Während Runde 5 der Edublogparade 2024 gerade durch die Lande zieht (und ich über einen adequaten Artikel zu dem Thema nachdenke), habe ich aus Runde 2 Lehren gezogen und mich der Arbeitszeiterfassung hingegeben. Denn darum ging es vor ein paar Monaten vor dem Hintergrund des Abbaus von Überstunden.
Wie immer dauert es bei mir, bis neue Routinen sitzen. Es gibt Tage, wo mir erst am Abend einfällt, dass ich ganz vergessen habe mit Working Hours meine geleisteten Stunden zu dokumentieren und gebe sie im Nachhinein ein. Für die nächsten vier Wochen werde ich allerdings ganz genau darauf achten. Es ist eine besondere Zeit angebrochen. Das Abitur läuft seit ein paar Tagen in Bayern, und ich möchte seit Jahren für mich selbst herausfinden, wie lange ich tatsächlich für die Korrektur eines Abiturs benötige. Ich will nichts rechtfertigen, auf nichts Besonderes aufmerksam machen, keinen Shitstorm hervorrufen, weil ich auf “kostenlose” Überstunden hinweisen möchte – mir geht’s persönlich einzig und allein um den Kenntnisgewinn. Deswegen schauen wir mal, was draus wird. Wie lange brauch ich für das diesjährige Abitur in Englisch? 24 Leute. 12 Arbeiten schriftlich, 12 Kolloquien. Alles möchte ich festhalten: Das Abholen der Arbeiten, das Ordnen, das Auslegen, das Probehören der Audiodateien, die Korrektur, die Sitzungen zum Abgleichen der Fehler. Alles.
Wetten werden angenommen. Jetzt. Am Besten in den Kommentaren. Nun auch mit echtem Poll:
Horror, ich habe mein Handy zuhause liegen lassen. Und das an einem Tag, wo ich vor 16.00 Uhr nicht zuhause bin. Zu dumm, dass mir das erst aufgefallen, als ich in den Öffis Platz genommen hatte. Also viel zu spät. Wieder aussteigen und wieder zurückfahren, um das unverzichtbare Utensil zu holen, war zeitlich einfach nicht drin. Naja, dann zähneknirschend hingenommen, für die nächsten zehn Stunden ohne mein Smartphone zu sein.
So wurde es eben ein Arbeitstag wie vermutlich 1996. Nur ein PC und eine eMail. Und deswegen folgt nun eine Liste über…
…Dinge, die über den Tagesverlauf nicht möglich waren:
Musik hören auf dem Weg zur U-Bahn
Vokabeln lernen in der U-Bahn
Nachrichten lesen und beantworten
eMails on the go lesen und beantworten
Freistunden mit Surfen versüßen
social media lesen und beantworten
Techniker für die Schul-IT wegen mehrerer Fehler Bescheid geben
Kollegenkreis mit Sparwitzen von punnyworld versorgen
Auf akut auftretende Kollegiumsfragen reagieren
Zwischen Tür und Angel einen Arzttermin ausmachen
Espressomaschine von unterwegs vorheizen
Sprachnachrichten abhören und beantworten
spontan Fotos machen und verschicken
War mega.
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Bei schönstem Wetter hatte sich hoher Besuch in München angekündigt. Kein Geringerer als Herr Kubiwahn hatte vor Wochen zwecks eines kleinen Blogger-Treffen in der Landeshauptstadt angefragt. Mit ihm und Herrn Rau fand ich mich in der Gesellschaft echter Blogging-Urgesteine wieder. Oder um Armins Metapher zu bemühen: Ich war ein Zollkiesel unter Meilensteinen. Schön war’s, wenn auch recht kurz (was meiner Wochenendgestaltung geschuldet war). Und lecker. Das Faun im Glockenbachviertel hat kulinarisch mittlerweile gut was auf dem Kasten. Die Bowls sind sehr zu empfehlen.
Falafel-Bowl!
