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    H5P Olé – Teil 6: Image Slider

    Wenn es um die reine Darstellung von Bildern geht, hat H5P einige Aktivitäten mit an Bord, um schnell und einfach zu vorzeigbaren Ergebnissen zukommen. Image Slider ist unter ihnen vermutlich die einfachste. Vielleicht sogar eine Funktion, die vielerorts als ein bisschen zu poplig angesehen wird, als dass sie es wert ist, in einem eigenen Beitrag behandelt zu werden. Aber was soll’s. Ich nutze den Image Slider gerne, da er eine komfortable Möglichkeit darstellt, eine Klasse schnell und einfach eine Bilderfolge sehen zu lassen, ohne dass man sich irgendwo einloggen oder Bildmaterial herunterladen muss. Einfach QR Code mit dem mobilen Gerät abscannen und es kann losgehen. Kein LogIn, kein Download, keine Zusatzprogramme. Es läuft einfach. Und geht in einem Minimum an Zeitaufwand.

    Wie geht’s?

    Simpelst. Bild hochladen, Alternativtext eingeben für den Fall, das das Bild nicht geladen werden kann und damit hat es sich auch schon. Wie schon in den letzten Aktivitäten besteht die Möglichkeit einen Hover-Text zu kreieren. Dieser wird eingeblendet, sobald man für eine bestimmte Zeit mit dem Mauszeiger über dem entsprechenden Bild bleibt. Nett, aber nicht zwingend nötig.

    Die typische Maske für Image Slider in H5P

    Möchte man weitere Bilder nutzen, wird über Add Item dieselbe Maske für das nächste Bild geöffnet und das Beschriften geht von Neuem los. Diese Schritte wiederholt man, bis man seine Schönheitengalerie zusammen hat.
    Der Rest ist eigentlich Kosmetik, den H5P eigentlich für den Nutzer selbständig erledigt. Wer aber das Szepter nicht aus der Hand geben möchte, hat unter den hochgeladenen Bildern am Ende ein kleines Menü, mit dem die Darstellungsoptionen noch einmal spezifiziert werden können.

    Über Aspect Ratio kann man festlegen, ob sich der Rahmen an das Format der Bilder anpasst (Automatic) oder sich das Format der Bilder den Rahmen beeinflusst (Not fixed). In erstem Fall bleibt der Rahmen damit konstant, sodass beim Wechsel von Bildern im Hoch- und Querformat z. B. Bilder im Querformat in den Rahmen eines Hochformates gequetscht werden müssen und so in der Regel verkleinert werden, damit alles rein passt. Im letzteren Fall wird für jedes neue Bild der Rahmen angepasst. Das bedeutet, dass der Rahmen zwischen Hoch- und Querformat hin- und herspringen kann, was mitunter für etwas Unruhe sorgen kann.
    Wer die maximale Kontrolle haben will, wählt die Option Custom. Unter ihr kann man ein festes Verhältnis zwischen Länge und Höhe des Rahmens festlegen (Aspect Ratio), dem sich alle Bilder unterordnen müssen.
    Den Unterschied erkennt man in beiden Beispielen
    Hier eine kleine Präsentation im fixed mode:

    Und hier eine not fixed…

    … der wir mit Hilfe der custom Option etwas Einhalt geboten haben (Aspect Ratio 5:3).

    Die Image Slider nutze ich gerne im Englischunterricht, um in der Klasse Sprechanlässe zu schaffen. Perfekt für die Vorbereitung auf eine mündliche Schulaufgabe, in der sie spontan auf Bildimpulse reagieren müssen. Die Schüler bekommen die Vorgabe, über jeden Bildimpuls ca. eine Minute zu sprechen. Nach Ablauf der Zeit für das erste Bild wird das zweite eingeblendet und der nächste in der Klasse muss eine Brücke zum vorigen Bild schlagen und gleichzeitig mit dem seinigen die Handlungskette für eine weitere Minute weiterführen. So geht es weiter, bis man mit dem Image Slider wieder an den Anfang der Geschichte kommt.

    Am kreativsten werden die Klassen natürlich mit ihrem eigenen Bildmaterial, das man im Vorhinein von den Schülern zu einem gewissen Thema fotografieren und an einen gemeinsamen Ort hochladen (Mebis, Dropbox, One Drive etc.) lässt und per Zufallsprinzip in einem Image Slider landet. Einfach mal ausprobieren!

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier .

    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 7.

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  • Alltag,  Technik,  Unterricht

    Apps im Unterricht: Lernvideos erstellen mit Lecture Videos

    Es gibt wenige Apps, die mich in meiner Android-Karriere so lange begleiten wie Lecture Notes. Schon anno 2013 war ich von dem schieren Umfang dieser Anwendung fasziniert wie auch verstört. Und auch sieben Jahre später fallen mir immer wieder neue Features in die Hände, die ich bislang ignoriert hatte. Zum Beispiel die Add-ons zu dem Programm. Genauer gesagt: LectureVideos. Mit diesem Add-on sind in Windeseile Lernvideos erstellt, die flüssig laufen und trotzdem insgesamt recht datensparsam daherkommen. Eine Seltenheit, wenn man sich die zahlreichen Apps ansieht, die Screen Recording bieten. Das war oft entweder rucklig. Oder verschoben im Format. Oder gewaltig in der Datengröße. Oder alles zusammen.

