• Allgemeines,  Alltag,  Technik,  Unterricht

    Team Evernote: Neue Widgets hat das Land

    Evernote benutze ich nun seit neun Jahren für den Unterricht. Als ich 2013 damit begann, öffnete sich damit für mich eine ganz neue Art Unterricht abzuhalten. Für mich war Evernote der erste und wichtigste Schritt hin zum papierlosen Büro. Mittlerweile ist es aus keinem meiner Lebensbereiche wegzudenken. Ich organisiere alles damit: Steuer, Kassenzettel, Unterrichtsvorbereitung, Reisevorbereitungen, Abspeichern von Anleitungen oder Webartikel. Umso besorgter war ich, als Evernote mehr sein wollte als nur pfiffiger Notizenverwalter. Es folgte ein komplettes Redesign der Oberfläche, neue Tarife, ein Tod vieler liebgewonnener Nebenapps (Goodbye Evernote Recipes und Sketch) sowie eine neues System der Datenbank. Und da waren sie schon, die Probleme:

    Neue, kratzige Kleider

    Die Datenbanken mussten umständlich eingelesen werden und reagierten mit ärgerlichen Wartezeiten. Auch die neue Oberfläche der Webversion benötigte in der Schule fast drei Minuten, bis alles geladen war, und trieb mir in der Eifer des Unterrichtsgefechtes regelmäßig den Puls nach oben. Als dann auch noch ein Startbildschirm mit konfigurierbaren Widgets aufschlug, wurde ich zunehmend unsicher, ob ich die Zukunft mit Evernote tatsächlich weiter gehen wollte. Das war VOR dem Update. Mittlerweile möchte ich dieses Feature überhaupt nicht mehr missen. Das liegt vor allem an zwei zur Verfügung stehenden Widgets, die für mich essenziell geworden sind:

    Mit dem Startbildschirm wird Evernote zu einer echten Multitasking-Schaltzentrale

    Aufgaben-Widget

    Die Möglichkeit Aufgaben zu erstellen war in einer der letzten Evernote-Versionen für zahlende Kunden bereits als Beta-Feature zum Testen verfügbar. Letztendlich sind sie eine pfiffige Weiterentwicklung der Checkliste, die in Evernote schon seit Jahren existiert. Der Unterschied? Checklisten sind jeweils immer in einer Notiz abgelegt. Wenn ich für die Systembetreuung an meine Checkliste möchte, muss ich dazu die entsprechende Notiz aus meinen Notizbüchern fischen, was angesichts der dort vorhandenen Menge schon ein bisschen dauern kann. Sind diese Checklisten hingegen als Aufgaben definiert, geht das deutlich schneller: Denn Evernote filtert aus allen Notizen die darin abgelegten Aufgaben und präsentiert sie in einem Widget auf dem Startbildschirm in einer hübschen Gesamtansicht. Auf Wunsch sogar chronologisch geordnet. Das Herumfummeln in Unterordnern entfällt damit völlig.

    Sämtliche Aufgaben, die in Tausenden von Notizen zu finden sind, fischt das Aufgaben-Widget übersichtlich auf einen Blick zusammen

    Kalender-Widget

    Die Idee dahinter ist alt: Das Widget zapft, wie der Name schon erahnen lässt, ein Google Konto an, den man vorher mit seinem Evernote Konto verknüpft hat, und präsentiert alle darin enthaltenen Kalender direkt auf dem Startbildschirm. Daten, die man entweder über Smartphone oder über Programme wie Thunderbird über ein Add-On wie “Provider for Google Kalender“, eingibt, landen beim nächsten Hochfahren im Evernote Widget: Geburtstage, Termine von Schulaufgaben, Fortbildungen. Alles. Damit nicht genug: Zu jedem dort abgelegten Ereignis kann ich bei Bedarf eine Notiz in Evernote erzeugen lassen, die mit dem Datum verknüpft ist. Fällt z.B. ein Termin in einer Lehrerkonferenz an, kann ich im Vorhinein in einer Notiz eine Checkliste mit Aspekten erstellen, die ich in meiner Ansprache nutzen möchte. Wenn der Termin ansteht, wird mir zusätzlich zu einer Erinnerung im Kalender die dazugehörige Notiz präsentiert. Das ist wirklich clever gelöst. Und damit ab jetzt Teil meines digitalen Lebens 😊

    Zu den synchronisierten Events im Google-Kalender lassen sich automatisch dazugehörige Notizen erzeugen.
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  • Technik,  Unterricht

    Der Neuzugang: Das Samsung Tab S7

    Nach vier Jahren war es langsam wieder Zeit für einen Tabletnachfolger. Mein Tab S3 war eben wie das von Jan-Martin Klinge etwas in die Jahre gekommen: Der Akku hielt zwei Schultage, die Ladezeiten einiger Programme wurden langsam etwas zu groß, und gewisse Apps wurden dank Android 9 nicht mehr aktualisiert. Und so kam mir ohne großes Tamtam ein Nachfolger ins Haus. Der Nach-Nach-Nach-Nachfolger um genau zu sein.

    Halt! Ein neues Tablet – trotz Lehrerdienstgerät?

    Danke für die Frage! Die ist nämlich durchaus berechtigt: Mitte des Jahres war ich noch tatsächlich am Grübeln, ob ich überhaupt ein Tablet brauche. Immerhin lag da seit Juli ein schickes Lehrerdienstgerät auf dem Schreibtisch, das eigentlich um ein Vielfaches leistungsstärker ist, als jedes Tablet device, das es zur Zeit auf dem Markt gab. Eigentlich. Denn durch die aktuellen Limitierungen durch den Sachaufwandsträger ist das Convertible so limitiert, dass ich vieles im Unterricht gar nicht umsetzen kann. Also nahm ich Ende November wieder mal eigenes Geld in die Hand und griff zum Tab S7.

