“Guten Morgen, München! Die Frühling ist da!”, ruft die italienische Bedienung quer über den Weißenburger Platz an diesem sonnigen Samstag. Und er hat recht. Die Luft ist kühl, aber erfrischend, die Sonne strahlt von einem tiefblauen Märzhimmel, kein Wölkchen trübt den Horizont. Die Cafés füllen sich schon um neun Uhr morgens mit den ersten Gästen – die meisten mit einem Cappuccino vor sich, die ganz besonders Kühnen sogar mit einem Aperol. Die Stimmung ist gelöst, ent- und vor allem GEspannt auf alles, was das Jahr bringt. Der Winter war lange und trüb. Jetzt steht alles auf Neuanfang.
Es geht wieder los.
Bei uns an der Schule ist es genauso. Man befreit sich kollektiv aus dem Winterblues. Die Leute haben einfach wieder Lust. Ein neues Seminar ist bei uns eingetroffen und sehr vergnügt, ich arbeite sehr gerne an den Nachmittagen mit ihnen zusammen, um ihnen ein bisschen Handwerkzeug auf den Weg zu geben. Die Hardware dazu bringen sie selbst mit. Keiner der Teilnehmenden will eines dieser ollen Ausbildungsgeräte, die mir seit drei Jahren regelmäßig stimmungsmäßig den März verhageln. Das gab es noch nie.
Auch eine Premiere: die 1:1-Ausstattung. Die ging jetzt in der ersten Märzwoche los und als Team sind wir sehr auf die Rückmeldungen gespannt, wie es läuft. Denn der Start war ein bisschen mau. Gerade mal 60% der Unterschriften hatten wir zum vor drei Wochen veranschlagten Stichtag zusammen. Als Konsequenz haben wir die entsprechenden Eltern angeschrieben und deren Kindern vorerst die Geräte verboten. Als Konsequenz trudelten fast alle fehlenden Unterschriften innerhalb von 12 Stunden ein. Teilweise um drei Uhr in der Früh wurde alles hochgeladen. Die Lernplattform zeichnet sowas gnadenlos auf. In dieser Hinsicht werden wir also unseren modus operandi etwas anpassen müssen. An die Selbständigkeit von zehnten Klassen zu appellieren funktioniert nur so semigut.
Auch mein Blog läuft wieder an und war ein bisschen im Winterschlaf. Sorry about that. Es war ein bisschen was los bei mir, was hier nicht in den Blog gehört. Meine Liebsten wissen ja ohnehin Bescheid. Aber sagen wir es so: 2026 wird vielleicht das Jahr der Neuanfänge. Und der Plural ist mit Absicht gewählt.
Spannend.
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So, das Halbjahr geht los, und damit ist bei uns der Startschuss zur 1:1-Ausstattung in den zehnten Klassen gegeben. Es wird ernst.
Nach dem pädagogischen Nachmittag im November haben wir alles festgezurrt, in Ordner in Drive gesteckt und auch dort kollaborativ für alle Beteiligten der Schulfamilie Dokumente und digitale Produkte erstellt.
Die Kollegen baten wir über ein kollaborativ beschreibbares DOC-Dokument um Fragen, die sie noch zur 1:1-Ausstattung hatten. Daraus haben wir im Laufe der Monate ein FAQ erstellt, das wir zum Startschuss allen zur Verfügung stellen. Sollten im Laufe des Schuljahres weitere Fragen auftauchen, können Kollegen diese ganz einfach über einen Link in die DOC-Datei eintippen und wir beantworten das alles bis zum nächsten 1:1-Startschuss.
Unser Space zur Digitalen Schule der Zukunft in vollem Glanz
Für die Eltern haben wir eine Anleitung erstellt, wie die iPads eingerichtet werden sollen. Denn an das Thema MDM wollten wir uns bei Gott nicht heranwagen. Geräte, die Eigentum der Eltern sind, mit Hilfe von einem solchen Ding in das Schulsystem einzupflegen, fühlt sich schräg an. Wenn in diesem Zusammenhang irgendetwas schief geht, steht immer die Frage der Haftung im Raum. Und bei den ganzen 1000 Mini-Handgriffen, die im Zuge von Digitale Schule der Zukunft nötig waren, ist das eine zusätzliche Baustelle, die wir uns nicht noch auch antun wollten.
