Jetzt in den Weihnachtsferien, wo ich endlich auch mal wieder Zeit und Muße finde, bin ichdurch meine Buchbestände gewandert, um ein bisschen herumzuschmökern. Dabei fielen mir “Die Etrusker” von Friederike Bubenheimer-Erhart in die Hände, das ich mir letztes Jahr gekauft und fast schon ein bisschen vergessen hätte – wenn mir dieser prächtige Bildband mit seinen imposanten Ausmaßen nicht sofort ins Auge gefallen wäre. Zum Glück!
Die Etrusker fallen im Lateinunterricht bei Schülern wie auch Lehrern gerne in die Kategorie terra incognita. Dass es dieses mysteriöse Volk gegeben hat, lange bevor sich Rom zu einer Weltmacht aufschwang, und in vielerlei Hinsicht Vorbild für die römische Kultur und Zivilisation darstellte, wie wir sie kennen – das ist hinlänglich bekannt. Aber weder in Studium noch im Unterricht kommt man groß mit der Kultur dieser Völker in Berührung – und wenn, dann nur über griechische und vor allem römische Quellen, die eine recht subjektive Sicht auf die Etrusker, ihre unterlegenen Rivalen, bieten. Mit diesem Wust aus dürftigen Halbwahrheiten räumt genau dieser Titel auf.
Friederike Bubenheimer-Erhart geht in knapp 200 Seiten auf alle wichtigen Bereiche dieser echten Hochkultur ein: Geographische Lage ihres Herrschaftsgebietes, regionale Disparitäten in der Besiedlung, Gepflogenheiten in ihrem sozialen Gefüge, ihre Vormachtstellung in Architektur und Nautik, die sie in Windeseile zu einer wichtigen Seemacht werden ließen, ihre Religion, ihre legendär rätselhafte Schrift und Sprache, ihre Kämpfe und Zwiste mit anderen Völkern auf der Halbinsel werden ebenso beleuchtet wie ihr Machtverlust und die letztliche Integration in das römische Reich, wo ihre Erinnerung allmählich verblasst und in Vergessenheit gerät. Sogar der philologischen Wiedererweckung der Etrusker in der Forschung ist ausreichend Platz gewidmet und lässt miterleben, wie sich eine wissenschaftliche Disziplin allmählich emanzipiert und über die Jahrhunderte die Wahrheit über ein Volk wiedererweckt, das von der Geschichtsschreibung ausgesprochen ungerecht bewertet wurde. Das machen auch die prächtigen Abbildungen deutlich, mit denen der Band reichlich geschmückt ist. In Seiten füllender Größe trifft man auf eindrucksvolle Büsten, filigran gearbeitete Fibeln, Gemmen, Trink- und Vasenmalereien, vollfarbige Fresken, Terrakotta-Statuen, toll ausgeleuchtete Innenaufnahmen von Nekropolen und Schachtgräbern, Urnen und Möbelstücke, die jedes Detail dank der Buchausmaße ( 33,5cm x 22,5cm) erkennen lassen.
Diese sind nicht einfach nur nettes Beiwerk, sondern allesamt in den Texten zu finden und ergänzen so den Gesamteindruck. Toll hierbei, wie die Autorin allein aus den Beobachtungen an diesen Objekten wissenschaftlich fundierte Rückschlüsse präsentiert. Sie grenzt ganz bewusst ab, welche Fakten über die Etrusker Märchen und welche tatsächlich verifiziert sind und macht das an den Realien eindrucksvoll deutlich. Das alles in angenehm unaufdringlichem Schreibstil, der ohne profilierungsneurotischen Firlefanz auskommt, dem solche Publikationen gerne mal in unangenehmer Weise anhaften. Das macht “Die Etrusker” auch für Leute interessant, die kein klassisches Philologiestudium hinter sich haben. Daher eine dicke Leseempfehlung!
Erschienen ist der Band bei Philipp von Zabern im Jahre 2014.
Wenn es auf diesem Blog einen Award für den oberflächlichsten Artikel überhaupt geben sollte, dann wäre dieser hier ein heißer Anwärter. Denn dieses Mal geht es ausschließlich ums Aussehen. Nämlich dem von Arbeitsblättern. Ich weiß, ich weiß, never judge a book by its cover, aber wie soll man ein Arbeitsblatt ernst nehmen, das vom Layout aussieht wie aus Krusty’s Playhouse?



Für die Altphilologen unter uns finden sich knapp 15 nette Anlässe, in denen die Schülerinnen und Schüler Sachwissen und Kreativität zusammenbringen können. Die sieben antiken Weltwunder sind hierbei ebenso Kritzelanlass wie der trojanische Krieg, antike Mythologie, Römerfeinde oder römisches Leben. Mal muss man das trojanische Pferd erschaffen, mal Soldaten einkleiden, dann römische Wandmalereien weiterführen, Hannibals Elefanterie (pun intended) auffüllen, Kerberus furchteinflößender machen oder ein Gladiatorenszenario vervollständigen. Ein sehr putzige Abwechslung, mit der man die berüchtigten Unterrichtsstunden nach Schulaufgaben oder vor Ferien nutzen kann.

“Die Kinder von heute haben eine kaum vorhandene Aufmerksamkeitsspanne!”, lese ich in einem Online-Pamphlet, wie es wöchentlich durch das Netz geistert. Eigentlich nichts Weltbewegendes. Man kennt die Masche: Beim Thema ¨Bildung¨ und ¨Lernen¨ werden die einzelnen Parteien in regelmäßigem Turnus abgewatscht. Mal sind’s die Lehrer, mal die Eltern, mal die Schulen, mal die Methoden. Und dieses Mal der Nachwuchs selbst. ¨Bildung¨ ist bei uns mittlerweile ein Stammtisch-Thema geworden, zu dem jeder eine Meinung hat bzw. zu haben glaubt. Immerhin saß jeder Mal in einem Klassenzimmer, was ihn ja zu einem Experten schlechthin macht. Deswegen sehe ich mich auch in der Position, den Ärzten in ihren Beruf reinzureden, immerhin lasse ich einmal im Jahr vor dem meinigen die Hüllen fallen und weiß daher ganz genau, wie der Beruf so funktioniert (irony intended).