Ich mag solche Treffen ja sehr. Leute sehen, mit denen man seit Jahren online Umgang hat, ist immer eine ganz spannende Geschichte. Man kennt sich, und dann auch wieder nicht. Das ist immer ein interessantes Spannungsverhältnis voller Überraschungen, das bei solchen Meetups immer wieder zu Tage tritt. Leider mache ich das viel zu selten, weil ich es ohne eine entsprechende Vorplanung nicht wirklich hinbekomme. Meine Wochenenden und Ferien sind in der Regel gut verplant, daher sind auch so Veranstaltungen wie das große Kasseltreffen für das ehemalige Twitterlehrerzimmer kaum möglich. Umso dankbarer bin ich dann dafür, wenn sich Leute von sich aus in meinen Orbit bewegen. So wie Herr Kubiwahn.
Es gab viel zu erzählen: Die regionalen Unterschiede von Schulen, die Vor- und Nachteile von Lernplattformen, Schwellenängste und Ablehnungshaltung derselben in Schulfamilien, Freud und Leid einer mebis Koordination oder das Bloggen als Alt-Herren-/Damen-Sport waren ebenso Thema wie der Unterschied von Falafelbowls und Falafelteller, das Aussehen von echtem Griebenschmalz, Herr Raus Artikel über den Ritter Manuel oder längst vergessene Arbeitsgeräusche antiquierter Technik.
Man sieht, in den knapp zwei Stunden gab es einiges an Themen. Dabei war ich so interessiert beim Zuhören, dass ich ganz vergessen habe, ein Erinnerungsfoto zu machen. Lediglich meine leckere Falafelbowl schaffte es unter meine Linse. Tja, dann müssen wir wohl oder übel nochmal ran 🙂
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Runde 3 der Edublogparade bringt wieder etwas Positivität auf den Tisch. Was den Lehrberuf attraktiv macht, ist das Thema. Mit dem Blick auf meine aktuellen Arbeitszeiten, die ich seit drei Wochen brav tracke, fällt mir es schwer, diese tatsächlich als Plus anzuführen. Es ist gerade entsetzlich viel los. So viel, dass ich nach Dienstschluss so gar nichts mehr machen möchte, was mit dem Thema Schule zu tun hat. Blogbeiträge meiner Online-Kolleginnen und Kollegen lese ich aus Zeitgründen seit Wochen nicht mehr. Es ist einfach viel. Zu viel. Und mit dem Eindruck bin ich nicht alleine. Man hört immer wieder, wie gestandene Kolleginnen und Kollegen meinen, aktuell könne man diesen Beruf dem Nachwuchs nicht mehr ruhigen Gewissens ans Herz legen. Von daher finde ich es ganz schön schwierig in dieser Runde eine gute Antwort zu finden. Denn auf der einen Seite gibt es die Anforderungen auf dem Papier, auf der anderen Seite die Sachzwänge der Realität, die immer wieder Improvisation oder schlimmstenfalls Kapitulation bedeuten. Lehrermangel, Krankheitsausfälle, fehlerhafte Technik, marode Schulgebäude, Burnout als buchstäbliche Berufskrankheit. Die Zeitungen sind voll davon. Was bringt der Lehrberuf also?
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Im Moment leider gefühlt genau dieses.
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Disclaimer: Ich agiere bei dem folgenden Thema rein auf common sense. Ich weiß nicht mehr darüber als jeder normal sterbliche Lehrkörper, der seit Jahren ohne Arbeitszeiterfassung vor sich hin wurschtelt und es auch nicht anders kennt. Deswegen verzeihe man mir meine Blauäugigkeit bei dem Thema.
Jan-Martin hat sich für Runde Zwei der Edublogparade2024 ein ganz besonderes heißes Eisen aus einer ohnehin heißen Vorauswahl des Bildungsrates von unten gefischt: Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Das Thema wabert ja schon seit geraumer Zeit durch die Medienlandschaft und mein Stand der Dinge war ja immer, dass das definitiv kommen soll, die KuK-Konferenz aber darauf noch sehr verhaltend reagiert. Aber man kläre mich gerne auf, wenn es anders sein sollte.
Zu dem Thema gibt es tatsächlich sehr konträre Meinungen. Ich hab mir vorgenommen, die verschiedenen Beiträge der Edublogparade erst hinterher zu lesen, weil ich mir meinen Blutdruck nicht unnötig in die Höhe treiben möchte. Denn theoretisch kann ich mir ein solches System schon gut vorstellen. Theoretisch wohlgemerkt. Denn es hätte ein paar echte Vorteile auf der Hand.
