So, das Halbjahr geht los, und damit ist bei uns der Startschuss zur 1:1-Ausstattung in den zehnten Klassen gegeben. Es wird ernst.


So, das Halbjahr geht los, und damit ist bei uns der Startschuss zur 1:1-Ausstattung in den zehnten Klassen gegeben. Es wird ernst.


Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Fasching. Auch wenn ich ein Geburtstagskind bin, dessen Wiegenfest in die jecke Zeit fällt (Wassermänner vor!), gibt es wohl kein Fest, mit dem ich so wenig anfangen kann wie die das künstliche Spaß-haben auf Knopfdruck in billigen Kostümen.
Umso mehr Überwindung hat es mich gekostet, an der Schule zu einer kollegeninternen Motto-Party zu erscheinen. Aber ich kam da nicht aus. Immerhin war ich einer der Gastgeber. Und ich hab mich dafür in ungewohnter Weise eingebracht. Nicht nur, dass ich mir eine komplette Kluft von Super Mario gekauft habe. Ich trennte mich für meinen Look sogar von meinem Vollbart, den ich seit bestimmt gut zehn Jahren getragen hatte. Das Ergebnis überraschte mich… und zwar positiv.

Ganz genau wie die Oberstufe, die hatte ich über ein Feedback in der Lernplattform um eine ehrliche (anonyme) Meinung zu meiner neuen Bartfrisur gebeten. Und das Ergebnis fand ich tatsächlich so süß, dass ich es gerne zeigen möchte. Streckenweise passen die Antworten nicht wirklich zur These, aber was soll’s.
Frage lautet: Should Mr Mess keep his moustache?

Auch für so einen herzerwärmenden Schmarrn kann die Lernplattform wunderbar nutzen.
In Teil 1 unserer kleinen Reihe hatten wir bereits alle Inhalte fertig zusammengetragen, die für uns in der 1 : 1-Ausstattung wichtig sind. Jetzt galt es, die Theorie so langsam in die Praxis zu überführen und die Veranstaltung in einem geeigneten Rahmen zu verankern. Der pädagogische Nachmittag bot sich dafür regelrecht an. Immerhin ist das Thema ab diesem Jahr für jeden im Kollegium früher oder später in irgendeiner Weise relevant und zu umfangreich, um das in einem kleinen Redebeitrag in einer regulären Konferenz abzuhandeln. Deswegen haben wir von der Schulleitung grünes Licht bekommen. Sie weicht dankenswerterweise von der ursprünglichen Tagesordnung ab, um uns die Bühne für die digitale Schule der Zukunft zu überlassen. Wir hoffen, sie gebührend zu füllen zu können.

Keine Sorge, das ist echt nix Großes. Aber ich merke immer wieder, dass ich die Aktivität Abstimmung immer wieder gerne quick and dirty bei mir in sämtlichen Kursen in der Lernplattform von ByCS einsetze. Das Ding ist in der Regel blitzschnell erstellt, ebenso schnell durchgeführt und bietet sofort jede Menge Redeanlässe.
Letztlich kann man ja alles zur Abstimmung stellen: Wandertagsziele, (Klassensprecher-)Wahlen, Debattensieger, Klassenlektüre… Ich nutze es gerne immer wieder im Literaturunterricht in der Oberstufe zu Themen, die man im Nachgang immer mit Textbelegen unterfüttern muss. So auch dieses Mal wieder. Am Ende von The Great Gatsby, den ich in der Oberstufe immer gerne lese, war dieses mal die große Frage gestellt: Wer von den Charakteren ist denn nun der böseste von allen?
Nach dem Erstellen der Aktivität gibt man unter den Optionen lediglich die möglichen Antwortmöglichkeiten an und entscheidet, ob man den Kursteilnehmenden mehrere Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen möchte oder eben nicht (Entsprechend ein Ja oder Nein setzen bei Anzahl der Antworten bei den Abstimmungsoptionen beschränken). Unter Ergebnisse kann man sich am Ende noch entscheiden, ob bei der Darstellung der Resultate die Namen der Teilnehmenden angezeigt werden oder eben nicht (Auswahl Veröffentlichung der Ergebnisse vollständig anonym). Das hat direkte Auswirkungen auf die Optik, da in letzterem Falle die Ergebnisse als schicke Balkengrafik daherkommen. Und jeder Beamter steht auf Grafiken mit Balken:

