Letzte Woche fand ein Treffen fĂŒr die Systemadmins der MĂŒnchner Gymnasien statt. Dort kommt man in illustrer Runde an einem schicken, prĂ€sentablen Standort zusammen und diskutiert aktuelle Probleme unserer Zunft, kommende Neuerungen, die derzeitige Arbeitslast und futtert sich wĂ€hrenddessen durch Berge von HĂ€ppchen (ich zumindest).
Auf der Agenda standen dieses Mal viele Dinge, ĂŒber die man offiziell noch nicht reden darf. Nur so viel: Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie “da oben” Entscheidungen auf den Weg bringen möchten, die wir, die “da unten” stehen, schon beim Verlautbaren als fehlerhaft erahnen. Wenn es so weit ist, sag ich dazu mehr. Weiteres inoffizielles Thema so kurz nach Beginn des Halbjahres waren die AusbildungsgerĂ€te – und alles, was damit verbunden ist. Vor allem dem Ărger. Immer wieder fragen die Leute vorsichtig, ob das bei uns genauso kompliziert und zeitraubend wie bei ihnen passiert, um sich nicht die BlöĂe zu geben. Aber unisono kommen wir zum selben Ergebnis: Verwaltungstechnisch sind die Dinger der Horror. Zum GlĂŒck kann ich einigermaĂen helfen – dank des letzten Blogartikels sind die Wunden und Traumata so frisch, dass ich mich mĂŒhelos an jeden einzelnen Handgriff erinnern kann, der letztlich zum Erfolg gefĂŒhrt hat.
Ich mag diese Treffen immer sehr, weil sie immer eine tolle Gelegenheit zur Vernetzung sind. Der Blog hilft mir immer wieder dabei, neue Kontakte zu knĂŒpfen. “Ach DU bist das”, bekomme ich regelmĂ€Ăig gesagt und schwupps ist mein Handy um eine Telefonnummer reicher. Nichtsdestotrotz fĂŒhlen sie die Veranstaltungen immer ein bisschen wie eine Gruppentherapie an, weil ab einem gewissen Zeitpunkt die Verwunderung und irgendwann das KopfschĂŒtteln Ăberhand nimmt. Klar, geteiltes Leid ist halbes Leid. Aber allein die Tatsache, dass ĂŒberhaupt Leid vorhanden ist, spricht ja schon BĂ€nde.
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Bergfest – so nennt man bei uns im SĂŒden (im Norden auch?) die Halbzeit einer Aufgabe. Wenn der Aufstieg geschafft ist. Danach geht es stetig dem Ziel entgegen (den Ausdruck “es geht ab jetzt abwĂ€rts” verkneife ich mir jetzt einmal). Solche Momente geben immer wieder Anlass fĂŒr Reflexionen, wie es bislang gelaufen ist. Nun denn, wie ist es denn gelaufen?
Ok. Die Mischung passt tatsĂ€chlich. Ich habe schöne Klassen, dank Oberstufen-G9 die Möglichkeit mich mit neuer Technik auszutoben, die ISB-Arbeit ist eine Wucht, und die Aufgaben, die mich letztes Jahr noch sehr aufgehalten haben, sind weniger geworden. Die TechnikausfĂ€lle sind spĂŒrbar zurĂŒckgegangen – entweder das, oder die Leute haben total kapituliert. Jedenfalls wurde ich, wenn es hinkommt, in diesem Schuljahr zu einem halben Dutzend EinsĂ€tze gerufen. Auch meine Medienwarte berichten, dass es deutlich besser lĂ€uft (was Medienwarte sind, erklĂ€re ich ein andermal). Selbst das Trauma AusbildungsgerĂ€te ist dieses Mal relativ zahm. Wenn die GerĂ€te einmal installiert sind, geht die Neueinrichtung tatsĂ€chlich schneller. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, noch haben noch nicht alle aus dem neuen Seminar ihre GerĂ€te.
Insgesamt fĂŒhle ich mich bei Weitem nicht so gestresst wie in den Jahren davor. Ob das jetzt an mir liegt oder am Umfeld vermag ich nicht zu sagen. Letzteres sieht nach auĂen hin aber ungebrochen stessig aus. Jedenfalls waren die StundenausfĂ€lle, Vertretungsstunden und EngpĂ€sse auch in diesem Schuljahr vor allem nach Weihnachten enorm. Aber dennoch: Die acht Wochen durchgĂ€ngiger Unterricht haben bei mir nicht die Spuren hinterlassen, die ich befĂŒrchtet habe.
Nebenher habe ich mich einfach mal ein bisschen bei Tiktok umgesehen, weil meine Neugier mich immer zu solchen Plattformen treibt (ich hab sogar mal in Discord geschaut. Leute, DAS ist fĂŒr Ăbernerds DAS El Dorado!). Die Faszination des Dienstes bleibt mir ein bisschen verschlossen. Mir ist es gefĂŒhlt zu laut und zu sehr in your face, als man es z. B. von Instagram gewöhnt ist. Mich nervt unglaublich, dass nach dem Login nicht der eigene Feed angezeigt wird, wie man es von anderen Diensten kennt, sondern der “FĂŒr dich”-Algorithmus ungefragt loslegt und in voller LautstĂ€rke mit irgendwelchen Videos beginnt, die angeblich meinem Interesse entsprechen. Und – ich lĂŒge nicht – 90% der FĂ€lle bekomme ich Alice Weidel-Snippets. Die Penetranz, mit der ich auf Tiktok rechtspolitischen Inhalt um die Ohren gehauen bekomme, ist erschreckend, erklĂ€rt aber auch, warum die Frau samt Partei bei Jugendlichen so beliebt ist. Wie sich da die anderen Parteien sinnvoll positionieren sollen, ohne wie komplette Clowns auszusehen, ist mir ein bisschen schleierhaft. Jedenfalls kann ich mir den Rambo-Zambo-Kanzler schwer in einem derartigen Kurzformat vorstellen, in der er auf jugendlich macht.
Aber wie wir dieser Tage erleben: In der Politik ist aktuell alles möglich.
Leider.
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Der geneigte Leser dieses Blogs hat es vielleicht ĂŒber die Jahre mitbekommen, dass ein GroĂteil meiner GerĂ€te aus dem Hause Samsung stammt. Ich bin eigentlich kein Fanboy und habe ĂŒber die Jahre auch gerne den ein oder anderen AusreiĂer zu einer anderen Marke gewagt: Mal war ich bei LG, dann bei HTC und deren Wahnsinns One-Smartphone. Ganz kurz auch einmal war Huawei dabei. Nichtsdestotrotz trieb es mich immer wieder zurĂŒck zum sĂŒdkoreanischen Hersteller.