Theorie…
Transparenz nach außen: Für die Öffentlichkeitsdarstellung würde so ein System zum Teil mit dem Märchen des Halbtagsjobs aufräumen, das der Profession seit geraumer Zeit anhaftet. Kein Wunder, er ist nun mal ein Job außerhalb des üblichen nine-to-five Korsetts. Ob er durch so ein System zu einem wird, ist zu bezweifeln. Aber es könnte zu einer gewissen Normalisierung beitragen.
Transparenz nach innen: Wer arbeitet wirklich wieviel? Und wie lange? Dieses Thema erhitzt regelmäßig die Gemüter. Auch innerhalb eines Kollegiums. Eine Arbeitszeiterfassung könnte schnell Klarheit schaffen, wer über die Maßen arbeitet oder aber auch nur so tut als ob. Auf diese Weise ließe sich die Last gerechter auf den verschiedenen Schultern verteilen.
Prävention: Für Außenstehende selten einsehbar, für Eingeweihte Realität: Unser Job ist anstrengend. Er geht an die Substanz. Und gerne auch an unser Stundenkontingent. Korrekturen, Bürokratie, Elterngespräche, Vorbereitungen, Nachbereitungen, Elternabende, Fortbildungen, Projekttage, Exkursionen. Das frisst Zeit. Soviel Zeit, dass wir sie manchmal komplett aus den Augen verlieren. Ich selbst habe nur in zwei, drei Situationen zum Spaß mal die Zeit mitgezählt, um zu sehen, wie viele Stunden ich zu Hochzeiten in den Beruf versenke. Aber über einen längeren Zeitraum habe ich das nie verfolgt. Man schludert schnell beim Mitzählen, vergisst, und plötzlich lässt man es wieder. Man hat ja nichts davon. Hätte ich aber ein System gehabt, das mir suggeriert, dass Mehrarbeit in irgendeiner Art auch mal (ab-)gerechnet und wertgeschätzt wird, hätte ich an vielen Stellen mal den Stecker gezogen. Und ein Wochenende auch mal Wochenende sein lassen.
… und Praxis
Soweit die Theorie: Ich grüble aber tatsächlich angesichts der praktischen Umsetzung: Wie soll so ein System aussehen? Wären wir gezwungen, nur noch am Lehrerdienstgerät zu arbeiten, wo eine Software die Arbeitsstunden zählt. Erkennt sie, ob ich tatsächlich arbeite oder einfach dem Online Shopping fröne? Kann sie technisch unterscheiden zwischen Freizeit und Arbeitszeit? Und was zählt als Arbeitszeit? Wenn ich in den Laden gehe um Lektüren für die Klasse zu kaufen? Wenn ich eine Zusatzschulaufgabe erstelle, weil wieder zwei bei der Prüfung krank waren? Oder wenn ich in Warteschleifen festhänge, um die Zugverbindung für die Klassenfahrt und die dazugehörigen Tarife erfrage? Wie wird das gezählt? Wird das überhaupt gezählt? Zählen nachmittägliche Elterngespräche außerhalb der Sprechstunden, weil es oftmals nicht anders geht? Zählt Bürokratie wie das Erstellen und Abhaken von Listen, Ordnen von Klassenarbeiten für die Respizienz? Erhöhter Korrekturaufwand aufgrund größerer Kurse oder korrekturintensiveren Fächern? Was mache ich mit Klassenfahrten? Bin ich da per se von Aufstehen bis zur Bettruhe im Einsatz? Oder rund um die Uhr? Und was passiert bei Überstunden? Bekomme ich die ausgezahlt? Oder kann ich die ähnlich abfeiern wie in einem Bürojob? Wo würde dann Zeit ausfallen? Wohl nicht Unterricht, oder? Der Lehrplan geht ja trotz der Zusatzbemühungen fürs Klassenklima weiter.
Je länger man drüber nachdenkt, desto mehr Fallstricke fallen auf. Es IST eben kein anderer Job wie jeder anderer.
