• Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Frühlingsgefühle

    “Guten Morgen, München! Die Frühling ist da!”, ruft die italienische Bedienung quer über den Weißenburger Platz an diesem sonnigen Samstag. Und er hat recht. Die Luft ist kühl, aber erfrischend, die Sonne strahlt von einem tiefblauen Märzhimmel, kein Wölkchen trübt den Horizont. Die Cafés füllen sich schon um neun Uhr morgens mit den ersten Gästen – die meisten mit einem Cappuccino vor sich, die ganz besonders Kühnen sogar mit einem Aperol. Die Stimmung ist gelöst, ent- und vor allem GEspannt auf alles, was das Jahr bringt. Der Winter war lange und trüb. Jetzt steht alles auf Neuanfang.
    Es geht wieder los.
    Bei uns an der Schule ist es genauso. Man befreit sich kollektiv aus dem Winterblues. Die Leute haben einfach wieder Lust. Ein neues Seminar ist bei uns eingetroffen und sehr vergnügt, ich arbeite sehr gerne an den Nachmittagen mit ihnen zusammen, um ihnen ein bisschen Handwerkzeug auf den Weg zu geben. Die Hardware dazu bringen sie selbst mit. Keiner der Teilnehmenden will eines dieser ollen Ausbildungsgeräte, die mir seit drei Jahren regelmäßig stimmungsmäßig den März verhageln. Das gab es noch nie.
    Auch eine Premiere: die 1:1-Ausstattung. Die ging jetzt in der ersten Märzwoche los und als Team sind wir sehr auf die Rückmeldungen gespannt, wie es läuft. Denn der Start war ein bisschen mau. Gerade mal 60% der Unterschriften hatten wir zum vor drei Wochen veranschlagten Stichtag zusammen. Als Konsequenz haben wir die entsprechenden Eltern angeschrieben und deren Kindern vorerst die Geräte verboten. Als Konsequenz trudelten fast alle fehlenden Unterschriften innerhalb von 12 Stunden ein. Teilweise um drei Uhr in der Früh wurde alles hochgeladen. Die Lernplattform zeichnet sowas gnadenlos auf. In dieser Hinsicht werden wir also unseren modus operandi etwas anpassen müssen. An die Selbständigkeit von zehnten Klassen zu appellieren funktioniert nur so semigut.
    Auch mein Blog läuft wieder an und war ein bisschen im Winterschlaf. Sorry about that. Es war ein bisschen was los bei mir, was hier nicht in den Blog gehört. Meine Liebsten wissen ja ohnehin Bescheid. Aber sagen wir es so: 2026 wird vielleicht das Jahr der Neuanfänge. Und der Plural ist mit Absicht gewählt.
    Spannend.
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  • Alltag,  Technik

    Schnauze(r)!

    Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Fasching. Auch wenn ich ein Geburtstagskind bin, dessen Wiegenfest in die jecke Zeit fällt (Wassermänner vor!), gibt es wohl kein Fest, mit dem ich so wenig anfangen kann wie die das künstliche Spaß-haben auf Knopfdruck in billigen Kostümen.
    Umso mehr Überwindung hat es mich gekostet, an der Schule zu einer kollegeninternen Motto-Party zu erscheinen. Aber ich kam da nicht aus. Immerhin war ich einer der Gastgeber. Und ich hab mich dafür in ungewohnter Weise eingebracht. Nicht nur, dass ich mir eine komplette Kluft von Super Mario gekauft habe. Ich trennte mich für meinen Look sogar von meinem Vollbart, den ich seit bestimmt gut  zehn Jahren getragen hatte. Das Ergebnis überraschte mich… und zwar positiv.

    Ganz genau wie die Oberstufe, die hatte ich über ein Feedback in der Lernplattform um eine ehrliche (anonyme) Meinung zu meiner neuen Bartfrisur gebeten. Und das Ergebnis fand ich tatsächlich so süß, dass ich es gerne zeigen möchte. Streckenweise passen die Antworten nicht wirklich zur These, aber was soll’s.

    Frage lautet: Should Mr Mess keep his moustache?


    Auch für so einen herzerwärmenden Schmarrn kann die Lernplattform wunderbar nutzen.

