• Technik,  Unterricht

    Der Neuzugang: Samsung Tab S3

    Ich weiß. Noch vor ein paar Wochen habe ich noch getönt, wie zufrieden ich mit meinem Tablet war. Und das ist wirklich ernst gemeint! Seit mehr als vier Jahren leistet mein Samsung Note 8.0 mir nun treueste Dienste. Jeden einzelnen Tag ist es im Einsatz. Es speichert, es streamt, es wird bemalt, bekritzelt, ist Jukebox und Kinozentrale im Unterricht, Sammelstelle für Arbeitsblätter, Referate, alles. Der Akku hätte alle Gründe der Welt, sich mal langsam zu verabschieden, aber er denkt nicht ans Aufhören. Zum Laden muss er immer nur noch alle drei Tage. Genau so lang wie damals 2013, als ich das Gerät gekauft habe. Eigentlich bräuchte ich kein neues Tablet. Und es gibt auch wenig Vergleichbares auf dem Markt. Stiftgebundene Tablets sind unter Samsung rar geworden. Sehr rar. Aktuell gibt es in Deutschland lediglich das Tab S3. Nur ist mir das mit aktuell 600€ (Startpreis irgendwo bei 730€!) deutlich zu teuer. Tja, und dann kam der Black Friday. Und auf einmal ging es für knapp 400€ her. Und da konnte ich dann doch nicht widerstehen und hab es gekauft. Da der Trennungsschmerz von meinem Note 8.0 aber deutlich mehr zu spüren ist als damals noch bei meinem HTC Flyer, will ich keine Lobhudelei auf das Tab S3 veranstalten, ohne im selben Atemzug dem Note 8.0 zu huldigen, das nach meiner Ansicht nie die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es eigentlich verdient. Das Gerät stand immer etwas im Schatten des großen Bruders Note 10.1. Völlig zu Unrecht. Vielleicht kann ich einen kleinen Beitrag leisten, dass das in den Samsung-Annalen anders wird…
    Dass ein Tablet aus dem Jahre 2012 in puncto Performance gegen ein 2017er Modell den Kürzeren ziehen muss, ist keine Überraschung. Die Specs sprechen da eine deutliche Sprache. Die sind mir aber egal. Ich hab das Ding, um damit zu arbeiten und meinen Unterricht zu gestalten. Allein daran möchte ich meinen Bericht messen.

    Da isses, in seiner vollen Pracht!

    Das (Aus-)Maß der Dinge

    Das Note 8.0 in wunderbar handlicher Din/A5-Größe
    Das Tab S3 hat leider deutlich Überhang im Schulranzen

    >Das Note 8.0 war dank seiner Größe ideal für die Lehrertasche. Mit seinen 210.8 x 135.9 x 8 mm ist es gerade mal so groß, breit und leicht wie ein Din/A5 Heft. Damit lag es wunderbar auf Korrekturstapeln auf, schmiegte sich in Heftmappen, ohne auf Nachbarn in der Tasche zu stoßen, zu reiben oder im Extremfall zu brechen. Daran ist natürlich auch das Material des Note schuld, denn das präsentiert sich in widerstandsfähiger Plastik-Fantastik, die einiges aushält. Für Ästheten ein Manko, das sich aber im Alltag echt bewährt hat.
    In Sachen Auftreten kommt das Tab S3 da schon etwas größer daher. Mit seinen 9.3 Zoll ist der Neuling in der Diagonale um knapp 2 cm länger. Damit wirkt es auch etwas größer als das Note 8.0. Nach Samsung-Specs steigt es mit  237.3 x 169 x 6 mm in Länge und Breite jeweils knapp 3 cm mehr in den Ring. Dadurch wird es natürlich auch etwas schwerer. Und zwar fast 100 Gramm. Mit Schuld daran ist auch das verwendete Material. Als Edeltablet vermarktet verwendet Samsung ausschließlich Glas und Aluminium. Ein echter Hingucker -- mir als Lehrer graut es allerdings schon, das Gerät einem Schüler in die Hand zu geben. Ich sehe schon das erste gebrochene Display und Tausende von Fingertatschern, die ich täglich runterwischen darf. Ich hoffe, mein Pessimismus in dieser Hinsicht wird sich weiterhin auf die Theorie beschränken. Aber ein bisschen Angst um die Sicherheit des Gerätes habe ich schon. Da musste definitiv eine Schutzhülle her…

    Kein Monolith, sondern ein Edeltablet, das man mit Samthandschuhen anfassen sollte…

    Accessoires

    Die schönsten Hüllen für das Samsung S3 Tab gibt es meiner Meinung nach bei Fintie

    … Allerdings keine von Samsung. Das einzige, was der Hersteller in dieser Hinsicht auf den Markt hat, ist zwar hip, aber unpraktisch. Vor allem für den Unterricht. Wo es beim Note 8.0 noch ein klobiges, aber funktionales Cover gab, setzt man beim Tab S3 ganz klar auf sexiness und präsentiert eine Hülle, die einfach magnetisch am Gerät klebt. Ist von der Haptik her sehr gut, und dieses Klacks, mit dem die Hülle sich mühelos ans Tablet heftet, hat irgendwas wunderbar Befriedigendes an sich. Aber das hilft mir im Unterricht wenig. Weder sind die Kanten des Tablets gut geschützt, noch ist es ausgeschlossen, dass bei einem Sturz die Hülle vom Gerät fliegt und dann die Katastrophe komplett ist. Noch dazu geht mir eine Halterung für den S-Pen ab, der im Gewusel des Alltags ganz schnell abhanden kommt. Deswegen flog das Samsung Accessoire nach kurzer Zeit raus und wurde durch eine Hülle von Fintie ersetzt. Kostet ein Drittel des Preises und schützt sowohl Tablet als auch S-Pen so, wie ich es mir vorstelle. Und sieht nebenbei auch noch gut aus.

    Display und Sound

    Ich gebe zu, dass mir Grafikspecs eigentlich egal sind. Aber über die Jahre -- vor allem dieses -- merke ich, wie wichtig ein gutes Display beim digitalen Arbeiten ist. Meine Augen sind zunehmend mit Zukneifen beschäftigt. Die kräftigen, aber sehr freundlichen Farben, die das sAMOLED-Display des Tab S3 hervorbringt, sind für meine Glubscher schon aufgrund der größeren Bildschirmdiagonale sehr angenehm. Vielleicht liegt das auch sekundär an der deutlich höheren Auflösung, die das Tablet mit 2048x 1536 Pixel auf den Bildschirm zaubert. Dagegen sehen die 1280x800 des Note 8.0 schon etwas mager aus. Direkt gemerkt hab ich die höhere Auflösung zwar nicht. Aber ich fühle sie…
    Für mich sehr angenehm ist die zusätzliche Funktion des Blaufilters, die man optional zuschalten kann. Durch sie werden die berüchtigten Lichtanteile, die im Gehirn den Wach(-bleib)-Befehl hervorrufen, zurückgehalten, sodass man auch abends im Bett noch gut mit dem Tablet lesen kann, ohne hinterher die ganze Nacht mit starr-offenen Augen auf das Sandmännchen warten zu müssen.

    Kamera

    Hier ist das Tab S3 von Anfang an der große Gewinner. Wo mein Oldie noch mit maximal 5 Megapixel und ohne Blitz auskam, trumpft das Neue mit 13 Megapixel, Blitz und tollem Autofokus auf. Für den Unterricht und das Abfotografieren von Schülerarbeiten, Tafelanschrieben und spontanem Whiteboard-Brainstorming sind das tolle Specs, die doch eine deutliche Verbesserung zum Note 8.0 sind, wie man an diesem Bild-Duo sieht (man beachte auch die deutliche Vergrößerung des erfassten Bildausschnitts):

    Keine Frage: Die Farben sind knackiger, die Schrift auch im Detail schön scharf und Artefakte oder Schlieren, die bei Note 8.0-Bildern bei schlechter Beleuchtung in Klassenzimmern das Entziffern doch gerne mal erschwert haben, gehören der Vergangenheit an. Freut mich. Sollte aber auch normal sein bei Tablets, zwischen denen vier Jahre und mehrere Generationen liegen…

    S-Pen

    Das Note 8.0 hatte aufgrund seiner Größe einen S-Pen in seinem Gehäuse, der den Namen eigentlich nicht verdient hat. Das Ding lag wie ein Zahnstocher in der Hand, weswegen ich schon recht früh auf andere Modelle umgestiegen bin. Der große Bruder des Stiftes aus dem Hause Samsung war da schon besser, aber insgesamt doch nicht der große Wurf. Großes Lob in diesem Zusammenhang an Bamboo, die einen (mittlerweile doch recht teuren) Pen auf dem Markt haben, der im Tragekomfort dem eines echten Stiftes so nahe kommt, dass der alte S-Pen schnell vergessen war.
    Das neue Modell beim Tab S3 kommt dem Bamboo in dieser Hinsicht schon sehr nahe, auch wenn mir die runde Form des Bamboo Pen minimal besser gefällt. Der Samsung-Stift hingegen ist quadratisch mit abgerundeten Ecken und liegt gelegentlich etwas sperrig in der Hand, ähnlich wie ein Stabilo-Fineliner.