Für die Schüler haben wir in Zusammenarbeit mit den Medienwarten einen Kurs in der Lernplattform erstellt. Dort finden die Schüler zunächst einmal auch FAQs in Form von universellen Textfeldern als Akkordeon und einen Lauffaden.
Auszug aus unserem FAQ für DSdZ-Klassen
Da wir ja erst in der 10. Klasse erst anfangen, wollten wir zunächst an die Selbstständigkeit unserer Schülerschaft appellieren und versuchen, ob sie sich das Einrichten des iPads mit allen nötigen Programmen nicht auch selbst aufschaufeln können. Dazu gibt es im Kurs eine PowerPoint-Präsentation, die die Kids auf knapp 20 Folien von vorne bis hinten durch Registratur und Einrichtungsprozesse führen.
Verhaltensregeln werden durchgelesen und durch Klick als gelesen markiert und in der Lernplattform gespeichert.
Die dazugehörigen Verhaltensregeln im Unterricht sowie die Unterschrift, mit der sie sich zur Einhaltung verpflichten, sind einmal als Aufgabe zum Hochladen und dann als Datei angelegt, die Sie als erledigt markieren müssen. Dadurch haben wir in Windeseile im Blick, wer schon alle Vorgaben erfüllt hat und das Tablet im Unterricht nutzen darf – und wer nicht. Letztere dürfen das Tablet dann so lange nicht nutzen, bis alles gemacht ist.
Dann schauen wir mal, wie es läuft.
Drückt uns die Daumen.
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Wer mich kennt, weiß um meine Aversion gegen Fasching. Auch wenn ich ein Geburtstagskind bin, dessen Wiegenfest in die jecke Zeit fällt (Wassermänner vor!), gibt es wohl kein Fest, mit dem ich so wenig anfangen kann wie die das künstliche Spaß-haben auf Knopfdruck in billigen Kostümen.
Umso mehr Überwindung hat es mich gekostet, an der Schule zu einer kollegeninternen Motto-Party zu erscheinen. Aber ich kam da nicht aus. Immerhin war ich einer der Gastgeber. Und ich hab mich dafür in ungewohnter Weise eingebracht. Nicht nur, dass ich mir eine komplette Kluft von Super Mario gekauft habe. Ich trennte mich für meinen Look sogar von meinem Vollbart, den ich seit bestimmt gut zehn Jahren getragen hatte. Das Ergebnis überraschte mich… und zwar positiv.
Ganz genau wie die Oberstufe, die hatte ich über ein Feedback in der Lernplattform um eine ehrliche (anonyme) Meinung zu meiner neuen Bartfrisur gebeten. Und das Ergebnis fand ich tatsächlich so süß, dass ich es gerne zeigen möchte. Streckenweise passen die Antworten nicht wirklich zur These, aber was soll’s.
Frage lautet: Should Mr Mess keep his moustache?
Auch für so einen herzerwärmenden Schmarrn kann die Lernplattform wunderbar nutzen.
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Und da war es schon: Filmprojekt Nummer 2. Über den Arbeitskreis am ISB wurden wir in der Gruppe angefragt, ob wir nicht bei einer kleinen Testimonial-Kampagne dabei sein wollten, in der wir der Lehrerschaft vor laufender Kamera ein bisschen etwas über die Art unserer digitalen Arbeit erzählen wollten. Naja, wollen stimmte nicht so ganz. In dem Moment, wo man nicht vehement abgelehnt hatte, war man mehr oder weniger verpflichtet.
Und so rückten wir Ende Januar in Dillingen an, um unser Filmdebut zu geben. Vor laufender Kamera. Sehr beeindruckend: Das Filmstudio der ALP ist in eine alte Kapelle gebaut. Wie die Kaaba steht ein hölzener Kubus in der (entweihten) Kultstätte und beherbergt ein komplett ausgestattetes Studio mit Regiekabine, Scheinwerfern, Mikrofonen jeglicher Art und einem riesigen LED-Screen, auf den sich Hintergründe jeglicher Art projizieren lassen.
