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    Es werde Licht! Der Acer K-137

    avat_schielen_technikIn einer perfekten Welt gäbe es das perfekte Klassenzimmer. Saubere Räume, gepflegtes Mobiliar, beste technische Ausstattung. Aber in der Realität ist das Schlaraffenland des Bildungssektors noch etwas fern.
    Beamer sind Mangelware. Alles in allem fünf mobile Einheiten stehen uns in der Schule zur Verfügung. Wenn man einen haben möchte, muss man sich in einer Liste eintragen, die mir die Vorherrschaft über das Gerät für ganze 45 Minuten sichert. Oder eben auch nicht. Schon mehrmals ist es passiert, dass irgendein Freibeuter über meinen reservierten Beamer hergefallen ist und ihn entführt hat, ohne auch nur einmal zu checken, ob das Gerät für jemand anderen vonnöten ist. Zum Beispiel für mich. Nachdem ich aufgrund einer solchen Diebesaktion wieder mal meinen Unterricht spontan über den Haufen werfen musste – Filmanalyse ist ohne entsprechende Gerätschaften etwas mühselig – hatte ich die Nase endgültig voll und entschied mich für einen eigenen Beamer. Solamente per me. Da ich mit dem Transport meine Rücken-Gesundheit nicht aufs Spiel setzen wollte, wollte ich ein Gerät, das sowohl handlich als auch leistungsstark war.
    Was das Thema Handlichkeit anbelangt, sind LED-Beamer unschlagbar. Schon seit einigen Jahren haben viele Hersteller Geräte im Angebot, die mit ihren LED-Dioden eine schnuckelige Alternative zu der üblichen DLP-Technologie bieten. Schnuckelig trifft allerdings auch auf ihre Leistung zu. Denn die LED-Zwergerl hinken ihren großen Brüdern in Sachen Lichtleistung ganz schön hinterher. Einige Exemplare aus der Picopix-Familie von Philips bekommen gerade mal 150 Lumen hin. Damit reicht beinahe schon ein Feuerzeug neben dem projizierten Bild, und man sieht nichts mehr. Oder eine Taschenlampe. Oder ein Streichholz. Oder Glühwürmchen. Auf der Suche nach einem etwas stärkeren Recken stieß ich letztlich auf den LED-Beamer K137 von Acer, den ich mir auch gleich unter den Weihnachtsbaum habe legen lassen. Nämlich von mir selber.

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    TA-DAAA!

     Ausmaße

    Mein neues Spielzeug ist mit 18,9 x 11,6 cm nicht ganz so kompakt wie manch andere LED-Komplizen. Also nichts mehr mit Döschen im Höschen, sondern eher Dose in der Hose. Naja, auf die ausgestreckte Hand passt das Ding allemal. Und mit knapp 511 Gramm Gewicht ist der Transport auch kein nennenswertes Problem. Zwei Schulbücher bringen buchstäblich mehr auf die Waage.
    Das Design des K137 hat mich schon ein bisschen überrascht. Anders als so jeder andere Beamer, den ich über die Jahre kennengelernt habe, ist das Gerät nicht kantig, sondern abgerundet. An den vorderen “Ecken”, wenn man sie so nennen darf, verbergen sich zwei 3 Watt-Lautsprecher, die im Unterricht (hoffentlich) überzeugen sollen. Auf der Rückseite wartet für den anschlusswütigen Lehrer und Systembetreuer ein wahres El Dorado an Möglichkeiten:
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    Jeder der Anschlüsse ist out of the box einsatzbereit, ohne dass man hinterher noch Kabel zur Verbindung kaufen muss. Acer schickt einfach alle Kabel, die nötig sind, mit dem Beamer mit. Ein HDMI-Kabel ist ebenso in der Packung wie eine Verbindung zum eingebauten I/O Universal-Interface, mit dem auch ein VGA-fähiger PC, Laptop oder Hamster angeschlossen werden können. Der USB-Port freut sich über den mitgelieferten USB-Stick, mit dem man kabellos Medien an das Gerät schicken kann (dazu später mehr). Um den Beamer sicher in die Schule mitschleppen zu können, liegt der Packung auch noch eine hübsche Tasche bei. Hier mal der gesamte Inhalt der Lieferung:

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    Ein Blick ins Rundum-Glücklich-Paket