    Schick und griffig: Der neue S-Pen

    >Umgekehrt macht ihn das aber auch gerade sehr authentisch, da man derartiges Schreibgerät Tag ein Tag aus im Schulalltag vor sich hat -- birgt allerdings auch die Gefahr, das gute Stück im Chaos des Schreibtisches zu verlieren, da der Stift optisch von einem normalen Kritzler gar nicht mehr zu unterscheiden ist. Auch eine Möglichkeit, den Stift im Gehäuse des Tablets zu verstauen, wie es beim Note 8.0 der Fall war, ist nicht mehr möglich. Daher haben die findigen Leute von Fintie an ihren Hüllen Halterungen für den S-Pen angebracht, wo man den Stift bei Bedarf aus der (zugegebenermaßen etwas widerspenstigen) Lasche holen kann.
    Die Features des neuen Stiftes selbst sind ziemlich beeindruckend und dürften vor allem Künstler in ihren Apps einen großen Mehrnutzen bringen. Das Schriftbild profitiert zumindest immens von den neuen Möglichkeiten…

    Mit INKredible Pro sieht das S-Pen-Gekritzel wirklich vorzeigbar aus.

    Für den regulären Unterricht brauche ich die unterschiedlichen Federn und Bleistifte allerdings kaum. Die gab es schon beim Note 8.0 und haben mich nie so wirklich interessiert. Neu hingegen und zugegeben sehr praktisch ist allerdings die Art, wie das Tablet jedes Mal reagiert, wenn man den S-Pen dem Bildschirm näher bringt. Hier poppt auf einmal auf der rechten Seite ein Menü auf, aus dem man eine Reihe von Apps zur weiteren Verarbeitung auswählen kann (Notiz erstellen, Notizen anzeigen, Smart Select, Screenshot Notiz, Übersetzen). Damit hat man Sofortzugriff auf seine meistgenutzten Apps und muss nicht immer umständlich in Untermenüs nach dem richtigen Programm suchen. Schön!
    Was mich dagegen aber dann schon etwas konsterniert hat, ist die Art der Palm Rejection, die im S3 Tab zum Einsatz kommt, mit der das Tablet zwischen Stift und Handfläche unterscheidet. Sie funktioniert nach meinen Erfahrungen deutlich schlechter als ich es vom Note 8.0 gewohnt bin. Zumindest mit den Apps, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Nachdem meine Schüler im Unterricht schier bei dem Versuch verzweifelt sind, auf ein PDF zu schreiben, das ich wie immer mit EZPDF geöffnet hatte, habe ich es selbst mal ausprobiert -- und war schlichtweg entsetzt, wie unterirdisch das funktioniert. Sobald man die Hand beim Schreiben auf dem Bildschirm ablegt, beginnt das Tablet unter der App wild hin- und herzuzoomen. Und ja: die Stiftsteuerung war jedes Mal zusätzlich in der App eingeschaltet. Wie Samsung bei einem Tablet, das derzeit als Flagschiff gilt und ja auch offensiv als einziges S-Pen-Tablet als nennenswerte Alternative zum iPad Pro beworben wird, da auf einmal so schludern kann, ist mir ein völliges Rätsel. Ich habe den Unterschied mal filmisch festgehalten. Sonst glaubt mir das keiner.

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    Zum Glück hat Samsung dem Tab S3 eine eigene App zur Beschreibung von PDFs spendiert (Auf PDF schreiben), wo die Palm Rejection deutlich besser funktioniert. Hier lässt sich sogar noch einmal zusätzlich einstellen, dass ausschließlich der S-Pen erkannt werden soll. Das macht das Arbeiten schon wieder etwas angenehmer, und das Beschreiben funktioniert nun wieder so, wie ich es gewohnt war.
    Dennoch: warum manche Apps nicht ordentlich mit der Palm Rejection funktionieren, ist mir nicht klar. Umso peinlicher für Samsung, wenn man sieht, wie problemlos das Note 8.0 mit manuellen Eingaben umgegangen ist. Und dass die Probleme nicht an der jeweiligen App, sondern am Tablet liegen, merke ich daran, dass ich ähnliche Erfahrungen auch in anderen namhaften Programmen machen musste. Wie oft mir das Bild beispielsweise in Sketchbook Pro verrutscht ist, kann ich gar nicht zählen. Ob man da softwaremäßig nachbessern kann? Ich will es hoffen…

    Konnektivität

    Im Jahr 2013 war es noch eine ziemliche Seltenheit, ein Tablet zu finden, das seinen Bildschirminhalt in welcher Form auch immer an einen Beamer weitergibt. Das Note 8.0 war damals eine rühmliche Ausnahme, da es den MHL-Standard unterstützte und über einen Adapter mit Kabel an einen HDMI-Eingang eines Projektionsgerätes angeschlossen werden konnte. Allerdings war das doch eine etwas friemlige Angelegenheit, da an den Adapter stets auch noch ein Stromkabel gehängt werden musste. Die für mich größte Offenbarung aus der Note 8.0-Ära war daher die Entdeckung des drahtlosen Screen Mirroring, auf das mich Matthias Heil damals aufmerksam machte. Für den Unterricht bot das richtig viel Flexibilität, die sich mit dem Umzug auf den EZCast Pro sogar noch verbesserte. Diese Möglichkeiten konnte ich über vier Jahre flexibel einsetzen, abhängig davon, was für ein Setup im jeweiligen Klassenzimmer vorhanden war. Geht das beim Tab S3 auch noch alles?
    Hier bekam ich tatsächlich den größten Schock versetzt. Denn eine Kabelverbindung über einen HDMI-Adapter ist schlicht nicht mehr möglich! Nicht, dass es technisch nicht machbar gewesen wäre, aber scheinbar hat Samsung dieses Feature seit einigen Generationen von seinen Geräten verbannt, sodass nur noch kabellose Verbindungen möglich sind. Dieser Entscheidung sehe ich persönlich mit einem gewissen Magengrummeln entgegen, da die kabelgebundene Lösung für mich im Unterricht immer eine Fallback-Option war, wenn der HDMI-Dongle mal streikte oder es beim Streamen von HD-Videos mit Latenzen oder Stottern losging. So ein basales Feature einem Tablet abzuerkennen, das im Originalpreis fast die 700€-Grenze sprengt, ist eine Frechheit. Ohne eine Router-gestützte Lösung wie z. B. den Chromecast fühlt man sich beim Abspielen von längeren Videos wie auf einer dünnen Eisschicht, die jederzeit brechen könnte. Für eine Lehrprobe würde ich so ein Setup nicht empfehlen. Sehr schade, dass hier eingespart wurde.

    Die aktuelle Bildübertragung anhalten? Geht!

    So muss man leider mit den Optionen leben, die dem Gerät noch geblieben sind. Hier gibt es allerdings auch ein paar nennenswerte, kleine Neuerungen zu feiern; zum Beispiel die Option, die Funkübertragung
    vorübergehend auszuschalten, ohne die Verbindung zum Dongle zu unterbrechen. Das Screen Mirroring schaltet dann quasi in einen Stand-By-Modus. Das ist perfekt, wenn ich im Unterricht mal kurz in meine Notizen auf dem Tablet spicken muss, um zu sehen, wie es in der Stunde weiter geht. Beim Note 8.0 musste ich mich dafür immer dafür vor den Beamer stellen und mit dem Tablet die Linse blockieren. So sieht das dann schon eine ganze Spur professioneller aus.

    Arbeiten mit Evernote

    Evernote ist schon seit Jahren mein digitaler Dreh- und Angelpunkt meiner Unterrichtsvorbereitung und Durchführung . Mit dem Umzug auf ein neues Tablet habe ich erst gemerkt, wie gewohnt ich den Umgang mit dem Programm bin. Viele Handgriffe, die für mich beim Note 8.0 zum Alltag gehörten, muss ich zusammen mit dem Tab S3 neu einrichten. Dazu gehört es auch, der App gewisse Aktionen zu verbieten. Zum Beispiel das standardmäßige Öffnen von bestimmten Programmen, wenn ich ein Dokument bearbeiten will. Meine Arbeitsblätter liegen in Evernote allesamt als PDF vor. Sobald ich eine dieser Dateien mit einer App geöffnet habe, merkt sich das Tablet diese Einstellung und wird jedes Mal eine PDF-Datei mit diesem Programm öffnen. So weit, so nett, aber manche Apps können Unterschiedliches: EZPDF Reader kann keine Deckfelder rückgangig machen wie Clear PDF, das wiederum keine Multimedia-Daten auf Knopfdruck wiedergeben kann, wenn sie in die Datei eingebettet sind. Damit ich mir diese Freiheit wieder erkämpfen konnte, musste ich in den Einstellungen nachhelfen.

    Das standardmäßige Öffnen von Dateien lässt sich zum Glück ausschalten.