    Mit LectureVideos geht das wunderbar: Notizbuch öffnen, Material importieren, Aufnahmebutton drücken und los geht’s. So fix geht das noch nicht mal bei Explain Everything.

    Alle Videos, die innerhalb eines Notizbuches gemacht werden, sind in der Notizbuchvideowiedergabe vorgespeichert. Für den Export als Mp4-Datei wählt man einfach das entsprechende Video an et voilà: Habemus Lernvideo.

    Ta-Dah!

    Jetzt muss ich nur noch den Anflug von Lampenfieber überwinden, der sich immer kurz vor der Aufnahme beschleicht.

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 5: Image Juxtaposition

    Unter den Aktivitäten, die mit H5P für Zuschauer am eindrucksvollsten sind, gehört definitiv die Aktivität Image Juxtaposition – eindrucksvoll deshalb, weil man sie in der Regel vor allem von professionellen Nachrichtenseiten kennt. Über einen Schieberegler kann man stufenlos zwischen zwei Bildern hin- und herschalten, sodass Gemeinsamkeiten und Unterschiede im direkten Vergleich zutage treten – perfekt für kontrastive Vorher-Nachher-Aufnahmen von Satelliten, Statistiken oder Kunstwerken, die sich so im Unterricht in Windeseile integrieren können.

    Wie geht’s?

    Alles, was man dazu braucht, sind zwei Bilder, die in die H5P-Maske geladen werden. Die einstellbaren Parameter beschränken sich hierbei auf ein Minimum und sind größtenteils optional:

    Die Optionen zu H5Ps Image Juxtaposition halten sich in angenehmen Grenzen
    • Titel ist buchstäblich namengebend und kann genutzt werden, um einen Arbeitsauftrag festzuhalten.
    • Das Feld Alternativtext muss mit einer Nachricht befüllt werden, für den Fall, dass das Bild nicht geladen werden kann. Das kann z. B. eine Kurzbeschreibung eines der beiden Bilder sein.
    • Hovertext (optional) zeigt Text an, sobald man mit dem Mauszeiger über längere Zeit über dem Bild unbewegt bleibt – zum Beispiel in Form eines versteckten Hinweises.
    • Beschriftung des ersten/zweiten Bildes (optional): Das ist ein Titel, der jeweils über den Bildern angezeigt wird. Dieser ist im Gegensatz zum Hovertext immer sichtbar.

    Das war’s an sich aber auch schon mit der Arbeit. Wer will, kann im darunter liegenden Menü Verhaltenseinstellungen noch die Startposition des Schiebereglers sowie dessen Schieberichtung und Farbe definieren. Muss aber nicht. Den Rest übernimmt die Software. Das fertige Produkt kann zum Beispiel so aussehen:

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
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    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 6.

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    H5P Olé – Teil 4: Find the Hotspot

    Wer schon in Teil 3 meines kleinen H5P-Kurses in das Erstellen von Hotspots geschnuppert hat, wird mit der Aktivität find the hotspot überhaupt keine Probleme haben. Er ist nämlich der anderen sehr ähnlich. Der Name ist hierbei Programm: Auf einem vorgegebenen Bild soll ein gewisses Objekt gefunden werden.

    Wie geht’s?

    Die Erstellung von Hotspots ist der aus Teil 3 identisch. Auch hier lassen sich verschiedene Areale als richtig bzw. falsch definieren und auf dem Bild verteilen – Nur mit dem Unterschied, dass hier keine feste Anzahl an richtig zu erratenden Hotspots festgelegt wird. In der Aktivität geht es um reines Suchen und Finden. Kein Ausgeben von Noten.

    Für jeden Hotspot lässt sich definieren, ob er zur Lösung der Aufgabe richtig ist oder nicht.

    Für jeden Hotspot, den man als richtig oder falsch definiert – in letzterem Fall lässt man das Häkchen unter „korrekt“ einfach leer – lassen sich unter der Option „Rückmeldung“ (siehe Bild) Feedback-Statements definieren, die eingeblendet werden, sobald an diese Stelle geklickt wird. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler selbst dann etwas lernen, wenn sie auf dem Weg zur richtigen Lösung falsch liegen. Wie hier Beispiel weitere Bauwerke auf dem Forum Romanum als das tatsächlich gesuchte:

    Finde im folgenden Bild des Forum Romanum die Basilica Iulia:

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
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    Und schon geht’s weiter in Aktivität 5.

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  • Latein,  Technik,  Uncategorized,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 3: Find multiple hotspots

    Nachdem wir in Teil 2 auf 1 einem Bild Zusatzinformationen angebracht haben, geht diese Aktivität den exakt umgekehrten: die Schüler sollen aus einem vordefinierten Bild-Informationen heraussuchen. Und das wortwörtlich. Letztendlich also so ein bisschen wie beim guten alten Wimmelbild. Nur dass wir nicht mehr notgedrungen Waldo suchen müssen. Sondern vielleicht die richtigen Bauwerke auf einem Stadtplan. Oder die richtigen Verbformen zu einem gewissen Grammatikphänomen. Oder Vokabeln, die einem gewissen Wortfeld angehören und unter falschen Lösungen herausgesucht werden müssen. Oder wie hier im Beispiel die richtigen Charakterköpfe unter einem Haufen von Denkerstirnen.