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  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Medienrummel

    Ende Oktober stand irgendwann ein Filmteam erst vor, dann in der Schule. Hintergrund war so einfach wie unglaublich: Die Stadt München ist tatsächlich ein bisschen pleite, aber sehr auf Publicity bedacht. Deswegen hatte sie eine Crew losgeschickt, um an unserer Schule ein bisschen Filmmaterial einzufangen, um zu zeigen, dass der Stadt das Thema Bildung und Bildungsstätte trotz zugedrehter Geldhähne wichtig ist. Denn bei unserem Gebäude wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Es ist denkmalgeschützt, daher musste bei der Renovierung und Generalinstandsetzung sehr behutsam vorgegangen werden. Und für das entsprechende Baumaterial kann man nicht einfach zum Baumarkt ums Eck.

    Deswegen gingen für die vier Jahre, in der unser Schulgebäude kernsaniert wurde, Millionen von Euro drauf. Eine dreistellige Millionensumme, um genau zu sein. Und um das zu demonstrieren, standen ein paar Herren und Damen vor der Tür, die gerne alles davon filmisch einfangen wollten. Und da Schule ohne Menschen langweilig ist, standen sie plötzlich auch in meinem Unterricht. Für meine fünfte Klasse eine große Sache – und auch ich war zu Beginn schon ein bisschen genervt, dass ich wieder nicht rechtzeitig “nein” gesagt habe (das Thema ist ja nicht neu bei mir 😎). Denn natürlich blieb es nicht nur bei ein paar Snippets aus dem Lateinunterricht. Auf einmal wurde man auch zu Interviews geladen. Reicht man den Leuten auch nur den kleinen Finger…

    Aber das Ergebnis ist ganz gut geworden. So gut, dass ich hier einfach mal den Link zum Endergebnis da lasse.

    Das Verrückteste? Das waren nicht die letzten Filmaufnahmen von mir 🙈

     

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  • Allgemeines,  Alltag

    Eine Bucketlist

    “Eine Bucketlist? Sowas brauche ich nicht”, sagte mir dieser Tage eine liebe Kollegin in Dillingen rechtzeitig zum Jahreswechsel. “Wenn ich auf etwas Lust habe, mache ich es gleich.” Ich mag diesen Ansatz. Aber man wird ja noch träumen dürfen. Und ihr auch.
    Deshalb: Was wollt ihr unbedingt noch so mit eurem Leben anfangen? Gerne in die Kommentare schreiben. Frisch von der Leber. Kein Rechtfertigen. Einfach drauf los! 🙂
    Ich fang mal an:
    • Meine sieben Sprachen soweit perfektionieren, dass ich mich verständigen kann.
    • New York sehen
    • Rezept für Mutterns Prager Knödel erlernen
    • Eigentum erwerben – wie klein es auch sei
    • endlich ein Instrument SINNVOLL erlernen
    • Finger Drumming erlernen
    • Umgang mit Verlusten verbessern.
    • Glücklich werden
    So groß ist sie tatsächlich nicht geworden. Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Und ihr so?
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    4.2
  • Allgemeines,  blog,  Technik

    Back to the digital roots?

    In den sozialen Medien merke ich unter den Leuten, die ungefähr in meinem Alter sind, eine zunehmende Ermüdung, wenn es um Social Media geht. An vielen Stellen hat man das Gefühl, die Luft ist einfach raus. Diskussionen kommen nicht zustande oder versanden im Nichts. Andere Accounts sind einfach nur die ganze Zeit beschäftigt mit Selbstdarstellung. Es kann natürlich auch sein, dass ich bzw. wir auch einfach in den falschen Netzwerken unterwegs bin/sind. Aber das Thema TikTok oder Instagram hat sich für mich als Plattform zum Vernetzen ein bisschen erledigt. Das, was ich vor ein paar Monaten dort gesehen habe, ist streckenweise echt für mich schwer zu ertragen. Viel Selbstdarstellung, viel Overacting, das nützt mir einfach überhaupt nichts.
    Entsprechend ziehen sich viele Leute wieder auf den Blog zurück und versuchen dort wieder produktiver zu sein. Ich versuche das auch. Allerdings findet man oft auch im Moment schlecht die Zeit dazu, alles aufzuschreiben, was man möchte. Eine kleine Möglichkeit habe ich mir mittlerweile für lange Autofahrten beigebracht. Ich diktiere Themen oder Texte, die ich im Blog benutzen will, einfach als Audionotiz in Evernote und lasse hinterher alles von der KI in Text umwandeln. Das spart einerseits mächtig Zeit, zeigt mir andererseits aber auch, wie sehr ich tatsächlich ein Mann der Schrift bin. Wenn ich Texte erstelle, ist das Flow-Gefühl beim Schreiben viel schneller da als beim Sprechen. Dort halte ich regelmäßig inne, muss mich verbessern, oder tue mir mit dem Formulieren deutlich schwerer, als wenn ich an der Tastatur oder mit einem Stift in der Hand am Schreibtisch sitze.
    Ich schätze das merkt man auch an diesem Text, der sprechenderweise entstand…
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    5
  • Allgemeines,  Alltag

