Von all den Präsentationssoftwares, die ich mir über die Jahre angeschaut, sticht für mich bis heute Prezi am allermeisten hervor. Das Prinzip und Programm ist den meisten garantiert bekannt: Anstatt dem Publikum eine Folie nach dem anderen um die Ohren zu pfeffern, geht Prezi einen anderen Weg. Alle Elemente der Präsentation sind wie auf einem riesigen Reißbrett kunterbunt angeordnet. Auf den ersten Blick völlig überladen und chaotisch, aber mit System. Denn mit jedem Click fokussiert der Bildschirm einen anderen Ausschnitt, auf den man sich detailliert konzentrieren kann. Soll ein neuer Aspekt sichtbar werden, wird mit einem erneuten Click aus dem aktuellen Ausschnitt weg- und auf den neuen hingezoomt – als ob man mit dem Vergrößerungsglas auf einer Landkarte herumsucht. Was im ersten Moment nur wie ein cooles Gimmick wirkt, hat System. Durch das ständige Herumfahren wird man wie auf einem roten Faden durch die Präsentation gelenkt und kann Hierarchien in einem Thema optisch perfekt darstellen.
Wie fundamental anders eine derartige Art der Präsentation empfunden wird, habe ich erst kürzlich festgestellt, als ich mit meiner Sechsten Tempelarchitektur durchgenommen hab. Statt mit irgendeiner Kopievorlage anzukommen (was bei mir im Jahr vielleicht einmal passiert), kam ich mit einem eigenen Arbeitsblatt, samt Prezi-Präsentation. So viele “Ahhh”-s und “Oohh”-s habe ich lange nicht mehr gehört.
Gegen entsprechenden Nachweis bekommen Lehrer kostenlos knapp 500 MB an Cloud-Speicherplatz zur Verfügung. Damit lässt sich schon allerhand anrichten 🙂 Sollte im Klassenzimmer kein Internetzugriff bestehen, lassen sich die Präsentationen kurzerhand auf Festplatte speichern und auf dem Laptop (oder iPad) mitnehmen. Für eine entsprechende Android-App setzen sich Millionen von Usern schon seit geraumer Zeit ein. Mal abwarten…
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Es mag ja irgendwie ein Klischee sein, seinen ersten Blog-Eintrag über das hiesige Wetter zu verfassen. Aber immerhin kann ich’s fachlich begründen. In England legen es die Gepflogenheiten nahe, grundsätzlich vor JEDEM tiefschürfenden Gespräch einen kurzen Diskurs über das Wetter abzuhalten. So how’s the weather? One word: Furchtbar. Wenn das der Frühling ist, von dem Eduard Mörike immer schreibt, dann hat er dieses Jahr sein blaues Band in der Reinigung vergessen. Seit Wochen werden wir hier in Bayern von einer undurchdringlichen Suppe aus immer wiederkehrenden Regenschauern, Nebelfeldern und Schneeeinbrüchen heimgesucht, die weder Sonne noch gute Laune zulässt. Alles ist grau. Häuser grau, Himmel grau, Stimmung grau. Selbst mein üblicher Eifer, meine Wohnung in einem Frühjahrsputz zu entrümpeln wich irgendwann einem “I couldn’t care less” und so sind meine Fensterscheiben immer noch ungeputzt, und die Staubmäuse unter meinem Schreibtisch sind mittlerweile zur Größe von Steppenläufern (thematisch passend natürlich in grau!) angewachsen und drohen, mich beim nächsten näheren Kontakt vollends zu verschlingen. Mir tun die Kinder, die über die Ferien hier geblieben sind, fast schon leid, weil sie bei diesen Aussichten wohl exakt 0,16 Tage an der frischen Luft verbracht haben. Mal schauen, ob das irgendein Schüler bemerkt, wenn ich am Montag frage, wie die Winterferien denn so gewesen sind… Naja, ich mach mich dann mal ans Frühstück. Was es gibt? Grau-brot natürlich, was denn sonst bei dem Wetter? 😉
Ich bin Teil einer aussterbenden Spezies. Nämlich der des Lateinlehrers – eines technikaffinen gleich dazu. Ich unterrichte nach den Anstrengungen eines Studiums, eines Referendariats und zwei erfolgreich abgelegten Staatsexamina im schönen Bayern die Fächer Latein und auch Englisch und hoffe mit diesem Blog (Un-)Eingeweihten einen Blick auf diesen wunderschönen Beruf zu geben – auch wenn das einige anders sehen. Wer weiß, vielleicht gelingt es ja euch umzustimmen. Wette angenommen?