So, und jetzt ihr…
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Krita? Nie gehört? So ging’s mir auch lange Zeit. Verständlich, denn ein neues Malprogramm brauchte ich nicht. Ich hatte schon vor Jahren das Sketchbook von Autodesk für Android entdeckt und mich daran gewöhnt. Wozu also umsteigen?
Von Krita hatte ich erst letztes Jahr zum ersten Mal gehört, als in unserer Selbsthilfegruppe zu unseren Lehrerdienstgeräten zum ersten Mal nach einem Malprogramm für Windows gefragt wurde. Als einer der User das Programm als Alternative lobend heraushob, probierte ich Krita mal aus – und bin den Möglichkeiten sofort verfallen. Wer jemals mit Photoshop oder Gimp gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Anfänger könnten hingegen schnell abgeschreckt sein, weil die Möglichkeiten sehr überbordend ist. Interessierten sei daher die folgende Playlist ans Herz gelegt, die jede Funktion detailliert bespricht und vorführt.
Es sind diese Funktionen, die mich dazu gebracht haben, Sketchbook ad acta zu legen, für das ich immerhin mal 10€ gezahlt habe. Aber nicht nur deswegen. Was mich sehr überzeugt ist die Möglichkeit des Crossplatforming: Krita gibt es quasi für jedes Betriebsystem: Windows, Linux, MacOS, Android. Krita ist überall zuhause. Und sieht auch überall gleich aus. Das bedeutet, dass man sich mit dem Programm auf jeder Plattform nicht extra einarbeiten muss. Aber nicht nur das: Es ist möglich, gewisse Arbeiten in Krita am Tablet zu erledigen und dann später auf dem Heimrechner weiterzuführen. Sobald man die Dateien hierfür in einem Cloud-Service wie Dropbox oder Google Drive ablegt (One Drive wird interessanterweise nicht angezeigt), geht das absolut problemlos. Ein Feature, das ich auf Sketchbook so nie hinbekommen habe – und für das ich z. B. auf Windows wieder extra in die Tasche hätte greifen müssen.
Seit September 2023 ganz besonders cool: Krita spricht mit ByCS. Sobald der Client auf dem jeweiligen Gerät installiert ist, hat man kompletten Zugriff auf seine Cloud-Ordner. Damit könnten theoretisch mehrere Krita-Nutzer an derselben Datei von verschiedenen Geräten aus arbeiten – vermutlich nicht gleichzeitig, aber das alleine ist schon mal eine gute Nachricht. Was aktuell noch etwas verbesserungsbedürftig ist: geöffnete Dateien kann ich auf meinem Android Tablet nicht einfach speichern. Sie müssen jeweils unter einem anderen Namen gesichert werden. Unter Windows ist das mit Krita und dem ByCS Client überhaupt kein Problem.
ByCS-Ordner sind problemlos in Krita nutzbar – definitiv nicht selbstverständlich
Krita: Besser arbeiten mit einem Samsung Tablet
Zur besseren Navigation auf einem Tablet Device, bietet Krita eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten, um den Workflow zu beschleunigen. Folgende Einstellungen habe ich auf meinem Samsung Tab S7 getätigt:
In den Hardwareeinnstellungen des Tablets: Air View ausschalten
In Krita:
Allgemein > Extras > Malen per Fingereingabe einschalten
Eingabe-Einstellungen für die Leinwand > Leinwand verschieben > Maustaste löschen: Hiermit wird verhindert, dass mit der Stiftspitze die Leinwand nicht verschoben, sondern gemalt wird.
Show Popup Widget > Maustaste > “Kein auswählen” markiert lassen, mit Pen drüber schweben lassen und klicken > Middle Button: Hiermit wird das Auswahlrad eingeblendet, sobald man den Knopf am sPen betätigt.
Toggle Canvas Only > Kurzbefehl löschen: Damit wird der Vollbildmodus ausgeschaltet, den man beim parallelen Hantieren mit Finger und Stift allzu gerne mal versehentlich einschaltet.
Wer sich das en detail nochmal anschauen möchte, anbei ein gut gemachtes Video von Youtube.