    Die Aktivität ist dabei ganz ähnlich erstellt wie die mit den Image Hotspots. Zuallererst wird ein Hintergrundbild erstellt, auf dem die Bildinformation unter vielen anderen zu finden ist (im Beispiel sind das hier Portraits von berühmten Römern). Nachdem das Bild hochgeladen ist, wird mithilfe von Rahmen jeweils die Stelle im Bild markiert, die es zu suchen gilt. Das kann ein Ort auf dem Bild sein, oder aber auch mehrere, wofür sich weitere Optionen ergeben (für nähere Erklärung jeweils die Fragezeichen anklicken):

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 4.

    Bildnachweise, sofern die Abbildungen nicht aus dem privaten Fundus stammen:

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    H5P Olé – Teil 1: Drag the Words

    H5p galt für mich lange als eines dieser unattraktiven, nichtssagenden Nerdkürzel wie PHP oder CSS (nix für ungut!). Dass man damit wirklich tolle Sachen mit Minimalaufwand erstellen kann, musste ich erst durch eine Fortbildung von Christian Mayr auf der diesjährigen Digitale Schule Bayern in Gauting erfahren. Letztendlich handelt es sich hierbei um eine Plattform, mit der interaktive Lernaktivitäten möglich sind. Das komplette Spektrum an Möglichkeiten mag zu Beginn etwas überfordern. Deswegen würde ich vorschlagen, sich zu Beginn erstmal auf ein paar wenige Aktivitäten zu beschränken und damit zu experimentieren. Und ich werde dabei ein bisschen helfen (hoffe ich zumindest). Deswegen stelle ich regelmäßig meine ersten Erfolge mit H5P hier auf diesem Blog zu Demo und Download vor1. Den Anfang macht die Aktivität Drag the Words.
    Der Name ist hierbei Programm. Bewegliche Textfelder lassen sich auf einen vordefinierten Bereich schieben. Somit lassen sich zusammengehörige Begriffe zusammenführen. Das lässt sich im Handumdrehen für Übungen ganz wunderbar nutzen. Zum Beispiel für Formenlehre.

    Wie geht’s?

    Zu Beginn sollte man seine Übung unter Title benennen und unter Description eine Arbeitsanweisung für die Klasse angeben, die zu Beginn angezeigt wird.


    In der Übung selbst sind vorentlastend Vokabeln des zu übersetzenden Lektionstextes in den Kasus eingetragen, wie sie im Text vorkommen. Die Schülerinnen sollen aus einer Liste von gegebenen Adjektiven und Pronomina die dazugehörigen Formen finden, die zu den Nomina in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen. Diese zuzuordnenden Formen sind die beweglichen und sind im Code-Fenster jeweils mit einem * am Anfang und Ende an ihrem zugewiesenen Platz markiert. Auf diese Weise weiß H5P, welche Formen zusammengehören.

    Und das war’s eigentlich auch schon. Die Übung steht.

    Und? Wie war ich?

    Wer den Schülern ein gesondertes Feedback geben will, hat dank H5P auch die Möglichkeit dazu. Unter Overall Feedback lassen sich „Notengrenzen“ definieren inklusive eines Feedback-Kommentars, der nach der Aufgabe gegeben wird.

    Wer selbst die Buttons in der Fremdsprache haben will, kann unter der Rubrik Text override and translations den einzelnen Knöpfen eigene Bezeichnungen vergeben.

    So einfach geht’s.

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 2.

    1 Die Übungen sind alle selbst-gehostet und können für den eigenen Gebrauch heruntergeladen und weiter genutzt werden.

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    Der App-ventskalender 2019

    Tja, nun ist er da, der Dezember. Und mit ihm alles, was zu Weihnachten dazugehört: Romantische Christkindlmärkte bei Nacht, besinnliche Klänge durch Kinderchöre und Harfen, Glühwein, tonnenweise Plätzchen – und nicht zuletzt der berühmte Adventskalender, der die Vorfreude auf das Fest der Liebe entsprechend anheizen soll. Nur schade, dass viele unserer Berufszunft davon wenig mitbekommen. Das Erstellen von Schulaufgaben, die Korrektur, die Vorbereitungen auf Weihnachtskonzerte und das Durchleben diverser Konferenzen vor Ferienbeginn trüben den Zauber, den die staade Zeit dieser Tage eigentlich bringen soll. Doch frohlocket! Den armen Seelen kann geholfen werden. Herr Mess spielt Weihnachtself und spendiert den Kollegien dieser Welt den App-ventskalender 2019. Eine Din A3-Vorlage, die man herunterladen, ausdrucken, im Lehrerzimmer aufhängen und jeden Tag mit einer neuen Online-Idee bestücken kann. Zum Beispiel mit Empfehlungen, die Marc Hennekes im Dezember täglich auf Twitter vorstellt. Oder aber auch von Johanna Daher, die auf ihrer Seite den herzigen Adventstoolender 2019 erstellt hat. Die Tipps kann man in Din/A4 bzw. Din/A5 ausdrucken und mitten auf die Vorlage pinnen.
    Ich habe die Vorlage auf Din/A3 vergrößert, laminiert und in der Mitte aufDin/A5-Größe ein Loch geschnitten, damit man die Tipps dort wie in einem Adventstürchen unterbringen kann. Mal schauen, wie die Idee beimKollegium ankommt. 