    Ansonsten funktioniert jetzt wieder alles gewohnt (nicht so) gut, wie es zuletzt auf dem Note 8.0 der Fall war. Der Workflow ist dank der höheren Performance des Tablets natürlich spürbar besser, und die Zeiten, wo sich das Gerät beim Beschreiben von PDFs in verschiedenen Farben mal eben knapp 10 Sekunden Bedenkzeit nahm und nichts tat, sind definitiv vorbei. Einige Funktionen sind in Evernote allerdings in den letzten Versionen entfernt worden, die ich im ersten Moment an der alten Android-Version festmachen wollte, die auf dem Note 8.0 ihr Unwesen trieb (4.4). Dazu gehörte zum Beispiel die plötzliche Unart, dass kleinere Bilder, die man direkt aus einer Evernote-Notiz heraus öffnen und vergrößern wollte, nur noch minimal zoombar sind. Für höhere Vergrößerungsstufen muss man eine zusätzliche App nutzen. Klar, davon gibt es genug, aber das sind wieder ein paar Klicks und Tapser mehr, die früher nicht sein mussten. Ebenso vermisse ich seit ein paar Versionen die Möglichkeit, PDFs direkt aus einer Notiz heraus zu öffnen, zu bearbeiten, dann zu schließen und mich tierisch darüber zu freuen, dass die bearbeitete Version des PDFs automatisch als Kopie an der Notiz anhing. Versuche ich das in der jetzigen Version, bekomme ich die Fehlermeldung this document has been opened from DATA STREAM.  Changes cannot be saved . Möchte ich dann Änderungen speichern, muss ich sie erst auf dem Gerät in einem Ordner ablegen, dann öffnen und wieder an Evernote schicken. BOF. Vor einem Jahr ging das noch problemlos innerhalb der App. Da hoffe ich, dass Evernote in den nächsten Versionen vielleicht etwas nachbessert, denn der Workflow der Versionen von vor zwei Jahren ist für mich bis heute unerreicht. Bitte nicht wieder ein Produkt kaputt entwickeln. Das hab ich erst kürzlich mit dem EZCast Pro miterlebt. Und das Trauma ist noch nicht ganz verwunden.

    Fazit:

    Ich muss zugeben, ich hatte zu Beginn wirklich meine Schwierigkeiten mit dem Tab S3. Dass das Gerät so elementare Dinge wie einen HDMI-Port nicht mehr besitzt, halte ich für eine Katastrophe. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse würde ich einfach -- einfältig wie ich bin -- davon ausgehen, dass es schlichtweg als Feature enthalten ist. Auch die angeblich stark verbesserte Palm Rejection hielt zu Beginn nicht das, was sie versprach. Vielleicht war ich das Note 8.0 auch schon zu sehr gewöhnt, so dass ich die neue Technologie als nachteilig empfand. Mittlerweile habe ich mich umgewöhnt, und es läuft ganz ok. Viele Dinge gehen bedeutend schneller von der Hand als früher. Und das Display ist wunderbar augenfreundlich. Davon abgesehen bietet das Tablet aber auch nicht wirklich viel Neues. Revolutionär ist an dem Teil gar nichts. Bei dem Vorgänger war das damals noch eine ganz andere Geschichte: Den Sprung vom HTC Flyer auf das Note 8.0 empfand ich damals als echte Offenbarung. Samsungs Tablet fühlte sich voll und ganz durchdacht an, überall gab es tolle, sinnvolle Features zu entdecken, die Sinn machten. Die Integration des Stiftes in den Workflow war damals innovativ umgesetzt und nicht einfach eine nette Dreingabe. Sie war essenziell. Aber vielleicht ist es halt auch einfach so: Das Note 8.0 war damals schon so konsequent, dass man nicht mehr viel Neues bieten kann, was sich bahnbrechend anfühlt. Besitzer von iPads nehmen diesen Umstand ja fast jährlich hin. Die tatsächlichen, konzeptionellen Neuerungen einer jeden iPad-Generation muss man ja auch mit der Lupe suchen. Daher will ich dem Samsung Tab S3 doch noch eine Chance geben. Und mich mit leicht gebrochenen Herzen von seinem Urvater 8.0 verabschieden. Du warst von all den Geräten, die ich in meiner Lehrerlaufbahn hatte, das wichtigste. Ich habe deine Zuverlässigkeit bis zum Ende geschätzt. Und ich weiß, du wirst auch in der Rente einen anderen Menschen sehr glücklich machen!
    Vale!

  • Technik,  Unterricht

    No strings attached: Neue Runde bei den Streaming Sticks

    Und da war es wieder, ein neues Kapitel der immer währenden Suche nach dem perfekten Medien-Setup im Unterricht. Nachdem der EZCast Pro durch ein Firmware Update nur noch über nervige, Zeit raubende Umwege zum Screen Mirroring zu bewegen war, ging das Forschen nach einem guten HDMI-Stick wieder von vorne los. Nach der kabelgebundenen Variante mit Hilfe eines Adapters, dem Samsung AllShare Cast-Dongle, dem EZCast und dem EZCast Pro war damit der Ring frei für Runde 5 (!!), um mir das Seelenheil wieder zu geben, das mir zwei Jahre mit der EZCast Pro-Lösung gegeben war.

    Ich hatte sie alle -- meine Tablet-Beamerlösungen über die Jahre: kabelgebunden dank MHL-Adapter, Samsungs AllShare Cast Dongle, EZCast, EZCast Pro und jetzt der Wireless Display Adapter von Microsoft

    Zum Glück war wieder mal Verlass auf meine Kollegen bei Twitter, die mir auf mein Klagen sofort Antwort gaben. Und wieder war es Matthias Heil, der mir damals schon mit dem Tipp des Samsung All Share Cast-Dongle den Weg ins kabellose Arbeiten gezeigt hat. Auch dieses Mal hatte er einen Tipp auf Lager. Und der hieß Microsofts Wireless Display Adapter. Ich kannte die Dinger schon aus der Werbung, hatte sie aber nie wirklich als nennenswerte Alternative auf dem Schirm, da ich sie für ähnlich system-exklusiv gehalten habe wie Apple Produkte. Kommt ein Microsoft-Hardware-Dongle mit Android-Geräten aus? Die Frage ließ sich nur im Praxistest beantworten. Und nach der Zahlung von weiteren 45€, die das gute Stück gekostet hat.
    Der Adapter kommt im typisch kubischen Design daher, mit dem Microsoft schon seit ein paar Jahren seine Produkte und Logos ausstattet. Das hübsche Ding verfügt über zwei Anschlüsse: einmal einen HDMI-Anschluss, der an den Beamer kommt, und dann einen USB-Anschluss, über den der Dongle den nötigen Strom bezieht. Völlig ohne Kabel wie beim EZCast Pro, der dank MHL komplett ohne Strippensalat auskam, geht das also nicht vonstatten. Dafür ist das Kabel angenehm kurz und in den Adapter integriert. Das umständliche Herumschleppen von HDMI-, USB-Kabel und (schlimmstenfalls) Netzgerät entfällt also. Für den Fall, dass aber die Verbindung durch Kabelbruch irgendwann einmal beeinträchtigt wird, kann man den kompletten Dongle wegwerfen. Ärgerlich, aber von der Fertigung her macht der Adapter den Eindruck, als ob er schon ein paar Jährchen halten wird.
    Wichtiger ist für mich allerdings die Verlässlichkeit. Wie schnell verbindet sich der Stick mit einem mobilen Gerät? Verbindet er sich überhaupt? Und wie schnell lässt er sich wieder verbinden? In a nutshell? Schnell, ja, schnell.
    Im Vergleich mit allen anderen Lösungen, die ich bisher am Beamer benutzt habe, verbindet sich Microsofts Wireless Display Adapter tatsächlich am schnellsten. Bei mehreren Testläufen stand die Verbindung unterhalb einer Minute. Und zwar ausnahmslos. Verbindungsprobleme gab es beim Austesten nur ein einziges Mal mit einem Gerät, das auf der derzeit aktuellsten Android-Version (Nougat) läuft. Aber seit dem gibt es überhaupt kein Problem mehr. Mit keinem der Geräte. LG, Samsung, Huawei oder Medion -- der Dongle zeigt sich erfreulich kontaktfreudig und schließt über Miracast-Standard in Windeseile Freundschaft, der in Android ab Version 4.2 ab Werk integriert ist bzw. war. Da war der EZCast Pro schon etwas wählerischer, der Samsung AllShare Cast Dongle natürlich auf hauseigene Produkte fixiert. Hat mich sehr gefreut. Ebenso wie die Möglichkeit der Wiederverbindung. War beim EZCast Pro das Verbinden mit dem Dongle nur für zwei Minuten möglich, ist der Microsoft Adapter permanent auf Brautschau. Will man sich im Unterricht also wieder mit dem Dongle verbinden, aktiviert man das Screen Mirroring/Smart View/Miracast auf dem Tablet und hat nach spätestens 10 Sekunden eine Verbindung.

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    Fazit: Sieht nach einer neuen wunderbaren Freundschaft aus. Der Wireless Display Adapter tut das, was er soll -- unkompliziert, ohne zusätzliche Apps und Stolpersteine. Hoffen wir mal, dass nicht auch Microsoft sein Produkt mit einer neuen Firmware versaut.

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    EZCast Pro – KO?