So, das war’s. Runde 1 der EduBlogparade 2024 ist mit dem heutigen Tage durch. Und was für eine Runde das war! Mehr als 20 Beiträge – teilweise sogar außerhalb der Lehrerbubble! – kamen zusammen und sind hier verlinkt. Viele tolle Gedanken von vielen tollen Menschen. Viel Euphorie, viel Mut, viel Einfallsreichtum… und auch ein bisschen Frust. Mein Beitrag z. B. bleibt vermutlich der grummligste, weil bei mir gerade etwas Unmut herrscht. Bzw. herrschte. Runde 1 zeigt mir, wie wertvoll Austausch ist. Dass das “mehr wir” – mein Motto des Jahres 2024 – gerade schon realisiert wird. Gemeinsam sprechen, sich austauschen, neue Einblicke erhalten, Interessantes übernehmen. Genau darum geht’s! Mehr wir! Und mit dem Wunsch stehe ich nicht alleine da.
Nachlese: Mehr wir! Geht doch!
Als sei es geplant gewesen, hat stand das Wochenende quer durch Deutschland unter diesem Motto. Überall gingen die Leute auf die Straße um gegen wachsenden Rechtsextremismus und Entgrenzung auf die Straße zu gehen – gegen genau die Dinge, die mir in meinem Artikel die Stimmung verhagelt haben: 35000 Leute in Hannover, 100000 in Hamburg, 70000 in Köln, 45000 in Bremen, 100000 in Berlin, 25000 in Freiburg, 70000 in Leipzig, 40000 in Frankfurt, 9000 in Erfurt. Kreuz und quer schossen aufgrund der Entwicklungen der letzten Wochen spontan Demonstrationen aus wie Pilze aus dem Boden. Die diffuse Unzufriedenheit der Leute war kanalisiert und mündete in eine kleine Massenbewegung, wie ich sie die letzten Jahre nicht mehr erlebt habe. Was ich heute in München gesehen habe, war gigantisch.
Riesige Schlangen in der U-Bahn
Am Marienplatz hatte sich vor den U-Bahnen 3km vor dem Startpunkt der Demo eine riesige Menschentraube gebildet. Die öffentlichen Verkehrsmittel waren dem Ansturm einfach nicht gewachsen. Wer nicht warten wollte und sich zu Fuß an die Oberfläche wagte, erkannte schnell das ganze Ausmaß der Demonstration: Das Siegestor in weiter Ferne, ein riesiger Menschenzug mit dem Ziel vor Augen, der nicht enden wollte.
Beim Pfeil ist das Siegestor. Da müssten wir eigentlich hin…
Ab dem Odeonsplatz ging dann gar nichts mehr. Die Leopoldstraße platzte vor Menschen mit Bannern, Kinderwägen und Fahnen. Über unseren Köpfe schwirrte in regelmäßigen Abständen der Hubschrauber des bayerischen Rundfunks, um sich ein Bild von der Situation zu machen – dass wir ca. 200000 Teilnehmer werden würden, erfuhren wir erst später. Ebenso von der Überforderung der Polizei. Nach nicht einmal 45 Minuten war die Demonstration so groß geworden, dass man für die Sicherheit der Leute nicht mehr garantiert konnte. Die Veranstaltung wurde abgebrochen und von der Polizei aufgelöst. Die Leute waren gelassen und ruhig. Keine wütenden Sprechchöre, keine eingeschlagenen Fensterscheiben, keine Personen, die an Galgen aufgeknüpft waren. Es war einfach eine gechillte Angelegenheit. Und trotzdem riss der Strom an Leuten nicht ab. Auch auf dem Rückweg kamen uns Tausende entgegen, die sich nichtsdestotrotz auf den Weg Richtung Siegestor gemacht hatten. Ich bin stolz auf München. Und stolz auf Deutschland, dass wir uns in dieser Masse auf die Hinterbeine gestellt haben. Und alles nur wegen einer Enthüllungsgeschichte von Correctiv.tv. Wäre die nicht geschehen, hätte es diese Erfolgsgeschichte nicht gegeben.
Wie geht’s weiter?
