Die letzte Woche vor den Ferien startete mit einer altbekannten Neuerung, die schon in der Vergangenheit immer wieder rückgängig gemacht wurde: Erneut war es den Klassen gestattet, die Maske im Unterricht abzunehmen. Eine Woche vor den Osterferien. Inmitten von Regionen, in denen die Inzidenz bei knapp 2000 liegt. Bei befreundeten Kollegen in Rosenheim kommt da sogar eine Tausenderschippe drauf. Wie sich das rächen wird, werden wir erst nach den Ferien erfahren. Aber ein Blick nach Österreich offenbart uns ein mögliches Szenario.
Die Anzahl an Kindern, die ihre Masken dennoch oben lassen, ist bei uns an der Schule erfreulich hoch. Ab der Mittelstufe ist fast ausnahmslos jeder mit einem modischen Mund-Nasenschutz bekleidet. Anders als in den örtlichen Fitnessstudios, wo man nun FFP2-unbekleidet schwitzt und ächzt. So kurz vor den Ferien definitiv ein Grund, zum Sporteln vielleicht doch wieder nach draußen zu gehen.
Passt ja ganz gut, immerhin steht der Frühling ja erneut vor der Tür. Am besten nochmal Sonne und Energie tanken, bevor es anschließend ins Schuljahresfinale und das Abitor geht. Dann auch komplett ohne Testungen. Was mit den ganzen Test-Kits passiert, die bei uns zu tausenden in Kisten verpackt sind, oder mit den Pool-Tests, für die angeblich bindende Verträge mit den Laboren abgeschlossen wurden, schauen wir mal. Es bleibt spannend. Aber jetzt erstmal entspannen. Osterferien sind. Und die werde ich sicher brauchen.
Zum Beispiel zum Nachlesen in den Blogs und von den neuesten Zerwürfnissen im Twitterlehrerzimmer, die an mir mal wieder komplett vorübergezogen sind. Dass es dort immer wieder zu Grabenkämpfen derartiger Schärfe kommt, finde ich schade. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir als Lehrkräfte eigentlich mit dem De-Eskalieren von Konflikten schon eine entsprechende Erfahrung haben sollten. Für einige ist die digitale Präsenz doch dann schon ein Stück Egotour. Schade.
Triff mich, wie ich diese Woche meine 8. Klasse beim Quieken messe. Wir haben nämlich nach unserer Flauschaktion ein großes Problem, das akuten Handlungsbedarf erfordert: Welches der Tierbabys ist das flauschigste? Um diese existentiellen Frage auf den Grund zu gehen, lasse ich künftig bei jeder Einstiegssequenz eine App laufen, die die akustische Gunstbezeugung der Klasse in Dezibel misst. Das Tier, das am meisten quiekende Zustimmung in Form von “Ahhs” oder “Ooohs” erhält, gewinnt. Wer wird der Sieger dieses weltbewegenden Ereignisses sein? Sind es die Kätzchen? Die Dackelwelpen? Die Chinchillas? Oder das Axolotl? Bleiben Sie dran! Es wird spannend!
Sorry für die etwas über die Maßen andauernde Flaute hier im Blog in den letzten Wochen, aber aktuell heißt es “mit den Kräften haushalten”, da mussten ein paar Dinge zurückstecken. Und der Blog war nur eines davon.

Wolfgang Amadeus Mozart soll in seinem Tagebuch einmal vermerkt haben:
In unserer Hausgemeinschaft hat sich über die Jahre ein kleiner Brauch eingeschlichen, den ich mehr und mehr liebgewonnen habe: Wir heinzelmännchen: Für kleine Gefälligkeiten bedankt man sich nicht nur persönlich von Angesicht zu Angesicht. Zusätzlich stellt man dem entsprechenden Nachbar heimlich kleine Aufmerksamkeiten mit einer Dankeskarte vor die Wohnungstür.