Das Filmstudio – von außen
Und genau dorthin wurden wir einer nach dem anderen hereingebeten und vor laufender Kamera ein bisschen was zu erzählen. Die Interviews gingen mitunter sehr in die Tiefe. Und das Gefühl, knapp 45 Minuten in eine Kamera reden zu müssen, ist zu Beginn schon sehr beunruhigend. Man starrt in die Dunkelheit eines Raumes, wo auf Brusthöhe ein riesiges Objektiv wie eine Waffe auf einen gerichtet ist. Und dann geht’s los. Man hat gar keine Ahnung, wie man vor der Kamera wirkt, ob es passt, ob man zu sehr fuchtelt (meine Achilles-Ferse), wie ein Besenstil da steht…
Zum Glück war das Team sehr zuvorkommend und lieb. Die Kollegen ohnehin – immerhin kennen wir uns nun schon das fünfte Jahr. Da sind mittlerweile richtige Freundschaften hervorgegangen. Der Umgang ist aufrichtig, herzlich, und bei einem Feierabendbier (oder in meinem Falle -wein) im Akademiekeller der ALP werden schon längst nicht nur fachliche Themen besprochen. Es ist tatsächlich eine neue kleine Wohlfühlfamilie geworden.
Und dafür bin ich unendlich dankbar ♥
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Die staade Zeit geht für mich gefühlt erst immer nach Weihnachten los. Die Tage zwischen dem 26. und 31. Dezember tragen eine gewisse Ruhe in sich, die fast schon nach Erschöpfung aussieht: Die Christkindl-Märkte sind menschenleer und teilweise abgebaut. Die Straßen liegen da öde und verwaist, die Bäume wiegen sich mit ihren kargen Ästen im Dezemberwind, Stille kehrt ein. Und Dunkelheit.
Erst jetzt komme ich tatsächlich dazu, ein bisschen durchzuatmen und zu reflektieren. Mache mir in diesen Tagen gerne das Wohnzimmer schummrig mit einem guten Buch, einer Kanne Tee und einer Kuscheldecke auf dem Sofa – und dann kreisen die Gedanken. Es wird Zeit, dass dieses Jahr zu Ende geht. Es war furchtbar anstrengend. Nicht nur beruflich, auch privat ging einiges durcheinander, teilweise in die Brüche. Und ich merke, dass ich ein großes Problem habe, von alten Strukturen loszulassen. Egal, ob es um Freundschaften geht, um Beziehungen, die nicht mehr gut laufen, oder den Tod eines Familienmitgliedes. All die Personen und die dazugehörige Konstellation schleppe ich deutlich länger mit mir herum, als ich sollte. Und über die Jahre häuft das mehr und mehr Ballast auf. Das merke ich in solchen Phasen wie den jetzigen deutlich. Ich bin off tune. Unausgeglichen. Irgendwas arbeitet in mir, was ich nicht mit Arbeit oder Freizeitaktivitäten kompensieren oder gar verdrängen kann.
Bei einem Einkaufsbummel am Heilig Abend fiel mir dann aus heiterem Himmel das Buch Loslassen von David R. Hawkins in die Hände. In ihm geht es um verschiedene Bewusstseinsstufen, die man in Krisen durchlebt, und welches Frust- aber auch Aktionspotenzial diese in sich bergen, sodass man – richtig angewendet – Phasen der Apathie hinter sich lassen kann, um sich auf die nächst höhere Stufe zu hieven. Das klingt alles furchtbar esoterisch, und ich bin tatsächlich einer der letzten, der sich normalerweise auf so etwas einlassen würde. Aber das Schmökern in diesem Buch tut mir richtig gut. Man fühlt sich mit vielen Situationen und Konstellationen gehört und verstanden. Und viele Techniken, die darin beschrieben sind, lassen sich sofort im Hier und Jetzt anwenden. Und dann geht’s mir deutlich besser. Und das ist die Hauptsache.