    Auf der Unterseite des K137 sorgen drei Gummifüßchen für den nötigen Halt. Um das Gerät entsprechend zu neigen, lässt sich der mittlere Fuß herausschrauben.
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    Für den Unterricht dürfte dieser Neigungswinkel allerdings zu gering sein. Daher empfiehlt sich M.Heusingers Tipp sei Dank der Einsatz von einem Stativ, das in die dafür vorgesehene Vorrichtung geschraubt wird. Ich benutze den Monkey Pod von Rollei – bezahlbar und dank flexibler Standbeine auch auf den unmöglichsten Tischunterlagen gut zu justieren. Damit sieht der Beamer zwar aus wie einer der dreibeinigen Herrscher aus der 80er-Jahre-BBC-Serie aber nun gut, was soll’s. Das Ding soll ja keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.
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    Beim Einschrauben des Stativs sollte man übrigens etwas Vorsicht walten lassen. Beim Versuch, das Ding möglichst fest mit dem Beamer zu montieren, hab ich den Druck auf das Gewinde wohl zu sehr erhöht, und der Plastikring ist gebrochen. Damit plumpst das Schraubgewinde permanent raus. Abhilfe schafft jetzt wohl nur noch eine neue Bodenplatte, die mir Acer hoffentlich besorgen kann. Und das möglichst schnell…

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    Mist :-/

     

    Setup

    In mein bisheriges Setup lässt sich der Beamer prima integrieren. Über den USB-A-Anschluss kann ich den Samsung AllShare Cast Dongle mit Strom versorgen, ohne eine zweite Steckdose bemühen zu müssen. Über die HDMI-Buchse kommuniziert der Dongle mit dem Beamer und projiziert das Bild in der nativen Auflösung meines Note 8.0 (1280 x 800) originalgetreu an die Wand.
    Alternativ ließe sich statt des AllShare Cast auch der Acer-eigene MHL-Dongle an den USB-Anschluss anstecken. Der schlägt allerdings mit knapp 70€ zu Buche und benötigt eine eigene App. Für jeden, der kein Samsung-Gerät besitzt, bestimmt eine Anschaffung wert. Ich bin mit der Screen Mirroring-Funktion des 8.0 vollauf zufrieden und brauche diesen Schnickschnack nicht. Eine mittlerweile sehr brauchbare Alternative zum Samsung Dongle ist übrigens der EZcast, der einiges an Kabelgewirr erspart.
    Interessant erschien mir zu Beginn der mitgelieferte USB-Stick, der einfach in die entsprechende Buche gesteckt wird.  Dieser verbindet sich über Android- oder iOS-Geräteund empfängt Bilder, Videos und Dokumente, die man drahtlos von seinem Gerät an den K137 schickt – vorausgesetzt, man lädt die Acer eDisplay App herunter und gibt das über den Beamer ausgegebene Passwort in der App ein. Allerdings ist Acer eDisplay, was die Formate anbelangt recht wählerisch. Audio-Daten werden ebenso wenig übertragen wie sämtliche dynamische Prozesse, die man auf seinem mobilen Gerät vorführt. Da bin ich mit dem AllShare Cast Dongle viel zufriedener, der einfach ALLES überträgt, was man auf seinem Smartphone/Tablet vollführt. Noch dazu ist der Stick bei mir im Betrieb nach gerade mal fünf Minuten bedenklich heiß gelaufen. Da hilft es auch nicht wirklich, dass der Stick direkt neben dem Rücklüfter des K137 liegt, der den USB-Stummel permanent mit heißer Beamer-Luft versorgt.

    Einsatz im Klassenzimmer

    Mit den entsprechenden Kabeln ist der Beamer in Windeseile aufgebaut. Nach ein paar Tagen steht der kleine Strahlemann innerhalb von 20 Sekunden einsatzbereit auf dem Tisch. Das geht wirklich um einiges schneller als der mobile Beamer, den man erst aus seiner Tasche holen, aufbauen und eventuell mit diversen Büchern unterfüttern muss, damit der Neigungswinkel so eingestellt ist, dass er nicht die Tafel, sondern die Wand darüber anstrahlt. Das Objektiv lässt sich vorne mit einem kleinen Regler scharf stellen, sodass man eigentlich in Sekundenschnelle loslegen kann. Für den Fall dass man den Beamer auch mal im Unterricht dunkel machen möchte, ohne ihn gleich auszumachen, steht auf der Oberseite des Beamers eine entsprechende Einstellung auf den Menütasten zur Verfügung, die den K137 in eine Art Standby-Modus schalten kann. Vertoning nennt sich das (weshalb auch immer). Um ihn aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, genügt ein Druck auf einer der Menütasten, und er erwacht zu neuem Leben:

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    ES LEBT! ES LEBT!