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  • Allgemeines,  Technik

    Schönschrift in Lecture Notes

    Lecture Notes ist eine der Apps der ersten Stunde bei mir. Schon 2013, als mein erstes Tablet in den Unterricht rutschte, war das Programm von Acadoid Developer von Anfang an dabei. Im Vergleich zu allem, was damals auf dem Markt war (Test hier), bestach Lecture Notes durch seine riesige Fülle an Individualisierungsmöglichkeiten; durch Handhabung leider weniger, denn die Menge an zuschaltbaren Menüs und Optionen ging schon immer auf Kosten des Handling. So richtig intuitiv lief Lecture Notes bei mir nie. Aber man konnte es sich intuitiv einrichten. Mit ein bisschen Gefrickel.
    Ein paar der neueren Mitbewerber von Lecture Notes sind da im Jahre 2019 deutlich zugänglicher. Und nicht nur das. Viele Apps warten mit ein paar tollen Features auf, die ich bislang in Lectures Notes nie gesehen habe. Vor allem im Bereich authentischer Handschrift hat sich da einiges getan. Programme wie INKredible leisten in dieser Hinsicht wirklich eindrucksvolle Ergebnisse und können beim Beschriften mit einem druckempfindlichen SPen ein sehr realistisches Schriftbild liefern. Druckstufen werden ebenso registriert wie auch Schreibrichtung, sodass auch spontane Kritzeleien aussehen wie mit einem Mont Blanc-Füller kalligraphiert. Lässt sich sowas auch in Lecture Notes nachbauen?
    Die Antwort ist: JA! Das geht tatsächlich. Here’s how…

    Verschiedene Schriftarten mit angeschrägter Mine

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  • Alltag,  blog,  Technik

    Beitragsparade der #edupnx

    Die Bildungspunks haben mal wieder zu einer Beitragsparade aufgerufen. Und ich folge dem Aufruf gerne, weil ich mich mit der Themenstellung selber schon auseinander gesetzt habe. Das Thema Twitter hat mich in den letzten fünf Jahren weiter gebracht als jede andere Fortbildung, die ich in der Zeit besucht habe. Der Input, den ich über vernetzte Lehreraccounts reinbekomme ist enorm. So enorm, dass man beizeiten sehr überwältigt ist und überhaupt keine Ahnung hat, wie man die digitale Informationsflut bewältigen soll. Und schnell weicht der anfänglichen Euphorie ein Gefühl der Ohnmacht. Um aus der wieder herauszufinden und Herr über das Chaos der Bits und Bytes auf Twitter wird, habe ich mir zwei Verfahren zunutze gemacht:

    • Kurze Tweets, Bilder, Statistiken oder ähnliches Material bei Twitter, das ohne Verlinkung auskommt und in sich schon erwähnenswert ist, speichere ich kurzerhand als Screenshot, die auf dem Smartphone in einem Standardverzeichnis abgelegt werden (bei mir – oh Wunder – \Screenshots). Dieses Verzeichnis ist über Dropsync und Dropbox mit dem Dienst Zapier synchronisiert, das mir jeden Screenshot, der neu in dem Verzeichnis landet, in ein vordefiniertes Notizbuch in Evernote kopiert. Quasi als Best-of-Twitter Verzeichnis, auf das ich von überall her über Evernote Zugriff habe. Schematisch sieht das Vorgehen ungefähr so aus (mehr dazu, und warum ich für diese Automatisierung nicht IFTTT nehme, lest ihr hier).


    • Tweets, die Links zu größeren Artikeln oder Videos haben, finden über einen anderen Umweg ihren Platz in Evernote: Nämlich über den bekannten Webclipper: Dieser ist darauf programmiert, beim Speichern von Seiten und Artikeln einen Großteil des webtypischen Firlefanz wegzulassen, sodass am Ende eigentlich nur der Fließtext mitsamt Bildmaterial zum Lesen übrig bleibt. Sieht damit fast schon wie eine Zeitung aus. Auch dieses Verzeichnis ist über Evernote ständig bei mir, sodass ich darin schmökern kann, wann immer ich Zeit und Lust habe.

      der Web Clipper von Evernote ist immer noch ein kleines, aber super nützliches Tool

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  • Technik,  Unterricht

    Der Neuzugang: Samsung Tab S3

    Ich weiß. Noch vor ein paar Wochen habe ich noch getönt, wie zufrieden ich mit meinem Tablet war. Und das ist wirklich ernst gemeint! Seit mehr als vier Jahren leistet mein Samsung Note 8.0 mir nun treueste Dienste. Jeden einzelnen Tag ist es im Einsatz. Es speichert, es streamt, es wird bemalt, bekritzelt, ist Jukebox und Kinozentrale im Unterricht, Sammelstelle für Arbeitsblätter, Referate, alles. Der Akku hätte alle Gründe der Welt, sich mal langsam zu verabschieden, aber er denkt nicht ans Aufhören. Zum Laden muss er immer nur noch alle drei Tage. Genau so lang wie damals 2013, als ich das Gerät gekauft habe. Eigentlich bräuchte ich kein neues Tablet. Und es gibt auch wenig Vergleichbares auf dem Markt. Stiftgebundene Tablets sind unter Samsung rar geworden. Sehr rar. Aktuell gibt es in Deutschland lediglich das Tab S3. Nur ist mir das mit aktuell 600€ (Startpreis irgendwo bei 730€!) deutlich zu teuer. Tja, und dann kam der Black Friday. Und auf einmal ging es für knapp 400€ her. Und da konnte ich dann doch nicht widerstehen und hab es gekauft. Da der Trennungsschmerz von meinem Note 8.0 aber deutlich mehr zu spüren ist als damals noch bei meinem HTC Flyer, will ich keine Lobhudelei auf das Tab S3 veranstalten, ohne im selben Atemzug dem Note 8.0 zu huldigen, das nach meiner Ansicht nie die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es eigentlich verdient. Das Gerät stand immer etwas im Schatten des großen Bruders Note 10.1. Völlig zu Unrecht. Vielleicht kann ich einen kleinen Beitrag leisten, dass das in den Samsung-Annalen anders wird…
    Dass ein Tablet aus dem Jahre 2012 in puncto Performance gegen ein 2017er Modell den Kürzeren ziehen muss, ist keine Überraschung. Die Specs sprechen da eine deutliche Sprache. Die sind mir aber egal. Ich hab das Ding, um damit zu arbeiten und meinen Unterricht zu gestalten. Allein daran möchte ich meinen Bericht messen.

