Während sich ein Großteil Deutschlands vermutlich schon wieder im letzten Drittel der wohlverdienten Sommerferien wähnt, geht’s in Bayern erst dieser Tage so richtig los. Sie sind wie immer heiß ersehnt – in diesem Jahr ganz besonders. Deswegen will ich auch dieses Jahr ganz kurz innehalten, um über das letzte Schuljahr zu reflektieren. Da das erst meine zweite Retrospektive in Blogform ist, hoffe ich, dass sich die Wiederholungen in Grenzen halten. Wer das selber nachprüfen möchte, möge sich die Retrospektive des Vorjahres durchlesen
- Ich darf dieses Jahr stolz verkünden, keinen Tag krankheitsbedingt gefehlt zu haben. Wo bleibt der Schampus? Wo bleibt die Tanzeinlage? Wo die herzliche Umarmung des Kultusministers? Oh…
- Meinen Vorsatz, es in diesem Schuljahr etwas langsamer anzugehen, durfte ich angesichts der diesjährigen Arbeitsbelastung auf Eis legen. Vielleicht war es naiv, anzunehmen, bei einem Stundendeputat, das zu 70% Oberstufenunterricht mit Fokussierung auf das Abitur beinhaltet, den Stress einfach mit einer Hand von der Schulter wischen zu können. Well, you live and learn… Wen übrigens die Arbeitsbelastung interessiert, kann gerne im Archiv und beim Lehrerfreund nachlesen, der die Aufstellung thematisiert und damit eine gewaltige Diskussion vom Zaun gebrochen hat.
- Wieder mal war das Schuljahr geprägt von den immer noch anhaltenden Querelen. G8 in Bayern ist immer noch ein Streitpunkt, zu dem jeder Bürger eine Meinung haben möchte. So scheint es zumindest. Denn bietet man Möglichkeiten an, aus den acht Jahren neun zu machen, nimmt sie keiner in Anspruch. So zum Beispiel das Flexijahr, das die Stundenplaner der Schulen in den Wahnsinn treibt. Das Konzept, einzelnen Schülern in Problemfächern das halbe Lerntempo in individuellen Stunden zu ermöglichen, ohne sie dabei aus der Klassengemeinschaft herauszureißen, ist nur mit viel organisatorischem Aufwand möglich – und wird von so gut wie keinem an unserer Schule genutzt (aktuell: 2 Schüler). Ähnliches Bild beim Volksbegehren der freien Wähler Anfang Juli, in dem die Bürger wählen konnten, ob Schulen künftig G8, G9 oder gar beides anbieten sollen. Die Beteiligung war bis zum Ende lächerlich niedrig (gerade mal 3%). Offensichtlich ist das Thema doch nicht so eklatant wichtig, wie’s in den Medien immer gekocht wird…
Da stellen wir uns als Lehrer die Frage: Wieso wird in den Medien so viel über unser angeblich defizitäres gymnasiales Schulsystem gelästert, wenn sich dann wieder keiner beteiligt, sobald es eine ECHTE Möglichkeit der Veränderung gibt? Die Chance ist jetzt vertan. Deswegen lasst uns jetzt endlich mit den ständigen Querelen in Ruhe und unsere Arbeit tun. - Abiturprüfungen ohne Verschnaufpause in ein paar Wochen zu packen, ist eine Zumutung – für alle Seiten. Mit den Augenringen, die ich in dieser Zeit zu sehen bekommen habe, könnte man stundenlang Hoola-Hoop spielen. Aber wer will das schon?
- Meine Videospiel-History ist auch in diesem Jahr sehr überschaubar. Von den großen Blockbustern rotierte lediglich das mächtige Batman: Arkham Asylum im Laufwerk. Ansonsten waren es eher kleine Häppchen aus dem Download-Bereich. Ron Gilberts The Cave war eine wunderbare Reminiszenz an vergangene Adventure-Tage. Völlig überrascht hat mich die Reihe zu The Walking Dead. Was Telltale Games mit der Zombie-Saga an Emotionen an mir herausholt, ist phänomenal. Selten wurde ich vorher vor derartige Dilemmata in einem Spiel gestellt. Und jede Entscheidung tut auf irgendeine Weise weh, weil sie damit das Schicksal eines anderen Charakters besiegelt. Unbedingt mal ausprobieren!