Fanboy – wider Willen
Die GerĂ€te liefen einfach – und das vom ersten Tag an, als ich ein derartiges GerĂ€t in der Hand hielt. In einer Zeit, in der es damals zum iPhone 4 keine nennenswerten Alternativen gab, war das Samsung Galaxy S1 mehr oder weniger konkurrenzlos. Auch beim Thema Tablet kam man vor knapp zehn Jahren kaum an Samsung vorbei, wenn man sinnvoll in der Schule damit arbeiten wollte. Die Stiftsteuerung beim Samsung Note 8.0 gab es im Jahre 2013 lange vor der Erfindung des Apple Pens und auch das Screen Mirroring funktionierte damals schon beachtlich gut. Und so war ich mit meinem Setup eigentlich immer zufrieden und wenn ich ehrlich bin, bin ich es heute noch.
Die Versuchung
Das Thema Apple erschien bei mir immer nur sporadisch am Horizont, da ich in meiner Android Bubble per se sehr glĂŒcklich war. Erste AusreiĂer gab es, als ich das Seminar im Umgang mit Medien ausbilden sollte. Zu diesem Zweck bekam ich vor knapp drei Jahren ein iPad in die Hand. Ich habe immer wieder ein bisschen damit herumgespielt und fand auch an vielen Apps und Programmen Gefallen. GoodNotes zum Beispiel ist, was Bedienbarkeit und Ausgereiftheit anbelangt, auf weite Sicht konkurrenzlos, wenn man ehrlich ist. Squid, mit dem ich auf Android mittlerweile seit weit ĂŒber vier Jahren arbeite, funktioniert prima, ist aber in der Bedienung minimal komplizierter als die Konkurrenz auf dem iPad. Was den Schreibkomfort anbelangt, brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Meine Handschrift mit dem Apple Pen ist grundsĂ€tzlich deutlich ruhiger und schöner als mit den krakeligen Pens eines Samsung Tablets.
Meine Mitschriften sahen mit Goodnotes nie besser aus…
Nichtsdestotrotz habe ich mich immer wieder auf Samsung zurĂŒck besonnen, spĂ€testens seit dem Umzug in die neue Schule.
Denn Apple TVs sind bei uns nicht verbaut. Nicht, weil sie vergessen wurden, sondern weil nur eine Handvoll Kollegen mit Apple Equipment arbeitet. Wir alle haben als LehrerdienstgerÀte Windows-Convertibles von Fujitsu Siemens und sind damit sehr zufrieden.
Jetzt erst vor kurzem grub ich dann doch wieder mein Schul-iPad heraus und spielte aus Neugier ein bisschen damit herum. Zum Beispiel in meiner go-to-App, Evernote. Nachdem ich beim Notizenmachen auf der App auf Android immer wieder verzweifelt bin, denn die Stiftfunktion mit Evernote funktioniert dort schlicht nicht: Auf dem S7 lÀsst sich in Evernote schreiben, bis man den Stift vom Display absetzt. Dann weià das Tablet auf einmal nicht mehr, was es tun soll, und erkennt als EingabegerÀt auf einmal nicht mehr den Pen, sondern die HandflÀche. Oder keins davon. Dann muss man Evernote neu starten und das Theater geht von vorne los. Kacke. Ist ein Feature bei einem Programm, das sich Notiz-App nennt, tatsÀchlich so rudimentÀr entwickelt? Auch iOS offensichtlich nicht, wie mein Vergleichsbild zeigt.
Furchtbar: Die Notizenfunktion in Evernote ist auf meinem Samsung (oben) nicht zu gebrauchen. Auf iOS (unten) kein Problem…
Hier ging alles mĂŒhelos.
Also forschte ich ein bisschen weiter: Gibt es vielleicht doch noch ein paar Vorteile, mal auf die andere Seite zu schauen? Ich wurde fĂŒndig:
Echte Vorteile
Viele Apps, mit denen ich ĂŒber Jahre meinen Unterricht auf Android bestritten habe, sind mittlerweile aus dem Play Store verschwunden. VerstĂ€ndlich: Auf einem Betriebssystem wie Android, wo die Piraterie teilweise BlĂŒten treibt wie zu den besten Amiga-Zeiten, sind gewisse Programme einfach nicht rentabel. Auf einem geschlossenen System wie iOS hingegen lĂ€sst sich damit noch gut Geld verdienen. Und deswegen finde ich viele Programme, die ich das letzte Mal, vielleicht 2020, auf Android hatte, auch vier Jahre spĂ€ter noch in einer aktuellen Version vor, mit der ich auf einmal auch meine alten digitalen Unterlagen wieder prima nutzen könnte (die ich Android zugunsten groĂenteils schon wieder geĂ€ndert habe).
Eine App wie EZ PDF Clear, war spĂ€testens mit meinem aktuellen Samsung-Tablet nicht mehr möglich. Das Programm stĂŒrzte stĂ€ndig ab, wenn man es reaktivieren wollte. Aus dem Store ist es schon lĂ€ngst verschwunden. Die letzte Version stammt von 2014 (wie ĂŒbrigens auch mein Blog-Artikel). Auf dem iPad ist die App hingegen alive and kicking. Ebenso sieht es mit HyFee Nextcloud aus, das der allseits begabte Christian Mayr fĂŒr den Unterricht programmiert hat. Auf Apple-GerĂ€ten ist die App noch bestens funktionsfĂ€hig. Im Play Store hingegen ist es nicht mehr nicht mehr aufgelistet.
Zu meiner Freude habe ich nun auch eine Möglichkeit gefunden, ein Apple-iPad auch ohne Apple TV an unsere Whiteboards zu bringen. Mit der App iProjection lĂ€sst sich das GerĂ€t per QR-Code mit dem Whiteboard direkt verbinden. Allerdings dauert dieser Vorgang aktuell noch bedeutend lĂ€nger, als mit dem Samsung-Tablet. Fast eine Minute dauert der Vorgang – Zeit, die sich in einer Unterrichtsstunde quĂ€lend lang anfĂŒhlt.