    Aus der Reihe „Never change a winning system“ habe ich dieser Tage unfreiwillig eine neue wichtige Lektion gelernt. Wie aus meinen Technikseiten mittlerweile hinreichend bekannt ist, bin ich ein großer Fan des EZCast Pro gewesen; zum einen weil er ohne lästige Wlan-Antenne oder USB-Kabel auskommt und mir so viel Kabelsalat erspart. Zum anderen, weil er fix dazu gebracht werden konnte, jedes meiner Android-Gerät in Rekordzeit auf den Beamer zu bringen. Möglich wurde das durch die Möglichkeit, den Stick im EZMirror-Modus hochzufahren (so wie schon der ursprüngliche EZCast Stick, siehe Update hier). Eine Art Miracast-Modus, den jedes Android-Gerät seit Version 4.2 in sich birgt. Da musste man einfach nur 20 Sekunden warten, bis der Stick Bereitschaft anzeigte, und sofort konnte man über den Button „Screen Mirroring“ oder „Smart View“ in der Top Down-Leiste des Android-Gerätes die Verbindung aufnehmen. Nach weiteren 20 Sekunden stand dann alles. Easy Peasy (Cast).
    Und jetzt -- oh Graus! -- ist diese Möglichkeit nach dem neuen Firmware-Update auf Version 16354000 aus dem Menü des EZCast Pro verschwunden. Ohne Angabe von Gründen wurde die Möglichkeit, den Stick in einem anderen Modus als dem Default Modus hochzufahren, gestrichen. Stattdessen wurde die Navigation des Sticks in der App auf viele nutzlose Menüs aufgeblasen, wo ich jeden Pups beeinflussen kann, nur nicht diese -- für mich im Unterricht lebensnotwendige -- Option.

    Die neue Menüführung des EZCast Pro; es gibt sogar einen Admin-Bereich. Aber die wichtigste Funktion für mich fehlt…

    Screen Mirroring ist nach wie vor noch möglich, allerdings muss das jetzt komplett über die App erledigt werden, die ich schon mehrere Male wegen ihrer Unzuverlässigkeit kritisiert habe. Denn über die App ist es nun mehrmals passiert, dass das Tablet den EZCast nicht findet. Die App muss jedes Mal komplett geschlossen und wieder gestartet und hochgefahren werden, damit alles passt. Damit hat sich die Anzahl der Handgriffe, die nun nötig sind um endlich ein Bild auf dem Beamer zu haben, jetzt fast verdoeppelt -- ein Traum! Jetzt kann ich zu jedem Stundenbeginn neben der wusligen Klasse nun auch parallel die Technik bändigen. Warum man sich zu diesem seltsamen Schritt entschieden hat, wird im Forum der Macher nicht beantwortet. Aber eine derartige Verschlimmbesserung eines Produktes habe ich lange nicht mehr erlebt. Ich hoffe, dass dieses Feature in einem neuen Update wieder in der Firmware ein Zuhause findet oder eine Möglichkeit existiert, auf ein ältere Version downzugraden. Ansonsten hat der EZCast Pro seine Daseinsberechtigung in meinem Unterricht verwirkt. So schade, dieses Setup hat über mehr als zwei Jahre wirklich wunderbar funktioniert. Ich bin echt sauer!
    Hier übrigens der Thread des Problems aus dem Forum des Herstellers

    Die Zeilen im EZCast-Forum, die mich beunruhigen…

    Update Januar 2018:
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die traurigen Verbindungsversuche zwischen EZCast Pro und meinem Tablet über die App filmisch mal festzuhalten und mit den alten Videos zu vergleichen, um einfach mal zu zeigen, wie viel durch die neue Version verschlimmbessert wurde. Wie man sieht, sind die Versuche, eine Verbindung aufzubauen über die EZCast-App sehr unzuverlässig. Im Video musste ich das Tablet dreimal suchen lassen, ehe eine Verbindung zustande kam. Dass die App mal eine Passwortabfrage verlangt und mal nicht, macht die ganze Sache auch nicht gerade vertrauenserweckender. Ich bin echt schwer enttäsucht -- und hoffe auf ein baldiges Firmware-Update, dass wieder den Status Quo herstellt. Mit diesem unzuverlässigen Setup brauche ich mich in keinen Unterricht begeben…
    So sah es einmal aus…

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    Und diesen Krampf müsste ich jetzt theoretisch jede Stunde durchmachen: 
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  • Technik,  Unterricht

    EZcast Pro II

    Der EZCast Pro ist bei mir im Unterricht nun seit geraumer Zeit erfolgreich im Einsatz und gehört neben Tablet und Beamer zum festen Bestandteil meines Hardware-Setups, das über die Jahre immer weiter verkleinert bzw. optimiert wurde. Da der erste Teil meines Testberichtes regelmäßig die Spitzenposition in den Besucherzahlen erreicht, wird es endlich mal Zeit für Teil 2 meines Reviews, das auf die Sonderfunktionen der „Profi“-Variante des EZCast eingeht. Denn das Streamen von Inhalten auf einen Beamer gehört zum Standard-Repertoire eines jedes EZCast-Sticks. Was ist denn so Pro an dem Gerät?
    Nun ja, eigentlich handelt es sich hier – neben den leicht verbesserten Hardware-Spezifikationen – nur um ein einziges wirklich nennenswertes Zusatz-Feature: Nämlich das gleichzeitige Darstellen von Bildschirminhalten verschiedener Geräte. Mal schauen, wie sehr sich diese Funktion für den Unterricht nutzen lässt.

    Kontaktaufnahme

    Wer mit dem EZCast schon mal gearbeitet hat, weiß um die verschiedenen Modi, in denen der Streaming-Stick operieren kann. Für mich hat es sich am praktikabelsten erwiesen, das Gerät im EZMirror-Modus hochfahren zu lassen, sodass ich beim Tablet oder Handy jeweils nur noch das Screen Mirroring bzw. Miracast aktivieren muss (siehe Teil 1 des Reviews). Das geht wirklich fix: Nach knapp einer Minute steht die Verbindung, ohne dass man sich umständlich über die EZCast App mit dem Stick verbinden muss. Will man die Bildschirmteilung des EZCast Pro nutzen, ist das aber leider unumgänglich, da diese Option nur in der App selbst angeboten wird. Direktes Streaming über Drop-Down-Menüs kann man also vergessen. Vielmehr muss man folgendermaßen vorgehen:

    • EZCast Pro am Beamer aktivieren
    • EZCast Pro App öffnen und auf eine Verbindung warten: Das kann mitunter schon ein bisschen dauern. Komischerweise habe ich es wirklich erlebt, dass die hauseigene App in Sachen Kontaktaufnahme deutlich unzuverlässiger arbeitet als wenn Tablet und EZCast Pro direkt miteinander kommunizieren. Zum Glück ist durch mehrere Firmware-Updates, die 2016 in regelmäßigen Abständen auf den Markt kamen, dieses Problem zu einem großen Teil in den Griff bekommen worden.
    • Auswählen des Mehrfach-ScreeningAuf dem Beamer erscheinen dann die verfügbaren Bildschirmabschnitte, die mit maximal drei weiteren Geräten (das Tablet besitzt als Host von Anfang an einen Bildschirmabschnitt) befüllt werden können. 
    • Verbindung weiterer Geräte mit dem EZCast Pro
      Wer mit seinem Mobilgerät einen der maximal drei Bildschirmausschnitte am Beamer ergattern will, muss sich zunächst mit dem EZCast Pro verbinden.  Auch hier führt kein Weg an der App vorbei, die auf jedem der zu verbindenden Geräte vorhanden sein muss. Leider. Für jeden Verbindungsversuch mit dem EZCast Pro bekommt der Host-Betreiber der Verbindung eine Benachrichtigung, die bestätigt werden muss, damit der Zugang gewährt werden kann.
    Jedes Gerät, das sich über die EZCast Pro-App mit dem Gerät verbinden will, muss beim Host-Gerät um Erlaubnis fragen.
    Die Bildschirmfläche lässt sich in maximal vier Abschnitte einteilen. Tätig ist in der Abbildung nur die Foto-Funktion im oberen rechten Abschnitt. Die unteren beiden warten noch auf zwei weitere Geräte, der Ausschnitt oben links ist mit einem Gerät verbunden, das allerdings noch keine Medien an den EZCast Pro geschickt hat.

    Anschließend teilt sich die Bildschirmfläche in bis zu vier Abschnitte.
    Danach kann man aus dem EZCast-Menü das Medium auswählen, das man an den Beamer schicken möchte. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Ab jetzt ausgeschaltet ist allerdings das Echtzeit-Streaming. Möglicherweise ist der EZCast Pro mit dem simultanen Streamen von maximal vier Geräten etwas überfordert.  Andererseits aber auch logisch: Mehrfach-Streaming macht natürlich nur mit „stummen“ Medien Sinn, wo nicht vier Audioströme parallel vermischt werden, bis man gar nichts mehr versteht. Bei Bildern, Dokumenten, Web-Pages oder der Kamera funktioniert das allerdings wunderbar.  Schauen wir uns mal die interessantesten Einsatzmöglichkeiten an:
    Fotofunktion
    Fotos aus den Galerien lassen sich mühelos von einem Endgerät auf den EZCast Pro streamen. Dabei stehen zum Markieren rudimentäre Annotierungstools zur Verfügung, mit denen man zoomen, unterstreichen und markieren kann. Transparenz und Dicke der Pinselstriche lassen sich einstellen. Auch mit vier Bildausschnitten gleichzeitig.