Harte Kost. Aber gut…
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In den sozialen Medien merke ich unter den Leuten, die ungefähr in meinem Alter sind, eine zunehmende Ermüdung, wenn es um Social Media geht. An vielen Stellen hat man das Gefühl, die Luft ist einfach raus. Diskussionen kommen nicht zustande oder versanden im Nichts. Andere Accounts sind einfach nur die ganze Zeit beschäftigt mit Selbstdarstellung. Es kann natürlich auch sein, dass ich bzw. wir auch einfach in den falschen Netzwerken unterwegs bin/sind. Aber das Thema TikTok oder Instagram hat sich für mich als Plattform zum Vernetzen ein bisschen erledigt. Das, was ich vor ein paar Monaten dort gesehen habe, ist streckenweise echt für mich schwer zu ertragen. Viel Selbstdarstellung, viel Overacting, das nützt mir einfach überhaupt nichts.
Entsprechend ziehen sich viele Leute wieder auf den Blog zurück und versuchen dort wieder produktiver zu sein. Ich versuche das auch. Allerdings findet man oft auch im Moment schlecht die Zeit dazu, alles aufzuschreiben, was man möchte. Eine kleine Möglichkeit habe ich mir mittlerweile für lange Autofahrten beigebracht. Ich diktiere Themen oder Texte, die ich im Blog benutzen will, einfach als Audionotiz in Evernote und lasse hinterher alles von der KI in Text umwandeln. Das spart einerseits mächtig Zeit, zeigt mir andererseits aber auch, wie sehr ich tatsächlich ein Mann der Schrift bin. Wenn ich Texte erstelle, ist das Flow-Gefühl beim Schreiben viel schneller da als beim Sprechen. Dort halte ich regelmäßig inne, muss mich verbessern, oder tue mir mit dem Formulieren deutlich schwerer, als wenn ich an der Tastatur oder mit einem Stift in der Hand am Schreibtisch sitze.
Ich schätze das merkt man auch an diesem Text, der sprechenderweise entstand…
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Die Resonanz auf den pädagogischen Nachmittag fiel in Summe tatsächlich sehr positiv aus. Für einen pädagogischen Nachmittag – ich weiß nicht, wie es an euren Schulen so läuft – ist das bei uns tatsächlich eine Ausnahme. Und das freut mich sehr. Nichtsdestotrotz ist mit der 1:1- Ausstattung noch lange nicht alles in trockene Tücher gehüllt. Jetzt geht es tatsächlich erst so richtig ans Eingemachte… bzw. ans Handfeste: Die von den Eltern gekauften Geräte müssen auf Förderfähigkeit geprüft werden. Das ist leider genauso sexy wie es klingt. Nach dem Besuchen einer Fortbildung erhält man ein Authega-Zertifikat, das dazu berechtigt, die von den Eltern eingereichten Rechnungen und Geräte zu überprüfen, ob sie den von der Schule gestellten Mindestanforderungen genügen. Auf dieses Listenabhaken freue ich mich ganz besonders.
Dann bedarf es noch der einen oder anderen Nachbereitung von letzter Woche: Der theoretische Teil im pädagogischen Nachmittag legte das Konzept in seinen Grundzügen fest. Allerdings benötigt jede Gruppe der Schulfamilie daraus eine gewisse Synthese: Was müssen die Eltern auf dem iPad einrichten? Was müssen Schüler auf dem iPad einrichten und was dürfen sie nicht? Was erwartet Lehrer nun an Veränderungen im Lernsetting und im Classroom-Management, jetzt wo dann in der Mittelstufe regelmäßig mit den Geräten gearbeitet wird?
All das ist im Vortrag besprochen worden, aber eine gewisse Grundübersicht darf bei einem so großen Thema einfach nicht ausbleiben. Und da können wir uns vor allem im ersten Jahr auch keine Schludrigkeiten erlauben. Wenn die Einrichtungsanleitung für die Eltern irgendwo hakt, gibt es sofort Unmut. Das muss komplett wasserdicht sein. In diesem Zusammenhang haben wir von einigen aus dem Kollegium, die selber schon Kinder an Tabletschulen haben, gesagt bekommen, dass es nahezu unmöglich ist, für komplette Sicherheit und Unablenkbarkeit mit iPads zu sorgen. Das kann ich zu einem gewissen Grad nachvollziehen – und eingestehen. Allerdings schwingt da auch eine gehörige Portion Desinformation mit.