Das Thema der schnellen, drahtlosen Verbindung hat mich im Blog ĂŒber viele Jahre mit verschiedenen Streaming-Sticks beschĂ€ftigt. Mit Benchmark-Tests habe ich in Videos immer wieder mal die Zeit gestoppt, wie lange es benötigt, um ĂŒber Sticks von Microsoft, von Samsung oder mit dem EZCast zu verbinden. Mit den aktuellen Whiteboards klappt das mit Android so schnell wie noch nie. Das schreckt mich aktuell tatsĂ€chlich auch wieder ein bisschen ab. Und so laufe ich jetzt gerade wie der letzte Technik-Nerd im Moment im Unterricht mit drei GerĂ€ten herum:
Meinem Windows-Lehrer-DienstgerÀt,
meinem Android-Tablet und
nun auch mit dem iPad.
Es ist fast so ein bisschen bei mir wie mit den sozialen Netzwerken. Ich kann mich nicht wirklich fĂŒr eins entscheiden und bespiele deswegen jedes davon, bis es mich langweilt.
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Vorbemerkung: Eine Reihe von bildungsaffinen Bloggern hat sich zum Ziel gesetzt, 2024 und 2025 hĂ€ufiger thematisch gemeinsam zu bloggen. Die ThemenvorschlĂ€ge werden an dieser Stelle gesammelt, alle BeitrĂ€ge zum aktuellen Thema sind unter dem Beitrag zu finden. ZusĂ€tzlich hat Susanne Posselt hier eine beschreibbare Taskcards-Pinnwand erstellt. Die gibt’s hier.
Frohes neues! Und los geht’s…
Die Edublogparade geht mit 2025 in eine neue Jahresrunde – und prescht gleich mit einem Knallerthema vor. Lehrergesundheit steht auf dem Programm, bzw. wie man sich selbige behĂ€lt.
Das Thema ist eigentlich bei mir prĂ€sent, seit es meinen Blog gibt: Das Arbeitspensum war dank KernfĂ€chern von Anfang hoch, aber auch deswegen weil ich es zugelassen habe. Ich mache den Job wahnsinnig gerne, bin von Haus aus sehr neugierig, Neues zu lernen. Und Letzteres geht in einer Bildungsanstalt ganz wunderbar. Deswegen hab ich ĂŒber die Jahre in alles reingeschnuppert, was so ging. Externe Abiture, mĂŒndliche PrĂŒfungen abhalten fĂŒr Waldorfschulen, Lehrerchor, SĂ€nger auf dem FrĂŒhlingskonzert, TĂ€nzer, Verbindungslehrer, Reiseveranstalter, Systembetreuer, Ausbilder von Medienwarten, Personalratsmitglied, Schulentwicklung – ich hab immer gut eine Schippe drauf gelegt und das bei einem Vollzeitdeputat. Auf Dauer lernt man aber, Schwerpunkte zu setzen und anderes fallen zu lassen. Anders geht das gar nicht. Aber das bedarf aktiven Eingreifens. Von alleine wird man die Jobs nicht los. Deswegen hier fĂŒr mich ein paar Gedanken, die mir ĂŒber Jahre viel geholfen haben:
Nein sagen
GroĂes Thema. FĂŒr mich persönlich sogar das gröĂte. Das merkt man schon daran, wie viel ich darĂŒber ĂŒber die Jahre in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden geschrieben habe. Deswegen spare ich mir – ganz im Sinne der Lehrergesundheit – alles Weitere und verweise lieber auf meine Blogartikel hier und hier.
Arbeitszeit tracken
Das Thema ist bei mir tatsĂ€chlich relativ frisch – Blogparade sei dank. Ăber Arne kam ich mit der App Working Hours in BerĂŒhrung. Seit dem “checke” ich jeden Tag ein, sobald ich meinen Schulweg antrete. In der App sind bei mir vier Kategorien eingerichtet, in die sich die Arbeitszeit einteilen lĂ€sst: Schule, Home Office, Korrekturen und (seit Neuestem) 1:1 Ausstattung. Was ich dadurch gewinne? Ăberblick. Und ein GefĂŒhl, wie viel ich tatsĂ€chlich arbeite. Denn zu StoĂzeiten wie einem Abitur kommen wöchentlich gerne mal 80 Stunden zusammen. Durch Ferien oder leichtere Wochen gleicht sich das aber tatsĂ€chlich gut aus. Und am Ende gibt es ein bisschen Seelenfrieden, wenn man schwarz auf weiĂ ersehen kann, dass man kein Arbeitsmonster ist, sondern insgesamt auf ein Ă€hnliches Arbeitspensum im Jahr kommt wie viele andere BerufsstĂ€nde auch.
Kollaborieren
Als ich vor ein paar Jahren echt am Straucheln war in der Arbeit, traf ich im Zuge der mebis Tage auf Michael Fröhlich, den ich schon seit Jahren aus Fortbildungen kannte. Wir kamen ins GesprĂ€ch. Ăber seine Schule, ĂŒber meine Schule. Und dann immer mehr ĂŒber meine. Ăber die Probleme, die Arbeitsbelastung. Und Michael wurde immer leiser. Und sagte mir auf den Kopf zu: Du machst dich kaputt.
Ein Teil des Problems war das EinzelkĂ€mpfertum, das ich seit dem Referendariat kenne und das auch an unserer Schule nach wie vor sehr ausgeprĂ€gt ist. Wir sind in vielen Bereichen nach wie vor einsame Wölfe. Machen tolle Projekte, aber jeder hat irgendwie seins. Michaels Tipp: Vernetz dich. Und das tat ich. Im Netz, in der Arbeit. Leute aktiv suchen, mit denen man zusammenarbeiten kann und möchte. Tools nutzen, die das unterstĂŒtzen. Im ByCS Drive haben wir einen Ordner angelegt, wo wir im Klassleiter-Team Anschreiben gemeinsam erstellen und bewahren. Schulaufgaben versuche ich mit anderen zumindest in GrundzĂŒgen vorzubereiten. Dokumentation in der 1:1-Ausstattung sowie Projektplanung laufen komplett ĂŒber mebis Kurse und Kanban-Boards. FĂŒr Leute, die bislang nicht oder kaum digital gearbeitet haben, erschlieĂt sich dieser Schritt nicht auf den ersten Blick. Aber spĂ€testes dann, wenn wir keine Protokolle mehr fĂŒhren, wenn wir bei den Leuten nicht umstĂ€ndlich nach dem Status Quo fragen mĂŒssen, PrĂ€senztermine auf ein Minimum eingedost werden können, weil viele Fragen in Kollaborationen in einem Kanban diskutiert und gelöst werden können, dann ist das schon was. NatĂŒrlich geht in dieser Hinsicht noch mehr. Aber ich stehe da selbst noch am Anfang. Aber den Effekt spĂŒre ich jetzt schon deutlich.
