P√§dagogik,  Technik,  Unterricht

Intims ūü§≠

So wie viele andere Schulen in Bayern, nutzen auch wir die von der Stadt M√ľnchen bereitgestellte Version von Microsoft Teams. Zu Beginn habe ich das Programm nur als Browser-Version genutzt, da ich keine Lust hatte, nach Zoom, Jitsi und WebEx Teams nun noch ein weiteres Konferenzsystem auf meinem Rechner zuzulassen. Nachdem ich aber √ľber die Ferien mal meinen Rechner platt gemacht habe, habe ich mir aber dann doch mal die neue Version von Teams als App heruntergeladen… und lieb gewonnen. Denn die Zusatzfunktionen, die dadurch m√∂glich sind, sind signifikant. Ich will mal kurz zeigen, was ich meine und die zus√§tzlichen Funktionen in einer regul√§ren Unterrichtsstunde in der Oberstufe Englisch pr√§sentieren:

Audio Streaming

Ich beginne jede Sitzung als geplante Besprechung und √∂ffne sie zehn Minuten vor regul√§rem Unterrichtsbeginn, damit die Sch√ľler Zeit haben, sich einzuloggen. In dieser Zeit √ľbertrage ich einen selbst erstellten Ladebildschirm mit ersten Hinweisen f√ľr die anstehende Sitzung. Dank App kann ich neben Bild zus√§tzlich sogar den Audiostream meines PCs √ľbertragen. Und so habe ich meinen Oberstufenkurs Anfang der Woche mit Ladebildschirm und Fahrstuhlmusik zugleich √ľberrascht und verst√∂rt. Dieser hier zum Beispiel. Aber wie man an der Umfrage sieht, erfreute sich das ganz zufriedenstellender Beliebtheit und sorgte so bereits vor Stundenbeginn f√ľr gute Stimmung.

Stundenstart mit Ladidah…

Breakout Rooms

Die Stunde selbst beginnt wie immer mit ein bisschen Rekapitulation. Verschiedene Sch√ľler m√ľssen Vokabeln definieren Lerninhalte vom letzten Mal wiedergeben oder aber auch Cartoons zum aktuellen Thema besprechen. Um die Interaktion der Sch√ľler untereinander zu f√∂rdern, kommt hier meine absolute Lieblingsfunktion dazu, die in der¬† Browserversion √ľberhaupt nicht existiert: die Breakoutrooms.

Breakout Rooms!

Die Dinger sind in Windeseile erstellt. Man gibt einfach die Anzahl an R√§umen an, die man kreieren will, und mit einem Klick werden Sch√ľler nach dem Zufallsprinzip in eine dieser Lokalit√§ten verfrachtet. Dort erledigen sie nun einen zuvor ausgestellten Arbeitsauftrag erledigen, den sie kollaborativ mit den enthaltenen Microsoft-Tools erstellen. Jeden dieser R√§ume kann man w√§hrend der Bearbeitungszeit als Lehrkraft betreten und hineinhorchen, um nachzupr√ľfen, ob und wie zielf√ľhrend die Gruppen mit der gestellten Aufgabe zurande kommen. Vor allem in der Oberstufe ist so ein Arbeiten eine wahre Freude. Hier sieht man erstmal, was ein paar in der Gruppe nicht nur sprachlich, sondern auch medientechnisch drauf haben. W√§hrend ein Teil der Gruppe m√ľndlich die Ergebnisse diskutiert und entscheidet, welche der Aspekte die relevanten sind, wird von einem anderen Teil auf dem Word-Dokument die schriftsprachliche Arbeit geleistet.

20 Sch√ľler erstellen gleichzeitig eine L√∂sung

Es wird formuliert, aufgelistet, zusammengefasst, umarrangiert, korrekturgelesen, auf m√ľndliche Hinweise hin ausgebessert und sprachlich versch√∂nert. Andere wiederum arbeiten im Pr√§sentationsmodus mit einem Bildbearbeitungsprogramm und k√ľmmern sich in Gimp um die grafische Ausgestaltung des Endprodukts. Wie von Geisterhand werden Rahmen gezogen, Masken und Ebenen √ľbereinander gelegt, geschnitten, Bilder eingef√ľgt, skaliert, gedreht und am Ende in das Word-Dokument eingef√ľgt.
Damit kommen die Gruppen in nur 15 Minuten zu Ergebnissen, die wir im Unterricht so niemals hinbekommen w√ľrden.¬† √úber so viel Eigeninitiative und Arbeitsenthusiasmus kann ich nur staunen. Und freue mich dabei wie ein kleines Kind.

Anbei daher eine kleine, freudvolle Galerie der Arbeitsaufträge, die ich dem Kurs auf die Breakout Rooms verteilt habe. Zusammen mit ein paar ihrer Ergebnisse:

  • Nach einer Dokumentation √ľber Fridays for Future, in denen wir die Pros und Cons gemeinsam auf einem Word-Dokument als Mediation gesammelt haben, sollte der Kurs in drei Gruppen nun eine eigene Umweltorganisation gr√ľnden: Komplett mit Namen, Logo und einer Agenda:
  • Auf Basis eines deutschen Textes soll der Kurs in Kleingruppen daraus eine neue Textsorte kollaborativ erstellen. Die eine Gruppe macht aus dem Text einen seri√∂sen, englischsprachigen Artikel, die andere eine informelle eMail. Die letzte erstellt ein Skript zu einem Interview zwischen dem deutschen Autor und einem englischen Nachrichtensprecher. In einem zweiten Schritt soll jede Gruppe eine andere korrekturlesen und Anmerkungen machen. Die Endredaktion √ľbernehme ich.

 

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