    “Vorfreude”

    Mit dem Gerät zieht nun nach einem HTC Flyer, einem Samsung Note 8.0 und dem Tab S3 nun Gerät Nummer vier in meine Lehrertasche. Vielleicht ist es das Alter, in dem man nicht mehr wie ein Kleinkind an Weihnachten auf die Geschenke hinfiebert, oder die Tatsache, dass es in der Branche aktuell keine nennenswerte Neuerungen gibt. Aber das Gerät lag erstmal einen knappen Monat einfach in der Verpackung herum. Das alte ging ja noch irgendwie. Aber in den Weihnachtsferien hatte ich endlich Zeit. Also raus aus der Packung und erstmal angeschaut.

    Alt vs. Neu: Links das Samsung Tab S3 und rechts das Tab S7

    Alt vs. Neu – Das Äußere

    Insgesamt ist das Tab S7 in den Ausmaßen leicht anders geraten als noch das S3. Im Gegensatz zu seinem Ur-ur-ur-urenkel kommt das Gerät komplett ohne physische Knöpfe daher. Dafür aber in echten 16:9 Ausmaßen daher: Fast 3cm ist das S7 breiter als das S3 – Das klingt im ersten Moment nach nicht viel, macht sich aber nach Jahren mit dem Vorgänger schon bemerkbar. Auch in der Höhe ist es noch eine Spur höher – und wird dadurch auch etwas schwerer. Mit knapp 500 Gramm ist es nicht ganz so wuchtig wie ein Convertible, aber doch ein kleines Schwergewicht im Vergleich zum Tab S3.

    Von Alt auf Neu – Die Migration

    Der Umzug vom alten Samsung zum neuen ist kinderleicht: Einfach beide Geräte mit USB-C-Kabel verbinden (unbedingt hierbei die richtige Polung beachten, damit das Übertragen auch tatsächlich funktioniert), Samsungs Smart Switch runterladen – und los geht’s. Unkompliziert, aber auch ratsam: Denn auf diese Weise ist es möglich, auch Apps auf das neue Tablet hinüberzuretten, die aufgrund von bankrotter Entwickler oder Kompabilitätsproblemen im Google Store mittlerweile fehlen. Apps wie Notegraphy oder EZPDF Clear, mit dem ich seit sieben Jahren arbeite, konnte ich so vor dem Vergessenwerden retten. Natürlich landet in diesem Umzug auch der komplette Müll des alten Tablets auf dem neuen. Von daher sollte man bei einer Migration vorher nochmal genau überlegen, was man von den darauf gespeicherten Sachen auch tatsächlich benötigt.

    Im Gebrauch

    So ist die Installation auch nach maximal 30 Minuten vom Tisch und das Gerät kann in Betrieb genommen werden. Und da merkt man erst, auf was man so in den letzten Jahren mit dem S3 alles verzichtet hat. Das Display ist gestochen scharf, der Sound dröhnt unerwartet wuchtig aus seinen vier Boxen, die Arbeitsgeschwindigkeit ist prächtig, die drahtlose Smart View Verbindung über Miracast funktioniert auch noch mit dem alten Streaming Stick ohne Murren. Sagen wir, wie es ist: Das Arbeiten mit dem S7 macht Spaß.

    Die Displays im Direktvergleich

    Einziger Wermutstropfen ist der eingesparte Kopfhörerausgang, der in den aktuellen Tablet- und Smartphonemodellen zunehmend verschwunden ist. Für manche mag das ein zu verschmerzendes Luxusproblem sein. Für mich allerdings ist das im Alltag wirklich ein echter Ärgernis: Mit dem S3 war es noch möglich, den Ton neben HDMI auch über besagte Klinken-Buchse auszugeben. Ein echter Segen, wenn die Boxen des Beamers im Klassenzimmer zu poplig waren. So konnte man den Ton über ein externes Soundsystem ausgeben und auf diesem Wege das Klassenzimmer beschallen. Mit dem S7 geht das nicht mehr. Über Miracast werden sowohl Ton als auch Bild drahtlos an das verbundene Endgerät geschickt. Und wenn das nur Mini-Boxen auf Lager hat, ist das Pech. Alternative Soundausgabe über den USB-C-Anschluss ist grundsätzlich möglich. Aber dafür darf man wieder 15€ für einen entsprechenden Adapter auf den Tisch legen, den man wieder in der Tasche rumschleppen darf.  Das ist ganz schön nervig! Ebenso wie die Handhabung mit dem ach so geliebten sPen, der dem Gerät beiliegt.

    Die Stiftspitzen des Tab S7 (hinten im Bild) sind noch einen Tick dünner als die der Vorgänger.

    Dabei gäbe es grundsätzlich nur Positives zu berichten: Nach dem Zahnstocher-Stift im 8.0 wurden die Samsung-Schreibgeräte immer edler. Schon beim Tab S3 war der Stylus ein beeindruckendes Exemplar der Gattung Stift. Im S7 ist das nun noch einmal weiterentwickelt. Der Pen liegt toll in der Hand, das Schreibgefühl ist sehr natürlich. Probleme machen mir allerdings der sonst so verlässliche Aktionsknopf auf der flachen Seite des Stiftes, nach dem ich immer wieder umständlich fummeln muss, um ihn auch tatsächlich zu finden. Eventuell bin ich noch zu sehr den Stift des Vorgängers gewohnt und es ist alles eine Frage der Übung. Aber auch nach drei Monaten habe ich den Dreh immer noch nicht so raus. Ebenso wie diese neuen Funktionen im Stift, die nun auch abseits vom Bildschirm funktionieren. Mit gedrücktem Aktionsknopf des sPen werden nun nach bestimmten Handbewegungen vordefinierte Befehle ausgelöst, mit denen Screenshots erstellt, Seiten weiter geblättert oder Kameras ausgelöst werden. Alles ganz nett, aber das Rumgewedel in der Luft nervt mich persönlich ganz schön. Zumal die Bewegungen sehr willkürlich sind und für jede App umständlich erlernt werden müssen. Zudem sind die meisten Befehle auch wunderbar direkt am Bildschirm machbar. Lediglich das Fernauslösen der Kamera empfinde ich als sinnvolles Gimmick. Schade nur, dass ich mit dem Tablet so gut wie nie Fotos schieße.
    Außerdem sind diese Luftbewegungen nur bei geladenem Stift möglich. Das hat mich zu Beginn schon etwas schockiert. Denn die Spens kamen bisher komplett ohne internen Akku aus. Zum Laden muss der Stift hinten an die Rückseite des Gerätes geclippt werden, wo er magnetisch haften bleibt… bis er bei der kleinsten Bewegung in der Schultasche runterfällt. Der sPen ist mir in der Tasche dermaßen oft abhanden gekommen, dass ich es mir komplett abgewöhnt habe, ihn dort anzubringen. Lieber beherberge ich ihn in der Schutzhülle vom Tablet. Dort lädt er zwar nicht, wodurch die Luftbewegungen nicht mehr möglich sind. Aber die nutze ich ohnehin nie. Die Grundfunktionen sind auch so möglich. Die gehen übrigens auch noch mit den sPens der anderen Generationen. Die Stifte sind also insgesamt abwärtskompatibel. Puh 🙂