    Da isses, in seiner vollen Pracht!

    Das (Aus-)Maß der Dinge

    Das Note 8.0 in wunderbar handlicher Din/A5-Größe

    Das Tab S3 hat leider deutlich Überhang im Schulranzen

    >Das Note 8.0 war dank seiner Größe ideal für die Lehrertasche. Mit seinen 210.8 x 135.9 x 8 mm ist es gerade mal so groß, breit und leicht wie ein Din/A5 Heft. Damit lag es wunderbar auf Korrekturstapeln auf, schmiegte sich in Heftmappen, ohne auf Nachbarn in der Tasche zu stoßen, zu reiben oder im Extremfall zu brechen. Daran ist natürlich auch das Material des Note schuld, denn das präsentiert sich in widerstandsfähiger Plastik-Fantastik, die einiges aushält. Für Ästheten ein Manko, das sich aber im Alltag echt bewährt hat.
    In Sachen Auftreten kommt das Tab S3 da schon etwas größer daher. Mit seinen 9.3 Zoll ist der Neuling in der Diagonale um knapp 2 cm länger. Damit wirkt es auch etwas größer als das Note 8.0. Nach Samsung-Specs steigt es mit  237.3 x 169 x 6 mm in Länge und Breite jeweils knapp 3 cm mehr in den Ring. Dadurch wird es natürlich auch etwas schwerer. Und zwar fast 100 Gramm. Mit Schuld daran ist auch das verwendete Material. Als Edeltablet vermarktet verwendet Samsung ausschließlich Glas und Aluminium. Ein echter Hingucker -- mir als Lehrer graut es allerdings schon, das Gerät einem Schüler in die Hand zu geben. Ich sehe schon das erste gebrochene Display und Tausende von Fingertatschern, die ich täglich runterwischen darf. Ich hoffe, mein Pessimismus in dieser Hinsicht wird sich weiterhin auf die Theorie beschränken. Aber ein bisschen Angst um die Sicherheit des Gerätes habe ich schon. Da musste definitiv eine Schutzhülle her…

    Kein Monolith, sondern ein Edeltablet, das man mit Samthandschuhen anfassen sollte…

    Accessoires

    Die schönsten Hüllen für das Samsung S3 Tab gibt es meiner Meinung nach bei Fintie

    … Allerdings keine von Samsung. Das einzige, was der Hersteller in dieser Hinsicht auf den Markt hat, ist zwar hip, aber unpraktisch. Vor allem für den Unterricht. Wo es beim Note 8.0 noch ein klobiges, aber funktionales Cover gab, setzt man beim Tab S3 ganz klar auf sexiness und präsentiert eine Hülle, die einfach magnetisch am Gerät klebt. Ist von der Haptik her sehr gut, und dieses Klacks, mit dem die Hülle sich mühelos ans Tablet heftet, hat irgendwas wunderbar Befriedigendes an sich. Aber das hilft mir im Unterricht wenig. Weder sind die Kanten des Tablets gut geschützt, noch ist es ausgeschlossen, dass bei einem Sturz die Hülle vom Gerät fliegt und dann die Katastrophe komplett ist. Noch dazu geht mir eine Halterung für den S-Pen ab, der im Gewusel des Alltags ganz schnell abhanden kommt. Deswegen flog das Samsung Accessoire nach kurzer Zeit raus und wurde durch eine Hülle von Fintie ersetzt. Kostet ein Drittel des Preises und schützt sowohl Tablet als auch S-Pen so, wie ich es mir vorstelle. Und sieht nebenbei auch noch gut aus.

    Display und Sound

    Ich gebe zu, dass mir Grafikspecs eigentlich egal sind. Aber über die Jahre -- vor allem dieses -- merke ich, wie wichtig ein gutes Display beim digitalen Arbeiten ist. Meine Augen sind zunehmend mit Zukneifen beschäftigt. Die kräftigen, aber sehr freundlichen Farben, die das sAMOLED-Display des Tab S3 hervorbringt, sind für meine Glubscher schon aufgrund der größeren Bildschirmdiagonale sehr angenehm. Vielleicht liegt das auch sekundär an der deutlich höheren Auflösung, die das Tablet mit 2048x 1536 Pixel auf den Bildschirm zaubert. Dagegen sehen die 1280x800 des Note 8.0 schon etwas mager aus. Direkt gemerkt hab ich die höhere Auflösung zwar nicht. Aber ich fühle sie…
    Für mich sehr angenehm ist die zusätzliche Funktion des Blaufilters, die man optional zuschalten kann. Durch sie werden die berüchtigten Lichtanteile, die im Gehirn den Wach(-bleib)-Befehl hervorrufen, zurückgehalten, sodass man auch abends im Bett noch gut mit dem Tablet lesen kann, ohne hinterher die ganze Nacht mit starr-offenen Augen auf das Sandmännchen warten zu müssen.