    Meine größte Befürchtung bei dem K137 war die Lichtleistung, die für einen LED-Beamer zwar ganz ordentlich ausfiel, aber gegen einen herkömmlichen Beamer ganz schön abstinkt. Im direkten Vergleich merkt man schon einen Unterschied. Die Farben sind um einiges verwaschener, das Licht deutlich dunkler, aber solche Einschränkungen sind im regulären Tagesbetrieb absolut verschmerzbar. Da viele Arbeitsblätter und andere Materialien, die man über das Tablet an den Beamer schickt, ohnehin weißen Hintergrund haben, ist jedes Dokument, das ich ausprobiert habe, auch in der letzten Reihe problemlos lesbar. Zur Not lässt sich das Dokument ja zoomen. Hier erstmal ein Bild ohne direkte Lichteinstrahlung von draußen.
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    Sobald man das Tafellicht anschaltet und die Vorhänge zurückzieht, merkt man dem Beamer die 700 Lumen-Sparleistung schon etwas an. Gegen die bei uns benutzten Epson-Beamer, die mit bis zu 3000 Lumen losstrahlen, kommt der Kleine definitiv nicht an.
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    Alles in allem ist die Lichtleistung nicht perfekt, aber allemal klassenzimmertauglich. Puh, eine Sorge weniger. Bleibt nur noch die letzte: Der Ton.
    3W-Lautsprecher klingen insgesamt schon etwas mager. Ich habe CD-Player mit 10mal mehr Leistung in Klassenzimmern versagen sehen bzw. hören, wenn sich der Ton in den weiten Räumen und hohen Decken einfach verliert, und die letzte Reihe bei Listening Comprehensions nur noch ein undefinierbares Säuseln versteht – so übrigens erst kürzlich geschehen bei den oben erwähnten EB-1776W Beamern von Epson, die in der Grundausstattung fast 1000€ (!!!) kosten. Hier hat mich der K137 wirklich völlig überrascht. Der kleine Schreihals hat ordentlich Power und brüllt mühelos in den Raum. Ich musste bei ersten Testläufen die Lautstärke sogar runterdrehen, weil die ersten beiden Reihen bei den ersten Tönen sichtbar zusammengezuckt sind. Zum Glück ist das Biest über die Menütasten auf der Oberseite schnell gebändigt.
    Insgesamt sind die Soundfähigkeiten echt bemerkenswert. Die Bässe sind satt, die Höhen klar. Selbst ein 3D-Effekt lässt sich zuschalten. Da solcher Hokuspokus allerdings das Audiosignal eher verwischt als verbessert, lasse ich ihn standardmäßig außen vor. In Listening Comprehensions kann das ganz schön fatal sein.

    Was bleibt zu sagen?

    Ich hab lange mit der Anschaffung eines eigenen Beamers gehadert, weil die Kosten von knapp 500€ wirklich kein Pappenstiel sind. Aber ich hab das kleine Ding schon nach ein paar Tagen ins Herz geschlossen. Es ist alles viel leichter geworden: Ich muss mich nirgendwo mehr in Listen eintragen, ich muss keine sperrigen Geräte in der Gegend herumschleppen und mich eventuell auch noch ärgern, wenn irgendwelche Kabel zum Anschluss fehlen, ich muss nicht früher aufhören, um den ganzen Gerätepark wieder abzubauen und in der Tragetasche zu verstauen. Das gehört alles der Vergangenheit an. Das kleine Kerlchen ist super-portabel und verfügt sowohl optisch wie auch akustisch über genug Leistung, um in einem Klassenzimmer den Alltag zu bestreiten. Klar, darf man bei 700 Lumen keine Top Performance erwarten, aber wir sind ja auch ein Klassenzimmer und kein IMAX.

