• Alltag,  Technik,  Unterricht

    Habemus Lehrerdienstgeräte!

    Und plötzlich sind sie wahrhaftig da: Die Lehrerdienstgeräte. Irgendwann zwischen Distanz- und Präsenzunterricht flatterte Mitte Februar die Ankündigung auf den Tisch, dass die Stadt München entsprechend Geld in die digitale Infrastruktur an den Schulen steckt und aus den bewilligten Geldern des Sonderbudgets Lehrerdienstgeräte (kurz SOLD) seinen Lehrkräften Geräte beschafft. Als Systembetreuer kam mir die ehrenvolle Aufgabe zu, zunächst im Kollegium den Bedarf abzufragen. Die Resonanz war gut: Knapp 40% des Kollegiums meldeten Interesse an. Danach musste es schnell gehen: Im April war an die Stadt München der definitive Bedarf darüber zu melden, wer an einem Tablet bzw. einem Convertible interessiert ist. Aus den Zahlen würde dann stadtweit der komplette Bedarf ermittelt, der im schlimmsten Fall höher sein könnte als die Ressourcen hergeben. Aber dazu kam es zum Glück nicht. Zumindest nicht bei uns. Und so trudelte kurz vor Sommerferien die frohe Botschaft ein, dass wir die Geräte noch vor den Sommerferien bekommen würden – als eines der ersten Gymnasien in München, weil wir mit der Meldung so fix waren (Top 3, yeah!). Und schwupps waren sie da.

    Mein Lehrerdienstgerät

    Wer bist du denn?

    Anders als noch vor ein paar Monaten angekündigt, hat sich die Stadt bei der zur Gerätewahl stehenden Kandidaten in letzter Sekunde noch einmal umentschieden. Ursprünglich hatte man ein bisschen mit den Convertibles von HP geliebäugelt, von denen ich ein Exemplar austesten durfte. Die definitive Wahl fiel am Ende aber dann doch auf die Konkurrenz von Lenovo. Als Laptopmodell wurden uns T14s geliefert, bei den Convertibles wurde es ein X13 Yoga. Vor allem bei Letzterem wird im Vergleich mit dem edlen HP Elite Book schnell klar, warum man sich hier noch einmal umentschieden hat.

    Größe

    Im ersten Moment nehmen sich die Geräte in den Ausmaßen nicht wirklich viel. Das Yoga ist mit 31 cm doch noch ein Stück länger als das Elite Book (28,9 cm), dafür aber in der Tiefe etwa gleich geblieben. Damit erreicht das Display in der Bildschirm-Diagonale mit seinen maximal 1920×1080 Pixel das 16:9-Format, das ich beim Elite Book etwas vermisst habe. Hier wirkte das Display zwar deutlich größer, durch die Ausmaße aber auch ungewohnt gestaucht. In einer Tasche haben die Geräte aber trotz dieser Unterschiede im Ausmaß immer noch bequem Platz. Größer als ein Din/A4-Heft sind beide nicht.

    Zubehör

    Über die Kontakte wird der kleine Stylus direkt im Gerät aufgeladen

    In diesem Punkt fallen die Unterschiede schon deutlicher auf – nicht in der tatsächlichen Anzahl der zur Verfügung stehenden Buchsen und Anschlüsse, sondern viel mehr in ihrer Verteilung: Das Elite Book verfügte am Gerät selbst lediglich über 3 USB-C-Anschlüsse und einen Kopfhörerausgang. Alles andere war in eine externe Docking-Station ausgelagert, die man bei Bedarf zusammen mit dem Gerät mitschleppen musste. Das Yoga hingegen verzichtet komplett auf Umstandskramen. Denn die Anschlüsse sind allesamt ins Gerät verbaut: Kopfhörerausgang, USB-C, 2xUSB-B, LAN-Eingang über Adapter, einmal HDMI und ein (micro)-SD-Kartenlesegerät. Alles ist einfach in die Seiten des Convertible integriert. Selbst der Stift ist im Gehäuse untergebracht, wo er viel schwerer verloren geht als beim Elite Book, der extern an die magnetische Seite des Rahmens geklippt und zusätzlich über ein Kabel geladen werden muss. Der Stift des Yoga hingegen hat das nicht nötig und wird über zwei integrierte Kontakte im Gehäuse mit Strom versorgt. Der Punkt geht also definitiv an Lenovo.

    Das Yoga X13 hat einiges an Anschlüssen verbaut. Hier: HDMI, USB und (Micro-)SD-Slot

