern auch in den eigenen Fächern. Man verliert über die Jahre ein bisschen den Blick für gewisse Inhalte und ihre Anforderungen. Unterschätzt, wie schwer es z. B. sein kann, ein Gedicht zu verfassen oder einen Text frei zu schreiben. Etwas, was man jahrelang in der Schule oder an der Uni praktiziert hat, dann aber in der Schule gerne mal etwas einschlafen lässt. Dort ist man eher damit beschäftigt, die Ergüsse seiner Schülerschaft zu korrigieren. Selbst mal wieder zur Feder greifen? Das machen die wenigsten. Auch ich bislang nicht. Zu häufig wurde mir davon abgeraten. Selbst etwas zu schreiben sei zeitintensiv, nicht zielführend und oftmals auch frustrierend für die Klasse, weil sie im „Musteraufsatz“ des Lehrers oft einen Schreibstil vorgesetzt bekommt, an den ein Großteil überhaupt nicht heranreichen kann. Dennoch habe ich das Experiment jetzt einmal wieder gewagt.
    Kurz vor dem Abitur steht die letzte große Textsorte für meinen Oberstufenkurs ins Haus: das Erstellen eines comment. Da trotz einer theoretischen Vorentlastung unter einem Großteil des Kurses doch immer wieder Fragen auftauchten, was denn einen guten comment ausmache und was nicht, habe ich einfach mal selbst wieder zur Feder gegriffen und unter denselben Prüfungssituationen wie die Schüler dasselbe probiert… und kam ganz schön ins Schwitzen. Ich hatte völlig vergessen, wie viel Arbeit das Erstellen einer solchen Textsorte machte. Wie man eine sinnvolle Einleitung schreibt. Wie man schöne Übergänge schafft. Argumente präsentiert und ineinander laufen lässt. Alles in einen schönen Schluss münden lässt. All das in 45 Minuten Arbeitszeit hinein zu kloppen, ging deutlich schwerer als gedacht. Aber ich habe es geschafft. Und nicht nur das. Ich habe auf diese Weise selbst noch einmal gemerkt, an welchen Elementen ich erfahrungsgemäß am meisten sitze. Und so konnte ich für die Schüler auch ein bisschen Metawissen miteinbringen: An welcher Stelle müssen sie besonders darauf achten, die Kohäsion des Textes nicht zu zerreißen? Welcher Stil macht sich am besten? Mit welchen Tricks lasse ich Sätze wendiger klingen? Wie erreiche ich möglichst elegant Kohäsion und Kohärenz. All das habe ich in meinem Musteraufsatz den Schülern in unterschiedlichen Farben markiert und zur Ansicht auf Mebis hochgeladen.Erfolgreich. Ausnahmslos jeder hat sich das Dokument vor der Schulaufgabe angesehen und auf diese Weise durch die Bank ganz grandiose comments in der Klausur verfasst. Die ganze Arbeit hat sich also gelohnt. Und es wird nicht bestimmt das letzte Mal gewesen sein, dass ich mich mal wieder selbst in die Rolle des Schülers begebe…

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 5: Image Juxtaposition

    Unter den Aktivitäten, die mit H5P für Zuschauer am eindrucksvollsten sind, gehört definitiv die Aktivität Image Juxtaposition – eindrucksvoll deshalb, weil man sie in der Regel vor allem von professionellen Nachrichtenseiten kennt. Über einen Schieberegler kann man stufenlos zwischen zwei Bildern hin- und herschalten, sodass Gemeinsamkeiten und Unterschiede im direkten Vergleich zutage treten – perfekt für kontrastive Vorher-Nachher-Aufnahmen von Satelliten, Statistiken oder Kunstwerken, die sich so im Unterricht in Windeseile integrieren können.

    Wie geht’s?

    Alles, was man dazu braucht, sind zwei Bilder, die in die H5P-Maske geladen werden. Die einstellbaren Parameter beschränken sich hierbei auf ein Minimum und sind größtenteils optional:

    Die Optionen zu H5Ps Image Juxtaposition halten sich in angenehmen Grenzen
    • Titel ist buchstäblich namengebend und kann genutzt werden, um einen Arbeitsauftrag festzuhalten.
    • Das Feld Alternativtext muss mit einer Nachricht befüllt werden, für den Fall, dass das Bild nicht geladen werden kann. Das kann z. B. eine Kurzbeschreibung eines der beiden Bilder sein.
    • Hovertext (optional) zeigt Text an, sobald man mit dem Mauszeiger über längere Zeit über dem Bild unbewegt bleibt – zum Beispiel in Form eines versteckten Hinweises.
    • Beschriftung des ersten/zweiten Bildes (optional): Das ist ein Titel, der jeweils über den Bildern angezeigt wird. Dieser ist im Gegensatz zum Hovertext immer sichtbar.