- Das im November abgehaltene Probe-Abi war gut gemeint, geriet aber wegen der durchwachsenen Ergebnisse zur Farce. Mit der offiziellen Lösung war keiner so wirklich zufrieden. Viel Arbeitsaufwand und am Ende größtenteils umsonst. Für Schüler wie auch Lehrer.
- Viele Schülerschicksale sind nach wie vor niederschmetternd. Auch dieses Jahr gab es wieder eine ganze Reihe von Kindern, denen man als Verbindungslehrer nicht mehr bieten kann als ein Ohr. Sozialpädagogen, die sowohl die nötige Ausbildung als auch die nötige Zeit mit sich bringen könnten, um sich mit diesen Schülern in angemessener Weise zu beschäftigen, sind auf den Gymnasien leider nach wie vor sehr rar. Dabei haben wir die einen oder anderen Brandherde mittlerweile genauso wie an jeder anderen Schule.
- Insgesamt merke ich zum ersten Mal dieses Jahr, wie wichtig es ist, mit seinen Kräften hauszuhalten. Wenn selbst Lehrer wie Nicholas Provenzano, einer der progressivsten Vollblutlehrer, die ich kenne, auf einmal von Depressionen geplagt wird, ist es Zeit umzudenken. Schule darf nicht alles werden.
- Die digitale Umstellung macht mir nach wie vor viel Spaß. Ich lerne täglich dazu und komme teilweise auf ganz neue Möglichkeiten. Wenn man die ausgetretenen Pfade mal verlassen hat, kommen diese Ideen von ganz allein.
- … und was mir nicht einfällt, das lehrt mich der Edchat im Handumdrehen. Das Format, das Thorsten und André Anfang September nach Deutschland gebracht haben, ist ein rasantes Chatformat, in dem man einmal die Woche in 60 Minuten zu einem vorher festgelegten Thema in sechs Kernfragen plaudert. Großartig!
- Mit Moodle kann ich mich langsam, aber sicher anfreunden. Als Plattform finde ich das Ding etwas sperrig. Man muss schon einiges an Zeit investieren, um zu verstehen, was alles möglich ist. Aber hat man es erstmal soweit, ist es ein durchaus nützliches Tool.
- Das liegt vor allem auch an dem neuen Hardware-Gespann, mit dem ich meinen Unterricht gestalte. Nachdem ich mein HTC Flyer mit Hass und Häme aus meinem Setup verbannt habe, kam mir ein Samsung Note 8.0 ins Haus bzw. in die Tasche. Nebst wLan-Dongle, der 1A-Screening vollführt. Komplett ohne lästige Kabel!
- Die Anzahl an neuen und nützlichen Tools ist schwindelerregend. Zum Glück kann ich durch meine Twitter-Kollegen den Überblick behalten…
- Insgesamt hat sich im letzten Jahr mein Ton in den Beiträgen etwas verändert. Ich hab das Gefühl, in den letzten 10 Monaten überwiegend nachdenkliche bis kritische Artikel verfasst zu haben. Das gibt mir insgesamt einen guten Eindruck, dass dieses Schuljahr doch recht anstrengend war. Ich hoffe, das ist kein Abwärtstrend, sodass ich mich jedes Jahr im Schwarzmalen aufs Neue übertreffe…
>Naja, jetzt wird erstmal ausgespannt. Deswegen verzieht sich der Herr Mess jetzt erstmal für zwei Wochen in den wohlverdienten Ausspannurlaub, der digital sehr entschleunigt vonstatten gehen dürfte. Neue Artikel gibt’s daher wohl auch erst wieder hinterher. Aber ich habt ja hoffentlich jetzt auch Besseres zu tun, als den lieben langen Tag was über Schule zu lesen. Geht raus! Genießt die Sonne, solange sie sich noch zeigt!
Valete!


Am interessantesten fand ich jedoch, die beruflichen Pläne von den vergessenen Schulkameraden aus der Vergangenheit zu hören und mit dem Heute zu vergleichen. Was war nochmal aus Julia geworden, die auf der CD noch vollmundig erklärt, Brauereiwesen zu studieren? Toni, der Jurist werden wollte? Hat Basti die Pilotenprüfung jemals bestanden, auf die er, wie man seinem Interview entnehmen kann, gerade lernt? Auch ich habe erst während dieser Monate, in denen ich in einem Krankenhaus gearbeitet habe, meine Ambitionen eines Medizinstudiums begraben, meinen Plan einer Ausbildung zum Tontechniker verworfen, und mich für das Lehramt entschieden – sehr zur Erleichterung meiner Eltern.