Bei der Darstellung mit Namen sieht das leider nicht so hübsch aus:

Aber durch die Nennung der Namen (hier nicht abgebildet. Datenschutz und so…) darunter hat man sofort mehr Redeanlässe, weil man die Leute direkt ansprechen kann, warum sie sich dafür entschieden haben. Für mich hier in der Abstimmung hoch interessant ist, dass sich beim Thema Wer ist der Bösewicht quasi alle einhellig auf Daisy gestürzt haben. Vor allem die Schülerinnen. Wirklich jede einzelne Kursteilnehmerin hat sich für das Dummchen als Hassobjekt entschieden. Die Männer, die ja teilweise ja auch gut in kriminellen Machenschaften verwickelt sind und alle ihre Leichen im Keller haben, wurden komplett ignoriert. Sowas mit Hilfe der Abstimmung und des Textes herauszufinden und zu begründen, finde ich hochspannend.
Traditionell geht es bei uns an der Schule im letzten Jahr für die Oberstufe nach Griechenland. Die Fahrt existiert bei uns als Tradition an der Schule seit vermutlich 40 Jahren. Entsprechend haben sich viele Ab- und Verläufe aus den 80ern bis heute erhalten:Anmeldung zur Fahrt: Das Dokument dazu war im Kurs einfach als PDF hinterlegt, das ausgedruckt und unterschrieben abgegeben werden musste – eine Unterschrift ist im Jahre 2025 immer noch am meisten wert. Zusätzlich waren die Teilnehmenden jedoch angehalten, die Regeln noch einmal durchzulesen und aktiv durch einen Mausklick zu bestätigen. Dazu wurde das PDF in den Einstellungen mit einer Abschlussbedingung versehen. Über die Option Teilnehmer/innen müssen die Aktivität manuell als erledigt markieren wird jeder Bestätigungsklick automatisch dokumentiert.

Über Berichte > Aktivitätsabschluss lässt sich für jede einzelne Person nachsehen, wer die Regeln bestätigt hat oder nicht. Nerviges Durchblättern auf der Suche nach nicht erfolgten Bestätigungen oder Unterschriften entfällt dadurch komplett.

Hinterlegung der persönlichen Daten: Hierfür haben wir uns die Aktivität der Datenbank geschnappt, um die ich lange Zeit einen großen Bogen gemacht habe. Bei dem Gedanken, irgendwelche Felder zu programmieren, bekam ich Schüttelfrost. Dabei geht die Datenbank auch ganz basal für Altphilologen. Unter Felder in der Datenbank, haben wir bei Neues Feld erstellen fünfmal den Typ Kurzer Text ausgewählt und jeweils benannt.

Einzutragen von jedem Schüler waren Nach- und Vorname, Geburtsdatum, Telefonnummer sowie eventuelle Unverträglichkeiten. Über Aktionen lassen sich am Ende die fertigen Einträge exportieren und im CSV- oder ODS-Format weiterverarbeiten – z. B. um die Liste mit Namen und Geburtsdatum an die Fluggesellschaft weiterzuleiten.

Das hätten wir früher alles händisch abgetippt, Handynummern in einer zusätzlichen Versammlung von den Leuten eintragen lassen… Das alles entfällt. Ebenso wie das erneute Ausdrucken und Austeilen sämtlicher Unterlagen in ein paar Jahren. Dafür werden die alten Teilnehmenden einfach aus dem Kurs ausgeschrieben und die neuen an Bord geholt.
Voilà.
Mit der 1:1-Ausstattung wurde letztes Jahr den weiterführenden Schulen ein ordentliches Ei ins Nest gelegt. Nur ganz kurz für die Uneingeweihten: Im Grunde war die Verlautbarung folgendermaßen:




Es ist jetzt mittlerweile das vierte Jahr, dass ich regelmäßig in gewissen Klassenstufen die Lernplattform