Wie es politisch weiter geht, schau mer mal. Aber bei der EduBlogparade bin ich recht sicher, was passiert: Runde 2 geht nächste Woche los. Ein Verantwortlicher, der sich mit Thema und den Randbedingungen befasst, ist noch zu finden. Aber wir haben ja noch eine Woche. Wer sich beteiligen möchte: Hier geht’s zur Aufstellung der Themen.
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Verehrte Leserschaft! Bitte setzen Sie sich. Wir nerden zu Jahresbeginn ein bisschen herum, in Ordnung? Wir wollen nämlich unsere street credibility in Bluesky etwas steigern und unser eigenes Bluesky Handle im Profil setzen. Anstatt wie jeder aktuell ein @bsky.app mit sich zu führen, prangt dann künftig die eigene Homepage im Profilnamen. YO!
Anders als beim Mammut verlangt das Himmelreich bei diesem Schritt allerdings ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl. Zwei Möglichkeiten bietet Bluesky bietet um das zu bewerkstelligen: einmal, indem man eine Textdatei auf seiner Domain hinterlegt. Zum anderen durch eine direkte Eingabe in die DNS-Einstellungen der eigenen Domain (Hä!? Keine Ahnung, kommt noch). Bei Ersterem bin ich fundamental gescheitert. Zweiteres lief problemlos. Wie, zeige ich mal anhand meiner Konfiguration bei meinem Provider all-inkl.com, bei dem ich seit mehreren Jahren zufrieden mein Blog geparkt habe. Vielleicht kann es ja für jemanden mal interessant sein. Denn Anleitungen zu dem Thema sind mannigfaltig, aber jedes Mal vom entsprechenden Provider abhängig.
Richtiger Tarif?
Zunächst sei daran erinnert, dass direktes Arbeiten an den DNS-Einstellungen nicht bei jedem Provider bzw. dem gewählten Tarif funktioniert. Bei all-inkl.com ist dieses Feature zum Beispiel im Basis-Privat-Tarif weder enthalten noch zusätzlich buchbar. Wer es sich leisten möchte, muss in den nächsthöheren Tarif wechseln. Der Privat-Plus kostet bei all-inkl.com 7,95€ im Monat. Da habe ich erstmal etwas gezögert, weil ich es nicht einsah, für so ein windiges Extra-Feature knapp 30€ mehr im Jahr hinzulegen als ich ohnehin schon zahle. Als ich aber gesehen habe, dass in diesem Tarif auch insgesamt 5 Domains enthalten sind, deutlich mehr Webspace und das eine oder andere Zusatzzertifikat, das ich im Grundtarif von 4,95€ noch zusätzlich gebucht habe, war die Schmerzgrenze schnell überwunden, und ich hab mich zu einem Upgrade entschieden. Mitten im alten Tarif. Für all-inkl.com kein Problem: Bei Vertragsabschluss im neuen Tarif werden getätigte Vorauszahlungen automatisch gutgeschrieben, die alten Zertifikate, für die ich bislang extra gezahlt habe, nun aber im Tarif enthalten sind, automatisch gekündigt. Ich musste keinen Finger rühren. Nach einer Minute war der neue Vertrag da und alles so, wie es sein sollte. Mega Service! Dann kann’s ja losgehen. Also ab zu Bluesky.
Handle Einstellungen in Bluesky
In Bluesky findet man unter Settings > Advanced die Option Change handle. Sobald man hier den Eintrag I have my own domain anklickt, wird man zu einer zunächst etwas kryptisch anmutenden Maske weitergeleitet. Hier existiert ein Feld, in dem man seinen gewünschten Domain-Handle eingeben kann, der künftig im Profil erscheinen soll. Also auf gut Deutsch: die eigene Homepage (Bei mir z. B. herrmess.de) Im Feld DNS Panel sind die nötigen Informationen hinterlegt, die später in der obigen Domain hinterlegt werden sollen. Die no DNS Panel-Option habe ich vor Monaten mal ausprobiert, bin aber gescheitert. Letztlich muss man nach Anleitung ein Textfile auf seine gewünschte Domain hochladen, die anschließend verifiziert werden sollte. Hatte ich eigentlich erledigt, aber eine erfolgreiche Verifizierung ist bis heute nicht passiert.