    Neben dem bloßen Präsentieren sind so ein paar sehr pfiffige Möglichkeiten möglich: Man kann Zeichnungen aus vier Gruppen in vier Ausschnitten zu einer Bildergeschichte zusammenbauen lassen, Vokabeln darstellen, aus denen die Klasse eine Reizwortgeschichte erstellen soll oder simultan Montagsmaler im Fremdsprachenunterricht spielen. Natürlich funktioniert dieses Zuckerl nur, wenn die Klasse die EZCast Pro App auf ihrem Mobilgerät dabei hat. Ohne die läuft überhaupt nichts.
    Dokumentenfunktion
    In maximal vier Bildschirmen lassen sich Dokumente im PDF- oder Doc-Format an den EZCast Pro schicken und dem gespannten Publikum präsentieren. Wie schon bei Bildern lässt die App dabei rudimentäre Bearbeitungsfunktionen zu. So kann man mit einem digitalen Stift, den man in Farbe und Größe variieren kann, direkt in Dokumenten hineinschreiben und -malen; an sich ein nettes Feature, das aber an einem ziemlichen Manko krankt: Vor allem Schriftdokumente lassen sich in ihrer Originalgröße kaum entziffern, sodass die Dateien permanent in einer hohen Zoomstufe eingestellt sein müssen. So passiert es schnell, dass man hektisch Zeilen hin- und herzoomen und -schieben muss, um bei einer angenehmen Lesegröße jeweils das Ende einer Zeile erkennen zu können. Besonders im Split-Screen, wo man z.B. Schülerarbeiten parallel begutachten und analysieren könnte, ist das ein grobes Manko.

    Dokument im Quattro-Bildschirm-Modus oben links. Wer soll das lesen? Richtig. Keiner…

    Kamerafunktion
    Auch wenn es vermutlich die Hölle auf Erden für einen Streaming-Stick darstellt, parallel Bildsignale von vier Geräten zu verarbeiten, kommt der EZCast Pro damit erstaunlich gut klar. Vorausgesetzt, man lässt die Qualität der Kamera auf dem voreingestellten „Low Quality“, sonst wird die Darstellung eine arg ruckelige Angelegenheit. Alles andere klappt prima. Man kann mühelos von der Rück- zur Frontkamera wechseln, das Bildsignal zu Standbildern einfrieren und bearbeiten. Alles in Allem eine nette Spielerei, die man sich auch im Unterricht gut zunutze machen kann. 

    Mit der Live-Kamera können vier Geräte parallel filmen und die Bilder in Echtzeit auf den Bildschirm übertragen. Am oberen Rand die Optionen: Einstellen von Filmqualität und Wechseln von Kamera

    Musik- und Videofunktion
    Beide Funktionen sind für den Mehrfach-Betrieb ausgeschaltet. Und wer mal in einem Klassenzimmer mal 20 Handies gehört hat, die alle völlig verschiedene Songs aus ihren Dosenlautsprechern in den Raum plärren, weiß auch warum. In der Regel schaltet der EZCast Pro für diesen Modus aus dem Mehrfach-Screening um und spielt brav von dem einen der vier Geräte ab, das zuerst Daten abgefeuert hat. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
    Browser
    An sich klingt das ja ganz nett, parallel zu einem Thema im Netz suchen zu lassen und die Ergebnisse auf einem Beamer zu präsentieren. Leider ist der App-interne Browser nicht wirklich leistungsfähig. Der Aufbau einer Seite dauert ewig, in einem Großteil der Fälle konnten die Seiten noch nicht einmal komplett geladen werden. Damit ist diese Funktion der App im Mehrfach-Screening-Modus leider unbrauchbar. Das haben wohl auch die Macher des EZCast Pro eingesehen und diese Option in den jüngeren Versionen der App rausgeworfen. Gut so, die wird wirklich niemand vermissen. 

    In der neuen Version des EZCast Pro Software ist der vermaledeite Browser nicht mehr zu finden.

    Mein Fazit
    Wenn es jetzt speziell um die Sonderfunktionen geht, die der EZCast Pro der regulären Variante voraus hat, hat sich bei mir über die Monate eine gewisse Ernüchterung breit gemacht, weil das so hochgelobte Mehrfach-Screening nur für gewisse Funktionen (zufriedenstellend) läuft. Der Mehrwert, der dieses Feature für den Unterricht bringt, ist nett, aber nutzt sich in seiner Wirkung recht schnell ab. Vor allem, wenn der Stick in diesem Modus deutlich fehleranfälliger ist als im regulären Screen Mirroring und gerne mal ins Stottern oder gar in die Schockstarre gerät, wenn es ihm zu viel wird.
    Abraten würde ich von der Pro-Version dennoch nicht. Im regulären Betrieb ist er deutlich zuverlässiger als das ursprüngliche Modell, mit dem ich damals meinen Unterricht bestritten hatte. Und die Möglichkeit, den Stick ohne zusätzliche Stromkabel in Betrieb zu nehmen – MHL vorausgesetzt -, hält meine Tasche schön schmal.
     
     

  • Alltag,  Technik,  Unterricht

    Mein Hardware Setup 2016/17

    Da sich mal wieder die Fragen im Blog häufen, ob sich an meinem Technik-Setup etwas geändert hat, habe ich mich mal kurz zusammengesetzt, um über meine neuen-alten treuen Wegbegleiter zu sinnieren, mit denen ich täglich durch die Gänge unserer Schule stapfe. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das eine oder andere getan, vieles ist aber auch absolut gleich geblieben – schon mal ein gutes Omen. 

    Das aktuelle Setup 2016/2017
    • Samsung Galaxy Note 8.0: Kaum zu glauben, dass das kleine Stift-Tablet im Oktober seit nunmehr vier Jahren mit mir tagtäglich auf Reisen geht und im Unterricht täglich 6-7 Zeitstunden präsentiert, abspielt, streamt, abspeichert, malt und dabei noch immer kein einziges Mal nennenswert kapituliert hat. Keine der Apps ist dem Tablet zu umfangreich oder zu rechenintensiv, der Akku hält nach wie vor knapp zwei Tage durch und die Geschwindigkeit passt für mich. Ich werde ein paar große Tränen vergießen, wenn das Note 8.0 das Zeitliche segnen sollte, weil Samsung bis heute keinen nennenswerten Nachfolger auf den Markt gebracht hat. Die stylus-fähigen Modelle wurden in die Tab S3-Serie verbannt, wo sie mehr als das Doppelte kosten als das Note 8.0 zu Hochzeiten. Schade…
    • Acer K-137: Auch schon seit fast zwei Jahren im Einsatz und bis heute ohne nennenswerte Probleme im Unterricht dabei. Sogar ein paar Stürze vom Pult hat die kleine Funzel hinnehmen müssen, die ihr aber nicht nennenswert geschadet haben. Von ein paar Macken an den Rändern mal abgesehen. Bis heute habe ich auch keinen LED-Beamer entdecken können, der eine ähnliche Lumen-Zahl bei so einem Preis zustande bekäme. Vielleicht habe ich aber auch noch nicht genug geschaut 🙂
    • EZCast Pro: Fast genauso lange wie der Beamer bei mir in der Tasche und von all den Streaming-Sticks, die ich bis jetzt im Einsatz hatte, mit Abstand der verlässlichste! Sogar der Dongle von Samsung hat deutlich mehr Abstürze oder Stotterer zu verzeichnen als das kleine Streaming-Wunder aus Fernost. Die Zusatzfeatures sind eine nette Dreingabe, aber für mich definitiv nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger sind mir die Verlässlichkeit und die Möglichkeit, das gute Ding direkt mit dem Beamer zu verbinden, ohne auch nur ein einziges Kabel dafür zu benötigen!
    • Bamboo Stylus Feel: So nett das Note 8.0 auch ist, aber der Stylus war – was die Haptik anbelangt – eine Katastrophe. Permanent hatte man beim Schreiben das Gefühl, einen Zahnstocher in der Hand zu haben. Auch die größere Standalone-Version von Samsung war nicht nennenswert besser. Das Ding sieht zwar wie ein Stift aus, ist aber viel zu leicht. Der Stylus Feel von Bamboo ist da genau richtig. Ein schönes Gewicht, ein schönes Design. So was nehme ich zum Arbeiten gerne in die Hand.

    Man sieht: so richtig viel auf dem Gebiet hat sich nicht getan. Und das ist gut so. Die Langlebigkeit der Komponenten spricht definitiv für ihre Qualität. Ich habe nach langem Ausprobieren endlich ein Hardware Setup, mit dem ich restlos zufrieden bin. Hier zum Vergleich mal die Setups der letzten Jahre:

  • Alltag,  Technik,  Unterricht

    Spiel und Spaß mit der Dokumentenkamera in Evernote

    avatarBisher schlummerte bei mir in Evernote eine kleine pfiffige Funktion tief in kuschligen Menüs versteckt: Die Kamera. Schade eigentlich, denn ist das Feature übers Widget erstmal erwacht (siehe Bild), stehen damit ein paar ziemlich coole Möglichkeiten zur Verfügung, die ich auch im Schulalltag mit einem einzigen Knopfdruck aktivieren kann. Ich habe jetzt schon einige Monate mit der Kamera durchfotografiert und präsentiere die ersten stolzen Ergebnisse, die in Sachen Qualität allerdings deutlich denen von Evernotes Scannable nachstehen sollen. Leider gibt’s dieses Programm derzeit nur für iOS, daher kann ich dazu leider nichts sagen. 

