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    Design leicht gemacht: easel.ly und canva

    avat_schielen_technikSchaubilder sind eine tolle Sache – wenn man’s denn kann. Zum Glück gibt es seit längerer Zeit viele wunderbare Lösungen, die dem Laien in der Hinsicht tatkräftig unter die Arme greifen und Ergebnisse liefern, die weit über die Word-Clipart-Kollagen hinausgehen. Nachdem scoop.it mir schon den einen oder anderen Info-Artikel zu dem Thema geliefert hat, war es irgendwann Zeit, sich diese Programme auch mal genauer anzusehen. Kandidat Nummer 1 der erste Dienst, der mir damals unter die Augen kam: easel.ly
    Bei Easel.ly handelt es sich um einen Online-Editor zum Erstellen von Infografiken. Und der ist komplett kostenlos. Nach der Registrierung kann man sofort loslegen und sich auf einer virtuellen Plakatwand austoben. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. VThemes liefern komplette Layouts mit Balken, Icons, Rahmen und diversen Grafikelementen, die man nach Lust und Laune verändern oder erweitern kann. Beispielsweise mit sog. Objects, die in Unterkategorien wie Food oder People eingeteilt sind. Jedes Element auf dem Screen lässt sich stufenlos skalieren, drehen oder in seiner easellyTransparenz beeinflussen. Auch an unterschiedliche Ebenen hat man gedacht und verbannt mit einem Klick aufdringliche Elemente im Vordergrund zu Nebendarstellern auf den hinteren Rängen. Das Arbeiten geht schnell von der Hand und liefert rasch schöne Ergebnisse – vorausgesetzt, man kommt mit dem derzeit doch recht begrenzten Repertoire aus, das dem Benutzer in dieser Beta-Version präsentiert wird. Von den VThemes sind gerade mal 15 verfügbar, auch die Anzahl an Icons ist mit gerade mal 120 etwas dünn. Natürlich kann man jederzeit eigene Elemente aus dem Netz oder der Festplatte hinzufügen. Aber die müssen erst umständlich über einen Editor hochgeladen werden. Schade…
    Dass es von allem etwas mehr sein kann, das beweist canva – ebenso wie easel.ly in einer Beta-Version und (deswegen?) kostenlos. Alles in allem sind die beiden Programme in ihrer Handhabung recht ähnlich. Zu Beginn entscheidet man sich bei canva für ein Grunddesign, das vor allem Auswirkungen auf die Auswahl hat. Abhängig davon, ob man ein Din/A4-Design, ein Facebook-Banner, eine Präsentation oder eine Blog-Grafik erstellen möchte, schlägt canva Layout-Vorlagen (in easel.ly waren es VThemes)vor, die genau auf das gewählte Format abgestimmt sind. Diese sind schon in der jetzigen Version deutlich umfangreicher als bei easel.ly. Allein bei den Präsentationen gibt es 40 Layouts, ein Din/A4-Dokument kann sogar mit mehr als 50 Vorlagen geschmückt werden. Dazu noch die üblichen Tools, die wir auch aus easel.ly kennen: Text Tool, Banner, Symbole. Alles lässt sich auf die virtuelle Leinwand ziehen, vergrößern, rotieren, auf unterschiedlichen Ebenen anlagern, in der Transparenz beeinflussen. Insgesamt sind beide Programme in der Handhabung recht ähnlich – auch wenn man bei Canva vielleicht etwas mehr fummeln muss, um die einen oder anderen Funktionen zu finden. Das funktioniert bei easel.ly einen Hauch unkomplizierter, weil man nicht erst in Untermenüs nach canvaFunktionen wie der Transparenz oder Farbwahl suchen muss. Auch bei der Arbeitsgeschwindigkeit merkt man zwischen den beiden Plattformen einen deutlichen Unterschied. Während easel.ly aufgrund seines schlichten Designs (und auch seiner Auswahl) sehr flott arbeitet, merkt man bei canva einen deutlichen Lag. Kann sehr gut sein, dass dieses Problem in einer der nächsten Versionen behoben wird. Aber im Moment ruckelt’s ab und an schon bedächtlich. Dennoch würde ich canva den Vorzug geben. Aufgrund der riesigen Auswahl an Grafikelementen und der deutlich unkomplizierteren Möglichkeit eigene Grafiken in sein Projekt einzubinden, macht canva einfach Spaß – Lag hin oder her.

    The Faces of (1)
    War dank Canva innerhalb von Minuten gemacht…

    Image
    Update: In der aktuellen Version unterstützt canva sogar Filter, die man einfach über die einzelnen Elemente legen kann. Damit ist der Vorsprung zu allen anderen Diensten noch um ein ganzes Stück größer geworden. Natürlich ersetzt canva weder ein ordentlich ausgestattetes Gimp oder gar einen Photoshop. Aber die Möglichkeiten sind mehr als ausreichend, um mal auf die Schnelle ein bisschen Pep in sein Schaubild zu bringen. Wem das nicht langt, sollte mal auf dem hauseigenen Canva-Blog vorbeisegeln, wo die Entwickler und Designer einige Kniffe verraten, um seine Infografik vom Durchschnitt abzuheben. Großer Geheimtipp! Da kann man wirklich eine Menge lernen! Way to go!

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  • Technik

    Software für den Unterricht (Folge 2)

    finereader7[avatar] Solange noch die viel zu kalte Ferienzeit herrscht (April und Schneesturm!), nutze ich die unterrichtsfreie Zeit, um den einen oder anderen Lebensretter vorzustellen, der mir bei der Unterrichtsvorbereitung wertvolle Zeit geschenkt hat. Den Anfang macht das Texterkennungsprogramm  (vulgariter auch OCR genannt) meiner Wahl: Der Abbyy Fine Reader.
    Es gibt immer noch Kollegen, die von den Vorzügen einer solchen Software noch nie was gehört haben. Und jedes Mal, wenn mir vorgeheult wird, wie ewig es gedauert hat, eine entsprechende Textpassage aus dem Buch abzutippen, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Der Fine Reader scannt und liest dabei nicht nur einfach Buchstaben ein. Entsprechende Auflösung vorausgesetzt erkennt er auch das komplette Format einer Seite und übernimmt Zeilenabstände, Trennungen und Absätze. Passagen, die man nicht erkannt haben will, kann man gezielt mithilfe eines Auswahlrahmens rauswerfen und spart auf diese Weise nochmal zusätzlich Zeit. Hat man alles nach seiner Zufriedenheit editiert (sofern noch nötig), exportiert man die gute Chose per Mausklick an das Textverarbeitungsprogramm seiner Wahl et voilà: Da ist der Text auch schon. Und das war’s. Einfacher geht’s nur noch mit einem eReader…
    Tipp: Bevor hier jetzt ganz panisch die Geldbörsen festgehalten werden: Den Fine Reader gibt’s für relativ geringes Geld, wenn man sich die Software gebraucht ins Haus holt. Meine Version ist mit Nummer 7.0 garantiert nicht mehr die jüngste (anno 2003), hat aber alles an Bord, was ich brauche. Und mit gerade mal einem Zwanziger hab ich auch noch ein ordentliches Schnäppchen gemacht. Neuere Versionen sind vielleicht etwas teuer (wohl um die 10€), sparen einem dafür aber dann Nerven, wenn’s um die Kompatibilität zu aktuelleren Betriebssystemen geht. Die 7.0er-Version war zu Beginn ganz schön zickig im Verbund mit Windows 7.

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