Ausschnitt aus unserem Kanban-Boards zur 1:1-Ausstattung. Leute finden ĂŒber die Diskussionsfunktion zu den einzelnen Fragestellungen zusammen, können sich unabhĂ€ngig voneinander den Status Quo durchlesen und ersehen, wer an was gerade arbeitet. Neat.
Arbeit von Privaten trennen
Das ist ein Kraftakt, das auseinanderzufieseln. Denn die Verschmelzung von Arbeit und Privatleben ist systemimmanent: Unterrichtsvorbereitung passiert zuhause auf dem heimischen Rechner, auf dem auch private eMails, Spiele und Ordner schlummern. SchulbĂŒcher kuscheln BuchrĂŒcken an BuchrĂŒcken mit der neuesten NachtlektĂŒre oder LieblingsbĂŒchern der Kinder. Auf dem Smartphone schreibt man Freunden, die auch Kollegen sind. Tauscht sich im SpaĂ ĂŒber Freizeit aus. Und Unterricht. Und Fortbildungen. Schickt sich ArbeitsblĂ€tter oder Tests. Am besten weit nach Schulschluss. Und so bleibt vom Feierabend wenig Feiern.
So war es viele Jahre lang bei mir. Alleine deswegen, weil es fernab vom umstĂ€ndlichen Infoportal keine Möglichkeit gab, dienstlich unkompliziert zu kommunizieren. Bis jetzt. In Zeiten von LehrerdienstgerĂ€ten und Dienstmessengern versuche ich das nun zu Ă€ndern. Kollegen mögen mir kĂŒnftig ausschlieĂlich ĂŒber den ByCS-Messenger oder das Infoportal schreiben. Ăber WhatsApp möchte ich kĂŒnftig nur Privates lesen. Wer es trotzdem versucht, wird freundlich daran erinnert, das ĂŒber andere KanĂ€le zu tun. Und so werde ich nicht im Feierabend von einer hastigen Nachricht zu einem Schulproblem ĂŒberrascht, sondern lese sie erst bei Dienstantritt. Und wenn es dringend ist, gibt es ein Telefon. Oder es passiert halt einmal nicht sofort. Oder eben gar nicht.
Korrekturen sinnvoll gestalten
Ich war lange Zeit in der Unterstufe als der Exenkönig bekannt. Am Ende jeder Lektion folgte bei mir ein Extemporale. Das war die Regel, und fĂŒr die Kinder auch völlig ok. Es gehörte zur Routine einfach dazu. Zudem konnte man sich bei knapp 30 Exen pro Jahr auch den einen oder anderen faux pas erlauben, ohne dass die Note davon nennenswert in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das gab Sicherheit. Mittlerweile bin ich davon aber abgekommen. Ăber die Jahre haben sich nĂ€mlich mehrere Dinge herauskristallisiert:
der Korrekturaufwand ist ein Vielfaches, von dem was ich leisten mĂŒsste.
inflationÀr geschriebene Tests schmÀlern nicht nur die Leistung der einzelnen Arbeiten, sondern auch meine eigene. Wenn unter 30 Exen eine Sechs an der Note 0,001 Àndert, dann kann ich mir das Korrigieren eigentlich auch sparen.
Die Exen nutzen vor allem denen, die ohnehin gut sind. MittelmĂ€Ăige SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bleiben mittelmĂ€Ăig, und die, die nichts tun, heimsen stoisch eine 6 nach der anderen ein.
Mittlerweile sind die Exen bei mir gut runtergedost. Stattdessen schreibe ich regelmĂ€Ăig kleine Ăbungen, von denen ich mir immer einen kleinen StoĂ von 6-7 mit zum Korrigieren nehme. Das ist auch noch deutlich mehr als das, was ich machen mĂŒsste, kostet mich aber tĂ€glich maximal zehn Minuten Korrekturaufwand. Das geht. Und zusĂ€tzlich ist so noch ein bisschen Zug drauf. Und die Kinder haben immer das GefĂŒhl, dass man ein Auge auf sie hat (Pst: Und die Eltern auchđ )
Keine toten Pferde reiten
Es gibt sie, diese Herzensprojekte, von denen man sich so viel verspricht. FĂŒr die Klassen, fĂŒrs Kollegium, fĂŒr die Schule… und natĂŒrlich auch irgendwo fĂŒr sich selbst. Wie frustrierend dann, wenn der eigene Idealismus nicht auf die anderen ĂŒberspringt oder sogar so verunsichert, dass die Leute bremsen. Digitaler Unterricht? BloĂ nicht. Fortbildungsprogramme, um den Leuten Neues zu zeigen, gerne, aber am Nachmittag? Nicht mit uns. PĂ€dagogischer Nachmittag zum Thema Schulentwicklung? So ein Schmarrn, das braucht niemand.
Aber trotzdem macht man weiter. Es liegt ja einem selbst so am Herzen. Und Aufgeben gibt’s nicht. Vielleicht fangen die Leute ja doch irgendwann Feuer. Steter Tropfen und so… Machen wir’s kurz: Lasst es. Wenn sich in einer absehbaren Zeit keine Ănderung ergibt, erstmal ad acta legen. Man arbeitet sich nur auf bei dem Versuch, missionarisch tĂ€tig zu werden. Konzentriert euch lieber auf euch selbst.
Freizeit/Auszeit
Ich weiĂ, der Beruf ist spannend, aber er sollte nicht auch in der Freizeit alles bestimmen. Am besten sucht man sich etwas, was den Kopf frei macht. Viele machen bei uns Yoga, oder gehen laufen, lernen nebenher noch ein Instrument oder eine Sprache oder gehen ganz im Papasein auf. NatĂŒrlich ist das Austesten von den neuesten Apps fĂŒr den Unterricht auch spannend. Aber das passiert alles in der Freizeit, fĂŒr die es absolut keine Kompensation gibt. Ich komme persönlich am Besten runter, wenn ich in der Freizeit komplett mit etwas anderem beschĂ€ftigt bin… und kehre umso frischer wieder an die Arbeit zurĂŒck.