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    Das Widget mit Button für die Dokumentenkamera

    Tafelbilder: Mist! Die Stunde ist vorbei, das Tafelbild noch in Entstehung – in einer Lehrprobe der Tod einer Stunde, im regulären Lehrerleben oftmals die bittere Realität. Normalerweise würde man sich nun merken, wo man aufgehört hat, in der nächsten Stunde alles soweit erneut abpinseln und mit den Schülern fertigstellen. Mit der Dokumentenkamera geht das viel besser: Man fotografiert das Bild einfach ab, projiziert es in der nächsten Stunde mit dem Beamer an die Wand und schreibt es einfach am Tablet fertig. Die Bilder lassen sich nämlich direkt aus Evernote heraus mit den üblichen Notizprogrammen öffnen und dort bearbeiten.

    Abfotografieren von Dokumenten: Das klappt vor allem bei Dokumenten, die sich bei Lehrern ja tonnenweise im Fach stapeln können. Vor allem gegen Ende des Schuljahres türmt sich der Berg an Hinweisen zu Exkursionen, Mitteilungen und extrakurrikularen Aktivitäten. Viele dieser Termine vergesse ich gerne schon allein aufgrund ihrer auftretenden Masse, zum anderen, weil ich sie exakt einmal am schwarzen Brett registriere und dann im Geiste ad acta lege. Sind die Dokumente allerdings abfotografiert, stehen sie in Evernote immer zur Verfügung. Dort habe ich ein Notizbuch „Termine“ angelegt, in die ich sämtliche dieser Dokumente speichere. Dank der Dokumentkamera sogar recht akkurat, da sie die geschossene Vorlage perspektivisch korrekt zurechtstutzt, sodass am Ende alles gerade aussieht. Das funktioniert erstaunlich akkurat. Hier mal ein Test: Ein Blatt Papier bei wirklich unvorteilhaften Lichtverhältnissen aufgenommen und anschließend das, was Evernote und die Dokumentenkamera daraus macht:

    Screenshot_2015-06-18-17-35-07
    Vorher…
    IMG_20150618_173556.610
    Nachher

    Schulaufgaben: Für größere Klassenarbeiten greifen viele Kollegien gerne auf einen gewissen Pool an Tests zurück, die sich so über die Jahre angesammelt haben, um sich für ihre eigenen Leistungsnachweise etwas inspirieren zu lassen. In der Regel sind diese Dinger schön in einem Ordner in irgendeinem Schrank des Lehrers archiviert… und damit meistens nicht greifbar, wenn man sie tatsächlich braucht. Ich zum Beispiel bereite meine Tests tendenziell immer zuhause vor. Wie gerne würde ich da einen Blick in dieses Archiv werfen. So muss ich immer bis zum nächsten Tag warten, um den Test fertig zu machen. Es sei denn…
    … man hat Tests mit der Dokumentenkamera abfotografiert und in Evernote in einem eigenen Notizbuch abgelegt, in dem sie schön nach Jahrgangsstufe archiviert sind. Das Tollste daran: Wenn man das Notizbuch mit Kollegen teilt, kann jeder seinen Beitrag leisten und entsprechende Schulaufgaben als JPG, PDF oder Doc-Format ablegen. So häuft sich in ganz kurzer Zeit ein riesiger Fundus an Prüfungen an, auf den man immer und überall zugreifen kann.
    Nifty!

  • Technik,  Unterricht

    Apps im Unterricht – Folge 8: Shake'em: Mündlichkeit durch Schüttelbilder

    avat_schielen_technikDa ich die Zeit im Moment nutze, um mal wieder selber an meinen Fremdsprachkenntnissen zu feilen, finde ich mich wieder vermehrt in der Position des Lerners. Und das ist gut so. Endlich merke ich einmal wieder, wie anspruchsvoll dieser Lernvorgang tatsächlich ist, welche Methoden und Übungen beim Spracherwerb am besten funktionieren… und welche gar nicht. Für mich besonders erleuchtend: Das schriftliche Üben, auf das ich im Englischunterricht zur Festigung des Stoffes wirklich großen Wert lege (hängt wohl an Latein, wo ja vieles oft ausschließlich so läuft), hilft beim Lernen nur bedingt. Freies Sprechen – oh Wunder – wird dadurch leider nicht besser. Und so kam ich auf die Idee, für den Unterricht im nächsten Schuljahr (noch) mehr reden zu lassen. Mithilfe des Tablets.
    Meine Vision dazu sollte ungefähr der von Rory’s Story Cubes entsprechen, die es ja mittlerweile auch digital  für iOS und Android gibt: In dem Spiel werden neun Würfel geworfen, auf deren sechs Seiten jeweils ein Bildchen gedruckt ist. Aus denen, die nach dem Wurf nach oben zeigen, sollen die Spieler spontan eine Geschichte erfinden.

    wpid-story-cubes-20158271810.jpg.jpeg
    Rolling the dice: Rory’s Story Cubes gibt’s für iOS und seit geraumer Zeit auch für Android

    Natürlich könnte man einfach eben diese Würfel per App im Unterricht rollen lassen. Das wäre allerdings auf Dauer etwas zu eintönig, da sich die Abbildungen irgendwann dann doch wiederholen. Wie ungleich cooler wäre es dagegen, wenn die Schüler so etwas aus eigenen Fotos machen könnten?
    Mir schwebte dabei Folgendes vor:

    • Kinder laden selbstgemachte Fotos nach gewissen Vorgaben in ein Verzeichnis in einen Clouddienst hoch (z.B.: Anzahl der geschossenen Bilder, keine reale Personen, Objekte zu einem bestimmten Thema oder Wortfeld).
    • Die App meiner Träume greift auf das Verzeichnis zu.
    • Durch Schütteln werden in der App wahllos Fotos (bestenfalls zu einer Collage) zusammengestellt, aus denen die Schüler eine Geschichte machen sollen.

    Gesagt, gesucht… aber interessanterweise lange nicht wirklich fündig geworden. Was Rory’s Story Cubes noch am nächsten käme, wären wohl die Digital Story Cubes. Hier kann man durch Schütteln des Tablets vier Fotos auf dem Screen erhalten, die man dann zu einer Geschichte zusammenfassen soll. Nur ist die Handhabung, bis es zu soweit kommt, aus der Hölle: Jedes Bild, das man potentiell in den Schüttelpool wählen möchte, muss separat in Kategorien importiert und anschließend selektiert werden. Wenn ich das mit den Bildern einer ganzen Klasse mache, verbringe ich die komplette Schulstunde mit stupidem Tippen. Noch dazu werden die Bilder in der App in ein unpassendes Format gezerrt, dass die meisten Gesichter und Körper in adipöse Blobs verwandelt. Lieber nicht…
    Also neue Kandidaten her: die Photoshakes, die es bei iOS wie auch Android in entsprechender Anzahl gibt und genau das tun, was der Name sagt: Fotos zu Collagen schütteln. Das machen sie eigentlich auch ganz schön, allerdings müssen dazu auch hier wieder die Fotos separat angetippt und ausgewählt werden. Noch dazu habe ich leider bei keinem der Programme so etwas wie eine Random Funktion gefunden. Sollte jemand da etwas entsprechendes kennen: Sagt Bescheid!
    Tja, und dann kam er, der Kompromiss, der eigentlich so simpel ist, dass ich mich gar nicht traue, ihn zu nennen: Der Random Image Viewer (Pro)
    wpid-wp-1441274207924.png
    Das Programm ist schnell erklärt: Man wählt einen „Slot“, der sich in der Pro-Version umbenennen lässt – zum Beispiel mit dem Namen der Klasse. Diesem Slot wird dann das Verzeichnis zugeordnet, in dem die Fotos der Klasse zu finden sind. Und schon kann’s los gehen. Allerdings wird hier nicht geschüttelt, sondern einfach getippt. Mir soll’s recht sein. Alles in allem funktioniert das am Tablet ganz wunderbar… ob das auch in der Klasse der Fall ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
    wpid-wp-1441274187605.png