    Handling

    Tutorial-Video von https://www.lhm-services.de

    Arbeiten lässt sich mit dem Yoga gleich von Beginn an prima – unter anderem auch, weil es sich die Stadt München nicht hat nehmen lassen für die Geräte auf eigene Kosten kleine Tutorial-Videos zu erstellen, die in die Grundfunktionen einführen. Sehr vorbildlich. Die unterschiedlichen Möglichkeiten des Touch-Bildschirms werden dort ebenso erklärt wie die Stiftnutzung sowie die diversen Positionen, in die sich der Bildschirm des Yoga verbiegen lässt und ihm so seinen Namen geben. Abnehmen wie beim Elite Book lässt es sich allerdings nicht. Stattdessen wird der Bildschirm direkt an die Rückseite des Gehäuses geklappt. Damit ist es im Tablet-Betrieb noch ein gutes Stück dicker und natürlich auch schwerer als das Display des HP-Convertible, das in diesem Modus komplett ohne Tastatur daherkommt. Insofern sind meine Vorbehalte mit dem Yoga in diesem Modus durch ein Klassenzimmer zu wandern noch ein bisschen gewachsen; noch dazu in Verbindung mit dem Stift, der deutlich fitzliger geraten ist als bei allen anderen Produkten, mit denen ich bislang gearbeitet habe. Wo Samsung S-Pens, Apple Pens oder der Active Pen von HP allesamt gut in der Hand lagen, fühlt sich das Malstöckchen von Lenovo an wie ein Zahnstocher. Das Schreiben damit ist daher auch bestenfalls als zweckmäßig zu bezeichnen. Wo ein Apple Pen mit Good Notes ein echtes Schreiberlebnis war, ist Lenovos Kritzelgriffel leider nicht der große Wurf in puncto Komfort. Er schreibt halt. Nicht mehr und nicht weniger. Unterschiedliche Druckstufen sind ihm ein bisschen egal, sodass er wohl nur für das Erstellen von Notizen so richtig taugt. Auch die beiden Mini-Knöpfe am Stift liegen zu nah beieinander und werden schnell aus Versehen betätigt. So ist im Nu etwas wegradiert, oder das Ausschneidetool aktiviert, wenn man es am wenigsten braucht. Natürlich lassen sich andere Stiftmodelle separat kaufen, die in der Hinsicht besseren Komfort bieten. Dafür fallen dann knapp 60€ an. Aber bei so einem Gerät im 1300€-Bereich, das man von der Stadt München einfach mal ebenso für lau bekommt, sollte es das einem wert sein. Man arbeitet ja bestenfalls jahrelang mit dem Yoga.

    Das Yoga X13 im Tablet Modus

    Fazit

    Gut gebrüllt, Lenovo! In Sachen Komplettpaket ist Lenovo definitiv die sinnvollere Variante für den Schulbetrieb. Das Gerät hat alles dabei, was man für digitalen Unterricht benötigt: Es ist kompakt, hat alle nötigen Anschlüsse an Bord und einen Stift im Gehäuse, der jederzeit einsatzbereit ist. Es bedarf keiner Docking-Station, keiner Extra-Kabel dafür oder eine separate Aufbewahrung für einen separaten Stift oder Ladekabel desselben. Das scheint auch das Kollegium zu bemerken. So viele begeisterte Gesichter bei der Übergabe dieses Stückchen Technik habe ich lange nicht mehr gesehen.

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  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Folge 13: Find the Words

    Find the Words geht in eine ähnliche Richtung wie Mark the Words – nur eine Spur verspielter: Auf einem quadratisch angelegten Spielfeld, das aus zufällig zusammengewürfelten Buchstaben besteht, gilt es, vorgegebene Wörter herauszusuchen und mit der Maus zu markieren. Wir haben es hier also mit einer klassischen Wörtersuche zu tun, die sich prima im Sprachunterricht nutzen lässt – für die Vokabelarbeit zum Beispiel:

    Wie wird’s gemacht?

    In den Grundeinstellungen finden wir zu Beginn unsere typischen Verdächtigen, die es auszufüllen gilt: Unter Titel wird die Aktivität wie üblich benannt und mit Task Description mit einem Arbeitsauftrag versehen. In unserem Fall soll eine semantisch zusammengehörige Gruppe an Vokabeln aus dem Wörterdschungel herausgefischt werden. Welche das sind, wird per Komma getrennt im Feld Word List eingetragen. Damit haben wir den Großteil der Arbeit eigentlich schon erledigt und die Aktivität wäre schon problemlos nutzbar. Die folgenden Einstellungen, die sich im Menü abcdefghijklmnopqrstuvwxyz verbergen, dienen nur zum Finetuning, beinhalten aber ein paar fabelhafte Möglichkeiten, um den Schwierigkeitsgrad entsprechend nach oben zu schrauben.

    Die Feineinstellungen bieten eine Fülle an Möglichkeiten zur (Binnen-)Differenzierung.

    Unter Orientations lässt sich die Suchrichtung vorgeben, in der nach den Wörtern gestöbert werden soll. Will man es der Lerngruppe leicht machen, beschränkt man sich hierbei lediglich auf Grundleserichtungen wie von links nach rechts (Horizontal left to right) und von oben nach unten (Vertical downwards). Für Lerngruppen, die gerade mit dem Sprach- oder Leseerwerb angefangen haben oder Leseschwierigkeiten aufweisen, bestimmt die sinnvollste Einstellung, um Fehler und Frust abzufangen. Für höhere Lerngruppen kann man hier hingegen in die Vollen gehen und sämtliche Leserichtungen anklicken, um den Schwierigkeitsgrad ordentlich nach oben zu schrauben. Vorwärts, rückwärts, diagonal – alles ist möglich.