Ein paar behaupten bei uns steif und fest, dass Kinder, selbst wenn die Eltern sie über einen restriktiven Kiddie-Account auf dem Tablet arbeiten lassen, mühelos Apps herunterladen können, die auf einem Tablet für den Unterricht eigentlich nichts zu suchen haben… Auf Nachfrage in den Tagen später kam raus, dass sie eigentlich die Bildschirmzeit meinten, die sich über den Kinderaccount nicht einstellen lässt. App-Installation und Bildschirmzeit… das sind völlig unterschiedliche Dinge. Für den Ungeübten aber scheinbar ein- und derselbe Topf. Daran sieht man wirklich, wie wichtig es ist, diese Anleitungen wirklich wirklich wirklich wasserdicht und nachvollziehbar zu machen…
In diesem Zusammenhang würde mich tatsächlich die Erfahrungen von anderen Schulen sehr interessieren, die damit schon gearbeitet haben. Nach meinen Erfahrungen ist das durchaus möglich, die Bildschirmzeiten einzustellen. Welche Erfahrung habt ihr denn da? Gerne in den Kommentaren…
Naja, und all das passiert mal so nebenher bis Weihnachten. Ihr wisst schon, die staade Zeit, wenn Weihnachtskonzerte stattfinden und Adventsbasare und Schulaufgaben und Korrekturen und Probezeitkonferenzen und die angeblich so entspannenden Adventswochenenden. Es gibt einiges zu tun. Aber der Erfolg vom pädagogischen Nachmittag gibt mächtig Auftrieb. Das wird schon alles…
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In Teil 1 unserer kleinen Reihe hatten wir bereits alle Inhalte fertig zusammengetragen, die für uns in der 1 : 1-Ausstattung wichtig sind. Jetzt galt es, die Theorie so langsam in die Praxis zu überführen und die Veranstaltung in einem geeigneten Rahmen zu verankern. Der pädagogische Nachmittag bot sich dafür regelrecht an. Immerhin ist das Thema ab diesem Jahr für jeden im Kollegium früher oder später in irgendeiner Weise relevant und zu umfangreich, um das in einem kleinen Redebeitrag in einer regulären Konferenz abzuhandeln. Deswegen haben wir von der Schulleitung grünes Licht bekommen. Sie weicht dankenswerterweise von der ursprünglichen Tagesordnung ab, um uns die Bühne für die digitale Schule der Zukunft zu überlassen. Wir hoffen, sie gebührend zu füllen zu können.
Das Vorhaben
Der Ablauf ergibt sich eigentlich relativ organisch aus der Art und Weise, wie wir in der Lernplattform die Inhalte vorstrukturiert hatten. Per Copy & Paste konnten wir ein Konzept innerhalb von ein paar Minuten in einer ByCS-Präsentation gemeinsam zusammentragen:
Unser geplanter Ablauf – kollaborativ in ein paar Minuten erstellt
Zu Beginn folgt ein theoretischer Teil, in dem die Leute zu allen Themen informiert werden, die wir damals in Gruppe 2 zusammengetragen haben: Classroom Management, Regeln, Konsequenzen bei Verstößen, Mediencurriculum, Medienkonzept, sowie grundlegende technische Voraussetzungen für das Gelingen (welches Netzwerk, wie wird der Bildschirm gespiegelt etc.). In Anschluss daran haben wir Workshops geplant, in denen wir die Programme, die wir aus Gruppe 1 das letzte Mal per Umfrage als am meisten relevant gekennzeichnet haben, auf mehreren Schienen zum Anleiten und Ausprobieren anbieten. Interessierte suchen sich aus jeder Schiene eine Fortbildung raus und belegen diese. Für jede davon gibt es am Ende einen kleinen Fortbildungsschein. Wer diese Workshops übernehmen soll? Zunächst einmal die Leute aus der 1 : 1 -Gruppe, die (hoffentlich) in irgendeiner Weise einmal mit einem dieser Programme gearbeitet haben. Ausstattungsgruppe. Diese können sich in die PowerPoint-Folie selbst eintragen, wenn ihnen ein gewisser Slot oder ein Thema zusagt. Die Workshops, die noch nicht vergeben sind, werden gesammelt und anschließend ans Kollegium gestreut. Bei uns betrifft das aktuell tatsächlich nur das ZumPad, das noch nicht vergeben ist. Aber mit etwas Glück bekommen wir das auch noch unter. Zur Not übernehme ich das halt.