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    Mein Döschen im Höschen

    avat_freuhoseVielleicht ist das meinige nicht ganz so aufreizend, wie das von Tiffany aus “Diamantenfieber“. Dafür mindestens genauso spannend. Jedenfalls für mich. Vor nicht allzu langer Zeit sagte ich meinem alten Tablet “Goodbye”, nur um Tage später einen Nachfolger für meinen Gerätepark zu ernennen. Nämlich das Samsung Galaxy Note 8.0. Wer sich an meinen Artikel erinnern kann, wird nicht vergessen haben, dass mich vor allem der Konnektivitätswust wirklich genervt hat. Denn um das Tablet an einen Beamer anzuschließen, braucht man

    • eine Steckdose für einen Beamer
    • einen MHL-HDMI-Adapter, der zwischen Beamer und Tablet kommuniziert
    • ein HDMI-Kabel, das das Ausgabesignal des Adapters an den Beamer weiterleitet
    • eine zweite Steckdose
    • das Netzkabel des Tablets, das in den Adapter eingesteckt werden muss weil sonst keine Bildausgabe erfolgt
    • daher eventuell ein Verlängerungskabel oder einen Verteiler

    Das, liebes Samsung, ist Murks. Riesenmurks. Die Mobilität, für die Tablets immer gepriesen werden, ist damit völlig dahin. Ich bin mit meinem Tablet im Unterricht an das Lehrerpult verbannt. Viel schlimmer noch: Durch die wirklich mikrige Länge der Kabel (das 8.0 Netzkabel für den MHL-Adapter ist gerade mal einen Meter lang!) ziehen sich die Kabelstränge quer durch den vorderen Teil des Klassenzimmers. Wenn der Tafeldienst sich an mir und meinem Equipment nach getaner Arbeit vorbeischleichen will, reißt er mir entweder die gesamte Technik vom Pult, weil er sich im Kabelsalat verheddert, oder stranguliert sich, da die Kabel auf Halshöhe herumhängen. Das nervt und bringt nur noch mehr Chaos in das allgemeine Gewusel innerhalb eines Klassenzimmers. Aber dann kam die Erlösung: nämlich mein Döschen im Höschen.
    SAMSUNG DIGITAL CAMERAAls ich nach einem weiteren Edchat mit Matthias Heil ins Gespräch kam, empfahl er mir auf mein Weinen und Klagen hin den AllShare Cast Dongle von Samsung. Besagtes Döschen im Höschen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, das den kompletten Bildschirminhalt des Note 8.0 per WLAN empfängt und auf den Beamer überträgt. Das klang zu schön, um wahr zu sein, deswegen wollte ich das mal in der Realität sehen. Also auf zum Saturn meines Vertrauens und das gute Ding für knapp 50€ gekauft. Die Verkabelung ist recht schnell geschehen. Der Dongle wird mit einem USB-Netzteil (noch ein Netzteil! *kreisch*) mit Strom versorgt, in den HDMI-Port kommt das entsprechende Kabel, das mit dem HDMI-Eingang des Beamers verbunden wird. Das Ergebnis ist zwar nicht unbedingt schöner, durch ein hängendes Kabel weniger aber nicht mehr ganz so lebensbedrohlich wie der Kabel-Gau aus den ersten Zeilen:

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    Durch etwas Herumexperimentieren konnte ich die Kabelknödelei sogar noch etwas weiter eindämmen. Da das Netzteil des Dongles mit 4,75V arbeitet und damit der Spannung eines regulären USB-Ports recht nahe kommt, spricht nichts dagegen, den Dongle per USB-Buchse des Beamers mit Strom zu speisen. Damit bräuchte ich künftig nur noch eine einzige Steckdose und keinen Hausmeister mehr, der mir die strangulierten Schüler einsammelt:

    20131021_132646_102113_054744_PMSollten findige Kabelexperten hier unter uns weilen, die mir bei dieser Lösung den baldigen Tod meines Dongles prophezeien (das Donglenetzteil gibt 4,75V bei 0,55A aus), bitte rechtzeitig melden. Ich hatte diese Konfiguration heute für eine Stunde laufen und es funktionierte problemlos. Somit ist allein logistisch der Wust der Anfangskonfiguration mächtig eingedämpft, denn jetzt brauchen wir nur noch:

    • eine Steckdose für einen Beamer
    • einen MHL-HDMI-Adapter, der zwischen Beamer und Tablet kommuniziert
    • ein HDMI-Kabel, das das Ausgabesignal des Adapters an den Beamer weiterleitet
    • eine zweite Steckdose und das Netzkabel des Tablets, das in den Adapter eingesteckt werden muss, weil sonst keine Bildausgabe erfolgt
    • daher eventuell ein Verlängerungskabel oder einen Verteiler.
    • einen Hausmeister zum Einsammeln meines strangulierten Tafeldienstes
    • ein USB-Kabel (USB-A auf micro USB): geht mit dem mitgelieferten Note 8.0 Datenkabel

    Ist der Dongle verkabelt, muss der Beamer hochgefahren werden. Achtung! Nicht die AllShare-Funktion am Note einstellen, bevor der Beamer an ist. Der Dongle muss am laufenden Beamer über HDMI verbunden sein, sonst bricht er die Verbindung zum Note ab. Das Note sollte man erst dann aktivieren, wenn Dongle und Beamer laufen und der folgende Bildschirm ausgegeben wird:

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    Wenn diese beruhigenden Blautöne auf den Betrachter niederprasseln, ist es fast geschafft. Dann muss man das AllShare Cast-Icon in der Leiste des 8.0 aktivieren, dem Dongle per Knopfdruck Bescheid geben, dass er nach einer Verbindung suchen muss, und schwupp – begrüßt die Klasse der komplette Bildschirminhalt des Tablets. Kabellos!

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    Blueberry Cupcakes anyone? Yay!

    So ist es jetzt problemlos möglich, mit dem Tablet bewaffnet seinen Lehrervortrag fortzusetzen, ohne am Pult zu kleben, als habe man eine Fußfessel. Ein völlig neues Gefühl beim Unterrichten, auch bei solchen Phasen den gesamten Raum des Klassenzimmers zur Verfügung zu haben und auch auf die Reihen zugehen zu können, die sich früher immer am anderen Ende des Raumes in Sicherheit gewähnt haben.
    Natürlich macht sich der extensive Gebrauch dieser Funktion am Akku bemerkbar. Immerhin wird der komplette Inhalt über eine längere Zeit in Echtzeit an den Dongle gestreamt. Ich habe mal nachgemessen und merke schon einen Unterschied. Verliert man pro Unterrichtsstunde ohne AllShare Cast maximal 2% Akkuleistung, sind es bei 45minütiger Belastung des Tablets 8-10%. Damit kommt man auch gut durch den durchschnittlichen Schultag, aber für zwei wird’s schon knapp. Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass man im Unterricht (hoffentlich!) besseres zu tun hat, als die Schüler non-stop mit Medienmaterial vom Tablet zu speisen. Ein bisschen sollen sie auch selber was tun. Und das werden sie. Jetzt kann ich ihnen ja das Tablet direkt unter die Nase halten. Döschen sei Dank!

     Update Dezember 2013: Wie ich schon vermehrt gehört habe, verweigert das Döschen die Arbeit mit einigen Samsung-Geräten, sobald das Android-OS auf 4.2 geupdatet wird – das Note 8 scheint dabei keine Ausnahme zu sein. Das Update wird scheinbar über Kies seit einer Weile angeboten. Da ich mit diesem schlecht gemachten iTunes-Klon schlimme Erfahrungen gemacht habe, ist mein Gerät bisher davon verschont geblieben… und wird es wohl auch für die nächste Zeit bleiben. Das Cast-Feature ist bei mir im Unterricht fester Bestandteil. Darauf kann und will ich nicht mehr verzichten. Oder hat jemand andere Erfahrungen?

    Update Januar 2014: Seit Anfang des Jahres ist ein Patch vorhanden, der das Connectivity-Problem zum Dongle aus der Welt schafft. Allerdings kann ich diesen Patch nur empfehlen, wenn das Note 8 bereits auf 4.2 geupdatet wurde. Ich hab ihn einfach mal runtergeladen und auf mein 4.1.1 angewendet. Höhere Version bedeutet ja immer auch höhere Verlässlichkeit. Mitnichten. Mehrere Male ist mir heute die Verbindung zum Dongle abgebrochen, beim Schreiben merke ich einen deutlichen Lag. Mein Geschreibsel wird teilweise 2 Sekunden später angezeigt – da ist irgendwo der Wurm drin. Ich versuche jetzt mal, mein Note auf Werkseinstellungen zurückzufahren. Alles sehr nervig. Never change a running system…
    Ich kann aber nach mehrtägiger Probephase stolz verkünden, dass alles wieder läuft. Sogar besser als vorher. Nach dem Factory Reset hat sich das Note selbstständig auf das berüchtigte Android 4.2 geupdatet und den Patch automatisch vorgenommen. Seitdem funktioniert die Connectivity stabiler als sonst. Und auch schneller. Wo der Dongle früher immer knapp 10 Sekunden bis zur Verbindung benötigt hat, klappt das nun beinahe wie auf Knopfdruck. Nach zwei Sekunden ist die Verbindung hergestellt. Prima. Was allerdings im Moment gar nicht mehr geht ist die Galerie. Die geht zwar auf, reagiert aber auf keinerlei Input. Wenn man sie allerdings über die Foto-App aufruft, klappt alles problemlos. Seltsam, aber verschmerzbar…