    Kamera

    Hier ist das Tab S3 von Anfang an der große Gewinner. Wo mein Oldie noch mit maximal 5 Megapixel und ohne Blitz auskam, trumpft das Neue mit 13 Megapixel, Blitz und tollem Autofokus auf. Für den Unterricht und das Abfotografieren von Schülerarbeiten, Tafelanschrieben und spontanem Whiteboard-Brainstorming sind das tolle Specs, die doch eine deutliche Verbesserung zum Note 8.0 sind, wie man an diesem Bild-Duo sieht (man beachte auch die deutliche Vergrößerung des erfassten Bildausschnitts):

    Keine Frage: Die Farben sind knackiger, die Schrift auch im Detail schön scharf und Artefakte oder Schlieren, die bei Note 8.0-Bildern bei schlechter Beleuchtung in Klassenzimmern das Entziffern doch gerne mal erschwert haben, gehören der Vergangenheit an. Freut mich. Sollte aber auch normal sein bei Tablets, zwischen denen vier Jahre und mehrere Generationen liegen…

    S-Pen

    Das Note 8.0 hatte aufgrund seiner Größe einen S-Pen in seinem Gehäuse, der den Namen eigentlich nicht verdient hat. Das Ding lag wie ein Zahnstocher in der Hand, weswegen ich schon recht früh auf andere Modelle umgestiegen bin. Der große Bruder des Stiftes aus dem Hause Samsung war da schon besser, aber insgesamt doch nicht der große Wurf. Großes Lob in diesem Zusammenhang an Bamboo, die einen (mittlerweile doch recht teuren) Pen auf dem Markt haben, der im Tragekomfort dem eines echten Stiftes so nahe kommt, dass der alte S-Pen schnell vergessen war.
    Das neue Modell beim Tab S3 kommt dem Bamboo in dieser Hinsicht schon sehr nahe, auch wenn mir die runde Form des Bamboo Pen minimal besser gefällt. Der Samsung-Stift hingegen ist quadratisch mit abgerundeten Ecken und liegt gelegentlich etwas sperrig in der Hand, ähnlich wie ein Stabilo-Fineliner.

    Schick und griffig: Der neue S-Pen

    >Umgekehrt macht ihn das aber auch gerade sehr authentisch, da man derartiges Schreibgerät Tag ein Tag aus im Schulalltag vor sich hat -- birgt allerdings auch die Gefahr, das gute Stück im Chaos des Schreibtisches zu verlieren, da der Stift optisch von einem normalen Kritzler gar nicht mehr zu unterscheiden ist. Auch eine Möglichkeit, den Stift im Gehäuse des Tablets zu verstauen, wie es beim Note 8.0 der Fall war, ist nicht mehr möglich. Daher haben die findigen Leute von Fintie an ihren Hüllen Halterungen für den S-Pen angebracht, wo man den Stift bei Bedarf aus der (zugegebenermaßen etwas widerspenstigen) Lasche holen kann.
    Die Features des neuen Stiftes selbst sind ziemlich beeindruckend und dürften vor allem Künstler in ihren Apps einen großen Mehrnutzen bringen. Das Schriftbild profitiert zumindest immens von den neuen Möglichkeiten…

    Mit INKredible Pro sieht das S-Pen-Gekritzel wirklich vorzeigbar aus.

    Für den regulären Unterricht brauche ich die unterschiedlichen Federn und Bleistifte allerdings kaum. Die gab es schon beim Note 8.0 und haben mich nie so wirklich interessiert. Neu hingegen und zugegeben sehr praktisch ist allerdings die Art, wie das Tablet jedes Mal reagiert, wenn man den S-Pen dem Bildschirm näher bringt. Hier poppt auf einmal auf der rechten Seite ein Menü auf, aus dem man eine Reihe von Apps zur weiteren Verarbeitung auswählen kann (Notiz erstellen, Notizen anzeigen, Smart Select, Screenshot Notiz, Übersetzen). Damit hat man Sofortzugriff auf seine meistgenutzten Apps und muss nicht immer umständlich in Untermenüs nach dem richtigen Programm suchen. Schön!
    Was mich dagegen aber dann schon etwas konsterniert hat, ist die Art der Palm Rejection, die im S3 Tab zum Einsatz kommt, mit der das Tablet zwischen Stift und Handfläche unterscheidet. Sie funktioniert nach meinen Erfahrungen deutlich schlechter als ich es vom Note 8.0 gewohnt bin. Zumindest mit den Apps, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Nachdem meine Schüler im Unterricht schier bei dem Versuch verzweifelt sind, auf ein PDF zu schreiben, das ich wie immer mit EZPDF geöffnet hatte, habe ich es selbst mal ausprobiert -- und war schlichtweg entsetzt, wie unterirdisch das funktioniert. Sobald man die Hand beim Schreiben auf dem Bildschirm ablegt, beginnt das Tablet unter der App wild hin- und herzuzoomen. Und ja: die Stiftsteuerung war jedes Mal zusätzlich in der App eingeschaltet. Wie Samsung bei einem Tablet, das derzeit als Flagschiff gilt und ja auch offensiv als einziges S-Pen-Tablet als nennenswerte Alternative zum iPad Pro beworben wird, da auf einmal so schludern kann, ist mir ein völliges Rätsel. Ich habe den Unterschied mal filmisch festgehalten. Sonst glaubt mir das keiner.