    Fazit

    So ist das S7 ein tolles Maschinchen, das mir zwar ein bisschen Umgewöhnung abverlangt (fehlender Klinkenausgang, sPen-Handling), aber insgesamt doch großen Spaß macht. Grundlegende Überraschungen finden sich am Gerät aber nicht. Für mich ist das Gerät einfach ein schickeres und schnelleres S3. Innovative Neuerungen, die Arbeitsprozesse beschleunigen oder grundlegend verändern, sucht man vergeblich. Aber das hat nichts mit dem Gerät selbst zu tun. Oder mit Samsung. Diese Entwicklung sieht man seit Jahren schon bei sämtlichen Herstellern. Wenn ich mich noch zurückerinnere, was für ein Sprung damals das Arbeitsgefühl der Wechsel machte, den ich damals vom HTC Flyer zum Samsung Note 8.0 erlebt habe. Das waren echt Welten!

    Macht eine gute Figur: Das Tab S7
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  • Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Folge 17: Collage

    Apps für das Erstellen von Bildcollagen gibt’s wie Sand am Meer. Aber wozu diese nutzen, wenn das auch ganz ohne Installationsaufwand geht? Nämlich mit H5P. Hier findet sich nämlich der Typus Collage, mit dem sich in Windeseile aus bestehenden Bildern ganz einfach herzeigbare Bildzusammenstellungen designen lassen:

    Und damit geht das ganz gut, wie man sieht:

     

    Wie wird’s gemacht?

    Wie üblich wählt man die Aktivität seiner Wahl aus dem H5P-Hub – in diesem Fall die Collage – und benennt sein neuestes Werk in der Rubrik “Titel”. Anschließend entscheidet man sich für eins von derzeit zehn möglichen Layouts, in dem die Bilder angeordnet sein soll.

    Die komplette Bandbreite an möglichen Layouts (Stand: Februar 2022)

    Und schon lassen sich die Felder mit des Layouts mit den gewünschten Schnappschüssen befüllen. Jedes der Felder lässt sich individuell über ein Optionsmenü bearbeiten, um die Collage bei Bedarf weiter zu verändern. Das geht auch – im Gegensatz zu vielen anderen Apps – auch im Nachhinein, wenn die Collage eigentlich schon längst erstellt ist.

    Als letzte Option finden sich noch diverse Gesamteinstellungen für die Collage selbst.

    Unter Abstand werden Rahmen zwischen den einzelnen Bildern in ihrer Dicke auf einer Skala von 1-20 definiert. Möchte man diese Dicke auch um die Collage außerhalb haben, markiert man unter Rahmen die Option Wie Abstand. Unter Höhe werden die Bildausschnitte in ihrer Höhe auf einer Skala 0-2.0 eingepasst. And there we have it.

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    Appventskalender 2021

    Auch in diesem Jahr wird bei uns im Lehrerzimmer wieder der Appventskalender aushängen. Das kleine Gimmick hat bei uns mittlerweile fast ein bisschen vorweihnachtliche Tradition. Zu Beginn noch ein Ein-Mann-Endeavour meinerseits habe ich 2021 sogar ein paar zusätzliche Kollegen mit an Bord geholt, die ihre Tipps als Türchen zum Entdecken beisteuern. So langsam wird das etwas mit der Kollaboration!
    Wie auch letztes Jahr werde ich die einzelnen Beiträge sukzessive hochladen, damit auch Leute außerhalb des Kollegiums etwas davon haben. Oder sich vielleicht inspiriert fühlen etwas ähnliches bei sich im Lehrerzimmer zu veranstalten.
    So ging es 2019 los…
    Appventskalender Woche 3
    Appventskalender Woche 4
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  • Prüfungen,  Technik,  Unterricht

    HyFee

    Da habe ich ja als Altphilologe meinen Namen wieder mal alle Ehre gemacht! Das halbe Twitterlehrerzimmer spricht über Audio Feedback in Prüfungen, und ich lass das Thema fast komplett außen vor. Auf verschiedenen Fortbildungen hatte ich davon gehört, Quiqr einmal sogar ausprobiert. Das war es aber.

    In den letzten Monaten hat das Thema wieder ein bisschen an Fahrt aufgenommen. Das liegt vor allem an der Christian Mayrs sagenhafter App namens Hyfee, die eigentlich genau dasselbe tut wie all ihre Vorgänger. Nur mit einem einzigen Unterschied: Datenschutz ist oberste Priorität. Und mit meiner jüngst aufgesetzten nextcloud erfüllte ich endlich sämtliche Bedingungen, dieses Thema mal von vorne bis hinten durchzuspielen. Also Vorhang auf…

    Die App Hyfee in nuce

    Das Handling der App ist denkbar einfach. Zu Beginn wählt man den Medientyp, den man später mit dem erstellten Code verknüpfen möchte. Das kann ein Video sein, ein Bild, ein Link oder, wie wir es wollen, eine Audiodatei, die wir gleich an Ort und Stelle in der App einsprechen können. Ist die Aufnahme per Knopfdruck beendet, besteht die Möglichkeit, das eingesprochene Feedback probezuhören und die Datei anschließend in die Cloud hochzuladen. In einem nächsten Schritt wird nun ein QR-Code erzeugt, der entweder per Link an eine E-Mail-Adresse verschickt oder auf dem Smartphone abgespeichert werden kann. Damit man beim Einsprechen von Audio Feedback für eine gesamte Klasse nicht durcheinander kommt, bietet die App optional an, jeden QR-Code zusätzlich mit einem Namensfeld zu versehen. Aus Datenschutzgründen habe ich mir angewöhnt, jeweils den Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen zu benutzen. Das war’s aber auch schon. Die Sache ist geritzt. Wie gesagt: Denkbar einfach. Jetzt müssen die Codes nur noch an die Schüler ausgedruckt werden.