    Darunter findet sich im Menü Vertical downwards ein Textfeld, in dem die Buchstaben einzugeben sind, mit denen die Lücken zwischen den Wörtern aufgefüllt werden sollen. Auch das kann man sich gut zur Differenzierung zunutze machen, indem man die Auswahl auf gewisse Buchstaben begrenzt – entweder um den Schwierigkeitsgrad etwas zu entschärfen oder in ganz jungen Gruppen die Kinder nicht mit Buchstaben zu frustrieren, die sie noch gar nicht kennen. In der Abbildung unten ist im Feld Vertical downwards zum Beispiel nur der Buchstabe Ä statt des kompletten Alphabetes eingegeben. Folglich sieht das Suchfeld nun komplett anders aus:

    Unter lauter Äs sind die Vokabeln schnell gefunden…

     

    Um die Suche noch etwas interessanter zu gestalten, findet sich die Option Prefer Overlap direkt darunter. Ist sie aktiviert, können sich die Lösungswörter überlappen, wie man es aus den klassischen Kreuzworträtseln und Wörtersuchen kennt. Bei entsprechender Deaktivierung steht jedes Wort für sich und kommt dem anderen nicht in die Quere.

    Als Letztes bliebe noch die Einstellung Show Vocabulary. Sie gibt den Lernenden die Wörter vor, die sie aus dem Wortfeld heraussuchen müssen. Wer hier am Schwierigkeitsgrad schrauben will, deaktiviert das Kästchen einfach, sodass die Aufzählung verschwindet, und man ohne Vorgabe auf die Suche gehen muss. Jetzt hat die Lerngruppe lediglich nur noch die Anweisung des Sachfeldes aus der Task Description, die ihnen eine gewisse Stoßrichtung für die Suche vorgibt – für mich eine der effektivsten Möglichkeiten, im Fremdsprachenunterricht auch noch eine entsprechende Übersetzungsleistung einzufordern; noch dazu, wo derartige Fragestellungen tatsächlich auch im Lateinabitur regelmäßig auftauchen.

    Ohne die vorgegebene Wörterliste an der rechten Seite wird die Suche deutlich schwieriger…

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität habt, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 14.

     

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  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Folge 12: Agamotto

    Unter den Aktivitäten bei H5P, mit denen ich nie wirklich etwas anfangen konnte, was Agamotto. Ich hatte den Sinn nie so ganz begriffen, denn auf den ersten Blick wirkt die Aktivität nur wie eine etwas fancy version eines Image Sliders. Anstatt von einem Bild zum nächsten zu wischen, kann man hier mit Hilfe eines Schiebereglers von einem Bild zum nächsten stufenlos überblenden. Schön und gut, aber was soll das Ganze? Mit ein bisschen Kreativität kann man sich das prima im Unterricht zunutze machen. Ein erstes Verwendungsbeispiel ist bei H5P selbst du sehen, wo sich stufenweise zu einer Landkarte mehr und mehr Zusatzinformationen einblenden lassen, je weiter man den Regler nach rechts schiebt. Für den Lateinunterricht lässt sich sowas wunderbar für Binnendifferenzierung nutzen. Zum Beispiel bei Übersetzungstexten, um für jedes Übersetzungsniveau die nötigen Informationen einzublenden.

    Oder aber auch in Mini-Quizzes, mit der man durch stufenweises Einblenden von weiteren Hints die User selbständig auf die Lösung bringen kann.

    Wie wird’s gemacht?

    Das Erstellen geht eigentlich ganz einfachn. Denn letztlich handelt es sich bei den stufenweise eingeblendeten Zusatzinformationen nicht um irgendwelche Textfelder, die man einblenden kann, sondern lediglich um Bildschirmaufnahmen, die kommentiert und hintereinander abgespeichert werden. Beim Schieben sieht es so aus, also würden die neuen Informationen einfach eingeblendet werden. Dabei blendet der Regler in Wirklichkeit nur von einem Gesamtbild zum nächsten über.

    Für die obige Übung habe ich von einer Götterstatue ein Foto auf das Tablet geladen und einen Screenshot gemacht. Diese dient als Ausgangsaufnahme, auf die ich erste Anmerkungen mache. Sobald diese fertig ist, wird diese abgepeichert und dann mit einem weiteren Hinweis versehen. Und dann erneut abgespeichert. So geht es weiter, bis auf dem letzten Bild letztlich der Endzustand erstellt ist. Diese einzelnen Bilder werden jetzt einfach in die Maske von Agamotto geladen. Hierzu sind wie immer diverse Einstellungen möglich: Als einzig verpflichtende Option ist hierbei lediglich ein Alternativtext für jedes der Bilder einzugeben, die im Falle eines Fehlers statt der eigentlichen Aufnahme dargestellt werden. Alles andere ist optional, aber durchaus sinnvoll:

    Unter Mouseover-Text lässt sich ein Textfeld beschriften, das als weitere Hinweistafel genutzt werden kann, wenn man mit der Maus lange genug über dem Bild stehen bleibt.

    Die Option Beschriftung betitelt die unterschiedlichen Rasterpunkte unten am Balken (nicht vergessen, die Option Beschriftungen anzeigen weiter unten zu markieren)

    Eine Beschreibung fügt jedem der hochgeladenen Titel eine eigene Bildunterschrift hinzu, die sich abhängig von der Position des Schiebereglers verändert.

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität habt, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 12.