Mehr als das. Das sind RICHTIG GUTE Hinweise! Und zwar so gut, dass ich sie unbedingt umsetzen möchte, sobald ich Zeit habe. Mal schauen, wie gut mir das gelingt. Stay put!
Herr Rau hat in einem seiner jüngsten Blogposts eine gute Frage gestellt, die im Zusammenhang der Notizen App Goodnotes stand, vor der wir in den nächsten Jahren wohl vermehrt in Klassenzimmern sehen werden. Denn ab nächstem Schuljahr soll in den weiterführenden Schulen die 1:1-Ausstattung mit digitalen Geräten im Unterricht auf den Weg gebracht werden. Sic 
KI und Unterricht? Puh, für die meisten fast schon wieder kalter Kaffee. Für mich persönlich aber tatsächlich fast immer noch ein Novum, wenn ich ehrlich bin. Denn mit dem Thema habe ich mich bislang nur marginal beschäftigt. Klar habe ich ein bisschen damit herumgespielt, als vor knapp zwei Jahren ChatGPT durch die Nachrichten rauschte und die sozialen Netzwerken vor Seiten und Beiträgen nur so explodierten, was sich damit alles anstellen ließe. Wie viele Screenshots ich noch von alten Twitter-Posts abgespeichert habe, in denen eine AI-Seite nach der anderen in irgendwelchen Top 10-Listen zusammengestellt ist, kann ich gar nicht mehr zählen. Aber angesehen habe ich mir bis heute keine einzige davon. Mir war das zu schnell und zu viel. Wenn man das Thema in einem laufenden Schuljahr sinnvoll angehen will, muss man da schon ordentlich Zeit mitbringen, die ich mitten in Schulumzügen und Admin-Tätigkeiten einfach nicht hatte. Zumindest nicht in dem Umfang, den das Thema eigentlich haben möchte. Zu kleinen Mini-Einheiten hat es aber gereicht.
Eine schulinterne Lehrerfortbildung in unserem Physiksaal zu dem Thema hatte ich brav besucht und ein paar Anwendungsbeispiele gesehen, aber eher für den Alltag. Für den Unterricht habe ich kaum etwas genutzt, außer vielleicht mit KIs zur Bilderstellung.
Dall-E2 habe ich regelmäßig im Unterricht im Konversationskurs bemüht, da die seltsamen Ergebnisse in vielen Stellen besprechenswert, amüsierend, meistens sogar furchterregend waren.

Deutlich besser wurde es mit Mid-Journey, bei dem ich für ein halbes Jahr ein 10€-Monatsabo hatte, mit dem ich das eine oder andere Bild für Mebis-Kurse oder den Unterricht erstellt habe. Aber auch das fiel eher in die Kategorie “mal ein bisschen rumprobieren und diffus vor sich hin wurschteln”. Ich konnte mich mit dem Thema nie so anfreunden. Ein bisschen fühlte es sich wie Schummeln an. Immerhin will ich in meinen Stunden ebenso der Chef sein wie in der Vorbereitung darauf.
Zum anderen hat mich tatsächlich auch die CO2-Bilanz von KI immer etwas abgeschreckt. Wenn man man liest, was das Thema umwelttechnisch für Spuren hinterlässt, bin ich schon doppelt vorsichtig bei der Nutzung und frage mich, ob ich mein Gehirn nicht weiter nutzen möchte.
Aber jetzt mit der neuen KI der ALP, von der Herr Rau schon sehr eingängig gesprochen hat, habe ich im Zuge des Selbstlernkurses mal ein bisschen mich auf Spur bringen lassen, was damit so im Unterricht möglich ist.
Die Ankündigung, diese erst nach Bestehen eines Moodlekurses nutzen zu können führte unter anderem auch auf Mastodon zu ziemlich heftigen Reaktionen, weil der oder die eine oder andere Gängelung vermutet. Aber für jemanden wie mich, der bislang immer eher diffus an dem Thema herumgedoktert hat, war dieser Kurs tatsächlich ein super Überblick, um einfach mal mit dem Thema warm zu werden, anstatt sich nach Trial and Error mal durchzuwurschteln. Und für die eine oder andere nervige Aufgabe ist KI tatsächlich eine große Erleichterung.
Meine Ergebnisse mit dem Thema will ich ab und an auch hier in den Blog schreiben. Ob es daraus gleich eine Serie wird, keine Ahnung. Auf jeden Fall dient es für mich vorrangig als kleine Erinnerungsstütze, wenn ich mal wieder in einem Inspirationsloch hocke.

Was für eine verrückte Woche war das denn!?

Und da soll einer sagen, die Kiddies seien unpolitisch und naiv…