     

    Druckeberger

    Natürlich ginge das ganz klassisch über den Drucker. Das bedeutet aber gleich ein paar Stolpersteine: Die abgespeicherten Codes müssten vom Smartphone erstmal auf ein Word-Dokument gezogen werden und über einen Printer das Licht der Welt erblicken. Dann jeden Code ausschneiden, auf jede einzelne Arbeit kleistern… Das ist ganz schön umständlich. Einen sehr unkomplizierten Weg bietet hier der Ausdruck über Minidrucker, wie sie derzeit vermehrt auf Twitter zu finden sind. Für ca. 50€ bekommt man das schnucklige Ding Marke Peripage, das mit Thermopapier gefüttert wird. Dort werden die QR-Codes nach einmaligem Verbinden mit dem Smartphone auf einer Meterrolle ausgespuckt, das man kaum noch zusammenschneiden muss. Mit selbstklebendem Papier lassen sich die Dinger sogar direkt unter die Arbeiten kleben. Das geht in Sekunden. Soweit zumindest in der Theorie. Aber wie stellt sich der Altphilologe in der Praxis an?

    Schnucklig sind sie ja, diese Mini-Printer..

    Die Praxis

    Zunächst gab es bei mir allein schulrechtlich gewisse Vorbehalte.  Audio Feedbacks anstatt Kommentare in dokumentenechtem, drohenden Rot an das Ende einer Prüfung zu schreiben, ist in Bayern nicht zulässig. Ergo bietet sich so ein Vorgehen eigentlich nur bei Übungsformaten an, die lediglich Feedbackcharakter besitzen und nicht in die Jahrgangsnote eingehen. Oder bei Leistungserhebungen, wie wir sie zu Beginn dieses Schuljahres in den Hauptfächern abhalten mussten, um den Leistungsstand unserer Schützlinge nach mehrmonatigem Distanzunterricht zu ermitteln.
    Meine 8. Klasse nimmt die Ankündigung, dass ich das einfach mal bei ihnen ausprobieren will, mit einer Mischung aus Interesse und Skepsis auf. “Dauert das nicht viel länger als einfach Kommentare unter die Arbeit zu schreiben?”, fragt eine Schülerin. Um es kurz zu machen: Ja. Das tut es.

    Alleine 15 Minuten bin ich mit dem Ausdrucken und Pappen der fertigen Kommentare beschäftigt, weil die mitgelieferte App des Thermodruckers pro Druckauftrag lediglich drei Codes verkraftet. Klar, eine Viertelstunde ist nicht die Welt. Aber eine, die ich mir sparen könnte, wenn ich den traditionellen Weg gehen würde. Noch deutlicher wird das Thema “Korrekturzeit” beim Einsprechen der Kommentare: Knapp zweieinviertel Stunden brauche ich, um die Feedbacks mündlich zu verfassen und hochzuladen. Schon deutlich länger als bei den schriftlichen Kommentaren, wo ich in der Regel nach 90 Minuten in einer regulären Lateinarbeit durch bin. Dort allerdings mit einem riesigen Unterschied: Ich beschränke mich beim Schreiben immer auf das absolute Minimum. Warum sich mit Selbstverständlichem aufhalten? Einem Schüler unter eine tadellose Arbeit zu schreiben, was alles toll gemacht wurde, scheint arbeitsökonomisch unsinnig. Dabei wäre aber gerade das pädagogisch so wichtig. Stattdessen beschränkt man sich auf ein “Toll!” oder “Optime!” Die langen Romane stehen bei mir immer erst bei den Schülern, bei denen die Note nicht so gut war oder wo ich einen besonderen Förderbedarf sehe. Nicht so bei den Audiokommentaren.

    Ohne die Angst mir einen Wolf schreiben zu müssen, erhält dieses Mal jeder einzelne in der Klasse ein ausführliches Feedback. Selbst die Einserschüler erhalten endlich das ausgiebige Lob, das sie schon lange verdient haben. Knapp vier Minuten dauert die kompakteste Lobeshymne der Klassenprimi: Stärken beim Wortschatz, Wendigkeit in der Ausdrucksfähigkeit, Lob des grammatikalischen Analysevermögen, der Arbeitshaltung im Allgemeinen, ein paar persönliche Worte, wie ich das Kind im Unterricht erlebe, wie toll es immer mitarbeitet… Die Kommentare sind viel persönlicher und ausführlicher als ich mich es je unter eine Arbeit schreiben trauen würde.

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    Der Apfel der Versuchung

    Ich will nicht von mir behaupten, dass ich ein Fanboy bin, wenn es um Technik geht. Auch wenn es ab und an tatsächlich so aussieht. Fakt ist: in den zehn Jahren an meiner Schule habe ich IT-technisch einiges an Fabrikaten ausprobiert: HTC, Lenovo, LG, HP und immer wieder Geräte von Samsung. Mit letzteren bin ich eigentlich immer ganz zufrieden gewesen. Bislang. Denn die Halbwertszeit der aktuelleren Geräte überrascht mich schon ein wenig. Eben wie Jan-Martin Klinge vor geraumer Zeit bemerkt hat, ist die Performance des Samsung Tab S3 nach etwas mehr als drei Jahren Dienstzeit gut nach unten gegangen. Und auch mein aktuelles Samsung Smartphone ist gerne etwas behäbiger und funktioniert mit ein paar essentiellen Apps wie Evernote im Moment etwas… nun ja… gechillt. Ob das an der von Grund auf überholten Evernote-App liegt oder am Smartphone selbst, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit einem neuen Hersteller eine Chance zu geben.