Abwechslung
Ja, unser Arbeit hat viel Routine. Und manchmal geht das in Langeweile ĂŒber. Zum GlĂŒck gibt es aber genug Aufgaben, in denen man etwas völlig anderes machen kann. Nur bitte nicht um jeden Preis. Finde heraus, was dir SpaĂ macht… und suche dir etwas, was in diese Richtung geht. Wenn Korrekturen anöden, bloĂ keine Fachschaftsleitung ĂŒbernehmen, nur um eine Funktionsstelle zu haben… und dann noch mehr korrigieren zu mĂŒssen. Deswegen habe ich meine Systembetreuung, auch wenn mich ein GroĂteil der Leute fĂŒr verrĂŒckt hĂ€lt. Aber ich steh – trotz der Mammutaufgaben, die aktuell anfallen – einfach auf die FĂŒlle, die komplett anders ist als mein TagesgeschĂ€ft: Verkabeln, Medienwarte ausbilden, Fachseminare im Umgang mit Technik schulen, Fortbildungen durchfĂŒhren, Technik warten… das ist mir tausend Mal lieber als stĂ€ndig einen Korrekturstapel nach dem anderen zu haben. Und das in Vollzeit.
Das ist alles natĂŒrlich wieder eine sehr subjektive Liste. Möge sie dem nĂŒtzen, der sie lesen mag.
Es ist mittlerweile 4.20 Uhr morgens. Ich kann nicht schlafen. Mal wieder. In den Tagen vor Schulbeginn kreisen bei mir immer wieder die Gedanken um die nĂ€chsten Wochen. Und dann geht das Gedankenkarussel los. Und es wird immer schneller. Und hĂ€lt mich wach. Nichts dagegen hilft. AtemĂŒbungen, etwas trinken. SchĂ€fchen zĂ€hlen, ein Buch lesen. Irgendwann greife ich wieder zum Smartphone. Allgemein die BakrotterklĂ€rung an sĂ€mtliche Einschlafroutinen.
Eine kleine hilfesuchende Nachricht in Bluesky um 4.35 Uhr wird tatsĂ€chlich innerhalb von ein paar Minuten beantwortet. Und zwar von niemand Geringerem als Jan-Martin Klinge. Auch er ist in diesen frĂŒhen Stunden eine Nachteule. Allerdings aus deutlich freieren StĂŒcken als ich. Wir kommen ins GesprĂ€ch. Wie immer sehr nett. Man kennt sich ja auch immerhin seit fast 13 Jahren gemeinsamer Blogkarriere. Und genau um die geht es in den nĂ€chsten Minuten.
Wir beide sind gerade ein bisschen am Hadern. Bloggen ist spannend, aber auch zeitintensiv. Und fĂŒr uns mittlerweile fast schon Routine. Dazu kommt der Zahn der Zeit. Blogs werden zunehmend als langsames Medium angesehen. Viel hat sich in die sozialen Medien verlagert. Seit dem Ende des Twitterlehrerzimmers ist diese Fragmentierung noch schlimmer geworden. Das merkt man auch an den Besucherzahlen der Blogs. Und irgendwann stellen wir uns die Frage: Weiter bloggen oder nicht? Jan-Martin fĂ€llt wĂ€hrend unseres GesprĂ€chs eine Entscheidung und verfasst auf Halbtagsblog.de seinen vorerst letzten Artikel. Ich schreibe mir im Anschluss einen Text zu einem der Gedanken, der mich die komplette Nacht wach gehalten hat. Nicht nur in den Blog, sondern von der Seele. Und kann im Anschluss endlich schlafen. Der Blog bringt mir also noch was.
NĂ€mlich Seelenfrieden.
Ich kann noch nicht gehen.
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Herr Rau hat in einem seiner jĂŒngsten Blogposts eine gute Frage gestellt, die im Zusammenhang der Notizen App Goodnotes stand, vor der wir in den nĂ€chsten Jahren wohl vermehrt in Klassenzimmern sehen werden. Denn ab nĂ€chstem Schuljahr soll in den weiterfĂŒhrenden Schulen die 1:1-Ausstattung mit digitalen GerĂ€ten im Unterricht auf den Weg gebracht werden. Sic deus ministerium vult.
Was lange wÀhrt?
Damit wird mehr (GerĂ€te fĂŒr alle… ) oder weniger (… die die Eltern kaufen mĂŒssen und nach Vorlage bei der Schule eine Förderung von 400 Euro erhalten) tatsĂ€chlich ein Wahlversprechen eingelöst, von dem die Staatsregierung schon vor vielen Jahren gesprochen hat: Laut Blog war das im Jahre 2014 (!).
Aber selbst wenn dies nun (verspĂ€tet) angekĂŒndigt wurde, ist das Thema in den Jahren von LehrkrĂ€ftemangel, hohen KrankenstĂ€nden, Corona und anderen stets alternierenden Katastrophen ĂŒberdeckt worden. Daher wird ein GroĂteil der Schulen recht ĂŒberrascht sein, dass ab nĂ€chstem Jahr ein fix-und-fertiges Konzept stehen und umgesetzt werden soll. Wie, das entscheidet jede Schule fĂŒr sich.
An Bildungseinrichtungen, an denen Digitalisierung und digitales Arbeiten im Unterricht immer wie die BĂŒchse der Pandora behandelt wurde (und wer sich jetzt fragt, warum das so ist, dem empfehle ich lediglich einen Artikel zum Thema LehrerdienstgerĂ€te), tut das gleich mehrfach weh. Denn wo andere Schulen ĂŒber Jahre konsequent ausprobiert und evaluiert haben, mĂŒssen dort jetzt auf die Schnelle Grundsatzentscheidungen her, die das komplette Kollegium betreffen:
Welche GerĂ€te sollen es werden? Welches Betriebssystem? Welche Plattformen nutzt man? Welche Apps? Wie bettet man die GerĂ€te sinnvoll in den Unterricht ein? Welche Etiquette gilt? Was folgt bei VerstöĂen (man nimmt den Kindern ja jetzt nicht einfach nur ein Handy, sondern ein DAS Arbeitswerkzeug ab)? Ab welcher Klasse fangen wir damit an? Welche Informationen benötigen die SchĂŒler? Welche die Eltern? Wo werden die Infos abgelegt? Brauchen die GerĂ€te eine Tastatur? Brauchen sie einen Stift? (Und damit sind wir auch wieder beim Artikel von Herrn Rau:) Ersetzen die GerĂ€te das Heft? Ersetzen sie das Buch? Ersetzen sie beides? Allein an dieser Thematik entspinnt sich ein Spinnennetz an Folgen und Möglichkeiten – und hier sind wir ja bereits bei Ăberlegungen zum konkreten Umgang mit der Technik im Unterricht. Andere, viel grundsĂ€tzlichere Fragen noch gar nicht in derselben LautstĂ€rke besprochen worden und mĂŒssen schon etwas sorgfĂ€ltiger fernab von den offiziellen Dokumenten des Ministeriums recherchiert werden. Zum Beispiel diese:
Wie geht man mit Eltern um, die gar kein Tablet fĂŒr ihre Kinder im Unterricht haben wollen? Oder noch deutlicher: Wie geht man mit Lernenden um, die von der Möglichkeit eines Tablets im Unterricht keinen Gebrauch machen wollen?