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  • Allgemeines,  Alltag,  Unterricht

    Corona-Tests in der Schule

    Leuchtende Augen in der siebten Klasse heute vor dem ersten Corona-Test im gemeinschaftlichen Klassenzimmer. Dabei sahen meine Schützlinge vor ein paar Minuten noch ganz anders aus. Mit einem flauen Gefühl in der Magengrube waren viele heute in die Schule gekommen. Die Angst vor dem Ungewissen griff um sich: Wie genau funktioniert so ein Test? Was ist diese Pufferlösung? Wie tief soll dieses Stäbchen in die Nase? Oder muss man einen Abstrich machen? Was, wenn ich beim Test niesen muss? Oder husten? Oder gar erbrechen?
    Als Lehrer tut man in solchen Situationen wie immer das, was man in der Ausbildung gelernt hat: Ruhe verströmen, Sprechgeschwindigkeit drosseln, Wohlfühlstimme auflegen. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Deswegen folgen auch Handgriffe, die man nicht so regelmäßig durchführt: Latexhandschuhe überstreifen zum Beispiel. Oder großzügig Desinfektionsspray auf den Handflächen der Kinder verteilen. Oder wortlos ein Erklärvideo abspielen, das von den Herstellern unseres Corona-Kits erstellt wurde. Dort wird in klaren, verständlichen Bildern erzählt, wie so ein Test vor sich geht. Nüchtern, unaufgeregt – und für Kinder vermutlich völlig abschreckend, eben WEIL es mit kühlen Worten den Eindruck vermittelt, als sei es das Normalste auf der Welt, sich einen Wattebausch in die unerforschten Tiefen seiner Nüstern einzuführen. Aber ich habe eine Geheimwaffe. Denn völlig aus dem Nichts hat das Kultusministerium Bayern auf seinem Youtube-Kanal ein Erklärvideo zum Testvorgehen veröffentlicht, die deutlich kindgerechter daherkommt. Der Experte darin ist den Kindern wohl bekannt: Es ist das Kasperl aus der Augsburger Puppenkiste, das als Arzt verkleidet im breitesten Augsburg-Schwäbisch den jungen Zuschauern den Ablauf des Tests erklärt und mit seinem Probanden Erwin dem Erdmännchen durch die einzelnen Schritte führt – eine zuckersüße Alternative zu dem bierernsten Instruktionsvideo unseres Corona-Tests, die ich vorsichtig der Klasse als Alternative anbiete. Könnte ja auch schiefgehen, immerhin sind die Kiddies mitten in der Pubertät und finden die Augsburger Puppenkiste mit 13 Jahren vielleicht albern.

    Dieses Video ansehen auf YouTube.
    Die Verbindung zu YouTube wird erst bei einem Klick auf den Screenshot hergestellt.

    Weit gefehlt: Die Angst ist den Kindern auf einmal komplett aus dem Gewicht gewichen. Selbst durch die Mund-Nasenschutzbedenkungen kann ich das Grinsen aller Beteiligten deutlich erkennen. Die Wahl ist also getroffen, und so gehen wir unerschrocken ans Werk – und tauschen hinterher Kindheitserinnerungen über die Augsburger Puppenkiste aus, bevor wir uns wieder mit lateinischen Partizipien befassen. Sie erzählen mir von Jim Knopf und dem Urmel aus dem Eis, den einige vor Jahren dort gesehen haben. Und ich erzähle vom Schlupp vom grünen Stern. Und auf einmal fühlt sich diese Stunde fast schon wieder wie eine reguläre an: Ein bisschen Smalltalk, ein bisschen Quatsch, gefolgt vom erforderlichen Tagwerk. Und alles, was es braucht, ist eine Marionette, die uns das Einführen eines Wattestäbchens als Popeln deluxe verkauft.

    Danke, Dr. Käschperle!
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  • Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Folge 11: Summary

    Die Aktivität Summary ist uns schon bei der Virtual Tour über den Weg gelaufen, wo man sie unter einer der in einem 360-Grad-Bild als möglichen Aktivitäten auswählbar war. Aber gottlob, es gibt sie auch in freilaufender Wildbahn. Das Prinzip bleibt aber dasselbe: Aus mehreren Aussagebündeln muss jeweils die richtige Antwort herausgefunden und angeklickt werden, bis am Ende sämtliche korrekte Aussagen einen sinnhaften Fließtext ergeben. So ein Vorgehen ist prima, um das Leseverständnis zu prüfen. Zum Beispiel beim Plot von Ovids Pyramus und Thisbe:

     

    Wie wird’s gemacht?

    Sobald die Aktivität Summary angeklickt ist, treffen wir in ein Optionsmenü auf viele alte Bekannte:

    In der Maske gibt man unter Titel eine sinnhafte Überschrift, unter Aufgabenbeschreibung eine entsprechende Anweisung an die Klasse an. In der Rubrik Zusammenfassung landen nun die Aussagen, aus denen die Schüler jeweils die richtige auswählen müssen. Dies kann man entweder im Reiter Eingabemaske oder unter Ins Textfeld eingeben erledigen. Ich habe mir letzteres angewöhnt, weil man auf diese Weise jede Menge Klicks sparen kann, die in der Eingabemaske erforderlich wären. Hier trägt man nämlich einfach seine Aussagebündel ein, die aus einem richtigen und mehreren falschen Statements ein, wobei die richtige Aussage jeweils in der ersten Zeile stehen muss. Will man ein neues Bündel kreieren, fügt man einfach eine Leerzeile ein und startet wieder von vorne. Die korrekte Aussage steht hierbei wieder oben, die falschen Statements folgen direkt darunter. Durch die Leerzeile versteht H5P später, dass hier zwei Stapel an Aussagen zu generieren sind. Das sieht in der Pyramus-Aufgabe folgendermaßen aus:

    Sobald die Summary gestartet wird, werden die Aussagen innerhalb der Fragebündel durcheinander gemischt und neu angeordnet, damit man die Reihenfolge nicht auswendig lernen kann. H5P weiß natürlich nach wie vor, welche der Aussagen die richtige ist – die steht ja im Textfeld nach wie vor an erster Stelle.