    Was ne Woche!

    Eine aufregende letzte Woche vor den Ferien geht vorbei! Es war einiges los.

    Mitte der Woche stand plötzlich ein Filmteam vor der Tür. Die Stadt München wollte einen kleinen Bericht über die Renovierung unserer Schule erstellen, und die Schulleitung hat aus der Not gleich einen Turm gemacht und darum gebeten, das Material auch für einen Imagefilm unserer Schule zu nutzen. Und da leere Räume dabei etwas unsexy aussehen, wurden ein paar aus dem Kollegium gefragt, ob das Filmteam denn nicht ein bisschen Unterricht mitfilmen könnte. Unter anderem auch mich. Was in einem Nachgang noch dazu kam, waren kleine Interviews der jeweiligen Lehrpersonen zu Leben an unserer Schule. Wer also aufpasst und aufmerksam liest, sieht mich in der nächsten Zeit vielleicht in Bewegtbildern.

    Nebenher haben wir jetzt die Endredaktion für die 1 : 1-Ausstattung vollzogen. Das Thema wird komplett in den pädagogischen Nachmittag integriert. Unsere drei Gruppen, von denen ich vorher in einem anderen Artikel gesprochen habe, werden die Veranstaltung bestreiten. Es geht los mit einem kurzen theoretischen Abriss von dem, was Gruppe 2 erstellt hat, und schließt an in einer Sequenz aus Workshops, in denen sich die Leute zu den häufigsten genutzten Programmen einen kleinen Fortbildungsplan selbstständig zusammenstellen und die Veranstaltungen besuchen können. Für mich wäre das der erste pädagogische Nachmittag seit 15 Jahren, der im Kollegium kooperativ entsteht. Wenn das alles so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, wird das eine wirklich runde Sache.

    Und damit entschwinde ich in die Herbstferien. Und aus dem letzten Dienst-Tag als Oberstudienrat. Denn wie aus dem Nichts kam da jetzt auch noch eine Beförderung daher. Deutlich früher als gedacht. Aber das Ministerium wird schon wissen, was es tut. Ich beschwere mich definitiv nicht und bin heute mal ein bisschen stolz auf mich.

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    5
  • Alltag,  Latein,  Unterricht

    Prüfungsangst?

    Ich mag in unseren fünften Klassen immer diese Faszination, mit der die Kiddies immer an die lateinische Sprache herangehen. Wo viele andere Elfjährige mit Englisch beginnen, fühlen sich die unsrigen immer wie ein geheimer Kreis von Eingeschworenen, die Zugang zu geheimen Informationen bekommen, die in dem Alter sonst niemand hat. Entsprechend wird jeder Erkenntnisgewinn vor allem im ersten Halbjahr immer wie eine große Party gefeiert.

    Akkusativendung? Helau! Endlich alle Personen durchkonjugieren und in Übungen ein “ich” verwenden dürfen? Hurra!! Endlich die lang versprochene Ex, in der alles endlich mal angewendet werden darf? Juhu!!!