Denkt doch mal einer an die Kinder!
Davon gibt es tatsĂ€chlich ein paar. In unserer Oberstufe zum Beispiel. Dort habe ich in meinem Englischkurs im Zuge des Themas Media diverse Umfragen ĂŒber die mebis Lernplattform beantworten lassen. Und fĂŒr einen Kurs, in dem 80% mit einem digitalen GerĂ€t im Unterricht sitzen, finde ich die Antworten zum Thema 1:1-Ausstattung bemerkenswert reflektiert. Ich schicke hier mal einen kleinen Auszug mit – ist ja anonym.
Viel Applaus und Lob fĂŒr die Idee, aber auch eine ZurĂŒckhaltung ist deutlich zu spĂŒren: Potentielle Ablenkbarkeit, Leistungsverzerrung, ChatGPT in stĂ€ndiger Reichweite, fehlende Reife, Technikzwang.
Solchen sehr berechtigten Vorbehalten muss man als Schule auch in irgendeiner Weise gerecht werden.
Eine entsprechende Diskussion zu dem Thema entsponn sich auf Herrn Raus Blogeintrag dann auf Mastodon. Hier nachzulesen.
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Da hab ich gut gestaunt, als unter dem Weihnachtsbaum ein Booknook lag.
Booknook, Sie wissen schon, diese kleinen BausĂ€tze, wie man sie online und in Buchhandlungen vermehrt findet. Mit Hilfe der beigelegten Anleitungen lassen sich daraus putzige Ziernischen fĂŒr das heimische Buchregal zusammenbasteln. So ein bisschen wie Lego. Oder Modellbauen. Also sowas:
Zeitgleich kam meine Mutter plötzlich mit einer PlastiktĂŒte Nostalgie deluxe an: Knapp zwei Dutzend von Hörspielkassetten aus meiner Kindheit fanden sich darin, alles bunt durchgewĂŒrfelt: Pumuckl, kleine Hexe, der Schlupp vom grĂŒnen Stern, diverse Grimms-MĂ€rchen, Alice im Wunderland, Alf. Alles Perlen, die ich vermutlich seit 35 Jahren nicht mehr gehört habe. Aber damit ist diese Weihnachtsferien Schluss. Die Tage vor dem Jahreswechsel sind bei mir immer wieder mal von Nostalgie und einer gewissen Grundmelancholie geprĂ€gt, und diese blasts from the past heute sind die perfekte Gelegenheit sich nochmal ein bisschen dem GefĂŒhl einer sorglosen Kindheit hinzugeben.
Eine exquisite Auswahl meiner ZaubertĂŒte Hörspielkassetten…
Und so sitze ich wie anno 1985 dieses Weihnachten unter dem Weihnachtsbaum und puzzle mir mein Booknook aus knapp 300 Teilen zusammen, wĂ€hrend ich mein Tape Deck mit der kleinen Hexe fĂŒttere. Es ist wie frĂŒher. Naja. Fast. Das merke ich nach knapp einer Stunde…
Shakespeares Coriolan und Goethes Faust in der GröĂe eines Fingernagels
Die bittere RealitÀt
Als ich zu einer buchstĂ€blichen Schöpfungspause wieder aufstehen möchte, merke ich es. Meine Knie, die vor 35 Jahren mein Mini-Ich problemlos abgefedert haben, signalisieren mir sehr deutlich, dass sie das im Jahre 2024 nur mit Widerwillen tun. Unter Ăchzen und Stöhnen der versammelten Gemeinschaft erhebe ich mich von meiner ArbeitsflĂ€che am Boden wie ein GroĂvater in seinem nicht mehr ganz so besten Alter. Beim Aufrichten macht sich dann auch noch der untere RĂŒcken bemerkbar – und das, wo ich im Fitnessstudio genau diese Muskelpartien regelmĂ€Ăig auf der SchrĂ€gbank trainiere. Mit ordentlich Gewichtscheiben auf der Brust. Aber das ist alles fĂŒr die Katz bei einer sentimentalen Regression ins Kindesalter. Die Muskeln verkrampfen und ich verweile erstmal fĂŒr ein paar Minuten auf allen Vieren. Es ist kein Hexenschuss, aber auch deutlich mehr als ein sich abzeichnender Muskelkater.
Und als wĂ€re das nicht schon peinlich genug, frisst das Tapedeck just in diesem Moment das Band der Hörspielkassette. Die kleine Hexe wird immer dumpfer, leiert. Und stoppt dann. Eine Kindheitserinnerung wurde gerade vernichtet. Ich wĂŒrde die Kassette ja gerne retten, um das Schlimmste zu verhindern. Aber RĂŒcken und Knie versagen ihren Dienst.
Tja, Monsieur, die Nostalgietour ist hiermit vorbei.
Die RealitÀt ist eingezogen.
Du bist alt.
Zumindest ist aus dem Booknook noch was geworden…
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Kurz vor Weihnachten trudelte eine kleine eMail ein. Unscheinbar und – passend zum humanistischen Gymnasium – zur Sicherheit nochmal ausgedruckt und in mein Fach gelegt. Fast hĂ€tte ich sie ĂŒbersehen – wĂ€re sehr schade gewesen. Sie wirkt nĂ€mlich seit Tagen nach.
Genau DAS ist der Grund, warum man sich immer wieder die MĂŒhe macht.
Vielen Dank, Frau Doktor!
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KI und Unterricht? Puh, fĂŒr die meisten fast schon wieder kalter Kaffee. FĂŒr mich persönlich aber tatsĂ€chlich fast immer noch ein Novum, wenn ich ehrlich bin. Denn mit dem Thema habe ich mich bislang nur marginal beschĂ€ftigt. Klar habe ich ein bisschen damit herumgespielt, als vor knapp zwei Jahren ChatGPT durch die Nachrichten rauschte und die sozialen Netzwerken vor Seiten und BeitrĂ€gen nur so explodierten, was sich damit alles anstellen lieĂe. Wie viele Screenshots ich noch von alten Twitter-Posts abgespeichert habe, in denen eine AI-Seite nach der anderen in irgendwelchen Top 10-Listen zusammengestellt ist, kann ich gar nicht mehr zĂ€hlen. Aber angesehen habe ich mir bis heute keine einzige davon. Mir war das zu schnell und zu viel. Wenn man das Thema in einem laufenden Schuljahr sinnvoll angehen will, muss man da schon ordentlich Zeit mitbringen, die ich mitten in SchulumzĂŒgen und Admin-TĂ€tigkeiten einfach nicht hatte. Zumindest nicht in dem Umfang, den das Thema eigentlich haben möchte. Zu kleinen Mini-Einheiten hat es aber gereicht.