Auf diese Weise kommen wir auf eine Veranstaltung, die mit insgesamt 3,5 Stunden eine ordentliche, aber nicht ausufernde Größe hat.
Los geht’s!
Jetzt, wo dann so langsam alle Workshops vergeben sind, geht es an die ersten Vorbereitungen fürs Kollegium. In den ersten Tagen nach den Ferien geht es los mit einem kleinen Anschreiben, in dem der Verlaufsplan wie auch die Organisation erklärt werden. Dann gilt es, Räume zu suchen und Daumen zu drücken, ob unsere IT am pädagogischen Nachmittag mit so viel Traffic zurechtkommt. Und natürlich auch BayernCloud Schule, denn die Produkte Drive und Messenger sind hochgefragt. Hoffen wir, dass sie halten, was sie versprechen. Wenn das vor aller Leute Augen scheitert, werden die nie wieder vom Kollegium angefasst.
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Vor einiger Zeit haben wir eine reguläre Bilddatei erfolgreich in das Vektorenformat SVG überführt. Heute wollen wir unseren Jupiter ein bisschen weiter bearbeiten und ein bisschen Farbe ins Spiel bringen – und zwar mit einem Vektorenbearbeitungsprogramm. Dafür nutze ich auf dem Inkscape. Auf dem iPad ist der Affinity Designer wohl absoluter Platzhirsch auf dem Gebiet aber auch nicht ganz billig. Inkscape ist komplett kostenlos.
Mini-Repetitorium zu Vektorengrafiken und Inkscape
Mit einem solchen Programm zu arbeiten ist etwas ganz anderes als mit meinem Bildbearbeitungsprogramm. Jeder Kreis, jedes Viereck, jede Linie ist in Vektoren aufgeteilt, die aus Start-, Knotenpunkten und Pfaden bestehen. Diese kann man sich anzeigen lassen, sobald man das Vektoren-Icon in der linken Leiste aktiviert und anschließend auf das Element klickt, das man ändern möchte. Nicht erschrecken, das sieht im ersten Moment furchtbarer aus als es ist.
Überall Knotenpunkte. Das Vektoren-Icon oben links ist bereits aktiviert.
Eventuell kann es nötig sein, diese Vektoren weiter zu bearbeiten, wenn man die einzelnen Flächen mit Farbe füllen möchte. Zum Einstieg würde ich dafür das klassische Fülltool nutzen, das man ebenso in der linken Icon-Leiste findet.
Das Füll-Icon
Sobald man dieses anklickt und eine Farbe auswählt, lassen sich damit Flächen ganz einfach einfärben. So wie man es von Paint gewohnt ist. Aber Achtung!
Kurzes Facelift
Ist eine Linie nicht ganz durchgezogen und eine Fläche damit an einer Stelle nicht abgeschlossen, werden auch angrenzende Bereiche eingefärbt. Möchte man beispielsweise den Bart von unserem Jupiter in funky blue einfärben, ist auf einmal das komplette Gesicht blau, weil der Bart und das restliche Gesicht an einer Stelle nicht richtig voneinander abgegrenzt sind.
Finde den Fehler, warum statt des Bartes der komplette Kopf blau geworden ist.
Das lässt sich mit der Bearbeitung der Linie schnell beheben. Also wieder das Vektoren-Icon aktiviert, die Konturenlinie angeklickt und wieder vor den ganzen Zusatzinformationen erschrecken. Aber alles halb so wild.
Sobald man auf die entsprechende Stelle zoomt, die man verändern möchte, sieht das alles gar nicht mehr so schlimm aus. Hier im Ausschnitt ist die weiße Stelle und die Linie des Bartes zu sehen, die nicht mit der Kontur der Nase verbunden ist.