    Und damit sich’s aber auch schon. Wie immer lassen sich unter den Bewertungen (siehe Unterkapitel „Und? Wie war ich?) kleine Mini-Feedbacks hinterlegen. Aber dieser Schritt ist nur fakultativ.

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 12.

     

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  • Alltag,  Unterricht

    Ende Gelände

    Ich hatte eigentlich einen richtig langen Text vorbereitet. Über die letzten Wochen. Die fehlenden Ferien. Die plötzliche Öffnung der Schulen in Zeiten von steigenden Corona-Zahlen. Ernstzunehmende Erschöpfungszustände. Über pampige Tweets vom Kultusministerium. Und meine neue vom Dienstherr befohlene Nebentätigkeit als medizinischer Assistent, der in den letzten spärlich vorhandenen Stunden vor den Ferien jetzt auch noch mit Kindern im Klassenzimmer Selbsttest durchführen soll.
    Ich hab ihn gelöscht. Denn Kopfschütteln gibt es dieser Tage genug; schlechte Stimmung ebenso – da muss man nur in die Medien schauen. Und mein Akku ist nach Woche 11 von beständigem Hin und Her echt im roten Bereich. So wie Herr Rau vor ein paar Wochen einen Durchhänger hatte, geht es mir dieser Tage ganz genauso. Man will sich eigentlich nur noch in die Ferien retten, um durchzuatmen. Ich werde das definitiv tun. Ich hoffe, ihr auch!

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  • Allgemeines,  Pädagogik,  Unterricht

    Ein Käfig voller Narren

    Da hab ich nicht schlecht gestaunt, als ich am Faschingsdienstag in die Online-Lateinstunde meiner Klasse trat. Die Kinder hatten – anders als sonst – die Sitzung von sich aus gestartet und sämtliche Kameras eingeschaltet, um sich vor dem Bildschirm zu zeigen. Und jeder einzelne war verkleidet! Alle waren sie da: Die Prinzessin. Der Indianer. Der Punk. Ein Tina-Turner-Imitat mit explodierter Glitzer-Fönfrisur. Ein Papagei, eine Hexe, ein Einhorn. Selbst der Quoten-Proll war anwesend, mit Unterhose auf dem Kopf. Und alle waren sie bestens gelaunt und ohne Reue, dass am Faschingsdienstag dieses Jahr Unterricht stattfinden muss.
    Wir gehen es hochmotiviert an, üben ein bisschen, besprechen die Hausaufgabe – und nutzen die restliche Zeit, um einfach mal wieder Schmarrn zu machen. Wir spielen über den Bildschirm „Alles, was Flügel hat, fliegt“, versuchen uns im Galeriemodus an einem Klassen-Macarena und freuen uns, dass wir einfach mal wieder kurz durchatmen können – selbst wenn es uns offiziell verboten ist. Denn eine konkrete Ansage, wie die Faschingswoche angesichts der neuen Umstände nun konkret aussehen sollte und die ich am Freitag so erwartet hatte, kam erst in den Medien am Montag Nachmittag – und da hatten wir im Klassenteam und mit dem einhelligen Placet der Eltern schon alles beschlossen. Denn wir waren uns in einer Sache absolut einig:  Die Kinder brauchen die Pause. Und sei es nur, um einfach mal wieder ein bisschen rumzublödeln. Denn was in den Monaten eindeutig zu kurz kam, war die Beziehungspflege. Und die kann ein Videounterricht nur ansatzweise ersetzen. Zum Beispiel mit einem Gruppenmacarena 🙂

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  • Allgemeines,  Technik,  Unterricht

    Lockdown 3

    Es ist nicht zu fassen, aber nun beenden wir wirklich Woche fünf des Schullockdowns bei uns in Bayern. Man möchte ja glauben, dass sich die Zeit wie Kaugummi zieht, da jeder Tag dem anderen gleicht: Ohne Schulweg fehlt die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatleben, die in unserer Profession ohnehin als schwierig gilt, vollends. Der Blick aus dem heimischen Arbeitszimmer ist mein Fenster in die Winterwelt da draußen. Hübsch anzusehen ja. Aber ich sehe sie tagtäglich und rund um die Uhr.