  • Prüfungen,  Technik

    Apps im Unterricht (Folge 8): Clockwork Tomato

    avat_schielen_technikEigentlich war im Moment ein gänzlich anderer Artikel geplant, aber da er gerade so wunderbar zum Korrekturmarathon passt, den ich gerade absolvieren muss, schiebe ich den Software Tipp mal eben ein.
    In stürmischen Korrekturzeiten fällt mir immer wieder die akute Unlust auf, mit der ich mich mich meinem Tagwerk nähere. Und je größer die Stapel, desto langsamer komme ich tatsächlich voran. Oder ich suche händeringend nach Ablenkung, um mich nicht wieder stundenlang an die Arbeit(en) zu machen. Da wird plötzlich staubgesaugt, geduscht, gewischt – und das mehrmals in der Stunde. Dann am besten noch nebenher Musik angemacht und das Prokrastinations-Szenario ist komplett.
    Wäre es nicht cool, wenn man sich das alles irgendwie besser organisieren und in kleine Häppchen einteilen könnte? In kleine, schaffbare Häppchen? Dank Pomodoro-Technik geht das ganz gut. Und mit Clockwork Tomato gibt’s sogar eine schöne Mini-App dazu, die das alles überwacht.
    Das Prinzip ist denkbar einfach. Per Knopfdruck wird eine Arbeitsphase von 25 Minuten gestartet, die man möglichst konzentriert durcharbeiten kann. Nach 24 Minuten ertönt ein Signal, das die 5 Minuten-Pause ankündigt, die man zum kurzen Erholen nutzen kann, bevor es wieder in die nächste Arbeitsphase von 25 Minuten geht.tempFileForShare
    Das alles ist denkbar einfach gestrickt, aber es wirkt! Die Korrektur geht schneller und zügiger vonstatten als es Motivationspostits, Diddl-Mäuse und Drohanrufe von der besseren Hälfte jemals zu schaffen gewagt hatten! Probiert das mal aus. Die Handhabung ist total easy. Ebenso wie die Möglichkeiten zum Individualisieren (Klingeltöne, Erweiterung der Arbeits-, bzw. Pausentöne usw). Selbst die Social Media-Narzissten werden mit einem Share-Button bedacht, um der Welt von ihrer unglaublichen Produktivität zu künden. Na dann: schaffe, schaffe…
     
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  • Technik,  Unterricht

    Streaming-Wunder EZcast?

    avat_schielen_technikMein Setup ist seit eineinhalb Jahren dasselbe und verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Seitdem ich nun auch einen LED-Beamer mein eigen nenne, geht die Inbetriebnahme sogar noch ein ganzes Stück schneller. So wäre eigentlich alles in Butter, wenn… tja, wenn mit meiner digitalen Unabhängigkeit nicht eine gewisse Bürde einherginge. Nämlich die der Kabel. In jede Stunde erscheine ich mit einer Unmenge an Kabeln, die es zu entwirren gilt. Stromkabel des Beamers, HDMI-Kabel zu meinem wLAN-Dongle, USB-Kabel zur Stromversorgung des Dongles, Tripod für den LED-Beamer. Das ist alles nicht schwer zu tragen. Es sieht noch dazu aus, als hätte eine Katze meine Geräte mit einem Wollknäuel verwechselt. Daher suchte ich nach Möglichkeiten, um noch ein paar Kabel einzusparen. Am sinnvollsten erschien das Austauschen des LED-Dongles durch eine Alternative. Denn dieses Ding kommt mit gleich zwei Kabeln daher, die man eventuell einsparen könnte. Zum Beispiel durch einen HDMI-Stick, den man einfach am Beamer selber einsteckt. Screen Mirroring sollte er drauf haben, weil ich im Unterricht das Gerät zu mehr nutze als zum Bildli zeigen und Videos abfeuern. Damit schied zum Beispiel der viel gerühmte Chromecast aus, der diese Funktion derzeit nur in einer Beta-Version (Stand April 2015) unterstützt. Aber der EZcast sollte das angeblich können. Zumindest berichteten mir meine Twitter-Kollegen davon. Und so bestellte ich das Ding kurz vor dem Schlafengehen -- und tags drauf war er schon da!
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    Anders als auf den Bildern dargestellt, machte sich beim Auspacken erstmal Ernüchterung breit. Schon wieder Kabel! Ich war aber auch zu naiv zu glauben, dass ein HDMI-Stick einfach so straight out of the box funktioniert. Am Ende des Sticks wartet eine entsprechende Buchse auf… richtig… ein Kabel. Ein Mini-USB-Kabel, das mit der USB-Buchse des Endgerätes (TV, Beamer) verbunden wird. Übrigens funktioniert hier lediglich die in der Packung mitgelieferte Strippe, weil dem Kabel appendixartig noch eine wLAN-Antenne angehängt ist. Ohne die meldet der EZcast bei Inbetriebnahme einen Fehler und verweigert die Arbeit.
    Zugegeben, schön sieht das Ensemble nicht aus mit diesem Wurmfortsatz, aber das Gerät soll ja funktionieren und keinen Schönheitspreis gewinnen…
    Ansonsten liegt der Packung noch eine Mini-Anleitung in mehreren Sprachen, sowie eine noch minigere Anleitung auf Deutsch vor. Damit hat sich’s auch schon. Ein HDMI-Kabel wie beim AllShare Cast Dongle liegt nicht dabei, aber das braucht man ja auch nicht. Der EZcast steckt ja direkt im Endgerät. Zumindest schonmal ein Kabel eingespart. Trotz Wurmfortsatz.

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    Das Handling des EZcast ist -- wie der Name schon erahnen lässt -- kinderleicht. Hängt das Ding erstmal am Beamer und per USB am Strom (übrigens werden über 500mA am USB-Anschluss verlangt, sonst fährt der Kleine nicht hoch!), startet sich das Gerät von alleine und führt mit leicht verständlichen Beschreibungen durch das erstmalige Setup. Dreh- und Angelpunkt für das Gerät ist die App, die es kostenlos in den jeweiligen Stores zu kaufen gibt. Etwas durcheinander war ich als Neuling bei der Frage, ob für den reibungslosen Ablauf nun ein wLAN-Netz vorhanden sein muss oder nicht. In den Setup-Beschreibungen ist nämlich permanent davon die Rede, sich in ein bestehendes Netzwerk einloggen zu müssen. So etwas wäre für mich ein echtes KO-Kriterium gewesen. Denn unsere Schule hat -- wie wohl an vielen anderen Schulen auch -- bisher kein wLAN. Für den Unterricht wäre der EZcast damit absolut nutzlos. Allerdings haben sich die Befürchtungen als haltlos erwiesen. Ist kein Netz vorhanden, spannt der EZcast kurzerhand selber eines, in das sich dann Stick und Sendegerät einwählen. Etwas durcheinander kommt das Gerät, sobald mehrere Netze vorhanden sind. Da fiel es mir persönlich schon schwer, dem EZcast das wLAN-Netzwerk zu hause zu verbieten und ihn zur Direktverbindung mit dem Sendegerät zu zwingen. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich mich an die Technik und die verbundenen Handgriffe erst noch gewöhnen muss.
    Im Unterricht muss ich mich darauf verlassen können, dass meine Geräte in Windeseile einsatzbereit sind. Während der Begrüßung lasse ich die Geräte hochfahren, sodass nach einer knappen Minute eigentlich alles läuft. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Hochfahren meines Beamers bis zur Projektion eines gesendeten Bildes zu stoppen -- mal mit meinem AllShare Cast Dongle, mal mit dem EZcast. Das Ergebnis seht ihr hier, unterlegt mit flotter easy listening Musik.

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    Zwei Sachen merkt man an: Das Menü des EZcast ist deutlich schneller hochgefahren und einsatzbereit, während der Samsung Dongle um einiges länger braucht, bis er sich einmal zu einer Bildwiedergabe bequemt. Dafür ist die drahtlose Verbindung zum Tablet viel flotter aufgebaut. Nach nicht länger einer Minute steht das Bild. Beim EZcast dauerte das doch seine Zeit. Erst muss man in die App, dort dann den Dongle suchen, auswählen, dann das Mirroring mit Tastendruck aktivieren, dann im wLAN-Menü des Tablets noch etwas rumhantieren. Für mich alles etwas umständlich. Ich hätte gerne einen Knopfdruck, und dann läuft alles. „Fast“ so wie beim Samsung Dongle. Vielleicht liegt’s noch an der Unerfahrenheit mit dem neuen Setup. Wer mir ein paar zeitsparende Handgriffe beibringen möchte, immer her damit -- ihr seht ja am Video, wie ich mich mit dem EZcast und seiner App abmühe…
    Von der Mirroring Funktion abgesehen, bei der der komplette Inhalt des Bildschirms mit einer leichten Verzögerung auf ein externes Bild gestreamt wird, wartet der EZcast auch noch mit einer Reihe von Funktionen auf, die auf jeweilige Dateiformate abgestimmt.
    cast3_5So lassen sich beispielsweise Fotos oder Webadressen annotieren, ohne dass dafür eine extra App geöffnet werden muss, wie es z.B. beim Samsung Dongle der Fall ist. Auch Videos -- sei es lokal auf dem Tablet oder aus Youtube -- werden anstandslos an den angeschlossenen Beamer oder Bildschirm geschickt. Im Gegensatz zum Screen Mirroring bleibt bei der Wiedergabe des Materials der Bildschirm des Tablets dunkel. Lediglich Lautstärke und die üblichen Steuertasten sind auf dem Display präsent. Das klingt im ersten Moment nach einer Fußnote, ist aber bei der Performance schon nicht ohne. Denn beim Mirroring muss der Prozessor dasselbe Bild zweimal ausgeben -- einmal auf dem Tablet, dann auf dem externen Gerät. Das bedeutet doppelte Rechenleistung, was sich gerne mal unschön bemerkbar macht: Ladepausen, abgehackter Ton, oder fehlende Lippensynchronität können den Filmgenuss schnell trüben. Von daher macht die Wiedergabe über die EZcast App mehr Sinn, weil das Bild hier direkt an das externe Gerät geschickt wird, ohne extra auf dem Display des Tablets zu erscheinen. Die Wiedergabe ist dadurch eigentlich immer flüssig und synchron. Lediglich wildes Herumspringen in Videos führt zur einen oder anderen Denkerpause, da hier neu gebuffert werden muss. A propos Buffer: Wer den Pufferspeicher im Auge behalten will, kann den aktuellen Zustand per Knopfdruck einblenden lassen. Auf diese Weise kann man eventuellen Präsentationskatastrophen vorausschauend entgegenwirken:
    cast4
    Alles in allem läuft die Videowiedergabe gut. Ton und Bild bleiben synchron, Ladepausen hatte ich kein einziges Mal. Soweit klingt alles wunderbar, wenn das Video nicht immer gelegentlich abbrach, weil die Verbindung zum EZcast gekappt worden war. Woran das liegt, ist mir nicht ganz klar, aber im Unterrichtsgeschehen dürfen solche Dinge einfach nicht passieren. Mit Lehrstoff, 30 Schülern und zig Unterlagen, die ich ausgeben will, sind solche Technikspirenzchen ein letztes nerviges Detail, das ich echt nicht gebrauchen kann. Ein echtes Ausschlusskriterium für mich. Allerdings keins, das mich allzu negativ stimmt. Die Update-Politik von Firmware und App ist nämlich vorbildlich. Ich hab den Stick gerade erstmal zwei Wochen und seitdem sind 3 Updates herausgekommen, die jedes Mal stabilere Verbindungen und neue Features bringen. Nur zum Vergleich: Der Samsung-Dongle steckt bei mir seit zwei Jahren in der Schultasche und hat gerade mal zwei Updates bekommen -- eins davon kam nur auf den Markt, um die Verschlimmbesserung des vorigen auszumerzen. I rest my case…
    Insgesamt halte ich den EZcast für eine gute und leistungsfähige Alternative zu meinem Samsung Dongle, die mir durchaus einiges an Kabelwust ersparen würde. Allerdings ist das Gerät im Alltagsgebrauch noch etwas unzuverlässig. Das Verbinden mit dem Tablet dauert mir persönlich zu lange, und auch die gelegentlichen Verbindungsabbrüche beim Betrieb steigern mein Vertrauen in die Technik nicht gerade. Aber gemessen am Eifer, mit dem die Entwickler Updates raushauen, kann man davon ausgehen, dass sich in der Hinsicht etwas tut. Weggeben werde ich den kleinen Stick also nicht. Aber zumindest noch für eine gewisse Zeit in der Schublade ruhen lassen…
    Update 28.4.2015
    Nach einem Tipp von WolfGang kann ich Neues vermelden: Der Bootvorgang lässt sich um einiges beschleunigen, wenn man den EZcast im Menü unter den Einstellungen entsprechend konfiguriert.