Ab zu all-inkl.com
Bei all-inkl.com findet man die sogenannte Members Area, die man über seine Benutzerkennung und das Passwort betritt. Unter den Tools findet sich der Eintrag DNS-Einstellungen. Dort wählt man per Mausklick die Domain aus, in der man sein Unwesen treiben möchte, und legt unter Neuen DNS-Eintrag anlegen einen selbigen an. Die Maske, die sich nun öffnet, beinhaltet drei Textfelder, die mit den Informationen aus Bluesky gefüttert werden müssen: Unter Name gibt man _atproto ein, in Typ/Prio wählt man die Option TXT aus. Und Data wird per copy & paste mit der letzten Zeile aus dem Bluesky Eintrag gefüttert. Sind diese Angaben gemacht, werden sie mit einem Klick auf die Schaltfläche Speichern gesichert. Job erledigt.
Blaues Wunder
Zurück in Bluesky begibt man sich wieder zum schon besuchten Menü unter Change Handle, und klickt dort den unübersehbaren Riesenbutton Verify DNS Record. Bluesky versucht nun, auf der besagten Domain den eben angelegten DNS-Eintrag zu finden.
Fast geschafft!
Wird es fündig, folgt eine entsprechende Rückmeldung. Gratulation, es hat geklappt.
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Hass, Hass, Hass!!! Und das an den Weihnachtsfeiertagen! Keine Sorge, ich hab mich gleich wieder eingekriegt, ich will aber nur meinen Frust loswerden!
Letzte Woche wurde ich von einer Freundin angesprochen, die in der Selbständigkeit arbeitet und eine neue Homepage für ihr Geschäft wollte. Viele ihrer Kollegen empfahlen, bei dem neuen Design einfach mal selbst Hand anzulegen und sich auf diese Weise ein paar Euro zu sparen. Naja, ganz so einfach war es scheinbar nicht, deswegen sprach sie mich letzte Woche an, ob ich mir das mal anschauen könne. Ihre Webseite laufe ja auf WordPress, und damit hätte ich ja Erfahrung wegen meines Blogs und so weiter. Machen wir’s kurz – wir wollen das ja in keinen Longread ausarten lassen – ich habe zusagt aus genau dem Grund, dass ich mich ja in WordPress einigermaßen auskenne… das dachte ich zumindest. Das ausgewählte Theme, das das Design der Homepage bestimmen soll, ist nämlich kein normales, wie das, auf dem herrmess.de läuft. Es ist… (dramatic drumroll) ein Block Theme – die Ausgeburt der Hölle.
Der Block-Blog: Wissenschaft für sich
Das Arbeiten mit Blöcken in Texten selbst ist in WordPress schon seit einiger Zeit implementiert und an sich eigentlich eine schicke Sache: Anstatt einfach nur wie üblich Text und Bilder zu verfassen und dann mit ein bisschen Handarbeit in eine Form zu bringen, dass die Leute nicht sofort schreiend davon laufen, übernehmen Blöcke dieses schicke Gestalten von alleine. Anhand von Template-Vorlagen kann man auf seiner Seite einen Text zusammen mit einem Bild platzieren. Hier ein Zitat, dort zwei Spalten, hier drei – jeweils mit einem korrekt zugeschnittenem Bild dazu, hier die Social Media dazugeklatscht, hier einen Trenner eingefügt, der dem Design Luft verpasst. Dass das alles gut aussieht, übernehmen diese Block-Templates von alleine. Die stammen nämlich von den Designern des Themes und haben in der Regel mächtig Ahnung von ansprechender Gestaltung. Nett, aber für mich bis dato überflüssig. Wir übrigens für viele andere auch, wie ich dem Mitgefühl auf Mastodon entnehmen konnte, das auf meine Wutausbrüche sehr verständnisvoll reagierte. Die meiden die Dinger ebenso. Und ich weiß mittlerweile auch warum.
Denn mit Blöcken alleine ist es nicht getan. Die – so dachte ich – kommen nur in Texten vor. Was ich nicht wusste: Es gibt komplette Themes, die mit Blöcken arbeiten: Menüs, Icons, Header, Footer, Seitenmenüs – alles ist Block Block Block. Und das funktioniert nach völlig neuen Regeln, die man nicht umgehen kann. Ein solches Theme mit dem alten Editor öffnen und benutzen funktioniert nämlich nicht. Keine Chance.