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    Zum Glück hat Samsung dem Tab S3 eine eigene App zur Beschreibung von PDFs spendiert (Auf PDF schreiben), wo die Palm Rejection deutlich besser funktioniert. Hier lässt sich sogar noch einmal zusätzlich einstellen, dass ausschließlich der S-Pen erkannt werden soll. Das macht das Arbeiten schon wieder etwas angenehmer, und das Beschreiben funktioniert nun wieder so, wie ich es gewohnt war.
    Dennoch: warum manche Apps nicht ordentlich mit der Palm Rejection funktionieren, ist mir nicht klar. Umso peinlicher für Samsung, wenn man sieht, wie problemlos das Note 8.0 mit manuellen Eingaben umgegangen ist. Und dass die Probleme nicht an der jeweiligen App, sondern am Tablet liegen, merke ich daran, dass ich ähnliche Erfahrungen auch in anderen namhaften Programmen machen musste. Wie oft mir das Bild beispielsweise in Sketchbook Pro verrutscht ist, kann ich gar nicht zählen. Ob man da softwaremäßig nachbessern kann? Ich will es hoffen…

    Konnektivität

    Im Jahr 2013 war es noch eine ziemliche Seltenheit, ein Tablet zu finden, das seinen Bildschirminhalt in welcher Form auch immer an einen Beamer weitergibt. Das Note 8.0 war damals eine rühmliche Ausnahme, da es den MHL-Standard unterstützte und über einen Adapter mit Kabel an einen HDMI-Eingang eines Projektionsgerätes angeschlossen werden konnte. Allerdings war das doch eine etwas friemlige Angelegenheit, da an den Adapter stets auch noch ein Stromkabel gehängt werden musste. Die für mich größte Offenbarung aus der Note 8.0-Ära war daher die Entdeckung des drahtlosen Screen Mirroring, auf das mich Matthias Heil damals aufmerksam machte. Für den Unterricht bot das richtig viel Flexibilität, die sich mit dem Umzug auf den EZCast Pro sogar noch verbesserte. Diese Möglichkeiten konnte ich über vier Jahre flexibel einsetzen, abhängig davon, was für ein Setup im jeweiligen Klassenzimmer vorhanden war. Geht das beim Tab S3 auch noch alles?
    Hier bekam ich tatsächlich den größten Schock versetzt. Denn eine Kabelverbindung über einen HDMI-Adapter ist schlicht nicht mehr möglich! Nicht, dass es technisch nicht machbar gewesen wäre, aber scheinbar hat Samsung dieses Feature seit einigen Generationen von seinen Geräten verbannt, sodass nur noch kabellose Verbindungen möglich sind. Dieser Entscheidung sehe ich persönlich mit einem gewissen Magengrummeln entgegen, da die kabelgebundene Lösung für mich im Unterricht immer eine Fallback-Option war, wenn der HDMI-Dongle mal streikte oder es beim Streamen von HD-Videos mit Latenzen oder Stottern losging. So ein basales Feature einem Tablet abzuerkennen, das im Originalpreis fast die 700€-Grenze sprengt, ist eine Frechheit. Ohne eine Router-gestützte Lösung wie z. B. den Chromecast fühlt man sich beim Abspielen von längeren Videos wie auf einer dünnen Eisschicht, die jederzeit brechen könnte. Für eine Lehrprobe würde ich so ein Setup nicht empfehlen. Sehr schade, dass hier eingespart wurde.

    Die aktuelle Bildübertragung anhalten? Geht!

    So muss man leider mit den Optionen leben, die dem Gerät noch geblieben sind. Hier gibt es allerdings auch ein paar nennenswerte, kleine Neuerungen zu feiern; zum Beispiel die Option, die Funkübertragung
    vorübergehend auszuschalten, ohne die Verbindung zum Dongle zu unterbrechen. Das Screen Mirroring schaltet dann quasi in einen Stand-By-Modus. Das ist perfekt, wenn ich im Unterricht mal kurz in meine Notizen auf dem Tablet spicken muss, um zu sehen, wie es in der Stunde weiter geht. Beim Note 8.0 musste ich mich dafür immer dafür vor den Beamer stellen und mit dem Tablet die Linse blockieren. So sieht das dann schon eine ganze Spur professioneller aus.