Erste Schritte
Eine schulinterne Lehrerfortbildung in unserem Physiksaal zu dem Thema hatte ich brav besucht und ein paar Anwendungsbeispiele gesehen, aber eher fĂŒr den Alltag. FĂŒr den Unterricht habe ich kaum etwas genutzt, auĂer vielleicht mit KIs zur Bilderstellung.
Dall-E2 habe ich regelmĂ€Ăig im Unterricht im Konversationskurs bemĂŒht, da die seltsamen Ergebnisse in vielen Stellen besprechenswert, amĂŒsierend, meistens sogar furchterregend waren.
Typisches DallE-Ergebnis aus dem Jahre 2022
Deutlich besser wurde es mit Mid-Journey, bei dem ich fĂŒr ein halbes Jahr ein 10âŹ-Monatsabo hatte, mit dem ich das eine oder andere Bild fĂŒr Mebis-Kurse oder den Unterricht erstellt habe. Aber auch das fiel eher in die Kategorie “mal ein bisschen rumprobieren und diffus vor sich hin wurschteln”. Ich konnte mich mit dem Thema nie so anfreunden. Ein bisschen fĂŒhlte es sich wie Schummeln an. Immerhin will ich in meinen Stunden ebenso der Chef sein wie in der Vorbereitung darauf.
Zum anderen hat mich tatsĂ€chlich auch die CO2-Bilanz von KI immer etwas abgeschreckt. Wenn man man liest, was das Thema umwelttechnisch fĂŒr Spuren hinterlĂ€sst, bin ich schon doppelt vorsichtig bei der Nutzung und frage mich, ob ich mein Gehirn nicht weiter nutzen möchte.
Neue Schritte
Aber jetzt mit der neuen KI der ALP, von der Herr Rau schon sehr eingÀngig gesprochen hat, habe ich im Zuge des Selbstlernkurses mal ein bisschen mich auf Spur bringen lassen, was damit so im Unterricht möglich ist.
Die AnkĂŒndigung, diese erst nach Bestehen eines Moodlekurses nutzen zu können fĂŒhrte unter anderem auch auf Mastodon zu ziemlich heftigen Reaktionen, weil der oder die eine oder andere GĂ€ngelung vermutet. Aber fĂŒr jemanden wie mich, der bislang immer eher diffus an dem Thema herumgedoktert hat, war dieser Kurs tatsĂ€chlich ein super Ăberblick, um einfach mal mit dem Thema warm zu werden, anstatt sich nach Trial and Error mal durchzuwurschteln. Und fĂŒr die eine oder andere nervige Aufgabe ist KI tatsĂ€chlich eine groĂe Erleichterung.
Meine Ergebnisse mit dem Thema will ich ab und an auch hier in den Blog schreiben. Ob es daraus gleich eine Serie wird, keine Ahnung. Auf jeden Fall dient es fĂŒr mich vorrangig als kleine ErinnerungsstĂŒtze, wenn ich mal wieder in einem Inspirationsloch hocke.
Die neue KI der ALP Dillingen: ByLKI. Wollen wir?
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Es ist ein schöner SpĂ€tsommerabend. Mit 21 Grad haben wir tolle Temperaturen fĂŒr Ende September. FĂŒr das heute angehende Oktoberfest sind das beste Voraussetzungen. Aber das ist mir heute egal. Wiesn hin oder her, ich habe andere PlĂ€ne. Bzw. einen guten Plan.
Vor zwei Wochen hatte ich mir das StĂŒck online bestellt, um mein Schuljahr besser zu planen – und vor allem auch zu reflektieren. Bis er allerdings ankam, dauerte es fast eine komplette Woche. Genervt war ich davon allerdings nicht. Im Gegenteil: die Vorfreude stieg an. Das war bei meinem Standard-Planer nie der Fall. Da wusste man Jahr ein, Jahr aus, was man bekommt. Umso glĂŒcklicher habe ich das gute StĂŒck dann heute aus der Post gezogen und aus der liebevollen Verpackung befreit.
Erster Eindruck
Der Leineneinband ist ein echter Handschmeichler und liegt toll in der Hand. Wie ein richtiges Hardcover. Dazu noch schöne, wertige Lesezeichen, der Buchvorsatz mit schöner PrĂ€gung, ĂŒber die man gerne mal die HandflĂ€che gleiten lĂ€sst. Das Ding ist schon mal zum Anfassen ein echtes haptisches Erlebnis. Und der Rest?
FĂŒhlt sich gut an: Der gute Plan
Aufbau
Teil 1: Lebensplaner
Bevor der Ernst des Lebens mit dem Terminplaner losgeht, ist mit Teil 1 ein so genannter Lebensplaner vorgeschaltet. Auf knapp 50 Seiten findet man dort jede Menge Ăbungen zur Bestandsaufnahme ĂŒber sein Leben und zur Formulierung von Verbesserungen. Bucket lists, Befindlichkeitsgrids, SelbsteinschĂ€tzungsbögen finden sich dort ebenso wie SchreibĂŒbungen, in denen man ĂŒber seine Rollen, Erwartungen, Haltungen, Werte und Normen reflektiert. SĂ€mtliche dieser Ăbungen sind mit tollen Beschreibungen eingeleitet und vermitteln den AktivitĂ€ten einen gewissen Grad der Notwendigkeit und Ernsthaftigkeit. Immer wertschĂ€tzend, vielleicht ab und an eine Spur zu woke fĂŒr den bavarian grantler from Munich, aber nach einer gewissen ZurĂŒckhaltung geht das tatsĂ€chlich ganz gut. Mir persönlich ist noch nicht so ganz klar, ob man diesen Lebensplaner komplett durchgehen soll, bevor es mit Teil 2, dem Terminkalender, los geht, aber so wie ich das Konzept des guten Plans grundsĂ€tzlich verstanden habe: Alles kann, nichts muss. Man kann auch gleich in den Terminkalender starten. Dann kann man aber auch wirklich einen stinknormalen Planer fĂŒr 5⏠aus dem Schreibwarenhandel erwerben.