    Obstphobie

    Um eine Firma habe ich in all diesen Jahren immer einen Bogen gemacht: Um Apple. Das iPhone 4 hätte vor knapp 10 Jahren meine Einstiegsdroge als erstes Smartphone werden können, aber das Galaxy S1 hatte mich damals mehr überzeugt, und so war es nie zu einer Liaison gekommen.
    Über all die Jahre hat mich der Nimbus dieser Firma immer etwas abgeschreckt: Die götzenartige Verehrung, mit der die neuen Modelle abgefeiert wurden, die Art, mit der längst etablierte Features der Konkurrenz als Apple-Erfindungen in das iOS-Universum integriert und als bahnbrechend angepriesen werden, dieser Hang zum Elitären, mit dem die early adopters ihr neuestes Modell nonchalant auf den Tisch legen, um ein bisschen anzugeben – not my cup of tea. Da waren mir Samsung oder LG als beständige Underdogs irgendwie sympathischer. Daher sah ich als Systembetreuer unserer Schule der Ankunft unseres ersten iPad-Koffers mit etwas gemischten Gefühlen entgegen. Klar, das System ist etabliert. Klar, es ist stabil. Aber als Neuling im Apple-Administrationsuniversum bedeutete der Koffer vorrangig erst einmal (Ein-)Arbeit. Die Welt in einem iOS ist nun mal eine andere. Grundlegende Handgriffe müssen erstmal erlernt werden. Das merkte ich besonders im Umgang mit dem Apple Pencil.

    Odi et Amo: Der Apple Pencil

    Unruhestift(er)

    Als langjähriger Nutzer eines Samsung sPen ist man zunächst etwas irritiert. Einen Stift vor dem Erstgebrauch aufladen? Das gibt es bei der koreanischen Konkurrenz einfach nicht. Kein Aufladen, kein Koppeln per Bluetooth. Nichts. Das Ding geht einfach. Der Apple Pencil hingegen muss erstmal an den Strom. Und da geht das Umstandskramen los. Will man das Laden über das Stromnetz erledigen, muss zwischen Lightning Stecker und Stift erstmal ein knapp 2 cm großer Adapter, der in Windeseile in einem Klassenzimmer verschwinden wird. Zum Koppeln wird der Stift mit entblößtem Lightning-Hinterteil einfach in die entsprechende Buchse am Tablet gesteckt, wo er dann ungeschickt als Wurmfortsatz hervorragt – wenn so ein Konstrukt im Eifer des Unterrichtsgefechtes zu Boden fällt und schlimmstenfalls abbricht – ich will gar nicht wissen, was das kostet, den abgebrochenen Stecker aus der Buchse fischen zu lassen.
    Ich will jetzt nicht wie der ultimative Apple-Grinch klingen, aber wer mir erklären will, dass diese Art des Handlings mit Peripheriegeräten der geile, hippe Scheiß sind, beißt da bei mir auf Granit. Das ist einfach nicht gut gelöst. Dasselbe Gefühl habe ich auch beim Handling des Stiftes selbst. Die Haptik an sich ist ja eigentlich ganz schön. Das Ding liegt wertig in der Hand und fühlt sich so ein bisschen an wie die dicken Filzstifte in der Grundschule, mit denen man seine ersten Schwingbögen fabriziert hat. Was mich aber von Beginn an etwas irritiert hat, ist die Akustik. Mit dieser Hartplastikspitze des Apple Pencil klinge ich beim Schreiben wie ein Specht, der an einem Astloch herumpickt. Ich gehe davon aus, dass man sich an dieses Geräusch gewöhnt. Aber in den ersten Minuten hat es mich wahnsinnig gemacht.

    Friedensstift(er)

    Goodnotes 5 hat es echt drauf…

    Letztlich ist Hardware aber nur so gut wie die dafür zur Verfügung gestellte Software. Und hier spielt die Apple-Welt voll ihre Stärken aus. Anders als bei Android, wo sich aufgrund von Softwarepiraterie kaum Geld machen lässt, können Hersteller dank des geschlossenen iOS-Systems an ihren Apps gut Geld verdienen und wieder in ihre Programme investieren. Das fiel mir erst vor ein paar Wochen wie Schuppen von den Augen, als ich im Zusammenhang mit der Mololdigital einen Workshop von Johanna Uhl-Martin besucht habe, die bekennender Apple-Fan ist, aber immer brab darauf achtet, dass auch Abtrünnige mit alternativen Betriebssystemen in ihren Workshops eine Möglichkeit zum Mitspielen haben. Für Notizen während der Veranstaltung verzichtete ich zum ersten Mal willentlich auf mein Samsung Tablet und die bekannten Notiz-Apps. Stattdessen durfte das iPad mit Pencil Premiere feiern. Und mit ihm das hoch gelobte Goodnotes, von dem ich schon seit Jahren nur Positives höre. Zu Recht. Ich weiß nicht, was da im Hintergrund für eine Technologie arbeitet. Aber im Verbund mit dem Apple Pencil macht Notizen schreiben mit Goodnotes etwas anders. Nämlich Spaß. Das Schreibgefühl in der App ist der Wahnsinn, die Handschrift wirkt deutlich ruhiger und geradliniger als es je bei Lecture Notes, Squid, oder Nebo jemals der Fall war. Dazu noch ein aufgeräumtes Layout, das genau die richtige Mischung an Möglichkeiten bietet: Nicht zu spartanisch, nicht zu überbordend. Man vermisst überhaupt nichts. Selbst das Sketching in Goodnotes funktionierte richtig gut. Auf Android hätte ich dazu sofort wieder zu einem anderen Programm gegriffen. Und so hat mir Goodnotes und der Apple Pencil wieder den Spaß am Sketchnoting zurückgebracht, mit dem ich schon vor ein paar Jahren begonnen hatte. Allein die Möglichkeit, eigene Stempel und Sticker zu erstellen und unbegrenzt auszutauschen und zu nutzen, ist eine dieser Funktionen, die ich nie vermisst habe, aber jetzt nie wieder missen will. Daniel Steh hat zu diesem Zweck sogar schon ein Board bei Taskcards eröffnet, auf dem man seine künstlerischen Erzeugnisse zur Verfügung stellen kann. Vielleicht sieht man sich ja dort!