    Ihr glaubt mir nicht? Ich hab den unumstößlichen Beweis. Nämlich hier auf der Rückseite eines gerade geschriebenen Tests. Wenn die Euphorie nur über all die Jahre genauso anhielte…

    Und die Freude ward groß. Euphorie nach der ersten Lateinex
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    4.5
  • Allgemeines,  Alltag

    Eine Klassenfahrt in der Lernplattform organisieren

    Traditionell geht es bei uns an der Schule im letzten Jahr für die Oberstufe nach Griechenland. Die Fahrt existiert bei uns als Tradition an der Schule seit vermutlich 40 Jahren. Entsprechend haben sich viele Ab- und Verläufe aus den 80ern bis heute erhalten:
    Man teilt Anmeldungen aus, sammelt sie ein, bittet um Fotokopien von Pässen, ordnet sie in Klarsichthüllen alphabetisch von A-Z, gibt in Vollversammlungen Namenslisten durch und bittet um handschriftliches Eintragen der Telefonnummern für Notfälle vor Ort, zählt durch, wer die Unterlagen unterschrieben hat und wer nicht, mahnt nicht erfolgte Vorgänge an und wartet auf Erledigung – von dem ganzen Orgakram mit den griechischen Behörden mal ganz abgesehen, fällt alleine in der Kommunikation mit der teilnehmenden Oberstufe immens viel Papier an. Entsprechend trug man dann auch ein gefühltes Telefonbuch an Unterlagen im Koffer nach Griechenland. Für dieses Jahr wollten wir das ändern. Mehr Selbstverantwortung an die Leute abgeben. Und den Koffer etwas schlanker halten. Und so entschieden wir uns, den Vorbereitungsprozess zum ersten Mal in einen Kurs in der digitalen Lernplattform von ByCS zu verlegen.
    Letztlich haben wir für den Kurs lediglich drei Informationssätze eingefordert, die wir in drei Aktivitäten eingesammelt haben: Die Anmeldung mitsamt Verhaltensregeln, eine Kopie der Pässe, die persönlichen Daten für Buchung von Flugtickets etc.
    • Anmeldung zur Fahrt: Das Dokument dazu war im Kurs einfach als PDF hinterlegt, das ausgedruckt und unterschrieben abgegeben werden musste – eine Unterschrift ist im Jahre 2025 immer noch am meisten wert. Zusätzlich waren die Teilnehmenden jedoch angehalten, die Regeln noch einmal durchzulesen und aktiv durch einen Mausklick zu bestätigen. Dazu wurde das PDF in den Einstellungen mit einer Abschlussbedingung versehen. Über die Option Teilnehmer/innen müssen die Aktivität manuell als erledigt markieren wird jeder Bestätigungsklick automatisch dokumentiert.

      Über diese Option können Verhaltensregeln angeklickt und als angenommen dokumentiert werden.

      Über Berichte > Aktivitätsabschluss lässt sich für jede einzelne Person nachsehen, wer die Regeln bestätigt hat oder nicht. Nerviges Durchblättern auf der Suche nach nicht erfolgten Bestätigungen oder Unterschriften entfällt dadurch komplett.

      Durch das Häkchen kann man sofort sehen, wer noch die Regeln durchlesen und bestätigen muss.

       

    • Hinterlegen von Pässen: Das Einsammeln der Pässe war ganz einfach in die Aktivität Aufgabe verlegt. Die Leute hatten die Vorder- und Rückseite ihrer Pässe bis zu einem vorgegebenen Schlussdatum hochzuladen – datenschutzkonform und diskret von niemandem außer den Lehrkräften einsehbar. Über die Eigenschaften war sofort ersichtlich, wer säumig war und noch eine kleine “Erinnerung” brauchte, um das Dokument hochzuladen. Wer ganz besonders gemein ist, lässt über die Einstellungen ein Abgabedatum setzen, sodass danach nichts mehr hochgeladen werden kann. Das stresst das Nervenkostüm der allzu Entspannten ein bisschen zusätzlich.
      Sobald alles hochgeladen war, ließen sich sämtliche Dokumente (sofern gewünscht) als PDF herunterladen, sodass man eine digitale sowie eine ausgedruckte Kopie immer zur Hand hat – hat uns in einem Fall tatsächlich in Griechenland den Allerwertesten gerettet, als ein Ausweis abhanden kam.
    • Hinterlegung der persönlichen Daten: Hierfür haben wir uns die Aktivität der Datenbank geschnappt, um die ich lange Zeit einen großen Bogen gemacht habe. Bei dem Gedanken, irgendwelche Felder zu programmieren, bekam ich Schüttelfrost. Dabei geht die Datenbank auch ganz basal für Altphilologen. Unter Felder in der Datenbank, haben wir bei Neues Feld erstellen fünfmal den Typ Kurzer Text ausgewählt und jeweils benannt.