Eine klassische Ăbung
Teil 2: Terminplaner
Teil 2, der Terminplaner ist auf den ersten Blick klassisch aufgebaut mit den typischen TagesĂŒbersichten im Stundenformat. Aber da gibt’s mehr zu sehen. Viel mehr. Jeder Monat wird von einer Doppelseite eingeleitet, auf der man Ziele, WĂŒnsche und Projekte fĂŒr den bevorstehenden Monat formulieren kann, ebenso wie gewisse VorsĂ€tze, auf die man in den nĂ€chsten Woche ein besonderes Auge haben möchte. Das finde ich eine tolle Möglichkeit zur Internalisierung von Terminen und Vorhaben, bevor es mit den Arbeitstagen losgeht, die sich ohne so etwas alle gleich anfĂŒhlen wĂŒrden. Einen Schritt zurĂŒcktreten, bevor es los geht. Durchatmen. Fokussieren. Und erst dann ab dafĂŒr. Das fĂŒhlt sich gut an.
Die TagesĂŒbersicht lĂ€sst fĂŒr jeden Tag ein paar Zeilen fĂŒr Selbstreflexionen ĂŒbrig: Auf einer Befindlichkeitsskala kann man seine Stimmung schriftlich fixieren, seine Gewohnheiten tracken oder zusĂ€tzliche Aufgaben zur Erledigung niederschreiben. Geboten ist hier viel. Umsetzen muss man es natĂŒrlich nicht, aber ich will mal ausprobieren, wie das in den nĂ€chsten Wochen damit geht. Wer möchte, kann dies auch mit Hilfe der App erledigen, die die Macher zur VerfĂŒgung stellen. Dort sind auch viele Ăbungen und Tests aus dem Lebensplaner zur VerfĂŒgung stellt – und ein paar Soundkulissen zur Beruhigung nach einem stressigen Tag.
Am Ende eines jeden Monats folgt eine Doppelseite zur Selbstreflexion um zu ĂŒberprĂŒfen, wie gut man seine zu Beginn gesteckten Ziele erfĂŒllt hat. Dazu existieren wieder Ăbungen und AktivitĂ€ten zur Kontemplation und WertschĂ€tzung, bevor es auf der nĂ€chsten Doppelseite mit dem nĂ€chsten Monat los geht – aber natĂŒrlich nicht, bevor auch fĂŒr diesen wieder Ziele und Erwartungen formuliert sind.
Teil 3: Listen und Notizen
Teil 3 des Planers beinhaltet zuletzt Platz fĂŒr Listen und Notizen: Was muss ich fĂŒr die Arbeit besorgen, was habe ich an wen verliehen, welche Deadlines gilt es einzuhalten? Hier gibt es nichts, was man nicht von anderen Schulplanern kennt. Mit einer Ausnahme, die mich dann doch verwundert: Listen fĂŒr Klassen. Ich vermisse schmerzlich Ăbersichten fĂŒr Klassen zum Abhaken oder zum Eintragen von Noten. Wenn das in einem Schulplaner fehlt, kann ich einem groĂen Bestandteil meiner Arbeit mit dem Planer nicht nachgehen, der in meinem alten Schulplaner fast 80% ausgemacht hat. Daran merkt man, dass die Edu Version vom guten Plan nicht exklusiv auf LehrkrĂ€fte zugeschnitten ist, sondern einfach an alle Personen, die im Bildungsbereich arbeiten: Dozenten, Lernende, LehrkrĂ€fte – jeder hat in dieser Hinsicht andere BedĂŒrfnisse. Das haben die Macher wohl auch erkannt und bieten gewisse Vorlagen zum Download auf ihrer Seite an. Notenlisten zum Beispiel. Die gibt es als PDF zum Herunterladen. Aber was mach ich dann damit? Klebe ich sie ein und versaue mir damit das haptische Erlebnis? Und wo? Lege ich die Listen in den Planer ein? Und wenn die da lose drin liegen? Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich die verliere… und das ist nicht der einzige Vorbehalt, den ich aktuell hege.
To be continued…
Ich hadere noch ein bisschen mit dem Konzept an sich. Ich habe kein Problem damit, dass dieser Planer ein paar Finger in Wunden legt. Ganz im Gegenteil. Ich mache mir tatsĂ€chlich eher Sorgen, wenn dieses Ding mal abhanden kommt. Wenn ein Schulplaner verloren ging, war das schlimm genug, da dort persönliche Daten und Noten von Klassen drin standen. Wenn der gute Plan verloren geht, gehen damit meine eigenen persönlichen Daten verloren und geraten womöglich in SchĂŒlerhĂ€nde. Und da steht ja ein bisschen mehr drin als nur meine Adresse. Im Planer liest sich mein GemĂŒtszustand, meine WĂŒnsche, meine Ziele, meine Verletzlichkeit, fĂŒr jedermann und -frau. Meine Psyche ist fĂŒr diese Leute ein offenes Buch. Das wĂ€re bei einem Standard Timetex-Planer natĂŒrlich nie der Fall.
Was mir auch noch nicht so ganz klar ist, ist, wie ich den Plan in meinen derzeitigen Workflow einbaue. Das meiste meiner Terminverwaltung ist mittlerweile komplett digital, weil es so einfach geht. Schultermine werden per importiertem ical automatisch geupdated, alles andere tippe ich hĂ€ndisch ein, sodass ich es am Smartphone, am Tablet und in Evernote ĂŒber eingebundenen Google Kalender eingeblendet und jederzeit vor mir habe. FĂŒr die Arbeit mit dem guten Plan wĂŒrde das ja bedeuten, dass ich wieder alles hĂ€ndisch aus dem digitalen Kalender ĂŒbertragen muss. Das fĂŒhlt sich im ersten Moment schon sehr nach Zeitverschwendung an, weil ich ja etwas hĂ€ndisch einschreiben muss, was ja eigentlich schon digital vorhanden ist. Und besseres Zeitmanagement ist ja einer der Kernfaktoren, warum ich mir diesen Planer statt eines anderen gekauft habe.
Man sieht, ich brauch immer ein bisschen, um mich von etwas Neuem ĂŒberzeugen zu lassen. Aber ich probiere es einfach mal. Und berichte, wenn ich mich zu einem Urteil durchringen kann.
Schau mer mal, dann seng mas scho…
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