Nein, es ist nicht “Sorry”. Da kann Elton John noch so sehr im Verbund mit einer Boyband trällern. Das geht mir wunderbar von den Lippen. Nein, für mich ist ein anderes Wort recht schwer geworden – und das, obwohl ich es schon zweimal in diesem Artikel benutzt hab. Zumindest im Schulbetrieb. Richtig geraten: Es ist “nein”. Das Wort, das den trotzigen Zweijährigen bei Tisch im Minutentakt rausrutscht. Das Wort, das den Suppenkasper letztlich in den Hungertod treibt. Das Destiny’s Child berühmt machte. Oder 2Unlimited, weil sie mir weiß machen wollten, es gebe keine Limits (und das zwölfmal hintereinander – ich hab’s nachgezählt!). Nur ich bekomm’s nicht hin. Das ist garantiert eine Verhaltensweise aus den Urzeiten des Referendariats, wo man aus allen Richtungen mit Arbeit zugeballert wird – und sie bereitwillig auf sich nimmt, um sich seine berüchtigte Krawattennote nicht zu versauen.








Also bei mir nicht. Zumindest nicht in meiner Lehrertasche. Jenem riesigen, unergründlichen Utensil, mit dem ich seit dem Referendariat meinen Unterricht bestreite. Zu Zeiten der Lehrprobe hatte ich in diesem Ding mehr oder weniger meinen gesamten Hausstand: Ordner, Laptop, Folien, Bücher, Lineale, Unmengen von Stiften, Notenbuch, Telefonlisten, Handy, Ladekabel, CDs für den Unterricht, Arbeitsblätter, Folien – hätte noch ein Kissen zum Schlafen darin Platz gehabt, hätte ich autark in der Wildnis leben können; nur aus dieser meinen Tasche. Dann hab ich begonnen, meinen Unterricht systematisch zu ent-papieren – und die Tasche wurde spürbar leichter. Dachte ich zumindest. Gestern, als ich mich nach einer Stunde im Erdgeschoss in den dritten Stock hochschleppen musste und mir beim Hochhieven der Tasche fast einen Bruch hob, war ich’s leid. Wieso war dieses Mistding immer noch so schwer? So begann ich nach dem Ende der Stunde der Sache bzw. der Tasche buchstäblich auf den Grund zu gehen und alles rauszuwerfen, was nicht 100%-ig notwendig war. Das Ergebnis sehr ihr hier.
Ladies and gentlemen, I proudly present my latest entry to my gizmo collection! Keine Angst, ich werde mich an dieser Stelle nicht dem vielverbreiteten Fetisch der Unboxing-Videos unterwerfen, bei dem die Besitzer ihre neuesten Geräte mit einer Vorfreude auspacken, als hielten sie zum ersten Mal eine Frau im Arm. Ich mach’s auch kurz
und schmerzlos, weil mich schon diverse Kollegen und Blog-Besucher drauf angesprochen haben. Es ist ja seit Kurzem bekannt, dass meine Liason mit dem HTC Flyer aus diversen Gründen nur von kurzer Dauer war. Da ich mir aber das Unterrichten ohne Tablet gar nicht mehr vorstellen möchte – eine Rückkehr zu meinen ollen Papier-Vorbereitungen käme mir vor wie eine Devolution -, musste entsprechend Ersatz her. Meine Ansprüche an den Nachfolger waren dieselben wie damals an das Flyer. Und wenn man sich in der Tablet-Umgebung umsieht, kommt da eigentlich nur ein Hersteller ernsthaft in Frage: Samsung. Ein Tablet ohne native Stift-Unterstützung kommt mir nicht ins Haus. Ich habe bei einem apple-gebrainwashten Kollegen gesehen, wie er mir stolz seine handgeschriebenen Notizen auf dem iPad-Mini gezeigt hat – fabriziert mit einem Bamboo-Stylus. Das Ergebnis sah aus, als habe man einem Fünfjährigen Wachsmalstifte in die Hand gedrückt und zum Krakeln animiert. Daher hatte ich die Note-Serie von Samsung schon länger im Blick. Was mich damals vom Note 10.1 abgehalten hat, war schlichtweg der Preis und die Größe. 10 Zoll entsprechen mehr oder weniger einem Din/A4-Heft, und das hätte in der Schultasche wieder genau den Platz gefressen, den ich durch den Verzicht auf Papiermüll erst gewonnen hatte. Scheinbar haben das auch die Koreaner bemerkt und mit dem Samsung Galaxy Note 8.0 ein Gerät produziert, das in seinen Ausmaßen dem Flyer erstaunlich nahe kommt und mir die Umstellung buchstäblich sehr erleichtert. Denn mit gerade mal 338 Gramm Gewicht unterbietet das Tablet seinen Vorgänger um knapp 100 Gramm. Aber wer legt schon Wert auf das vergängliche Äußere? Die inneren Werte zählen. Und die können sich durchaus sehen lassen. Das Arbeiten mit dem Note ist superflüssig, die