Bart und Nasenansatz von Jupiter mal vergrößert
Durch Anklicken der Knotenpunkte kann man die Linie jetzt weiter an den Rand der Nase ziehen. Sollte die Anzahl der Knotenpunkte dafür nicht reichen, kann man ganz einfach einen neuen hinzufügen, indem man an den Linienrand doppelt klickt und das Ding an die richtige Stelle zieht.
Jetzt ist alles verbunden und geschlossen
Sobald man fertig ist, geht man aus dem Modus wieder raus und überprüft, wie dicht diese Linie nun ist, indem man erneut das Füllsymbol nutzt.
Ergebnis erfolgreich. Jetzt wird nur der Bart blau.
Jetzt ist auf einmal nur der Bart gefüllt, die Fläche zum Gesicht also ordentlich abgegrenzt. Auf diese Weise kann man sich jetzt nun austoben und ganz einfach mit dem Farbsymbol die restlichen Flächen ausfüllen. Innerhalb von zwei Minuten hat unser Jupiter Farbe im Gesicht. Sollte die Füllung eine Musterung oder Farbverlauf beinhalten, müsste man das in einem Eigenschaften-Menü ändern. Und dem Register “Füllung und Kontur” auf der rechten Seite lässt sich die Option “Einfach Farbe” auswählen. Alle Füllungen werden nun künftig ausschließlich mit der gewählten Farbe gefüllt.
Beim Füllen nicht vergessen, eine einzelne Farbe zu wählen
Und damit ist unser Jupiter nun auch ruckzuck farbig!
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Keine Sorge, das ist echt nix Großes. Aber ich merke immer wieder, dass ich die Aktivität Abstimmung immer wieder gerne quick and dirty bei mir in sämtlichen Kursen in der Lernplattform von ByCS einsetze. Das Ding ist in der Regel blitzschnell erstellt, ebenso schnell durchgeführt und bietet sofort jede Menge Redeanlässe.
Letztlich kann man ja alles zur Abstimmung stellen: Wandertagsziele, (Klassensprecher-)Wahlen, Debattensieger, Klassenlektüre… Ich nutze es gerne immer wieder im Literaturunterricht in der Oberstufe zu Themen, die man im Nachgang immer mit Textbelegen unterfüttern muss. So auch dieses Mal wieder. Am Ende von The Great Gatsby, den ich in der Oberstufe immer gerne lese, war dieses mal die große Frage gestellt: Wer von den Charakteren ist denn nun der böseste von allen?
Wie wird’s gemacht?
Nach dem Erstellen der Aktivität gibt man unter den Optionen lediglich die möglichen Antwortmöglichkeiten an und entscheidet, ob man den Kursteilnehmenden mehrere Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen möchte oder eben nicht (Entsprechend ein Ja oder Nein setzen bei Anzahl der Antworten bei den Abstimmungsoptionen beschränken). Unter Ergebnisse kann man sich am Ende noch entscheiden, ob bei der Darstellung der Resultate die Namen der Teilnehmenden angezeigt werden oder eben nicht (Auswahl Veröffentlichung der Ergebnisse vollständig anonym). Das hat direkte Auswirkungen auf die Optik, da in letzterem Falle die Ergebnisse als schicke Balkengrafik daherkommen. Und jeder Beamter steht auf Grafiken mit Balken:
Darstellung der Ergebnisse in Balkenform, wenn man die Ergebnisse auf “anonym” setzt
Bei der Darstellung mit Namen sieht das leider nicht so hübsch aus:
Aber durch die Nennung der Namen (hier nicht abgebildet. Datenschutz und so…) darunter hat man sofort mehr Redeanlässe, weil man die Leute direkt ansprechen kann, warum sie sich dafür entschieden haben. Für mich hier in der Abstimmung hoch interessant ist, dass sich beim Thema Wer ist der Bösewicht quasi alle einhellig auf Daisy gestürzt haben. Vor allem die Schülerinnen. Wirklich jede einzelne Kursteilnehmerin hat sich für das Dummchen als Hassobjekt entschieden. Die Männer, die ja teilweise ja auch gut in kriminellen Machenschaften verwickelt sind und alle ihre Leichen im Keller haben, wurden komplett ignoriert. Sowas mit Hilfe der Abstimmung und des Textes herauszufinden und zu begründen, finde ich hochspannend.
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