eReader. Für die einen sinnlos wie ein Kropf. Für die anderen (und mich!) eine gelungene, weil zeitsparende Art, für den Sprachunterricht mit Texten zu arbeiten. Ursprünglich war ich von diesen Dingern überhaupt kein Fan. Mir kamen sie irgendwie vor wie das ungeliebte Resultat eines Seitensprunges von einem Tablet und einem Casio-Taschenrechner. Was sollen diese ollen Dinger denn bitte mehr können als Text darzustellen? Ehrlich gesagt: Nichts. Darin sind sie aber besonders gut (im Textdarstellen, nicht im Nichtstun…). Wohl mit Abstand am weit verbreitetsten ist Amazons Kindle. Ich besitze die 3G-Variante, die den superbequemen Vorteil hat, dass man mit dem Kauf einen eingebauten 3G-Link in den Amazon Kindle Store hat, der keinerlei Mehrkosten erzeugt (also keine monatlichen Abozahlungen). Wenn man im Zug unterwegs ist und gerade seinen Harry Potter, sein Wimpy Kid oder ähnliches durch hat und heiß auf den Nachfolger ist, kein Problem: einfach in den Shop runterladen und eine Minute später kann’s weitergehen. That’s 21st century, baby!
Jetzt aber mal zu den lebensrettenden Maßnahmen eines eReaders wie dem Kindle. Ganz abgesehen, dass er einem Sehnenscheidenentzündungen erspart, weil man die King of Thrones-Romane nicht mehr wie Hanteln an den Armen durch die Gegend tragen muss, hat das Gerät ein paar pfiffige Möglichkeiten zum Export von Textpassagen. Mithilfe des Cursors werden entsprechende Passagen einfach markiert und per Knopfdruck in eine eigene Datei befördert (myclippings.txt), in der die Worte komplett unformatiert im txt-Format ruhen. Wenn man den Kindle anschließend per USB an
seinen PC hängt, kann man auf die Datei zugreifen und sich die gewollte Passage zur Bearbeitung in die nächstbeste Textverarbeitung ziehen. Eine sehr clevere Funktion, die einem gleichzeitig auch die Buchrücken seiner Werke schont, die man für OCR-Erkennung auf dem Scanner oft so auseinanderbiegen muss wie Schlangenmenschen im chinesischen Staatszirkus.
Achja: Theoretisch hat der Kindle 3G sogar eine Vorlesefunktion mit an Bord, mit der sich die eine oder andere Listening Comprehension für den Unterricht bewerkstelligen ließe. Bevor nun aber alle aus dem Häuschen sind, sollten sie erstmal den hypnotischen Klängen der Synthetik-Dame lauschen und sich ein eigenes Bild machen.
Mich erinnert sie ein bisschen an Shodan aus System Shock 2.
Übrigens Tipp an die Altsprachler: Ihr wärt erstaunt, wie viele kostenlose Public-Domain Übersetzungen man aus dem Hause Reclam über den kindle store findet. Selbst so Schätze wie die Paradoxa Stoicorum verstecken sich dort. Top!

Es mag ja irgendwie ein Klischee sein, seinen ersten Blog-Eintrag über das hiesige Wetter zu verfassen. Aber immerhin kann ich’s fachlich begründen. In England legen es die Gepflogenheiten nahe, grundsätzlich vor JEDEM tiefschürfenden Gespräch einen kurzen Diskurs über das Wetter abzuhalten. So how’s the weather? One word: Furchtbar. Wenn das der Frühling ist, von dem Eduard Mörike immer schreibt, dann hat er dieses Jahr sein blaues Band in der Reinigung vergessen. Seit Wochen werden wir hier in Bayern von einer undurchdringlichen Suppe aus immer wiederkehrenden Regenschauern, Nebelfeldern und Schneeeinbrüchen heimgesucht, die weder Sonne noch gute Laune zulässt. Alles ist grau. Häuser grau, Himmel grau, Stimmung grau. Selbst mein üblicher Eifer, meine Wohnung in einem Frühjahrsputz zu entrümpeln wich irgendwann einem “I couldn’t care less” und so sind meine Fensterscheiben immer noch ungeputzt, und die Staubmäuse unter meinem Schreibtisch sind mittlerweile zur Größe von Steppenläufern (thematisch passend natürlich in grau!) angewachsen und drohen, mich beim nächsten näheren Kontakt vollends zu verschlingen. Mir tun die Kinder, die über die Ferien hier geblieben sind, fast schon leid, weil sie bei diesen Aussichten wohl exakt 0,16 Tage an der frischen Luft verbracht haben. Mal schauen, ob das irgendein Schüler bemerkt, wenn ich am Montag frage, wie die Winterferien denn so gewesen sind… Naja, ich mach mich dann mal ans Frühstück. Was es gibt? Grau-brot natürlich, was denn sonst bei dem Wetter? 😉
Ich bin Teil einer aussterbenden Spezies. Nämlich der des Lateinlehrers – eines technikaffinen gleich dazu. Ich unterrichte nach den Anstrengungen eines Studiums, eines Referendariats und zwei erfolgreich abgelegten Staatsexamina im schönen Bayern die Fächer Latein und auch Englisch und hoffe mit diesem Blog (Un-)Eingeweihten einen Blick auf diesen wunderschönen Beruf zu geben – auch wenn das einige anders sehen. Wer weiß, vielleicht gelingt es ja euch umzustimmen. Wette angenommen?