    Der Münchner Westpark im (F)lockdown 2021

    Ein bisschen Abwechslung kommt sporadisch im Schulhaus auf, in das ich mich einmal in der Woche begebe, um als Systembetreuer nach dem Rechten zu sehen. Aber viel ist da auch nicht los. Zwar ist die Oberstufe zur Hälfte wieder vor Ort, doch so richtig belebt wird ein Schulhaus durch eine Handvoll Menschen nicht wirklich. Fast gespenstisch liegen die Gänge in der Frühe teilweise unbeleuchtet da (Bewegungsmelder an der Beleuchtung schieben dieser Tage eine echt ruhige Kugel). Einmal in der Minute klickt irgendwo auf dem Gang ein Uhrenzeiger vor sich hin. Irgendwo rauscht die Januarluft in ein versehentlich offen gelassenes Fenster. Mehr ist nicht. Aber langweilig wird es nie. Dafür haben wir gar keine Zeit. Wie in einem Schnellzug rauschen die Tage an uns vorüber. Es gibt so viel zu tun. Mit der Öffnung für die Oberstufe sind einige von uns gezwungen einen Teil ihres Unterrichts vor Ort in der Schule, den anderen zu Hause vor dem Rechner zu abzuhalten. Um das ständige Hin und Herpendeln zu minimieren, habe ich in der Schule mehrere Klassenzimmer online-fähig für Videounterricht gemacht. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und der Computer zu Hause fühlt sich schlichtweg vertrauter an als irgendein Klassenzimmer-Laptop, an dem jeder seine Finger hat. Eine gewisse Skepsis gegenüber der Schultechnik bleibt bestehen. Ich kann’s aber verstehen, liegt es doch zu einem Teil auch an der seltsamen Gesamtsituation, in der einfach ein großes Maß Unsicherheit im Ganzen herrscht

    Quo vadimus?

    Quelle: muenchen.de

    Nächste Woche sollte die zweite Jahreshälfte losgehen – eingeleitet wie immer durch die Faschingsferien, die uns in einer Pressekonferenz Anfang Januar gestrichen wurden. Begründet wurde der Ausfall mit dem Hinweis auf die entstehenden Lücken im Lehrplan, die durch den Lockdown verursacht sind. Daher sollen in dieser zusätzlich geschaffenen Arbeitswoche im Präsenzunterricht die Inhalte nachgeholt werden, die aufgrund des weitreichenden Unterrichtausfalles nicht zu schaffen waren. Das war der Plan. Jetzt sind fünf Wochen vergangen, und Präsenzunterricht nächste Woche wird definitiv nicht passieren. München weist aktuell zwar einen erfreulichen Inzidenz-Wert von unter 50 auf. Dieser positive Trend gilt aber definitiv nicht für ganz Bayern. Auch das Aufholen von Unterricht dürfte in meinen Klassen schwer werden. Denn es gibt nichts zum Nachholen. In sämtlichen Klassen haben wir es hinbekommen, unser Tempo zu halten. Es wird regelmäßig geübt, gelernt, wiederholt. Die Schüler laden ihre Arbeiten bei Mebis hoch, die ich ihnen korrigiere und zurückschicke. Es läuft einfach. Was mache ich also jetzt nächste Woche? Darf ich meine Klassen in die Ferien schicken, weil sie aktuell auf dem Stand sind, auf dem sie sein sollten? Eine tatsächliche Antwort steht noch aus. Stattdessen kam aus dem Kultusministerium am Dienstag ein Schreiben, das die Lehrer auffordert, weiterhin flexibel zu bleiben. Mit einer tatsächlichen Entscheidung wird man wohl bis Freitag warten müssen – zwei Tage, bevor es losgeht. Es bleibt also spannend.

    Die kleinen Helden

    Die Kinder selbst sind nach wie vor im Unterricht mit Feuereifer dabei. So langsam stellen sich aber echte Ermüdungserscheinungen ein. Regelmäßig bekomme ich als Klassleiter von den Eltern zu hören, dass die Kinder vom ständigen Starren auf dem Bildschirm schlichtweg groggy werden und für den restlichen Tag zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Des Weiteren kommt über die Wochen immer mehr und mehr der Wunsch nach Feedback der Kinder herein. Hier spielt mebis immer mehr seine Stärken aus. Da ich jede Stunde eine kleine Übung über h5p oder als große Feuerprobe einen mebis-Test mit Zeitrahmen erstelle (muharhar), können die Eltern, die Kinder und ich ganz bequem einsehen, welche Aufgaben erledigt sind und welche noch nicht; bei welchen eventuell etwas nachgebessert werden soll,  und welcher Stoff sitzt. In dieser Hinsicht geht einem Distanzunterricht, der rein über Vidoeunterricht läuft, dann doch spürbar die Luft aus. So wie bei uns allen. Ganz erstaunlich, wenn man bedenkt, dass in diesen Wochen ja angeblich nur ein bisschen Schule stattgefunden hat…

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    4.5
  • Latein,  Technik,  Unterricht

    H5P Olé – Teil 9: Drag and Drop

    Es wird mal wieder Zeit für ein bisschen H5P.  Nachdem wir uns in der 1. Folge schon einmal mit dem Thema Drag the Words auseinandergesetzt haben, folgt heute eine leicht erweiterte Form: das sogenannte Drag and Drop. Letztendlich ist das Prinzip dasselbe. Dieses Mal soll Text allerdings nicht in Textlücken, sondern in Ablagezonen gezogen werden, die vorher definiert worden  sind. Ungefähr so:

    Wie geht’s?