    Es geht wieder los… Sketchnotes 🙂
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  • Allgemeines,  Alltag,  Technik,  Unterricht

    Advent und Appventskalender 2020

    Tote Hose am Black Friday

    Machen wir uns nichts vor: Auch die kommenden Wochen werden so völlig anders ablaufen als wir uns das noch vor einem Jahr vorgestellt haben. Vor allem jetzt in der staadn Zeit, in der die Tage kürzer und deutlich kälter werden, würde es einen geradezu magisch zu Weihnachtsmärkten und Glühwein locken, um dort in lockerer Runde ein bisschen Christmas-Flair einzuatmen und vom Vorweihnachtsstress eine kleine Auszeit zu nehmen. Aber nichts ist dieses Jahr. Die großen Plätze in der Münchner Innenstadt sind hell erleuchtet von Weihnachtsdeko, aber heuer ohne Buden und menschenleer. Der riesige Christbaum, der jedes Jahr auf dem Marienplatz vor dem Rathaus aufgestellt wird, ist wie immer fulminant prachtvoll, doch ohne das gewohnte Brimborium drum herum irgendwie traurig anzusehen. Ganz klar: Weihnachten passiert dieses Jahr drinnen, nicht draußen. Die Leute sind gezwungen, sich selbst in Weihnachtsstimmung zu bringen. Und sei es mit Hilfe von Technik. Das merkt man auch in der Schule.
    Unsere Schule veranstaltet in der Vorweihnachtszeit normalerweise kleine Adventsandachten, um ein bisschen Besinnlichkeit in den stressigen Schulalltag zu bringen. Hierfür ist für die Zeit bis zu den Ferien immer ein Raum vorgesehen und weihnachtlich geschmückt: Ein bisschen Tannengrün, andächtige Musik, Kerzenlicht und eine Lehrkraft, die eine kleine Geschichte vorliest, während die Schüler*innen andächtig lauschen und ein bisschen an Plätzchen und Stollen knabbern. Dieses Jahr geht das alles nicht.
    Deswegen haben sich die Fachschaften kurzerhand zusammen geschlossen und ein kleines Projekt gestartet und die Weihnachtsandachten kurzerhand ins Netz verlegt. Und zwar als digitales Kollaborationsprojekt. Das erste, an das ich mich überhaupt erinnern kann, seit ich an der Schule bin.

    Süßer die Glocken nie klingen in unserem Schulprojekt

    Interessierte Kolleg*innen aus allen Fachschaften haben hierfür kleine Weihnachtsgeschichten eingesprochen. Der stellvertretende Schulleiter hat separat dazu in die Saiten gehauen und knapp 2 Stunden Zithermusik eingespielt. Der Systembetreuer (meine Wenigkeit) hat daraus 24 Beiträge abgemischt, geschnitten und in Oliver Tackes fantastischen H5P-Adventskalender verfrachtet, der anschließend vom Homepage-Team auf die Seite der Schule hochgeladen wurde. So öffnet sich ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Türchen mit einem kleinen Audiobeitrag, in dem die Schulfamilie für 2-3 Minuten bei ruhiger Zithermusik zu einer kleiner Lesung eingeladen wird. Natürlich ist nicht alles perfekt daran. Vor allem die Audioaufnahmen der Sprechbeiträge sind mitunter verhallt oder strotzen nur so vor Hintergrundgeräuschen, die ich notdürftig herausgefiltert habe. Aber das ist egal. Das Projekt zählt. Und es zeigt, wie viel tatsächlich innerhalb von nur ein paar Tagen digital auf die Beine gestellt wird, wenn jeder mit anpackt. Ich bin da richtig stolz drauf auf das Kollegium, das dieses Jahr ein bisschen die Technik für sich entdeckt hat.
    Und damit das so bleibt, gibt es auch dieses Jahr im Lehrerzimmer des Appventskalender, mit dem ich schon letztes Jahr für Interesse bzw. Kopfschütteln gesorgt habe. Die Vorlage ebenso wie die Beiträge, die täglich darin zu finden sind, werde ich sukzessive unter diesen Beitrag hochladen, für den Fall, dass jemand die Idee auch für das eigene Lehrerzimmer umsetzen möchte. Vielen Dank in diesem Zusammenhang nochmal an Marc-Andree Hennekes, von dem sowohl Original-Idee als auch die ursprünglichen Beiträge für den Appventskalender stammen.

    Appventskalender 2020 – Woche 1

    Appventskalender 2020 – Woche 2

    Appventskalender 2020 – Woche 3

    Kann losgehen… 🙂
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  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P olé – Teil 8: Virtual Tour (360)

    Die Virtual Tour bei H5P habe ich als eine der ersten Apps der H5P-Software kennengelernt und fand sie von Anfang an recht schnieke. Wenn auch ein bisschen frustierend. Denn selbst erstellen war nicht. Ohne die entsprechende Technik geht Virtual Tour gar nichts. Eine 360-Grad-Kamera musste her. Und mit einem Samsung Smartphone fand sich auf die Schnelle sogar eine erstaunlich kostengünstige Lösung.

    Die Samsung Gear 360 liefert passable Aufnahmen.

    Für gerade mal 40€ bekam ich eine nicht mehr ganz so taufrische, aber für meine Zwecke völlig ausreichende Kamera, die per Bluetooth wunderbar mit dem Smartphone kommuniziert und bei entsprechender Beleuchtung ganz gute 360 Grad-Bilder zaubert. Diese lassen sich dann problemlos in H5P einbinden. Zum Beispiel so:

     

    Wie geht’s?