    20150428_190244
    In den Einstellungen des EZcast lässt sich der Streaming Stick gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassen…

     
    Unter Default Mode lässt sich der Modus des EZcast einstellen, in dem das Gerät hochBildbooten soll. Screen Mirroring steht sofort zur Verfügung, wenn der Modus EZMirror+AP bzw. EZMirror+Timer eingestellt wird. Dies fährt den Stick bei entsprechender Stormzufuhr über USB sofort in Modus 4, in dem der EZcast nach dem Miracast-Standard streamt. In diesem Modus lässt sich das Device auch unter den Menü-Einstellungen Screen Casting oder Mirror Casting auf den Tablets finden. Selbst auf einem von Samsung 😉 Durch das direkte Hochfahren in diesen Modus spart man einiges an Zeit. Selbst der Samsung Dongle braucht nur einen Tick weniger als der EZcast. Hier ein neues Beweis-Video. Dieses Mal allerdings ohne Easy Listening:

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    Man sieht, auf diese Weise geht das alles deutlich schneller, was ihn sofort wieder für den Einsatz im Unterricht interessant macht. Dort hat der EZcast bei mir mittlerweile seine ersten Feuertaufen über sich ergehen lassen müssen und sich recht wacker geschlagen. Nur einmal ist das Bild eingefroren, sodass man dem Stick kurzfristig den Strom abdrehen musste. Danach klappte alles aber wieder wie immer.
    Zwischen den beiden Optionen EZMirror+AP und der entsprechenden Timer-Variante besteht ein großer Unterschied. Wer sich für die letztere Option entscheidet, hat knapp 2 Minuten Zeit, um sein Gerät mit dem EZcast zu verbinden. Ist bis dahin nichts passiert, findet das Tablet den Stick nicht mehr und ist nur durch Reboot zum Verbinden zu bewegen. Daher bin ich auf die Option EZMirror+AP umgesprungen. Hier lässt sich der EZcast jederzeit vom Tablet disconnecten oder wieder neu verbinden -- ideal, wenn man im Unterricht nur für gewisse Phasen streamen und den Akku schonen möchte. Der hat nämlich einiges zu tun, wenn er in der Timer-Variante 45 Minuten durchstreamen würde.

    Achja: Immer noch sehr lobenswert ist die Update-Politik. Nicht nur die der App, sondern auch die des EZcast selber. Seit dem letzten Artikel hat der Entwickler drei Firmware-Updates herausgebracht. Sieht so aus, als glauben sie ans Produkt. In diesem Sinne: Happy Casting!

  • Technik,  Unterricht

    Apps im Unterricht: Darstellung von Zitaten (Folge 6)

    Von all den Episoden aus meiner Schulzeit, an die ich mich bis heute lebhaft erinnern kann, haben sich zwei Szenen unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt: Einmal unser Englischlehrer in der zehnten Klasse, der mitten in der Stunde aufs Pult stieg, um Martin Luther Kings Rede „I have a dream“ auswendig vorzutragen. Und unser in die Jahre gekommener Lateinlehrer, der mit uns gewettet hatte, er könne das erste Buch der Aeneis auswendig vortragen. Und das tat er dann auch. 45 Minuten am Stück. Fehlerlos. Ohne eine einzige Denkpause. Es lief.
    Solche Gedächtnisleistungen habe ich immer bewundert. Schon zu meiner Zeit wurde das Auswendiglernen außer bei Vokabeln auf ein Minimum im Unterricht reduziert. Gedichte auswendig zu lernen haben wir am Gymnasium lediglich in der fünften Klasse praktiziert und dann nie wieder. Heute ist es auf weite Strecken verpönt. Warum eigentlich? Klar ist es Drill. Aber es setzt etwas voraus, was essentiell fürs Lernen ist: Konzentration, Ruhe und Disziplin.
    Ich will nicht, dass meine Schüler aus dem Lateinunterricht gehen, ohne auch nur eine Zeile aus einem Werk zitieren zu können oder Sprichwörter zu Gesicht bekommen zu haben. Das dachte auch mein Seminarlehrer in der Referendariatsausbildung und hatte sich für seine Klassen immer ein „Wochenmotto“ ausgedacht. Jede Stunde wurde über einen Zeitraum von 5 Tagen ein lateinischer Sinnspruch an die Tafel geschrieben, den es zu memorieren galt. Das Problem: Dank Tafeldienst wurde die Sentenz nach jeder Stunde gelöscht und musste wieder angeschrieben werden. Mit Tablet geht das viel schneller. Und auch hübscher. Zum Beispiel mit der App Notegraphy.
    Die App wandelt Zitate in ein grafisch ansprechendes Gewand. Möglich wird das durch zahlreiche Templates, die der App beigepackt sind. Jedes Template hat zudem bis zu drei unterschiedliche Varianten, mit denen man herumexperimentieren kann. Das Ergebnis ist gelegentlich skurril, aber optisch immer imposant.
    Untitled design
    Ist man mit seinem Werk zufrieden, kann man es entweder über diverse soziale Medien verbreiten oder einfach als Bilddatei exportieren.

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    Wer Apps für das digitale Äquivalent einer schmutzigen Tennissocke hält, kann auch das Internet bemühen. Dort gibt’s notegraphy nämlich auch. Oder man schaut eine Adresse weiter zu recitethis.com. recitethis.com funktioniert ganz genauso, ist aber in seiner Handhabung doch um einiges komfortabler als Notegraphy, da sich die Funktionen nicht alle auf Mini-Fummel-Buttons auf einem Smartphone oder Tablet tummeln, sondern alles auf einem Monitor zu sehen ist. Auch hier liegen diverse Templates vor, um die Weisheiten in entsprechende Kleider zu hüllen. Allerdings sind diese (noch!) nicht so zahlreich wie bei Typography. Auch hier lässt sich das Ergebnis entweder in soziale Netzwerke verbreiten oder als Bilddatei auf der heimischen Festplatte sichern.
    recitethis
    Und dann? Ganz einfach. Die Dateien entweder als Zitat ausdrucken, laminieren und als Motto zentral über der Tafel aufhängen. Oder -- und das ist viel einfacher und schützt Bäume -- auf dem Tablet als Bildschirmschoner einstellen. Jedes Mal, wenn das Tablet schlafen geht, thront so das Motto im XXL-Format an exponierter Stelle. Oder in eine Klassen-Twitter-Timeline übernehmen. Oder, oder, oder…
    Kurt Tutschek hat mich noch auf zwei weitere Tools hingewiesen, die hier thematisch wunderbar passen: Quozio und Proquoter. Vielen Dank für den Tipp!

    Eine noch aktuellere Aufstellung liefert der Blog von Johanna Daher.