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Back to the digital roots?

In den sozialen Medien merke ich unter den Leuten, die ungefähr in meinem Alter sind, eine zunehmende Ermüdung, wenn es um Social Media geht. An vielen Stellen hat man das Gefühl, die Luft ist einfach raus. Diskussionen kommen nicht zustande oder versanden im Nichts. Andere Accounts sind einfach nur die ganze Zeit beschäftigt mit Selbstdarstellung. Es kann natürlich auch sein, dass ich bzw. wir auch einfach in den falschen Netzwerken unterwegs bin/sind. Aber das Thema TikTok oder Instagram hat sich für mich als Plattform zum Vernetzen ein bisschen erledigt. Das, was ich vor ein paar Monaten dort gesehen habe, ist streckenweise echt für mich schwer zu ertragen. Viel Selbstdarstellung, viel Overacting, das nützt mir einfach überhaupt nichts.
Entsprechend ziehen sich viele Leute wieder auf den Blog zurück und versuchen dort wieder produktiver zu sein. Ich versuche das auch. Allerdings findet man oft auch im Moment schlecht die Zeit dazu, alles aufzuschreiben, was man möchte. Eine kleine Möglichkeit habe ich mir mittlerweile für lange Autofahrten beigebracht. Ich diktiere Themen oder Texte, die ich im Blog benutzen will, einfach als Audionotiz in Evernote und lasse hinterher alles von der KI in Text umwandeln. Das spart einerseits mächtig Zeit, zeigt mir andererseits aber auch, wie sehr ich tatsächlich ein Mann der Schrift bin. Wenn ich Texte erstelle, ist das Flow-Gefühl beim Schreiben viel schneller da als beim Sprechen. Dort halte ich regelmäßig inne, muss mich verbessern, oder tue mir mit dem Formulieren deutlich schwerer, als wenn ich an der Tastatur oder mit einem Stift in der Hand am Schreibtisch sitze.
Ich schätze das merkt man auch an diesem Text, der sprechenderweise entstand…
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10 Comments

  • Herr Rau

    Social Media: Ich weiß gar nicht so richtig, was die Leute da machen. Bei Twitter war ich nur mäßig aktiv, dann aber mehr ab Mitte 2019, und ab Corona 2020. Für mich war das immer nur Selbstdarstellung (nämlich meine) und Herzeigen schöner Dinge. Diskussionen… führe ich lieber lokal im Kollegium. Mit den lauten Leuten dort (die Schweizer und Medien-Bubble) konnte man ohnehin nie diskutieren. Das ist für mich auch heute noch wichtig, das Herzeigen und Sehen und Zur-Kenntnis-Nehmen und Wahrnehmen. Alles andere in Blogs.

  • Bob Blume

    Die Diskussion um die Selbstdarstellung ist ja schon alt. Das mit der Diskussion sehe ich auch so. Für mich spielt der Blog immer noch eine riesige Rolle, nur: Wenn man das nicht für sich macht, dann will man ja auch, dass Menschen es sehen. War schon zu Twitter-Zeiten so. Für mich ist das eine (Social-Media) immer nur das Aufmerksammachen für das andere (Blog, Podcast, Bücher). Dass sich das immer auch beißt, merke ich selbst.

    Was ich vermisse, ist, dass die Diskussion wie hier im Ansatz über die Kommentarspalte geführt wird. Das war schon zu Twitterzeiten nicht so toll, weil die Diskussionen nie unter einem Beitrag liegen blieben, sondern irgendwann im Äther verschwanden. Oft wünsche ich mir die Zeit der Foren und Kommentarspalten zurück. Oder wenigstens ein Twitter, das man nutzen kann (den Bluesky und Mastodon finde ich nicht so ergiebig, was auch an mir liegen kann).

    Kurz: Irgendwie stimme ich dir zu, mache aber bei dem mit, was du wahrscheinlich Selbstdarstellung nennen würdest, damit das weiterleben kann, was mir wichtig ist. Ergibt das Sinn?

  • roswitha

    mir gefällt das lesen in blogs und ich schreibe selbst. die themen sind zufällig und begegnen mir irgendwo: radio, zeitung, gespräche… ich habe keine lust einer norm zu genügen, außerdem fühle ich mich beim schreiben wohl. niemand muss es lesen, kommentare beantworte ich immer. und ich freue mich über gedankenanstösse und gute bilder, alles rein subjektiv. wenn ich keine zeit habe, schreibe ich nicht. so geschieht bei mir ungefähr wöchentlich etwas.
    bitte mache weiter…

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