Worum sich jetzt vorrangig erstmal alles in der Oberstufe dreht, ist ohnehin klar: Das erste G9-Abitur rollt an. Und es wird groß. Nicht nur, dass die Termine für die Prüfungen der einzelnen Fächer sich auf einmal vervielfacht haben. Auch die Anzahl der Prüflinge ist gut angestiegen. Zumindest bei uns. Neben unseren eigenen Leuten kommt jetzt auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl an externen Abiturienten dazu, die wir mehr oder weniger zum Nulltarif mitprüfen dürfen. Halt, man darf das ja abrechnen. Für 2,20 Euro pro Zeitstunde. Und 2,80 bei zwei. Danke fürs Gespräch.
Vor den Ferien ging es traditionsgemäß mit den Kolloquiumskandidaten in ein erstes Grundgespräch, da sich diese möglichst bald für ein Spezialthema festlegen sollten. Für mich völlig ungewohnt war dieses Jahr grundsätzlich die häufigste Frage: Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen? Und genau so häufig wie auch einhellig war jeweils die Reaktion auf meine Antwort “Wähle einfach das Thema, das dir am meisten zusagt”. Nämlich ungläubige Blicke.
Eins kann man dem Lehrplan in Englisch in der Oberstufe nämlich nicht ankreiden: Nämlich, dass er uninteressant ist. Vor allem in diesen unruhigen Zeiten ist da so viel dabei, was am Puls der Zeit ist und bei jungen Leuten so viel wachrütteln sollte: Social media, fake news, globalisation, media literacy, the American Dream, generational gaps. Da ist so viel für einen selbst drin. Und letztlich sehe ich dann die Leute sich für die Themen entscheiden, die am wenigsten Unterrichtszeit in Anspruch genommen haben – vermutlich in der Hoffnung, dass der Lernstoff dann möglichst überschaubar bleibt. Das ist schon ein bisschen traurig.
Egal, schaut mal: Frühlingsboten!

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