    Aber dabei bleibt es nicht.
    Ähnlich wie bei Find Multiple Hotspots lassen sich in den 360-Aufnahmen verschiedene Infopunkte anbringen, in denen sich verschiedene Medieninformationen verstecken lassen. Das geht mit der beinhalteten Maske blitzschnell:

    Mit den ersten vier Icons lassen sich wahlweise Text, Bilder, Audio-Dateien oder Videos im 3D-Bild platzieren. Die letzten beiden Icons sind die Aktivitäten Summary und Single Set, die in H5P auch als separate Aufgabentypen existieren und zwei Arten von Aktivitäten anbieten:
    Single Set (Aktivität rechts außen) ist eine recht einfache Aufgabe. In ihr werden die Lernenden mit mehreren Aussagen zu einem Thema (Definiert in Aufgabenbeschreibung) konfrontiert, aus denen sie die richtige Antwort herausfinden müssen. Summary erweitert diesen Typus und bietet mehrere dieser Aussagen hintereinander, aus denen mehrere richtige Antworten ermittelt werden müssen. Die oberste Aussage ist hierbei stets als die korrekte definiert. Die darauffolgenden Aussagen werden von H5P als falsch interpretiert:
    Die Maske zum Aufgaben-Typus “Summary” in der Aktivität “Virtual Tour (360)”

    Wird die Aktivität Summary dann in der 3D Tour angeklickt, werden sämtliche Aussagen willkürlich durcheinander gewürfelt und müssen von den Lernenden als korrekt ermittelt werden. Diese erscheinen – bei richtiger Auswahl – untereinander und ergeben so eine Zusammenfassung. Auch ein Feedback ist möglich, wenn man eines wie hier beschrieben definiert hat:

    Die richtigen Antworten werden bei “Summary” im Anschluss als Zusammenfassung dargestellt.
    Mit diesem fünf möglichen Arten der Interaktion lässt sich schon gut was anfangen. Wer noch ein bisschen mehr möchte, kann sich auf der Seite vom Zentrum für Unterrichtsmedien im Internet e. V. – kurz ZUM – eine erweiterte Version der Virtual Tour herunterladen und nutzen. Sie erweitert die bestehenden Interaktionsmöglichkeiten um weitere fünf Aktivitäten. Zu den meisten davon findet sich auf dem Blog bereits eine Anleitung:
    Zum Nutzen der zusätzlichen Funktionen müsst ihr euch auf der Seite von ZUM registrieren und habt dann Zugang zum H5P-Hub.
    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.

    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 9.

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  • Technik,  Unterricht

    Apps im Unterricht – Folge 9: Squid

    Wenn es um Apps zum Erstellen von Notizen auf Android geht, führt irgendwann kein Weg an Lecture Notes vorbei. Seit meinem ersten Tablet ist das Programm von Acadoid Developer fester Bestandteil meines App-Fundus. In mehreren Beiträgen (hier, hier, hier und hier) habe ich mir das Programm mit seinen schier endlosen Einstellungen zur Individualisierung erschlossen und war sehr zufrieden damit. Dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass über die Zeit ein paar echt nennenswerte Alternativen auf dem Markt erschienen. Squid ist eine davon. Die App ist insgesamt deutlich abgespeckter als Lecture Notes. Aber das muss nicht notwendigerweise ein Nachteil sein, wenn man einfach eine App sucht, um Notizen zu erstellen.

    Grundausstattung

    Optisch kommt Squid schlicht, aber eigentlich ganz schick daher. Die Notizen sind ähnlich wie in Lecture Notes in einer digitalen Bibliothek als Bücher arrangiert, die als Cover jeweils die erste Seite des Dokuments zeigen. Damit hat man auf einen Blick vor Augen, was den vergesslichen Schreiberling im jeweiligen Dokument erwartet. Mit einem Klick darauf öffnet sich dann der digitale Notizblock. Der kommt in der Grundausstattung sehr aufgeräumt und funktional daher: Auf einem vorgegebenen Hintergrund, der wahlweise im Linien- oder Karomuster daherkommt, lassen sich in allen möglichen Farben Notizen machen oder selbige bei Bedarf mit einem virtuellen Radiergummi löschen. Ich weiß, absolute Grundausstattung und für eine kostenlose App geht das auch vollig in Ordnung. Mehr ist aber in der Hinsicht aber auch nicht drin.

    Gehobene Ausstattung

    Bei einer Zahlung von einmalig 3,29€ lässt sich das so genannte Toolpack freischalten. Damit wird die App um ein Auswahltool, sowie ein Textmarker-Werkzeug erweitert, mit dem sich wichtige Aspekte in den Notizen in Highlighter-Manier in sämtlichen Farben markieren lassen.
    Noch umfangreicher ist in dieser Hinsicht die Premium-Version, für die man monatlich mit 1€ oder jährlich in einem Abo für 10€ zur Kasse geboten wird. Dafür bekommt man Zugang zu Linienpapier unterschiedlichster Couleur: Neben dem üblichen Karo- und Linienmustern gibt es selbige Versionen auch mit Rand, sowie Linienpapier für Musik, Templates für taktische Teamaufstellungen unterschiedlichster Sportarten, Baseball-Tabellen und Fußballfelder. Ganz besonders cool finde ich persönlich die üppige Auswahl an Vorlagen für Tagesplaner. Damit hat man permanent ein voll funktionsfähiges, gut aussehendes Filofax in der Tasche.

    Die insgesamt 49 Vorlagen, die man für sein Geld erhält, sind schön gemacht. Für mich als Lehrer kommen allerdings nur eine Handvoll davon in Frage, und solange ich nicht vorhabe, ein Baseballteam an der Schule zu etablieren, sind die meisten Templates eher eine nette Dreingabe denn eine tatsächlich lohnende Investition. Ob das die Abo-Option rechtfertigt? Bei mir eher nicht. Vor allem, da auch die Standard-Templates ausschließlich angelsächsische Kundenwünsche bedienen. Das gute liniert-kariert mit Rand gibt es leider nicht.