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    Hardware für den Unterricht (Folge 2) : Kabel(j)au

    Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war. Aber unkomplizierter in jedem Fall. Zumindest, wenn’s um Verkabelung von Geräten geht. Back in the 90s war klar: Optisches Kabel an optische Anschlüsse, koaxial an koaxial, Scart an Scart, RBG an RGB. Bei kleineren Problemen half ein Adapter, den man im Laden kaufen konnte und Schluss. Und jetzt? Ich hab echt das Gefühl, dass jedes Gerät einen eigenen Anschluss mit sich bringt, und ich vor dem Kauf von dazu gehörigen Verbindungskabeln erstmal stundenlang Artikel wälzen muss, um sicher zu gehen, dass das gute Ding überhaupt funktioniert. So geschehen dieses Wochenende, als ich mir für mein Tablet einen Adapter kaufen wollte. HTC hat die Eigenart, einigen ihrer Geräten einen MHL-Anschluss zu verpassen – einen Standard, den ich persönlich nie auf dem Schirm hatte. Schön und gut, zum Glück gibt’s einen entsprechenden Adapter dazu, natürlich gegen sattes Geld, aber immerhin gibt das Tablet so zumindest überhaupt ein Bild nach außen aus (etwas, was der aktuellen Generation von Samsung 7-Zollern ja komplett gestrichen wurde).

    SAMSUNG
    VGA Schlieren

    Soweit so gut, die Sache hat nur einen Haken. HDMI-Beamer sind bei uns in der Schule tendenziell eine Minderheit. Sämtliche Deckenbeamer (3), die wir haben (5), verrichten brav ihren Dienst ausschließlich über VGA. So und jetzt geht der Spaß los. In einem Laden einen Konverter zu finden, der digitale HDMI-Signale in analoges VGA umwandelt, ist so aussichtsreich wie Schlittschuhfahren im August. Und das finde ich schon erstaunlich. Immerhin handelt es sich hier um gängige Formate und nicht um irgendeinen überholten Industriestandard à la Betamax oder DAT. Im Internet hab ich mir dann einen Konverter bestellt, der laut Kundenmeinung anstandslos funktioniert. Und was soll ich sagen? Das Ding hat wirklich keinen Anstand. Denn es funktioniert bei mir so gut wie gar nicht. Mein PC Monitor zeigt das Bild nur mit verzerrten Schlieren, der Fernseher zeigt sich völlig unbeeindruckt davon, dass ein Gerät mit ihm kommunizieren möchte und bleibt schwarz. Quid faciam? Ein Blick in die Anleitung erklärt mir, dass das Bild eventuell verfälscht wird, wenn die Auflösung zwischen Sende- und Empfangsgerät nicht 1:1 dieselbe ist. Aber wie erklärt man einem Tablet, dass man seine Auflösung ändern möchte? Gar nicht.
    Ich probier das olle Ding morgen mal an einem unserer betagten Schulbeamer aus, aber wirklich Hoffnung hab ich nicht…
    Update (29.4.): Selbes Bild, sowohl bei unseren neuen Epson-, als auch unseren Toshiba-Beamern. Evtl. liegt’s daran, dass der Konverter selber an einem Adapter anliegt und deshalb zu wenig Strom bekommt. Aber dann dürfte doch eigentlich überhaupt kein Bild zu sehen sein, oder? I’m open for suggestions…
    Update (30.4.): Hab den Adapter gerade an meiner Xbox 360 ausprobiert: Glasklares Bild. Kaputt ist der Adapter zumindest nicht. Muss man vielleicht doch was an der Auflösung drehen? Oder an der Hertz-Zahl?

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