    Wie üblich wird die entsprechende Aktivität Drag and Drop im ausladenden H5P-Menü ausgewählt. Es erscheint die gewohnte Oberfläche, die dieses Mal in zwei Schritte eingeteilt ist.

    Die H5P-Oberfläche von „Drag and Drop“

    Nachdem wie üblich der obligatorische Aktivitätstitel in der Kategorie Name eintragen ist, lässt sich in Schritt 1 zunächst ein Hintergrundbild für die Aktivität auswählen. Auf diesem werden später verschiedene Ablagezonen und dazugehörige Textfelder platziert. Dies passiert in Schritt 2:

    Erstellen und Definieren von Ablagezonen

    Ein Rahmen wird benannt und transparent.

    Mit einem Klick auf den ersten Button oben links entsteht eine erste sogenannte Ablagezone, die zunächst im Feld Beschriftung benannt werden muss, damit H5P sie später dem gewünschten Textfeld zuordnen kann. Soll die Ablagezone (teilweise) transparent sein, damit der Hintergrund zu sehen ist, nicht vergessen die Hintergrunddeckkraft im Wert ein bisschen zu drosseln (bei 100 überdeckt die Ablagezone den Hintergrund komplett, bei 50 scheint er teilweise durch). Das war es aber auch schon fürs Erste. Nach einem Klick auf den Button Fertig erscheint unser erster Rahmen, den man mit Hilfe der Maus an die gewünschte Stelle verschieben und zur Not auch in der Größe anpassen kann. Auf diese Weise werden weitere Rahmen erstellt, benannt und an die richtige Stelle im Hintergrund verfrachtet.

    Ein erster Rahmen ist erstellt und kann nach Belieben verschoben und im Format angepasst werden.

     

    Erstellen und Definieren von Textfeldern

    Sobald dies erledigt ist, werden nun die Textfelder erstellt und mit den gezogenen Rahmen verknüpft. Hierzu wird im Menü mit dem T-Symbol in der oberen Leiste ein Feld erstellt und mit Text gefüllt, der im Textfeld erscheinen wird. Darunter finden sich in einer Auflistung alle bisher erstellten Ablagezonen, in die man das Textfeld ziehen kann. Auf diese Weise ergeben sich zwei mögliche Szenarien:

    1. Wir setzen ein Häkchen auf die Ablagezone ionisch und bestätigen die Auswahl anschließend mit einem Klick auf den Button Fertig. Damit ist die Aktivität so eingestellt, dass die Ablagezone nur eine Zuordnung akzeptiert. Würde man ein falsches Textfeld dort ablegen wollen, würde dieses wieder von H5P hinausbefördert werden. So etwas ist für niederschwelligere Aufgaben geeignet, bei denen die geneigte Nutzerschaft solange herumprobieren kann, bis die richtige Antwort im wahrsten Sinne des Wortes hängen bleibt.
    2. Wer erst im Nachhinein enthüllen will, ob die Zuordnungen richtig sind, markiert unter Wähle die Ablagezonen, in die das Element gezogen werden kann (inkl. Distraktoren) einfach alle dort angebotenen Ablagezonen. Auf diese Weise kann das Textfeld überall platziert werden, selbst wenn es falsch ist. Die Unterscheidung darüber muss der Aktivität allerdings in einem letzten Schritt beigebracht werden.
    Zwei unterschiedliche Einstellungen für die Textfelder; links Option 1, rechts Option 2

    Zuordnung von Textfeld und Ablagezone

    Um eine Ablagezone abschließend mit dem dazugehörigen richtigen Textfeld zu verknüpfen, muss der Rahmen der zu bearbeitenden Ablagezone angeklickt werden. In dem sich öffnenden Menü Wähle die in dieser Ablagezone korrekten Elemente kann man nun eines der Textfelder mit einem Klick als das korrekte definieren und anschließend mit Fertig abschließen. Ebenso verfährt man mit den restlichen Ablagezonen, bis jeder Topf seinen passenden Deckel gefunden hat.

    Drag and Drop für Grammatikarbeit

    Eine kleine Zusatzoption habe ich in folgender Übung verwendet:

    Hier sollen Schüler zu den Ablagezonen, die mit deutschen Verbformen betitelt sind, die lateinischen Entsprechungen, die als Textfelder daherkommen, zusammenfinden. Die Machart ist exakt dieselbe, allerdings hat die Sache einen buchstäblichen Haken; nämlich beim Erstellen und Benennen des Rahmens. Hier ist bei Zeige Beschriftung einfach das Häkchen gesetzt, und der Rahmen zeigt sich jeweils mit einer deutschen Überschrift. Geht ganz fix.

    Mit dem Häkchen auf „Zeige Beschriftung“ lassen sich die Namen der Rahmen einblenden.

    Wie die Aktivität von hier zu den Schülern kommt, lest ihr hier.
    Wenn ihr weitere Ideen für die Aktivität hat, schreibt mir in den Kommentaren.

    Und schon geht’s weiter mit Aktivität 10.