    Ein Auszug aus den möglichen “Papieren” der Deluxe-Version

    Menü

    Wo Lecture Notes mit Menüs im Überfluss überrascht und auch gerne mal überfährt, kommt Squid angenehm aufgeräumt daher. In den Leisten gibt es lediglich eine Handvoll Icons zur Verfügung:

    Klein, aber fein: Die Menü-Leiste

    Ein Image-Tool, eine Menü zur Farbauswahl und dann das Schreibwerkzeug, in dem man Einstellungen für das Zeichnen von geometrische Formen sowie den Freihand-Modus findet, in dem sich das Stift- oder Textmarkerwerkzeug auswählen lassen. Ersteres lässt sich durch Klick auch auf Druck sensibilieren. Für Besitzer eines S-Pens sehr komfortabel, denn so sieht das Schriftbild angenehm organisch aus. Gelöscht wird übrigens einfach mit dem Finger, da die App zwischen Haut- und Stiftkontakt unterscheiden kann. Prima.

    Die verschiedenen Schreibmodi im Überblick

    Flow-Erlebnis

    Den größten Vorteil bei Squid sehe ich allerdings in der nahtlosen Integration aus Evernote heraus. Denn das Programm schließt eine Kluft, die sich vor knapp zwei Jahren aufgetan hatte: Damals war es noch problemlos möglich, Dokumente aus Evernote heraus mit einer beliebigen App zu öffnen, zu bearbeiten und die editierte Version automatisch wieder in Evernote zu speichern. Das war richtig komfortabel. Umso genervter war ich, als das auf einmal nicht mehr funktionierte. Nach Aussage des Supports hing das nicht mit Evernote direkt, sondern viel eher mit den Limitierungen der verwendeten Android-Version zusammen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert: Sobald ein Dokument in Evernote geöffnet wird (zum Beispiel ein PDF), wird es in die entsprechende App geladen, in der ich meine Änderungen vornehme. Diese muss ich innerhalb der App abspeichern, wo dann eine neue Version auf dem Tablet gesichert wird. Möchte ich diese wieder in Evernote haben, muss ich das gute Ding erstmal auf dem Tablet suchen und dann nach Evernote schieben. Man sieht, einfach ist anders. Zum Beispiel in Squid.

    Hier wird jedes PDF automatisch in der Bibliothek zwischengespeichert, sodass man problemlos seine Änderungen vornehmen kann, die das Programm automatisch übernimmt. Ist man mit den Notizen fertig, findet man das bearbeitete PDF in der Bibliothek und kann es über “Exportieren” das Dokument sofort wieder nach Evernote schicken. Nicht ganz so einfach wie früher, aber definitiv besser als das Gewurschtel von kurz zuvor.

    Damit ist Squid für mich im Moment wirklich das Tool, das beim Erstellen von Notizen und Bearbeiten von PDFs derzeit meine beiden laufenden Apps – Lecture Notes und EZPDF – ersetzt. Beide Apps können zusammen tausend Mal mehr als Squid. Aber für den Alltagsgebrauch ist mir dieses tausend Mal mehr auch mal schnell zuviel. Squid ist unaufgeregt, auf den Punkt gebracht und tut genau, was es soll. Klare Download und Kaufempfehlung!

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  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 7: Fill in the Blanks

    Es wird mal wieder Zeit für ein bisschen H5P-Zauberei. Und in Folge 7 des kleinen Lernkurses wollen wir jetzt auch mal wieder ein paar interaktive Elemente ausprobieren, die ein kleines bisschen mehr abverlangen als schnödes Anklicken. Den Anfang macht die Aktivität Fill in the Blanks, eine Aktivität, die ich persönlich vor allem im Lateinunterricht sehr häufig nutze. Ich finde die Aktivität schon ein bisschen fordernder als Drag the Words, weil hier nicht nur gezogen und geschoben werden muss – was ja auch durchaus die Möglichkeit bietet, einen Zufallstreffer zu landen – sondern explizit geschrieben. Und da merkt man recht schnell, wer was kann und wer nicht.

    Aber jetzt mal los.

    Wie geht’s?

    Ein Anfang ist schnell gemacht: Unter Titel wird der Aktivität einfach ein sinnstiftender Name gegeben, damit man ihn auch besser in seinem Wust an H5P-Aktivitäten findet. Unter Aufgabenbeschreibung wird eine kurze Erklärung des Arbeitsauftrages hinterlegt. Und dann geht’s auch schon ans Eingemachte:

    Die Optionen bei Fill in the Blanks

    Im Textfeld von Textblöcke wird nun der zu behandelnde Stoff eingetippt – inklusive Lösungswörter. Jedes Wort, das eingetippt werden soll, wird hierbei mit * markiert, damit H5P Bescheid weiß und hinterher für den User an dieser Stelle eine Lücke lässt.  Sind mehrere Lösungen zu einer Lücke möglich, werden die alternativen Antworten innerhalb von * mit einem Schrägstrich / definiert. Ein : innerhalb der Sternchen eröffnet die Möglichkeit, einen kleinen Hinweis auf die Lösung zu hinterlegen. Das war es aber auch schon. Hier mal der Quelltext meiner kleinen Übung (wenn man mein dilettantisches Geschreibsel überhaupt als Quelltext bezeichnen kann…

    … und anschließend der Test in Reinform (man beachte: der gegebene Tipp versteckt sich inter einem blauen i)

    Da es sich hier um eine kleine Testaktivität handelt, lassen sich bei Fill in the Blanks natürlich auch Feedback-Optionen einstellen. Wie das funktioniert, habe ich schon in Folge 1 bei der Aktivität Drag the Words besprochen. Allerdings gibt es hier noch ein paar zusätzliche Optionen, die aber völlig selbsterklärend sind. So lässt sich einstellen, wie pingelig H5P bei Rechtschreibfehlern oder Groß-Kleinschreibung sein soll oder lässt die Möglichkeit zu, den Test ein zweites Mal zu machen. Im Beispiel bei mir ist das selbstverständlich ausgeschaltet. Ihr sollt ja was lernen bei mir. Ätsch!

    Wenn ihr weitere sinnvolle Einsätze auf Lager habt, sagt Bescheid! Am besten in den Kommentaren!

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 8.

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