    Arbeiten mit Evernote

    Evernote ist schon seit Jahren mein digitaler Dreh- und Angelpunkt meiner Unterrichtsvorbereitung und Durchführung . Mit dem Umzug auf ein neues Tablet habe ich erst gemerkt, wie gewohnt ich den Umgang mit dem Programm bin. Viele Handgriffe, die für mich beim Note 8.0 zum Alltag gehörten, muss ich zusammen mit dem Tab S3 neu einrichten. Dazu gehört es auch, der App gewisse Aktionen zu verbieten. Zum Beispiel das standardmäßige Öffnen von bestimmten Programmen, wenn ich ein Dokument bearbeiten will. Meine Arbeitsblätter liegen in Evernote allesamt als PDF vor. Sobald ich eine dieser Dateien mit einer App geöffnet habe, merkt sich das Tablet diese Einstellung und wird jedes Mal eine PDF-Datei mit diesem Programm öffnen. So weit, so nett, aber manche Apps können Unterschiedliches: EZPDF Reader kann keine Deckfelder rückgangig machen wie Clear PDF, das wiederum keine Multimedia-Daten auf Knopfdruck wiedergeben kann, wenn sie in die Datei eingebettet sind. Damit ich mir diese Freiheit wieder erkämpfen konnte, musste ich in den Einstellungen nachhelfen.

    Das standardmäßige Öffnen von Dateien lässt sich zum Glück ausschalten.

    Ansonsten funktioniert jetzt wieder alles gewohnt (nicht so) gut, wie es zuletzt auf dem Note 8.0 der Fall war. Der Workflow ist dank der höheren Performance des Tablets natürlich spürbar besser, und die Zeiten, wo sich das Gerät beim Beschreiben von PDFs in verschiedenen Farben mal eben knapp 10 Sekunden Bedenkzeit nahm und nichts tat, sind definitiv vorbei. Einige Funktionen sind in Evernote allerdings in den letzten Versionen entfernt worden, die ich im ersten Moment an der alten Android-Version festmachen wollte, die auf dem Note 8.0 ihr Unwesen trieb (4.4). Dazu gehörte zum Beispiel die plötzliche Unart, dass kleinere Bilder, die man direkt aus einer Evernote-Notiz heraus öffnen und vergrößern wollte, nur noch minimal zoombar sind. Für höhere Vergrößerungsstufen muss man eine zusätzliche App nutzen. Klar, davon gibt es genug, aber das sind wieder ein paar Klicks und Tapser mehr, die früher nicht sein mussten. Ebenso vermisse ich seit ein paar Versionen die Möglichkeit, PDFs direkt aus einer Notiz heraus zu öffnen, zu bearbeiten, dann zu schließen und mich tierisch darüber zu freuen, dass die bearbeitete Version des PDFs automatisch als Kopie an der Notiz anhing. Versuche ich das in der jetzigen Version, bekomme ich die Fehlermeldung this document has been opened from DATA STREAM.  Changes cannot be saved . Möchte ich dann Änderungen speichern, muss ich sie erst auf dem Gerät in einem Ordner ablegen, dann öffnen und wieder an Evernote schicken. BOF. Vor einem Jahr ging das noch problemlos innerhalb der App. Da hoffe ich, dass Evernote in den nächsten Versionen vielleicht etwas nachbessert, denn der Workflow der Versionen von vor zwei Jahren ist für mich bis heute unerreicht. Bitte nicht wieder ein Produkt kaputt entwickeln. Das hab ich erst kürzlich mit dem EZCast Pro miterlebt. Und das Trauma ist noch nicht ganz verwunden.

    Fazit:

    Ich muss zugeben, ich hatte zu Beginn wirklich meine Schwierigkeiten mit dem Tab S3. Dass das Gerät so elementare Dinge wie einen HDMI-Port nicht mehr besitzt, halte ich für eine Katastrophe. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse würde ich einfach -- einfältig wie ich bin -- davon ausgehen, dass es schlichtweg als Feature enthalten ist. Auch die angeblich stark verbesserte Palm Rejection hielt zu Beginn nicht das, was sie versprach. Vielleicht war ich das Note 8.0 auch schon zu sehr gewöhnt, so dass ich die neue Technologie als nachteilig empfand. Mittlerweile habe ich mich umgewöhnt, und es läuft ganz ok. Viele Dinge gehen bedeutend schneller von der Hand als früher. Und das Display ist wunderbar augenfreundlich. Davon abgesehen bietet das Tablet aber auch nicht wirklich viel Neues. Revolutionär ist an dem Teil gar nichts. Bei dem Vorgänger war das damals noch eine ganz andere Geschichte: Den Sprung vom HTC Flyer auf das Note 8.0 empfand ich damals als echte Offenbarung. Samsungs Tablet fühlte sich voll und ganz durchdacht an, überall gab es tolle, sinnvolle Features zu entdecken, die Sinn machten. Die Integration des Stiftes in den Workflow war damals innovativ umgesetzt und nicht einfach eine nette Dreingabe. Sie war essenziell. Aber vielleicht ist es halt auch einfach so: Das Note 8.0 war damals schon so konsequent, dass man nicht mehr viel Neues bieten kann, was sich bahnbrechend anfühlt. Besitzer von iPads nehmen diesen Umstand ja fast jährlich hin. Die tatsächlichen, konzeptionellen Neuerungen einer jeden iPad-Generation muss man ja auch mit der Lupe suchen. Daher will ich dem Samsung Tab S3 doch noch eine Chance geben. Und mich mit leicht gebrochenen Herzen von seinem Urvater 8.0 verabschieden. Du warst von all den Geräten, die ich in meiner Lehrerlaufbahn hatte, das wichtigste. Ich habe deine Zuverlässigkeit bis zum Ende geschätzt. Und ich weiß, du wirst auch in der Rente einen anderen Menschen sehr glücklich machen!
    Vale!

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