Magazinen als Offenbarung gefeiert wurde. Ähnlich wie bei Lecture Notes kann man in der App mehrere Notizbücher anlegen, die man mit handgeschriebenen Notizen, importierten Bildern usw. füllen kann. Alles in allem ein ziemlich starkes Tool mit ein paar Gimmicks, die anderen Konkurrenten fehlen. Neben einer wirklich schicken Optik verfügt S-Note beispielsweise über eine beeindruckende Handschriftenerkennung, die selbst die hektischste Sauklaue in lesbaren Text verwandelt. Eigentlich alles tip top, es gibt nur eine Kleinigkeit, die es mir verleidet, mein geliebtes
es überhaupt möglich, das Samsung Galaxy Note 8.0 an ein externes Gerät wie einen Beamer oder einen Monitor anzuschließen. Dass dieses Feature immer noch so stiefmütterlich behandelt wird und kein Standard ist, ist mir absolut rätselhaft. Diese Geräte sind perfekt für Präsentationen und in Sachen Handling und Portabilität ein Traum. Warum das System also “zumachen” und kaum Verbindungsmöglichkeiten schaffen? Ich versteh’s nicht. War das beim HTC Flyer schon eine Fummelei, weil hier neben einem HDMI-Kabel ein weiterer – und nicht gerade billiger – MHL-Adapter notwendig war, treibt Samsung das Kabelgewirr auf die Spitze. Hier brauche ich ein HDMI-Kabel, einen HDMI-Adapter und sogar das Samsung-Netzteil, um den Adapter mit Strom zu bepowern. Ansonsten
wird kein Bild übertragen! Das heißt, ich bin im Ernstfall dazu gezwungen, neben dem üblichen Kabelsalat auch einen Erweiterungsstecker mit mir rumzuschleppen. Damit sehe ich auch wie ein Kabelträger beim Fernsehen. AHH!!
Da ich ja mit Lecture Notes schon seit geraumer Zeit sehr begeistert arbeite (Enkomion siehe 
Es mag ja irgendwie ein Klischee sein, seinen ersten Blog-Eintrag über das hiesige Wetter zu verfassen. Aber immerhin kann ich’s fachlich begründen. In England legen es die Gepflogenheiten nahe, grundsätzlich vor JEDEM tiefschürfenden Gespräch einen kurzen Diskurs über das Wetter abzuhalten. So how’s the weather? One word: Furchtbar. Wenn das der Frühling ist, von dem Eduard Mörike immer schreibt, dann hat er dieses Jahr sein blaues Band in der Reinigung vergessen. Seit Wochen werden wir hier in Bayern von einer undurchdringlichen Suppe aus immer wiederkehrenden Regenschauern, Nebelfeldern und Schneeeinbrüchen heimgesucht, die weder Sonne noch gute Laune zulässt. Alles ist grau. Häuser grau, Himmel grau, Stimmung grau. Selbst mein üblicher Eifer, meine Wohnung in einem Frühjahrsputz zu entrümpeln wich irgendwann einem “I couldn’t care less” und so sind meine Fensterscheiben immer noch ungeputzt, und die Staubmäuse unter meinem Schreibtisch sind mittlerweile zur Größe von Steppenläufern (thematisch passend natürlich in grau!) angewachsen und drohen, mich beim nächsten näheren Kontakt vollends zu verschlingen. Mir tun die Kinder, die über die Ferien hier geblieben sind, fast schon leid, weil sie bei diesen Aussichten wohl exakt 0,16 Tage an der frischen Luft verbracht haben. Mal schauen, ob das irgendein Schüler bemerkt, wenn ich am Montag frage, wie die Winterferien denn so gewesen sind… Naja, ich mach mich dann mal ans Frühstück. Was es gibt? Grau-brot natürlich, was denn sonst bei dem Wetter? 😉