Dabei gab es an sich nicht viel zu tun. Es gab eine schicke Hauptseite und ein Topmenü, das die Icons und Menüs permanent am oberen Rand des Bildschirms festhalten sollte. Aber was für ein Durcheinander: Erst lässt sich das Menü problemlos erstellen, dann ist es plötzlich wieder weg. Es ist nämlich als Block nicht für die komplette Homepage, sondern nur für eine Seite als Menü definiert. Das Ding zu fixieren oder als allgemeingültige Vorlage abzuspeichern… nicht möglich. Auf Handy und Tablet war das Menü überhaupt nicht zu sehen. Also nie. Das liegt daran, dass man dieses Menü noch ein zweites Mal für mobile Devices erstellen und auf die Seite integrieren muss. Und plötzlich erscheinen die Menüs zweimal: Das Menü für Tablets sieht man auf den Tablets und Smartphones. Aber man sieht auch das Menü, das nur auf Desktop-PCs zu sehen sein sollte. Auf meinem Rechner sehe ich aber keines davon. Also fing ich an rumzuspielen und mich reinzufuchsen. So schwer kann das ja nicht sein. Mein Ehrgeiz war geweckt. Aber ich musste kapitulieren. Ihr wollt nicht wissen, wie viele Stunden ich jetzt mit diesem Mist verbracht habe, aber ich sage es euch. Sieben Zeitstunden. Sieben Stunden Lebenszeit. Unwiederbringlich verloren. Was ich gewonnen habe, ist eine ganze Menge Frust. Frust auf mich und meine scheinbare Beschränktheit, dieses System nicht zu verstehen, Frust auf dieses System aus der Hölle. Und natürlich auch Frust, meiner Freundin genervt sagen zu müssen, dass ich es nicht geschafft habe. Niederlagen eingestehen ist nicht so meine Stärke… Wie man sieht, weil ich offensichtlich nicht in der Lage, das mit mir selbst auszumachen, sondern mit der Welt zu teilen. Ob sie es hören mag oder nicht.
So.
Geht schon wieder.
Danke fürs Zuhören!
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Letzte Stunde mit meiner fünften Klasse vor den Ferien. Und am Ende prangt am Whiteboard ein gemalter, breit grinsender Weihnachtskot. Wie es dazu kam, fragt einfach nicht. 😁 Aber irgendwie fasst er das Jahr gut zusammen. Es ging einiges schief 2023. Das Wort “Krise” hing dick über den Monaten. Egal, wohin man sah. Energiekrise, Ukrainekrise, Regierungskrise, Immobilienkrise, Bildungskrise, Inflationskrise. Dazu dann noch ein paar handfeste Skandale in den politischen Reihen, Kommunikationsprobleme mit unserem Sachaufwandsträger und anderen Stellen, und fertig ist ein explosives Gemisch, das eigentlich nur einen Schluss zulässt: 2023 kann weg.
Zum Glück gab’s auch die kleinen Erfolgsmomente, die man nie vergessen soll: Privat ist alles paletti. Alle sind gesund und wohlauf, ich bin in eine tolle neue Umgebung gezogen. Auch die Arbeit macht Spaß. Es knirschte dieses Jahr gefühlt deutlich mehr im Gebälk als die Jahre vorher, aber das liegt vorrangig an den äußeren Umständen und festgefahrenen Strukturen, an denen wir uns immer wieder reiben, anstatt endlich mal einen Weg raus zu finden. Aber die Arbeit mit den Klassen macht Spaß, die Systembetreuung ist anstregend, doch erfüllend, und die Stelle beim ISB fühlt sich immer noch sehr inspirierend an und bietet mir eine Mini-Möglichkeit zum wöchentlichen Eskapismus. Also von daher jede Menge Gründe zum Freuen und Lachen. Wie der Weihnachtskot. Aber geschafft bin ich. Es war wirklich gut was los. Und die Ferien sind wohlverdient – und zum Glück weitgehend frei von Korrekturen. Erholt euch! Ich tu’s ganz sicher!
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