      Die Felder in der Datenbank sind fluchs angelegt.

      Einzutragen von jedem Schüler waren Nach- und Vorname, Geburtsdatum, Telefonnummer sowie eventuelle Unverträglichkeiten. Über Aktionen lassen sich am Ende die fertigen Einträge exportieren und im CSV- oder ODS-Format weiterverarbeiten – z. B. um die Liste mit Namen und Geburtsdatum an die Fluggesellschaft weiterzuleiten.

      Hier lassen sich die Einträge ganz einfach exportieren.

      Das hätten wir früher alles händisch abgetippt, Handynummern in einer zusätzlichen Versammlung von den Leuten eintragen lassen… Das alles entfällt. Ebenso wie das erneute Ausdrucken und Austeilen sämtlicher Unterlagen in ein paar Jahren. Dafür werden die alten Teilnehmenden einfach aus dem Kurs ausgeschrieben und die neuen an Bord geholt.

      Voilà.

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  • Allgemeines,  Alltag

    Schuleinstieg 2025

    Das neue Schuljahr gestaltete sich im wahrsten Sinne des Wortes sehr sonnig. Statt die ersten Tage in Konferenzen und Klassenzimmern zu verbringen, waren wir mit 40 Oberstüflern für zehn Tage auf Abschlussfahrt in Griechenland. Für mich mittlerweile das sechste Mal, dass ich bei 33 Grad durch knapp zehn archäologische Stätten zusammen mit den Kollegen führe und erkläre. An sich immer eine tolle Erfahrung für beide Seiten, die aber mit den Jahren zunehmend an den Kraftreserven zehrt. In Woche 6 der Sommerferien geht es in der Regel los, die Fahrt dauert dann bis ans Ende der ersten Schulwoche. Bis sie stattfinden kann, folgt immer ein immenser Vorbereitungsaufwand. Bus chartern, Flüge buchen, Hotels suchen, offizielle Anträge bei den griechischen Behörden stellen, Passkopien der Nicht-mehr-so-ganz-Kinder kopieren, Listen erstellen, Infoveranstaltungen führen, Unterschriften von Eltern oder Volljährigen einsammeln… da geht gut Zeit drauf – und gelegentlich auch gut Nerven. Knapp 20 Zeitstunden fallen alleine für die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung an. Dafür gibt es kein Extra-Geld, keine Anrechnungsstunden – dafür glückliche Gesichter, wenn alle vor Ort sind. Und unbeschreibliche Sonnenuntergänge auf Cap Sounion, an denen man sich nicht satt sehen kann.

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  • Allgemeines,  Alltag,  Buch,  Unterricht

    Ein guter Plan – Teil 2: Bilanz nach einem Jahr

    Der eine oder andere hat es schon bei Bluesky oder Mastodon gesehen: Ein neuer guter Plan ist fürs neue Schuljahr gekauft. Ich hatte mir letztes Schuljahr erstmalig einen solchen zugelegt. Mir gefiel der Ansatz, dass das gute Ding neben den üblichen Möglichkeiten zur Organisation des Schuljahres auch einen umfassenden Teil zum Thema Selbstachtung und Burnout-Prävention beinhaltete. Aber wie lief der Schulalltag denn nun damit? Mein Fazit.

     

    Erfolg

    Ich begann Anfang Oktober hochmotiviert mit dem Befüllen des Planers und hab ihn beamtenhörig von vorne angefangen und mich über die Wochen und bald Monate durch viele Übungen und Planungsroutinen gearbeitet. Das hat sehr großen Spaß gemacht und führte auch zu einem Erfolg: Trotz ruppiger Gegebenheiten blieb ich die meiste Zeit des Schuljahres tatsächlich grundgelassen. Auch das analoge Führen (und auch Erinnern!) von Terminen klappte prima. Es mag für den einen oder anderen anachronistisch erscheinen in Zeiten wie diesen aus einem digital geführten Google-Kalender Daten und Meetings mit Füller in einen analogen Planer zu überführen. Aber ganz ehrlich: Das hat gut entschleunigt und mir wichtige Termine buchstäblich noch einmal vor Augen geführt. Mit Erfolg. Anders als in den Jahren vorher habe ich dieses Jahr keinen Termin, keine Sitzung oder ein Treffen mit Freunden verschlafen oder verwechselt. Und das war tatsächlich einer meiner Hauptgründe, den Schulplaner zu nutzen. Ziel erreicht.