    Bildverzeichnis

    https://de.wikipedia.org/wiki/Europa_(Tochter_des_Agenor)#/media/Datei:Pompeiii.Europa.iFresco.jpg

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  • Pädagogik,  Technik,  Unterricht

    Intims 🤭

    So wie viele andere Schulen in Bayern, nutzen auch wir die von der Stadt München bereitgestellte Version von Microsoft Teams. Zu Beginn habe ich das Programm nur als Browser-Version genutzt, da ich keine Lust hatte, nach Zoom, Jitsi und WebEx Teams nun noch ein weiteres Konferenzsystem auf meinem Rechner zuzulassen. Nachdem ich aber über die Ferien mal meinen Rechner platt gemacht habe, habe ich mir aber dann doch mal die neue Version von Teams als App heruntergeladen… und lieb gewonnen. Denn die Zusatzfunktionen, die dadurch möglich sind, sind signifikant. Ich will mal kurz zeigen, was ich meine und die zusätzlichen Funktionen in einer regulären Unterrichtsstunde in der Oberstufe Englisch präsentieren:

    Audio Streaming

    Ich beginne jede Sitzung als geplante Besprechung und öffne sie zehn Minuten vor regulärem Unterrichtsbeginn, damit die Schüler Zeit haben, sich einzuloggen. In dieser Zeit übertrage ich einen selbst erstellten Ladebildschirm mit ersten Hinweisen für die anstehende Sitzung. Dank App kann ich neben Bild zusätzlich sogar den Audiostream meines PCs übertragen. Und so habe ich meinen Oberstufenkurs Anfang der Woche mit Ladebildschirm und Fahrstuhlmusik zugleich überrascht und verstört. Dieser hier zum Beispiel. Aber wie man an der Umfrage sieht, erfreute sich das ganz zufriedenstellender Beliebtheit und sorgte so bereits vor Stundenbeginn für gute Stimmung.

    Stundenstart mit Ladidah…

    Breakout Rooms

    Die Stunde selbst beginnt wie immer mit ein bisschen Rekapitulation. Verschiedene Schüler müssen Vokabeln definieren Lerninhalte vom letzten Mal wiedergeben oder aber auch Cartoons zum aktuellen Thema besprechen. Um die Interaktion der Schüler untereinander zu fördern, kommt hier meine absolute Lieblingsfunktion dazu, die in der  Browserversion überhaupt nicht existiert: die Breakoutrooms.

    Breakout Rooms!

    Die Dinger sind in Windeseile erstellt. Man gibt einfach die Anzahl an Räumen an, die man kreieren will, und mit einem Klick werden Schüler nach dem Zufallsprinzip in eine dieser Lokalitäten verfrachtet. Dort erledigen sie nun einen zuvor ausgestellten Arbeitsauftrag erledigen, den sie kollaborativ mit den enthaltenen Microsoft-Tools erstellen. Jeden dieser Räume kann man während der Bearbeitungszeit als Lehrkraft betreten und hineinhorchen, um nachzuprüfen, ob und wie zielführend die Gruppen mit der gestellten Aufgabe zurande kommen. Vor allem in der Oberstufe ist so ein Arbeiten eine wahre Freude. Hier sieht man erstmal, was ein paar in der Gruppe nicht nur sprachlich, sondern auch medientechnisch drauf haben. Während ein Teil der Gruppe mündlich die Ergebnisse diskutiert und entscheidet, welche der Aspekte die relevanten sind, wird von einem anderen Teil auf dem Word-Dokument die schriftsprachliche Arbeit geleistet.

    20 Schüler erstellen gleichzeitig eine Lösung

    Es wird formuliert, aufgelistet, zusammengefasst, umarrangiert, korrekturgelesen, auf mündliche Hinweise hin ausgebessert und sprachlich verschönert. Andere wiederum arbeiten im Präsentationsmodus mit einem Bildbearbeitungsprogramm und kümmern sich in Gimp um die grafische Ausgestaltung des Endprodukts. Wie von Geisterhand werden Rahmen gezogen, Masken und Ebenen übereinander gelegt, geschnitten, Bilder eingefügt, skaliert, gedreht und am Ende in das Word-Dokument eingefügt.
    Damit kommen die Gruppen in nur 15 Minuten zu Ergebnissen, die wir im Unterricht so niemals hinbekommen würden.  Über so viel Eigeninitiative und Arbeitsenthusiasmus kann ich nur staunen. Und freue mich dabei wie ein kleines Kind.

    Anbei daher eine kleine, freudvolle Galerie der Arbeitsaufträge, die ich dem Kurs auf die Breakout Rooms verteilt habe. Zusammen mit ein paar ihrer Ergebnisse:

    • Nach einer Dokumentation über Fridays for Future, in denen wir die Pros und Cons gemeinsam auf einem Word-Dokument als Mediation gesammelt haben, sollte der Kurs in drei Gruppen nun eine eigene Umweltorganisation gründen: Komplett mit Namen, Logo und einer Agenda:
    • Auf Basis eines deutschen Textes soll der Kurs in Kleingruppen daraus eine neue Textsorte kollaborativ erstellen. Die eine Gruppe macht aus dem Text einen seriösen, englischsprachigen Artikel, die andere eine informelle eMail. Die letzte erstellt ein Skript zu einem Interview zwischen dem deutschen Autor und einem englischen Nachrichtensprecher. In einem zweiten Schritt soll jede Gruppe eine andere korrekturlesen und Anmerkungen machen. Die Endredaktion übernehme ich.

     

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