    Das war’s an sich aber auch schon mit der Arbeit. Wer will, kann im darunter liegenden Menü Verhaltenseinstellungen noch die Startposition des Schiebereglers sowie dessen Schieberichtung und Farbe definieren. Muss aber nicht. Den Rest übernimmt die Software. Das fertige Produkt kann zum Beispiel so aussehen:

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 6.

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  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Was zu tun

    Wie war das noch mal mit dem Glashaus? Noch vor ein paar Tagen habe ich etwas enttäuscht festgestellt, dass in den Lehrerblogs derzeit etwas Flaute herrscht – nur um hinterher zu erkennen, dass es bei mir derzeit ganz genauso ist.
    Es wäre falsch, das damit zu begründen, dass es nichts zu berichten gäbe. Denn das stimmt nicht. So kurz um die Zeugnis-Zeit fällt erfahrungsgemäß immer viel Arbeit an. Da brauche nicht mal meine Erinnerungen zu bemühen, um herauszufinden, dass das schon immer so war. Ich habe ja einen Blog dafür. Und der bestätigt: Das Thema Arbeit und Arbeitsbelastung sowie die Möglichkeiten diese im Zuge der Lehrergesundheit ein bisschen einzudämmen zieht sich durch meine 6 Jahre Blogerfahrung wie ein roter Faden. Zu Hochzeiten habe ich mir immer regelmäßig Luft verschafft und gewettert, über die Leiden des jungen M. Zum Beispiel hier. Oder hier. Oder aber auch hier.
    Auch nach 10 Jahren kann ich nicht sagen, dass das anders ist. Klar, die meisten dieser digitalen Klagegesänge sind allesamt mehr mindestens von 2014, aber Arbeit gibt es nach wie vor viel. Sie hat sich nur verändert: Noch vor ein paar Jahren lag der Fokus deutlich auf der Unterrichtsvorbereitung, den neuen Methoden und dem Erstellen von Material, mit dem man die Klassen ärgert beglückt. Das hat sich vor allem in den letzten zwei Jahren ganz deutlich verändert. Dank meiner digitalen Unterrichtsvorbereitung in Evernote und der zunehmenden Routine nimmt der zeitliche Rahmen zur Unterrichtsvorbereitung ein absolutes Minimum ein. Spätestens nach zwei vollen Zeitstunden steht alles. Arbeitsblätter müssen in der Regel nicht neu konzipiert, sondern lediglich ein bisschen angepasst werden. Lediglich die Oberstufe in Englisch erfordert eine regelmäßige Anpassung, da selbst nach zwei Jahren vieles einfach in die Jahre gekommen ist. Dass man aber mit zwei Zeitstunden einen kompletten Schultag führen kann, hätte ich mir vor knapp zehn Jahren im Referendariat niemals zu träumen gewagt. Wenn ich da noch an meine ersten Unterrichtsversuche im Referendariat denke, wo ich für eine reguläre Schulstunde drei Zeitstunden investieren musste (ich kann mich noch dran erinnern als ob es gestern war: Einführung zu Rosa Parks)… Aber es ist so.
    Was stattdessen mehr Zeit erfordert, ist die Organisation der Systembetreuung, die ich seit einem Jahr habe. Das ist ein riesiger Batzen Arbeit, der mir – man höre und staune – viel Spaß macht. Ebenso wie auch das Reinfrickeln in die Arbeit mit Mebis und H5P, was mir mehr und mehr perfide Freude bereitet – für einen Großteil meines Kollegiums ein absolutes Rätsel, aber verständlich, da durch die bei uns noch vor kurzem kaum vorhandene und defizitäre Technik bei vielen einfach das Vertrauen in digitale Konzepte verloren gegangen ist (wenn es bei uns überhaupt jemals bestand). Aber bei uns tut sich was. Langsam und in Babyschritten. Und ich werde davon berichten. Es gibt was zu tun!

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