     

    Luft nach oben

    Wie alles im Leben war der Versuch aber nicht perfekt. Die fehlenden Notenlisten im Planer zum Beispiel waren für mich zu Beginn ein großes Manko. Zwar gibt es die Dinger als Vorlage zum Runterladen und Ausdrucken online, aber was mache ich damit? Als lose Zettel eingelegt würden sie einfach nur drin herumfliegen und – seien wir ehrlich – früher oder später einfach verloren gehen. Datenschutztechnisch der absolute Horror. Abhilfe schafften für mich selbstklebende Ecktaschen, wie wir Oldies sie noch von alten Fotoalben kannten.
    Selbstklebende Dreieck-Taschen – unverzichtbar für die Notenlisten

    Diese Dinger habe ich auf die Innenseite des Einbandes am Ende des Schulplaners geklebt. Die Notenblätter wurden dann noch in der Länge ein bisschen zurechtgestutzt, da sie in vollem Din/A4 aus dem Planer herausschauen würden, gefaltet und dann in die Ecktasche gestopft. Keine einzige meiner Notenlisten ging dadurch verloren.

    Die Taschen sind hinten in den Einband geklebt. Da verrutscht nix mehr…
    Dennoch: So gut wie das Jahr startete, schlich sich bei mir ab ca. der Hälfte des Schuljahres allerdings wieder der Schlendrian ein. Die Übungen auf den Seiten wurden seltener von mir erledigt, das Tracken von Gewohnheiten fiel ab spätestens März komplett bei mir aus, die Vor- und Nachbereitung der einzelnen Arbeitsmonate, in denen man noch einmal rückblickend die Arbeitsbelastung bewerten soll, wurden seltener und irgendwann gar nicht mehr gemacht. Damit verfiel ich leider wieder in meine alten Muster. Entsprechend gehetzt kamen mir die letzten drei Monate des Schuljahres vor. Es wurde gefühlt für mich auf einmal wieder sehr viel – was natürlich auch ein bisschen am Trott eines Schuljahres liegt. Aber ein bisschen schiebe ich das auch tatsächlich auf meine eigene Nachlässigkeit. Hätte ich das konsequenter durchgezogen, hätte ich bestimmt den einen oder anderen Gang zurückgeschaltet.
    Aber man ist ja lernfähig. Deswegen liegt nun ein weiteres Jahr mit dem guten Plan vor mir.

     

    Neuer Versuch

    Dieses Jahr in schönem Pastellblau und passendem Penloop von Leuchtturm 1917 dazu, den ich ebenso wie die Ecktasche hinten an den Einband geklebt habe (Ecktasche vor Penloop einkleben, sonst klebt das eine über dem anderen und hält nicht richtig. Und dazu noch einen der Drehgriffel, um die ich schon seit Monaten herumschleiche. Dann hab ich immer ein hübsches Schreibgerät griffbereit. Bzw. griffelbereit. Ha.
    Neuer Versuch 2025/26
    Im Vergleich zum Vorjahr sind die Seiten für Notizen deutlich angehoben worden – dafür wurde Teil 1 mit den Aktivitäten zu Achtsamkeit und Prävention um knapp 30 Seiten gekürzt. Was im ersten Moment wie ein großes Manko klingt, finde ich tatsächlich ganz gut: Erstens verliert man sich dadurch nicht in ständigen Reflexionen (die schiere Menge an Übungen fand ich als Erstnutzer letztes Jahr tatsächlich etwas einschüchternd), zum anderen bleibt dadurch ein gewisser Teil des Seelenlebens vor neugierigen Blicken verschont. Wer sich trotzdem die ganze Breitseite geben will: Die Übungen sind nicht weg, sondern lediglich online ausgelagert. Wer möchte, kann sich das passwortgeschützte Material herunterladen, in Goodnotes importieren, und kann dort ganz für sich sein. A propos online: Wer mag, findet den guten Plan ab diesem Jahr auch als Online-Version. Interessant, aber das Haptische an dem Ding liebe ich gerade so. Deswegen bleibe ich vorerst bei der Buchversion.
    Mal schauen, wie es dieses Jahr läuft.
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